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Im Blickpunkt: Arminia Bielefeld 12.11.10
Zusätzliche Brisanz haben die Duelle zwischen Arminia Bielefeld und dem VfL Osnabrück eigentlich nicht nötig. Doch an diesem 12. Spieltag geht es für beide Mannschaften um wichtige Punkte, die richtungweisend für die nächsten Wochen sein könnten.

Dabei stellt sich die aktuelle Situation für die Gastgeber noch deutlich prekärer dar. Die Arminen konnten von den bisherigen elf Ligaspielen nur ein einziges gewinnen (1:0 zuhause gegen Ingolstadt). Die Partie bei 1860 endete 0:0 unentschieden, die anderen neun Spiele gingen verloren. Mit vier Punkten ist der langjährige Bundesligist Schlusslicht der 2. Bundesliga. Nach dem 11. Spieltag hatte nur Düsseldorf weniger Tore erzielt, und lediglich Karlsruhe bekam noch mehr Gegentreffer eingeschenkt als die Ostwestfalen.
Cheftrainer Christian Ziege musste nach dem 0:3 in Augsburg, bei dem sich Abwehrmann Nils Fischer zu allem Überfluss auch noch einen Riss des vorderen Kreuzbandes und des Innenbandes zuzog, seinen Stuhl räumen und wurde kurzfristig durch Routinier Ewald Lienen ersetzt. Der 56-jährige spielte in den 70ern und 80ern selbst fünf Jahre für Arminia Bielefeld und trainierte unter anderem den MSV Duisburg, Borussia Mönchengladbach, Hannover 96 und 1860 München. Zuletzt stand er bei Olympiakos Piräus unter Vertrag.
"Das ist keine Allerwelts-Situation für mich und eine Riesen-Herausforderung, die man nicht bei jedem Verein annehmen würde", erklärte Lienen bei seiner Vorstellung. Eine klare Zielvorgabe für die nächsten Wochen wollte er nicht geben, 15 Punkte bis zur Winterpause wären "aber natürlich ein Traum". Nach der Partie gegen den VfL spielt Lienens neue Mannschaft noch gegen Oberhausen (A), Düsseldorf (H), Greuther Fürth (H), Karlsruhe (A) und Aachen (H).
Wie realistisch der "Traum" des neuen Trainers ist, wird sich bis Weihnachten zeigen. Aber wann, wenn nicht in diesen sechs Spielen, in denen die Arminia viermal zuhause antreten kann, soll die Kehrtwende gelingen? Andererseits brauchen der VfL, Düsseldorf, Karlsruhe und neuerdings auch wieder Oberhausen ebenfalls jeden Punkt, um sich vom Tabellenende zu distanzieren, und in Fürth und Aachen besteht mit Blick auf die Tabellenspitze wohl ebenfalls erhöhter Bedarf.
Vier Siege, zehn Unentschieden, acht Niederlagen die Bilanz der 22 Pflichtspiele, die seit der Aufstiegsrunde 1969/70 ausgetragen wurden, spricht recht eindeutig für die Ostwestfalen. Auf der Alm konnte der VfL nur einmal, am 8. November 1986 (3:2), gewinnen, musste dafür aber einige Tiefschläge einstecken wie etwa beim desaströsen 0:5 am 12. Dezember 2003. Doch sind solche Statistiken nicht eigentlich dazu da, immer wieder korrigiert zu werden? Am Samstag, wenn viele tausend Fans die Lila-Weißen nach Bielefeld begleiten, werden die Karten jedenfalls neu gemischt.
VfL-Lauschangriff, das Liveradio der Lila-Weißen, geht ab ca. 12.30 Uhr auf Sendung:
http://www.vfl.de/liveradio/
Von: Thorsten Stegemann
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