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Im Blickpunkt: 1860 München 28.08.10
Am Sonntag steht für die Lila-Weißen das erste Auswärtsspiel in der neuen Saison auf dem Programm. Der weite Weg führt die Osnabrücker in die Münchner Allianz-Arena, die Partie gegen 1860 München wird um 13.30 Uhr angepfiffen.

Mitte Juli verurteilte das Landgericht München I den Traditionsverein zu einer Zahlung von 542.344 Euro an die vom Stadtrivalen FC Bayern geführte Stadion GmbH. Die "Löwen" verzichteten später auf eine Berufung im sogenannten "Catering-Prozess", auch um die Atmosphäre nicht weiter zu belasten. "Wir wollen ein vernünftiges Kooperationsniveau finden. Das geht nicht, wenn wir einen Rechtsstreit haben", erklärte Präsident Rainer Beeck. Die finanzielle Belastung bleibt den "Blauen" somit erhalten. Jahr für Jahr kostet die Mitnutzung des WM-Stadions rund fünf Millionen Euro.
Folgerichtig sah schon der ehemalige 1860-Trainer Ewald Lienen keine realistische Chance, mit einem eingespielten Kader über mehrere Jahre arbeiten zu können. "Wir müssen Spieler verkaufen. Wenn kein Geld da ist, ist das die einzige Lösung, oder nicht?", lautete Lienens rhetorische Frage im April, und tatsächlich tragen mittlerweile einige Spieler der Saison 2009/10 nicht mehr das Trikot der "Löwen" oder wurden wenigstens durch die Presse über Wochen mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht.
Die anhaltende Unruhe scheint den Verein allerdings weniger irritiert zu haben als viele Beobachter. Lienen, Sportdirektor Miroslav Stevic und dem neuen Trainer Reiner Maurer, der sich bereits von Dezember 2004 bis Januar 2006 um die Geschicke der "Löwen" kümmerte (und eine durchaus beachtliche Bilanz vorzuweisen hatte, als ihm der damalige Präsident Karl Auer den Laufpass gab) gelangen einige Transfercoups. So wechselten potenzielle Leistungsträger wie Benjamin Schwarz (Unterhaching), Daniel Halfar (Bielefeld) oder Kai Bülow (Hansa Rostock) zu den "Sechzigern".
Außerdem arbeitet die Talentschmiede der "Löwen" weiter auf Hochtouren. Der A-Jugendliche Moritz Leitner (17), der seit 12 Jahren für 1860 spielt, scheint auf dem besten Weg zum Stammspieler und Leistungsträger zu sein. Das Fachmagazin "kicker" attestiert dem jungen Mittelfeldstrategen schon jetzt eine "starke Technik, Spielintelligenz und eine nicht lernbare, natürliche Kaltschnäuzigkeit".
Im DFB-Pokal zahlten sich die konzeptionellen Überlegungen bereits aus, als der viel umworbene Stefan Aigner beim Regionalligisten SC Verl mit zwei Treffern zum Matchwinner wurde. Im ersten Ligaspiel beim VfL Bochum machte Aigner wieder eine gute Figur, überließ das Toreschießen aber den Kollegen Rakic und Lauth. Bochum setzte Chong Tese dagegen, der sich zweimal in die Torschützenliste eintrug. Außerdem war Federico für den VfL erfolgreich, so dass die Gastgeber am Ende knapp die Nase vorn hatten.
In den vergangenen 30 Jahren verzeichnet die Statistik sechs Zweitligaspiele zwischen 1860 München und dem VfL Osnabrück, und die Bilanz ist bislang ausgeglichen. Beide Vereine feierten je einen Sieg, trennten sich aber auch viermal unentschieden. In München konnten die Lila-Weißen nie gewinnen, mussten aber auch nie als Verlierer das Feld verlassen. Seit 1982/82 endeten alle drei Leistungsvergleiche im Süden der Republik 1:1. Vielleicht nicht das schlechteste Omen ...
Von: Thorsten Stegemann
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