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Im Blickpunkt: 1. FC Kaiserslautern 13.08.10
In der vergangenen Saison warf der VfL Hansa Rostock, den Hamburger SV und Borussia Dortmund aus dem DFB-Pokal, ehe der Siegeszug der Lila-Weißen im Viertelfinale von Schalke 04 gestoppt wurde. 2010/11 treffen die Lila-Weißen schon in Runde 1 auf einen Bundesligisten, der neben zwei Pokalsiegen vier Deutsche Meisterschaften vorzuweisen hat.

Der 1. FC Kaiserslautern geht optimistisch in die neue Spielzeit und will mit dem Erreichen der 2. Runde schon vor der ersten Bundesliga-Partie ein Zeichen setzen. Doch im Pokal ist bekanntlich alles möglich - und wenn das Spiel dann noch an einem Freitagabend in der osnatel ARENA stattfindet und der Kalender zu allem Überfluss die Zahl 13 anzeigt ...
Zurück in die Erfolgsspur
Nachdem Marco Kurz im Sommer 2009 zum Cheftrainer der Roten Teufel ernannt wurde, hielt sich die Begeisterung der Lauterer Fans in Grenzen. In Fachkreisen galt der ebenso ruhige wie ambitionierte Übungsleiter allerdings schon seit Jahren als kluger Taktiker, guter Motivator und aussichtsreicher Anwärter für höhere Aufgaben. Nach nur einem Jahr zahlte Kurz den Vertrauensvorschuss des Lauterer Präsidiums zurück. Seine Mannschaft überzeugte durch Teamgeist, Spielwitz und Einsatzbereitschaft, düpierte eine Reihe stärker eingeschätzter Konkurrenten und stieg am Ende als souveräner Tabellenführer in die Bundesliga auf. In 34 Spielen kassierten die Pfälzer nur 28 Gegentore, stellten die mit Abstand beste Defensivabteilung, aber auch den drittbesten Angriff der Liga. Erik Jendrisek erzielte allein 15 der insgesamt 56 Treffer, Mittelfeldmann Sidney Sam war zehnmal erfolgreich. Dabei mussten sich die Roten Teufel nicht einmal auf ihre traditionelle Heimstärke verlassen. 2009/10 lief es auch und vor allem auf fremden Plätzen, wo 9 von 17 Spielen gewonnen und stolze 32 Punkte eingefahren werden konnten.
Rote Teufel in Nahaufnahme
Der Verlauf der neuen Saison, in der die Kapitäne Martin Amedick und Srdjan Lakic erneut das eigenwillige, aber erprobte "Zwei-Spielführer-Modell" umsetzen sollen, wird vermutlich ganz wesentlich davon abhängen, ob es Marco Kurz geling, den Verlust von Erik Jendrisek (Schalke 04) und Sidney Sam (Bayer Leverkusen) zu kompensieren. Neben den beiden Leistungsträgern verließ ein halbes Dutzend Spieler den Verein, an deren Stelle nun Christian Tiffert (MSV Duisburg), Oliver Kirch (Arminia Bielefeld), Chadli Amri (Mainz 05), Leon Jessen (FC Midtjylland), Jan Simunek (VfL Wolfsburg), Jan Moravek (Schalke 04), Ilian Micanski (Zaglebie Lubin), Stiven Rivic (Energie Cottbus), Erwin Hoffer (SSC Neapel), Ivo Ilicevic (VfL Bochum), Thanos Petsos (Bayer Leverkusen) und Nachwuchshoffnung Alan Stulin (FCK II) das Trikot des FCK tragen. Der umtriebige Mittelfeldakteur Christian Tiffert bringt die Erfahrung von über 200 Erst- und Zweitligaspielen mit auf den Betzenberg. Der 28-jährige Hallenser stand von 2000 bis 2006 beim VfB Stuttgart unter Vertrag und kam über Red Bull Salzburg zum MSV Duisburg, wo er in der letzten Saison einen der kuriosesten Treffer der Zweitligageschichte erzielte. Sein Lattentreffer sprang im Spiel gegen den FSV Frankfurt weit vor der Linie auf, doch Schiedsrichter Marco Fritz erkannte trotzdem auf Tor für die Hausherren, die zu diesem Zeitpunkt allerdings schon 4:0 in Front lagen. Tiffert weiß, dass sein neuer Verein und die zahlreichen Fans viel von ihm erwarten, gibt sich mit Blick auf die designierte Führungsrolle aber bescheiden: "Ich bin keiner, der hier hinkommt und sagt: Ich habe so-und-so viel Spiele, ich werde jetzt hier ne Leitfigur. Das muss sich entwickeln, das ist nichts, was man aufs Papier schreibt und dann ist das so. (...) Letztlich hat zum Beispiel die Rolle des Führungsspielers nichts mit Erfahrung zu tun, sondern mit Leistung", erklärte er im Interview mit "www.fck.de".
Von Großrosseln bis Liverpool
Der 1. FC Kaiserslautern startete mit einem satten 15:0 in die Vorbereitung auf die neue Spielzeit. Die Vorderpfalzauswahl hatte beim "Fanspiel" nie eine Chance gegen den Bundesligisten, dem der saarländische Verbandsligist SC Großrosseln (1:7) und der Südwest-Oberligist SC Hauenstein (1:6) deutlich mehr abverlangten. Gegen den ehemaligen Ligakonkurrenten FSV Frankfurt gewannen die Roten Teufel durch Tore von Ilian Micanski und Srdjan Lakic mit 2:0. Anschließend standen Leistungsvergleiche mit international namhaften Gegnern auf dem Testspielprogramm. Gegen den französischen Zweitligisten FC Metz (0:0), den 18-fachen englischen Meister FC Liverpool (1:0), den französischen Spitzenklub AJ Auxerre (3:1) und den in der Scottish Premier League beheimateten FC Aberdeen (2:0) hinterließen die Pfälzer einen durchweg überzeugenden Eindruck. In der gesamten Saisonvorbereitung ging kein einziges Testspiel verloren.
Den kompletten Vorbericht mit weiteren Hintergrundinformationen, Spielerporträts und einer kleinen VfL-FCK-Historie können Sie ab Freitag in der neuen "DRIN!" lesen.
Von: Thorsten Stegemann
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