1. Sandhausen 15 66
2. Aalen 8 64
3. Regensburg 15 61
4. Heidenheim 12 60
5. Erfurt 9 57
6. Burghausen 8 57
7. VfL 11 55
8. Offenbach 7 55
9. Chemnitz 4 55
10. Saarbrücken 10 54
11. Stuttgart II -3 50
12. Münster -4 50
13. Bielefeld -6 50
14. Darmstadt 4 49
15. Unterhaching 4 44
16. Wehen -8 44
17. Babelsberg -15 44
18. Oberhausen -10 39
19. Jena -20 39
20. Bremen II -41 22
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Im Blickpunkt: Chemnitzer FC
30.09.11

Nach den Spielen gegen Darmstadt und Münster trifft der VfL Osnabrück am Samstag auf den dritten Regionalliga-Aufsteiger. Die Partie gegen den Chemnitzer FC wird um 14.00 Uhr angepfiffen.


Aufsteiger

Der Traditionsverein aus Sachsen war in der Regionalliga Nord das Maß aller Dinge. Chemnitz schoss die meisten Tore (82) und kassierte die wenigsten Gegentreffer (23), stellte die beste Heim- und die beste Auswärtsmannschaft und hatte mit Benjamin Förster überdies den erfolgreichsten Goalgetter (25) aller Regionalligen in seinen Reihen.
Mit Chris Löwe und Ronny Garbuschewski bildete Förster ein brandgefährliches Angriffstrio, doch nach dem Aufstieg zog es Löwe zum Deutschen Meister Borussia Dortmund.  
Gerd Schädlich musste sich etwas einfallen lassen und reagierte wie so oft umsichtig und gelassen. Das Trainer-Urgestein holte eine Mischung aus talentierten Nachwuchskickern und gestandenen Zweit- und Drittligafußballern wie Florian Hörnig (Jahn Regensburg), Fabian Stenzel (FC Rot-Weiß Erfurt) oder Toni Wachsmuth (SC Paderborn 07)
nach Sachsen. Zusammen mit dem Stamm der Regionalligamannschaft sollten sie allemal in der Lage sein, den CFC in der Klasse zu halten.
Nach fünf Jahren in der viertklassigen Ober- bzw. Regionalliga plant der DDR-Meister von 1967 mit einem 4,1-Millionen-Etat. „Der Aufstieg war für den Verein überlebenswichtig. Jetzt wollen wir den Profifußball in Chemnitz salonfähig machen“, versprach Präsident Mathias Hänel nach der Rückkehr in die dritthöchste Spielklasse.
Dazu werden Millioneninvestitionen in die Infrastruktur gebraucht, vor allem in den Neubau des altehrwürdigen Stadions an der Gellerstraße. Am 5. Oktober 2011 wird der Stadtrat, der sich in dieser Frage zuletzt auch innerhalb der Fraktionen nicht einigen konnte, einen Grundsatzbeschluss fassen. Die Kosten für das ehrgeizige Projekt werden auf 23 Millionen Euro beziffert, Hauptmieter könnte die Stadt sein, die dann allerdings 20 Jahre lang zwei Millionen Euro pro Jahr aufbringen müsste.
Der CFC wäre für die Betriebskosten zuständig, eine Beteiligung an der Gesamtfinanzierung stände wohl erst nach einem weiteren Aufstieg zur Debatte.

