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Der Jahresrückblick: April 2011
23.12.11
Der April beginnt für den VfL mit einem richtungsweisenden Spiel beim Karlsruher SC, stehen die Badener doch vor der Begegnung mit zwei Punkten mehr auf dem Konto auf dem rettenden 15. Tabellenplatz.

Als der VfL nach fünf Spielminuten jedoch schon mit 0:1 zurückliegt, schwant den mitgereisten Osnabrückern Böses. Doch überraschenderweise nehmen nun die Mannen von Joe Enochs nach dem frühen Rückstand das Heft in die Hand und suchen mutig ihre Chance. In einem kampfbetonten Spiel wird der VfL nach einer guten halben Stunde für den Einsatz belohnt: Flamur Kastrati kann mit einem Kopfball den Ausgleich erzielen. In der zweiten Halbzeit sehen die Zuschauer Kampf, Krampf und Nickeligkeiten. Mit zunehmender Spieldauer wird der KSC überlegen und spielt sich einige gute Chancen heraus.
Doch in der 84. Minute schlägt die Stunde von Björn Lindemann und Kristoffer Andersen: ein perfekter Lindemann-Pass in den Raum wird von Andersen wunderbar erlaufen und führt zum 2:1 - der Sieg ist zum Greifen nah. Doch das Spiel hat in diesem Falle 94 Minuten, und in eben dieser kommen die Hausherren tatsächlich noch zum umjubelten Ausgleich durch Langkamp. Eine herbe Enttäuschung für die Lila-Weißen, die hinterher kaum jemand in Worte fassen kann.
Eine Woche später kommt es dann in der ausverkauften osnatel ARENA zum Derby gegen die Arminia aus Bielefeld. Nichts anderes als einen Sieg wollen die Osnabrücker Zuschauer von ihrer Mannschaft sehen. Doch die Spieler des VfL agieren von Beginn an zu verkrampft, strahlen Unsicherheit aus und lassen den Zug zum Tor vermissen. Die Bielefelder, die nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt haben, präsentieren sich auf ähnlich schwache Weise, so dass die Zuschauer statt dem erhofft rassigen Derby eine enttäuschende Partie erleben. Mitte der zweiten Halbzeit kommt der VfL durch Kastrati und Tyrala allerdings zu Chancen, die einen Sieg durchaus möglich gemacht hätten, doch diese bleiben ungenutzt. Letztlich müssen die Spieler also unter hörbarem Unmut der Zuschauer in die Kabinen gehen.
Der 30. Spieltag führt den VfL zum souveränen Tabellenführer Hertha BSC. Knapp 5.000 Osnabrücker treten an diesem sonnigen Samstag die Reise in die Hauptstadt an und sorgen für eine farbenprächtige Unterstützung im weiten Rund des gut besuchten Olympiastadions. Beim VfL ist Heiko Flottmann nun hauptverantwortlicher Trainer, Joe Enochs darf aufgrund seiner fehlenden Lizenz nicht mehr der erste Mann an der Seitenlinie sein. In den ersten zwanzig Minuten halten die Lila-Weißen überraschend gut mit, freilich ohne viel Druck in der Offensive aufbauen zu können. Dafür steht die Abwehr recht sicher und lässt kaum gute Angriffsaktionen der Herthaner zu. Nach einer knappen halben Stunde kann Björn Lindemann sogar für die Führung sorgen, doch Hertha-Torwart Aerts weiß dies gleich zwei Mal zu verhindern.
Je länger das Spiel andauert, desto überlegener werden die Berliner. Und so wird der VfL durch einen Doppelschlag in Minute 37 und 41 (Lasogga, Ramos) eiskalt erwischt und mit einem 0:2 in die Kabine geschickt. Nach der Pause macht Hertha da weiter, wo die Mannschaft aufgehört hat, bereits zehn Minuten nach Wiederanpfiff schlägt Lasogga erneut zu. Der VfL ist besiegt, die Hertha schaltet einen Gang zurück. Bemerkenswert ist noch das Profi-Debüt von VfL-Youngster Christian Pauli. Mit ihm kommt noch einmal kurzzeitig Schwung in das VfL-Spiel. Doch nützen tut dies alles nichts mehr, Ramos setzt kurz vor Abpfiff den Schlusspunkt zum 4:0 für sich bereits im Aufstiegsfieber befindliche Berliner. Der VfL ist nun seit sieben Spielen ohne Sieg.
Mit dem FSV Frankfurt kommt im nächsten Heimspiel ein durchaus schlagbarer Gegner in die osnatel ARENA. 13.000 Zuschauer sehen eine Startelf, die ohne Björn Lindemann und Kevin Schöneberg auskommen muss - beide Spieler wurden unter der Woche, ebenso wie Tobias Nickenig, aus disziplinarischen Gründen suspendiert. Wieder kassiert der VfL bereits nach fünf Minuten ein Gegentor, zum wiederholten Male nach einer Ecke. Dennoch lässt sich die Mannschaft von Heiko Flottmann nicht aus der Ruhe bringen und sucht ihr Glück in der Offensive. Doch erst durch einen Handelfmeter kann der VfL das ersehnte Ausgleichstor erzielen (Tyrala, 38.).
Direkt nach der Halbzeitpause legt der VfL los wie die Feuerwehr und erspielt sich mehrere hochkarätige Chancen, die aber weder Kastrati noch Hansen in Zählbares umwandeln können. Der VfL versucht danach weiterhin alles, der Einsatz und die Aggressivität stimmen - die Präzision leider nicht. Die Gäste aus Frankfurt rühren größtenteils Beton an und lassen die Osnabrücker verzweifeln. Trotz energischer Anfeuerungsrufe der Zuschauer bleibt es letztlich beim enttäuschenden 1:1. In der Tabelle liegt man jedoch weiterhin nur einen Punkt hinter dem 15. Platz.
Am 31. Spieltag heißt es wieder: lila-weiße Karawane. Paderborn ist diesmal der Ort der Hoffnung. Die Devise lautet, mit einem Auswärtssieg den westfälischen Konkurrenten noch einmal in den Abstiegskampf hineinzuziehen. 4.000 mitgereiste Fans sorgen für eine beachtenswerte Unterstützung und echte Heimspielatmosphäre. Die Zuschauer sehen ein verbissenes Spiel mit harten Zweikämpfen. Keine schöne Partie, dafür aber eine mit reichlich Spannung. Man sieht dem VfL das ganze Spiel über an, dass ihm das 0:0 nicht reicht, aber auch die Paderborner werden einige Male gefährlich, so dass Berbig stets auf dem Posten sein muss.
Zehn Minuten vor dem Ende dann der Schock: nach einer Ecke kann der Paderborner Brandy nahezu unbedrängt einköpfen - ein Treffer direkt ins Herz der Osnabrücker Mannschaft und ihrer Fans. Kurz vor Schluss kommt dann auch noch Pech hinzu, als Schnetzler mit einem tollen Freistoß nur die Latte trifft: Eine weitere Niederlage ist perfekt. Noch ist der direkte Klassenerhalt möglich, doch die Hoffnung schwindet zusehends.
Von: Stefan Litke
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