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Fußball ist nicht alles

Der Traum vom Fußballprofi - unzählige Jugendliche träumen ihn. So nah wie die Junioren des VfL Osnabrück kommen ihm nur wenige. Doch was passiert, wenn es nicht reicht für die großen Stadien, wenn am Ende die Angebote aus der Ober- statt der Bundesliga eintreffen?

Die Osnabrücker Arbeitsagentur und das Juniorenleistungszentrum des VfL haben ein Konzept entwickelt, dass "den Erfolg der Kinder nach dem Sport gewährleistet", sagt Frank Schülke, Teamleiter der Berufsberatung. Ralf Heskamp ist ein gutes Beispiel dafür, wie es gehen kann. Früher war er Fußballprofi, heute führt er die Geschäfte beim VfL. "Bei ihm haben wir natürlich offene Türen eingerannt, als wir ihm vor einem Jahr unsere Idee vorgestellt haben", erzählt Schülke. Das Konzept sieht vor, Juniorenspieler von der U16 bis U19 gezielt in Berufe zu vermitteln. Ein ähnliches Projekt unter dem Titel "Anpfiff für Ausbildung" startete die Bundesagentur für Arbeit zusammen mit dem FC Bayern München.

In Osnabrück helfen die Berufsberater Vera Brüggemann und Günter Böttcher. Sie begleiten die Fußballer in ihren Entscheidungen, stellen ihnen Berufsbilder vor und assistieren bei Bewerbungen. "Um die Jungen zu erreichen, setzen wir auf Begrifflichkeiten wie Teamarbeit, alles bringen, leistungsbereit sein", erklärte Brüggemann. Die Berater nehmen bewusst die Sprache des Sports auf. So wollen sie den Jungen vermitteln, dass es Werte gibt, die nicht nur auf dem Spielfeld zum Erfolg führen. Das scheint zu funktionieren. "Alle sind sehr motiviert, weil sie sehen, wie wichtig eine Ausbildung ist."

Motivation ist die Voraussetzung, um am Projekt teilnehmen zu dürfen. "Und da sind die Spieler in der Pflicht", betont VfL Organisationsleiter Uwe Freudenberg, der die Zusammenarbeit mit der Agentur lenkt. Manchmal müsse er den Spielern "auf die Füße treten, damit sie dranbleiben". Denn Freudenberg weiß, wie wenige den Sprung in den bezahlten Fußball schaffen. "Deshalb müssen die Jungs weiterdenken", sagt er "und die Betreuung durch qualifizierte Berater hilft ihnen dabei enorm".

Der Erfolg ist nicht ausgeblieben. Spieler wie U19-Torhüter Bernfried Nauber, sein Teamkollege Stephan Stukenborg und Kevin Samide aus der U23 haben im vergangen Jahr einen Ausbildungsplatz gefunden. Nun soll das Projekt in die nächste Phase gehen. "Bisher waren wir im Anfangsstadium. Jetzt werden wir versuchen, gezielt noch mehr Arbeitgeber anzusprechen und einzubinden", sagt Schülke.

Damit kämen sie dem Ziel näher, "Jugendliche und Arbeitgeber stärker für das Thema Ausbildung zu sensibilisieren". Die Plattform dafür ist die gemeinsame Begeisterung für den Fußball.




 
 
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