Torgefährliches Mittelfeld

Goalgetter Benjamin Förster wurde am 14. November 1989 geboren – als Chemnitz so gerade noch Karl-Marx-Stadt hieß – und lernte das Fußballspielen beim Stadtteilklub SG Handwerk Rabenstein. Seit Mitte der 90er trägt er mit einer kurzen Unterbrechung das Trikot der Himmelblauen. Im Frühjahr wurde Förster fleißig umworben, verzichtete aber auf die Aktivierung seiner Ausstiegsklausel. Noch fehlt die Torgefährlichkeit des vergangenen Jahres, doch der Stürmer weiß mit Durstrecken umzugehen. Eine Rückenverletzung zwang ihn vor drei Jahren zu einer neunmonatigen Pause, ehe Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt einen Beckenschiefstand diagnostizierte und dem Chemnitzer wieder auf die Beine half.
Försters Konkurrent oder Sturmpartner Bastian Henning kam in der Sommerpause vom ehemaligen Ligakonkurrenten VfB Lübeck, für den er 2010/11 beachtliche 16 Treffer in 29 Partien erzielt hatte. Auch 2008/09 (11 Tore) und 2009/10 (8 Tore) konnte sich Hennings Torausbeute bereits sehen lassen, doch bei seinem neuen Verein zog er sich eine Oberschenkelverletzung zu und kam bislang erst dreimal zum Einsatz.
Auch die beiden anderen Stürmer feierten in elf Spielen nur seltene Erfolgserlebnisse. Der mittlerweile 35-jährige Pavel Dobry und Selim Aydemir, Neuzugang vom Halleschen FC, trafen je einmal für die Himmelblauen.
Für sie sprangen die nominellen Mittelfeldakteure Ronny Garbuschewski und Marcel Wilke in die Bresche und sorgten bis dato für je vier Treffer. Der 1986 in Bramsche geborene Simon Tüting konnte sich zweimal in die Torschützenliste eintragen. Er zählte beim VfL Osnabrück zu den Leistungsträgern der 2. Mannschaft, kam 2006/07 aber auch zu acht Einsätzen im damaligen Regionalliga-Team. Tüting gehört in dieser Saison zum Stammpersonal der Himmelblauen, die mit dem zwischenzeitlich verletzten René Trehkopf einen weiteren Ex-VfLer in ihren Reihen haben. Trehkopf kam in Osnabrück allerdings zu keinem Punktspieleinsatz.
Die mit Abstand schwersten gesundheitlichen Probleme betrafen in der noch jungen Saison Andreas Richter. Der Mannschaftskapitän erlitt im Training einen Herzinfarkt und musste in ein künstliches Koma versetzt werden. Mittlerweile ist der 34-jährige allerdings wieder auf dem Weg der Besserung.

Serie nach Startschwierigkeiten

„Die Tabelle lügt nicht“, knurrte Cheftrainer Gerd Schädlich, als seine Mannschaft nach dem 6. Spieltag erst vier Punkte geholt, dafür aber 12 Gegentore kassiert hatte. Seitdem ging es mit dem CFC steil bergauf, auch wenn die Defensive noch immer die anfälligste in der oberen Tabellenhälfte ist. Trotzdem fuhren die Sachsen gegen Oberhausen, Jena und Babelsberg drei Siege in Folge ein. Die beiden letzten Spiele gegen die Nachwuchsmannschaften aus Bremen und Stuttgart bescherten ihnen weitere vier Punkte.
Die letzte Niederlage der Chemnitzer datiert somit vom 20. August 2011.

Lila-Weiß gegen Hellblau-Weiß

Sechs Siege, drei Unentschieden, drei Niederlagen – die Bilanz des VfL gegen den Chemnitzer FC kann sich durchaus sehen lassen. Allerdings waren die Lila-Weißen – entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit – an der Gellertstraße bislang erfolgreicher als im eigenen Stadion. Vier Siege wurden in Sachsen gefeiert, in Osnabrück gingen zwei Spiele an die Himmelblauen.
Das letzte Aufeinandertreffen liegt bereits mehr als fünf Jahre zurück. Am 28. März 2006 brachte Robin Lenk den CFC in der osnatel ARENA früh in Führung. Schon in der 11. Minute erzielte Markus Feldhoff per Elfmeter den  Ausgleich. Tommy Reichenberger sorgte eine Viertelstunde vor dem Abschluss für die Entscheidung zugunsten des VfL.
Zwei Spiele tauchen in dieser Ligastatistik nicht auf, doch sie waren folgenreich für die unmittelbare Zukunft beider Vereine. Im Sommer 1999 trafen sich der VfL Osnabrück und der Chemnitzer FC als Meister ihrer jeweiligen Ligen zum Relegationsduell um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die Lila-Weißen gewannen das Hinspiel durch einen Elfmeter von Martin Przondziono mit 1:0 und weckten damit große Erwartungen. Der VfL „hat die Klinke zur Tür der 2. Bundesliga fest in der Hand“, schrieb die Neue Osnabrücker Zeitung am nächsten Tag. Doch er ließ sie wieder los.
Das Rückspiel in Chemnitz gewannen die Sachsen mit 2:0. In der anschließenden Trostrunde bezwangen die Osnabrücker zwar Eintracht Trier (3:2), verloren aber das entscheidende Spiel gegen Kickers Offenbach (1:2) und blieben so (noch ein Jahr) in der dritthöchsten deutschen Spielklasse.


Von: Thorsten Stegemann




 

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