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Der Jahresrückblick August 2011
27.12.11
Nach dem Auftaktsieg in Darmstadt und der unglücklichen Pokalniederlage gegen 1860 München steht das erste Ligaheimspiel an. An einem Dienstagabend ist der Mitabsteiger aus Bielefeld zu Gast in Osnabrück.

In der ersten Halbzeit sehen die gut 16.000 Zuschauer ein Spiel ohne viele Offensivaktionen, das aber energisch und intensiv geführt wird. Dennoch passiert bis zur Halbzeit kaum Erwähnenswertes. Nach dem Seitenwechsel geht es zunächst ähnlich weiter. Der VfL ist optisch überlegen, lässt aber die Präzision in den entscheidenden Momenten vermissen. Erst ab der 70. Minute werden die Mannen von Uwe Fuchs entschlossener und kommen durch Idabdelhay und Hansen zu zwei guten Tormöglichkeiten. Dann wird es zunehmend turbulent: Zuerst schickt Schiedsrichter Bandurski den Bielefelder Hübener mit Gelb-Rot vom Platz, dann geht der VfL durch ein Freistoßtor von Salger in Führung.
Nachdem kurz darauf auch noch Burmeister wegen einer Tätlichkeit des Feldes verwiesen wurde, scheint das Spiel entschieden. Doch gerade einmal drei Minuten nach dem zweiten Platzverweis kann Bielefeld, profitierend von einem kapitalen Abspielfehler im VfL-Spielaufbau, durch Schönfeld noch den Ausgleich erzielen und nimmt einen Punkt aus der osnatel ARENA mit nach Westfalen.
Bereits vier Tage später tritt der VfL beim SV Wehen Wiesbaden an. Der VfL kommt zunächst gut ins Spiel und spielt sich früh zwei passable Torchancen heraus. Als jedoch nach zehn Minuten Abwehrspieler Fischer der Ball im eigenen Strafraum an die Hand springt, dreht sich das Spiel. Den fälligen Elfmeter verwandelt Christ souverän. Wehen ist danach klar überlegen und geht noch in der ersten Halbzeit mit 2:0 in Führung (Bouhaddouz, 35.). Danach reißt sich der VfL wieder zusammen und baut einigen Druck auf die gegnerische Abwehr auf.
Belohnt werden die Bemühungen durch den Anschlusstreffer von Mauersberger. In der zweiten Halbzeit kommt es dann zu kuriosen Szenen, die viele Beobachter an das vergangene Spiel gegen Bielefeld erinnern. Binnen drei Minuten verweist Schiedsrichter Kircher zwei Wehener des Feldes, fast eine halbe Stunde spielt der VfL nun gegen neun Mann. Uwe Fuchs bringt mit Idabdelhay, Porcello und John drei Offensivkräfte, doch wirklich klare Torchancen können auch sie nicht erzwingen. Die Wehener verteidigen geschickt und schaffen es tatsächlich, den Vorsprung bis zum Abpfiff über die Runden zu bringen.
Unter der Woche setzt sich der VfL dann standesgemäß im NFV-Pokal beim BSV Rehden durch. Idabdelhay erzielt allein vier Tore beim 6:1-Erfolg.
Im nächsten Heimspiel trifft der VfL auf den Tabellenführer Jahn Regensburg. Kaum hat das Spiel begonnen, liegt der VfL schon hinten. Die Defensive befindet sich gedanklich offensichtlich noch in der Kabine, was Laurito eiskalt ausnutzt. Der VfL wirkt geschockt und findet in der ersten Hälfte keine Mittel, um die Gäste seinerseits in die Bredouille zu bringen. Erst ab der 60. Minute, ausgelöst durch eine vergebene Torchance von Gardawski, ändert sich dies. Der VfL drängt nun spürbar auf den Ausgleich, lässt aber die spielerischen Mittel, die nötig wären, um die kompakte Gäste-Abwehr zu überwinden, schmerzlich vermissen. Nach dem Abpfiff ist somit der Fehlstart in die Liga perfekt, was sich auch an vereinzelten Pfiffen der Zuschauer ablesen lässt.
Am 5. Spieltag reist der VfL zu Rot-Weiß Erfurt. Die Rot-Weißen haben bislang zu Hause kein Gegentor kassiert und treten dementsprechend selbstbewusst auf. Keeper Riemann muss mehrere Male einen Rückstand verhindern, unter anderem gegen den bei den Osnabrückern noch gut bekannten Gateano Manno. Doch auch der VfL hat Chancen. Kapitän Costa köpft nur knapp am Kasten vorbei, und kurz vor dem Halbzeitpfiff erzielt Fischer sogar ein Tor, welches aber - durchaus umstritten - nicht gegeben wird. In der zweiten Hälfte übersteht der VfL einige gefährliche Angriffsbemühungen der Heimmannschaft, präsentiert sich in der Abwehr aber größtenteils geschickt. Nach vorne geht nicht viel, mit etwas Glück hätte es aber dennoch zu einem Sieg reichen können, doch Keeper Rickert weis dies kurz vor Schluss gegen Kampl zu verhindern.
Wacker Burghausen heißt der nächste Gegner, den der VfL im heimischen Stadion begrüßt. Trainer Fuchs bietet überraschend Jan Tauer in der Startelf auf und gibt Kampl eine schöpferische Pause. Der nicht geglückte Saisonstart wirkt sich auch auf die Zuschauerzahl aus, es sind bei diesem Spiel weniger als 8.000 Besucher im Stadion. Nach holprigem Start dürfen die anwesenden VfL-Anhänger jedoch den Führungstreffer ihrer Lila-Weißen bejubeln. Nach einer schönen Aktion von Idabdelhay kann Hansen per Abstauber verwandeln.
Die Burghausener kommen kaum ins Spiel, der VfL kontrolliert die Begegnung. Sieben Minuten nach dem Seitenwechsel dann allerdings das Tor aus dem Nichts: Nach einem Freistoß, den Riemann noch abwehren kann, kommt die Kugel zu Brucia, der sie locker versenkt. Danach sehen die Zuschauer eine chancenarme Partie, in der der VfL abermals den Zug zum Tor vermissen lässt. Der Platzverweis gegen Wacker-Spieler Grübl kurz vor Schluss ist nur noch Statistik. Die Osnabrücker warten seit dem zweiten Spieltag weiter auf einen Sieg und stehen nur zwei Punkte oberhalb der Abstiegszone.
Ein Freitagabendspiel steht dann beim FC Saarbrücken an, der bislang eine überzeugende Saison gespielt hat. Zur Halbzeit rechnen die mitgereisten Osnabrücker schon mit einem weiteren Rückschlag. Der VfL liegt durch einen Doppelpack von Sökler bereits 0:2 zurück. Doch nach der Halbzeit stemmt sich der VfL gegen die drohende Niederlage. Der zum ersten Mal von Beginn an spielende Hudec verkürzt zunächst per Kopf zum 1:2, bevor nur Minuten später Kampl nach einer wunderbaren Hereingabe von Latkowski den Ausgleich erzielt.
Doch der VfL will mehr. Er spielt jetzt klar überlegen und setzt die Hausherren massiv unter Druck. Erst in der Schlussphase gelingt es den Saarbrückern, selbst wieder etwas Gefahr auszustrahlen und sich vom Druck der Gäste zu befreien. Letztlich bleibt es bei einem gerechten 2:2-Unentschieden, das Latkowski auf Grund einer gelb-roten Karte (89. Minute) nur noch in der Kabine miterlebt.
Von: Stefan Litke
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