1. Sandhausen 15 66
2. Aalen 8 64
3. Regensburg 15 61
4. Heidenheim 12 60
5. Erfurt 9 57
6. Burghausen 8 57
7. VfL 11 55
8. Offenbach 7 55
9. Chemnitz 4 55
10. Saarbrücken 10 54
11. Stuttgart II -3 50
12. Münster -4 50
13. Bielefeld -6 50
14. Darmstadt 4 49
15. Unterhaching 4 44
16. Wehen -8 44
17. Babelsberg -15 44
18. Oberhausen -10 39
19. Jena -20 39
20. Bremen II -41 22
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Im Blickpunkt: 1860 München
21.01.11

Zum ersten Heimspiel des neuen Jahres empfängt der VfL Osnabrückheute Abend (Anstoß: 18.00 Uhr) den TSV 1860 München. Trotz guter Leistungen haben die Sechzger in dieser Saison wenig Anlass zur Freude, denn die gravierenden finanziellen Probleme überschatten die sportliche Bilanz. Am 19. Oktober 2010 wurden dem Traditionsverein bereits zwei Punkte wegen unzureichender Angaben im Lizenzierungsverfahren abgezogen, und ein Ende der Krise ist noch nicht in Sicht.


Zeit für Realisten

Dieter Schneider ist Realist. „Es bleibt eng für die nächsten zweieinhalb Jahre“, gab der Vizepräsident und „Sanierungsbeauftragte“ schon vor dem ominösen 13. Januar zu bedenken, an dem die Münchner Löwen der DFL einen Liquiditätsnachweis über 5,3 Millionen Euro liefern sollten. Der Spielbetrieb ist nun erst einmal gesichert, doch die Finanzkrise des Traditionsvereins, die Mitarbeitern den Job oder 10 Prozent ihres Gehalts kostete und die deutliche Verkleinerung des 29-köpfigen Kaders erzwang, wird tatsächlich nicht von heute auf morgen zu bewältigen sein. Robert Schäfer, der neue Geschäftsführer des Profispielbetriebs, wollte schon im Dezember festgestellt wissen, dass der Klub in der 2. Bundesliga „fünf Jahre lang massiv über seine Verhältnisse“ gelebt habe.
Nun muss ebenso massiv gespart werden. Selbst bei Rückflügen von Auswärtsspielen und den „Mietpflanzen“, die an der Grünwalder Straße nach einem Bericht des Fachmagazins „kicker“ rund 15.000 Euro kosteten. Der Großteil der Rettungssumme soll allerdings durch Stundungen, Verlängerungen der Kreditlinien und die auch in dieser Situation wieder hilfsbereiten Nachbarn vom FC Bayern zusammengekommen sein.
Überdies hat der frühere Löwen-Trainer Ewald Lienen Eke Uzoma und Sandro Kaiser vorübergehend nach Bielefeld geholt – und Hoffenheim Stürmer Kevin Volland gekauft, um ihn gleich wieder an 1860 auszuleihen.
Den von der Presse zum "Großverdiener" erklärten, aber selten eingesetzten Kenny Cooper zieht es zu den Portland Timbers (USA), und Moritz Leitner spielt plötzlich für den FC Augsburg. Der 18-jährige Mittelfeldmann, der 14 Jahre lang im Löwen-Dress aufgelaufen war, hatte sich für einen Wechsel zu Borussia Dortmund entschieden, sollte in der 2. Saisonhälfte aber noch einmal an die Löwen ausgeliehen werden.

Löwen in Nahaufnahme

Die Integrations- und Kultfigur des Teams steht zwischen den Pfosten. Gabor Király kam 2009 an die Isar, nachdem er 198 Bundesligaspiele für Hertha BSC Berlin und einige Dutzend Einsätze in der englischen Premier League bestritten hatte. Bei 1860 verpasste er bislang nur ein einziges Ligaspiel und sicherte sich in der Hinrunde sogar einen Assist. Im Heimspiel gegen den Karlsruher SC wurde aus seinem Abschlag eine Steilvorlage für Benjamin Lauth, der in der 40. Minute das 1:0 erzielte.
Lange Zeit hütete Király auch das Tor der ungarischen Nationalmannschaft, in die er 2009 nach einer dreijährigen Pause wieder zurückkehrte. Folgerichtig wurde der Keeper von ungarischen Spielern und Trainern im vergangenen Oktober zum besten Torhüter Ungarns der Jahre 2000 bis 2010 gewählt. Der 34-jährige erhielt knapp die Hälfte der 800 abgegebenen Stimmen.
Welchen Verlauf die Karriere von Daniel Bierofka genommen hätte, wenn er von Verletzungen verschont geblieben wäre, lässt sich nur mutmaßen. Der hoch veranlagte Mittelfeldstratege schaffte bei den Münchner Löwen den Durchbruch, debütierte 2002 in der Deutschen Nationalmannschaft und wechselte im selben Jahr zu Bayer Leverkusen. Hier erlitt er einen Bandscheibenvorfall, der ihn drei Monate außer Gefecht setzte. Beim VfB Stuttgart, mit dem Bierofka Deutscher Meister wurde, zog er sich einen komplizierten Knöchelbruch zu, und nach seiner Rückkehr zu 1860 war es erneut die Bandscheibe, die ihn zwang, weit über ein Jahr zu pausieren. Seit Saisonbeginn ist Bierofka wieder mit von der Partie. Zum Ende der Hinrunde wirkte er etwas müde, doch für 2011 hat sich der 31-jährige offenbar einiges vorgenommen. "Er sprüht vor Energie", sagt Cheftrainer Maurer über den Kapitän der Löwen, der seinen Vertrag – zu reduzierten Bezügen – gerade bis 2013 verlängert hat, gegen den VfL nach seiner fünften gelben Karte aber nur zuschauen kann.
Auch Stürmer Djordje Rakic, der im Hinspiel gleich zweimal traf, wird am Freitagabend nicht für die Gäste spielen können. Gleiches gilt für Abwehrmann Kai Bülow, der am vergangenen Samstag die rote Karte sah.
Benjamin Lauths Karriere verlief verblüffend ähnlich wie die Laufbahn seines Mannschaftskollegen Bierofka - nur die schweren Verletzungen blieben dem Stürmer erfreulicherweise erspart. Auch Lauth lief bei den Sechzgern zu großer Form auf und kehrte 2008 nach mehr oder weniger erfolgreichen Stippvisiten in Hamburg, Stuttgart (wo er ebenfalls Deutscher Meister wurde) und Hannover in die alte Heimat zurück. Fast überflüssig zu erwähnen, dass er 2002, allerdings in einem Benefizspiel, erstmals das Trikot der Deutschen Nationalmannschaft trug.
Mit neun Treffern ist Benny Lauth in der laufenden Spielzeit einmal mehr der gefährlichste Torschütze seines Teams. Die Marke vom Vorjahr (6) hat er damit schon übertroffen, und vielleicht ist sogar noch mehr drin. In der erfolgreichsten Saison seiner bisherigen Karriere (2008/09) erzielte Lauth 15 Treffer.

Den kompletten Vorbericht können Sie heute in der neuen „DRIN!“ lesen.


Von: Thorsten Stegemann




 

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