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Der Jahresrückblick: Mai 2011
24.12.11
Der Abstiegskampf ist das Thema Nummer eins beim VfL Osnabrück. Nachdem der SC Paderborn beim 1:0-Sieg über die Lila-Weißen eine Woche zuvor den Klassenerhalt feiern konnte, müssen die Osnabrücker am 33. Spieltag im VfL-Duell weiter zittern: Bochum als Aufstiegsanwärter gibt seine Visitenkarte in der osnatel ARENA ab.

Die Mannen aus dem Ruhrpott sind nicht zwingend besser, können aber am Ende einen 3:1-Sieg einfahren. Die Riesenchance zur Führung hat Sebastian Tyrala in der ersten Hälfte. Doch der Strafstoß nach einem Foul von Andreas Luthe an Flamur Kastrati segelt über das Tor. Drei Minuten später erzielt Giovanni Federico das 1:0 für die Gäste. Osnabrück kämpft und kommt in der 82. Minute hochverdient zum 1:1 durch das erste Profitor von Christian Pauli. Doch zum wiederholten Male in dieser Saison geht der VfL in der Nachspielzeit k.o.: Maltritz und Saglik schlagen mit ihren Treffern in der 91. und 93. Minute zu und nehmen die Punkte für Bochum aus der osnatel ARENA mit. Für die Ruhrpottler geht es später in die Relegation um den Aufstieg in die 1. Bundesliga, doch Gladbach ist für den blau-weißen VfL schließlich zu stark (0:1 und 1:1).
Die Chancen auf den Klassenerhalt sind mit 28 Punkten auf der Habenseite aber immer noch gegeben. Der VfL verweilt auf dem Relegationsplatz. Bei einem Sieg in Ingolstadt ist dieser auch sicher. Verliert der KSC allerdings zeitgleich sein Heimspiel gegen Union Berlin, ist sogar noch der direkte Klassenerhalt drin. Die Lila-Weißen machen in Bayern ihre Hausaufgaben und gewinnen mit 1:0. Es ist der erste Sieg des VfL unter dem Trainergespann Flottmann/Enochs und der erste Erfolg seit dem Heimspiel gegen Oberhausen im Februar. Das Tor des Tages erzielt Sebastian Tyrala in der 31. Minute. Insgesamt ein verdienter Sieg, doch Union Berlin kann dem VfL nicht helfen. Knapp verlieren die Eisernen mit 2:3 beim KSC. Die Baadener sind mit 33 Punkten gerettet, der VfL muss als Sechzehnter mit 31 Punkten in die Relegation gegen Dynamo Dresden.
Das erste Spiel steht in Dresden auf dem Programm. Beide Mannschaften agieren recht verhalten und neutralisieren sich, wobei Dresden mit der Zeit stärker wird. 0:0 heißt es zur Pause, doch in der 63. Minute fällt das erste Tor für einen Zweitligisten seit Einführung der Relegation zwischen 2. und 3. Liga. Nach einer Ecke segelt Jan Mauersberger am Ball vorbei, doch der Dresdener Lars Jungnickel markiert das 1:0 für den VfL mit einem Eigentor. Mit Wut im Bauch und angefeuert von den eigenen Fans drückt Dresden nun auf den Ausgleichstreffer. Schließlich ist es Robert Koch, der in der 76. Minute nach schöner Vorarbeit von Schahin und Esswein den Vorsprung der Niedersachsen egalisiert. Die Lila-Weißen erspielen sich aber eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel vier Tage später in der osnatel ARENA.
Ausverkauftes Haus in der osnatel ARENA und der VfL hat Glück, in der 21. Minute nicht in Rückstand zu geraten. Schahin bringt nicht genug Druck hinter den Schuss, und Nickenig kann den Ball noch von der Linie kratzen. Neue Hoffnung für die Lila-Weißen gibt es kurz vor der Pause. Nach einer Ecke trifft Mauersberger diesmal den Ball und köpft das 1:0 für die Gastgeber. Osnabrück ist nun spielerisch und kämpferisch stärker, doch in der Drangphase der Niedersachsen erzielt Christian Fiel mit einem abgefälschten Freistoß den Ausgleich. 1:1 – es geht in die Verlängerung.
Der VfL verliert die Spielführung und Dresden wird zunehmend besser. Der Drittligist schafft verdient in der 94. Minute das 2:1 durch Dani Schahin. In der 119. Minute kann Robert Koch einen Konter schließlich erfolgreich mit dem 3:1 abschließen. Der Dresdner Aufstieg steht fest, der VfL muss den bitteren Gang in Liga 3 antreten. Am Ende heißt es im addierten Ergebnis 4:2, zudem gibt es ausgerissene Wellenbrecher und Sitzschalen in der osnatel ARENA nach den Dresdner Feierlichkeiten.
Nur zwei Tage später durchsucht die Steuerfahndung die Geschäftsstelle des VfL – der Verein wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe. Im ganzen Trubel werden aber auch die Weichen für die Zukunft gestellt. Am 30. Mai verlängert der VfL den Vertrag mit osnatel als Namensgeber für das Stadion an der Bremer Brücke. Einen Tag später gibt der Verein bekannt, dass die Liquiditätsreserve für die 3. Liga steht und der VfL mit Uwe Fuchs als neuem Cheftrainer und Alexander Ukrow als Co-Trainer in die neue Saison gehen wird.
Von: Eike Hergemöller
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