|
Im Blickpunkt: 1. FC Heidenheim 05.03.10
Mit diesem Spitzenspiel hätte vor Saisonbeginn wohl kaum ein Fußballexperte gerechnet: Am Samstag empfängt der 1. FC Heidenheim als Tabellenzweiter der 3. Liga den VfL Osnabrück, der als Klassenprimus an die Brenz fährt.

Mit diesem Spitzenspiel hätte vor Saisonbeginn wohl kaum ein Fußballexperte gerechnet: Am Samstag empfängt der 1. FC Heidenheim als Tabellenzweiter der 3. Liga den VfL Osnabrück, der als Klassenprimus an die Brenz fährt.
Zwar hat Verfolger Ingolstadt noch zwei Nachholspiele zu absolvieren und so die Möglichkeit, im Erfolgsfall beide Konkurrenten zu überholen. Doch auch als Tabellendritter wäre das Team von Frank Schmidt die große Überraschung der laufenden Saison.
2008 gelang den Fußballern des ostwürttembergischen Vereins, die erst ein Jahr zuvor eine eigene Abteilung als "1. FC Heidenheim 1846" gegründet hatten, der Aufstieg in die Regionalliga. 2009 startete die Mannschaft in die 3. Liga durch und galt hier als krasser Außenseiter. "Für uns geht es jetzt nur um das nackte Überleben. Im Vergleich zu Vereinen wie Braunschweig, Offenbach oder Osnabrück haben wir sehr viel nachzuholen, das kann nur schrittweise geschehen", erklärte Trainer Schmidt vor einem guten halben Jahr im Gespräch mit dem VfL-Stadionmagazin "DRIN!".
Die 2:3-Niederlage in der osnatel ARENA, bei der die Gäste einen 2:0-Vosprung verspielten, schien Schmidt Recht zu geben, doch seine Mannschaft wollte sich mit der Rolle des Underdogs offenbar nicht dauerhaft abfinden. Der Pleite in Osnabrück folgten teilweise spektakuläre Siege gegen Burghausen (6:1), Unterhaching (2:0) oder Jena (3:1). Seit dem knappen 3:4 in Dresden am 28. November 2009 hat Heidenheim nun kein einziges Spiel mehr verloren und 19 von 21 möglichen Punkten eingefahren. Dank der Treffsicherheit der Stürmer Patrick Mayer und Andreas Spann (je neun Saisontore) stellt der FC nach Ingolstadt die torgefährlichste Mannschaft der Liga, kassierte allerdings auch deutlich mehr Gegentreffer (35) als die Konkurrenz aus Osnabrück (23), Ingolstadt (27) oder Offenbach (26).
Doch wenn Spiele trotzdem gewonnen werden, ist diese Statistik Makulatur, und so denken nach der Erfolgsserie der letzten Monate nun sogar die bescheidenen Heidenheimer darüber nach, ihre Saisonziele zu korrigieren. "Wenn wir die 45 Punkte haben, die wir zum Klassenerhalt brauchen, dann werden wir weiter versuchen, unsere Spiele zu gewinnen. Mal sehen, wo wir dann am Ende stehen - im Zweifelsfall feiern wir halt noch einen Aufstieg", erklärte Manager Holger Sanwald dem "kicker" Mitte Februar.
Das Heimspiel gegen den VfL spielt dabei sicher eine wichtige Rolle, doch anschließend sind immer noch 12 Partien zu absolvieren. Der Blick auf das umfangreiche "Restprogramm" legt die Vermutung nahe, dass zwischen dem 30. März und dem dritten April-Wochenende entschieden werden könnte, wohin der Weg der Heidenheimer führt. Dann trifft der FC hintereinander auf Eintracht Braunschweig (H), Werder Bremen II (A), Kickers Offenbach (H), Ingolstadt 04 (A) und die SpVgg Unterhaching (H).
Von: Thorsten Stegemann
|