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Im Blickpunkt: Dynamo Dresden
26.02.10

Nach dem Gastspiel der Lila-Weißen in Thüringen steht am Samstag erneut das Duell zweier Traditionsvereine auf dem Terminplan der 3. Liga. Um 14.00 Uhr empfängt der VfL Osnabrück die SG Dynamo Dresden.


Am 15. September 2009 wurde in der sächsischen Landeshauptstadt ausgiebig gefeiert. Über 32.000 Fans strömten in das neue Rudolf Harbig -Stadion, um das Freundschaftsspiel gegen den Bundesligisten Schalke 04 mitzuerleben. Dass die Knappen am Ende mit 2:1 gewannen, konnte die gute Stimmung nicht trüben, denn viele Besucher sahen in dem glitzernden Fußballtempel auch ein Versprechen. Von hier aus sollte es mit dem einstigen DDR-Meister, Pokalsieger und Europapokalteilnehmer wieder bergauf gehen - mindestens in die 2. Bundesliga und irgendwann - so wie in den frühen 90er Jahren - auch noch ein Stückchen darüber hinaus.

Kein halbes Jahr später schlugen Dynamo-Präsident Hauke Haensel und Hauptgeschäftsführer Stefan Bohne Alarm. Die Mietkosten für das Stadion, die derzeit knapp 1,3 Millionen Euro, ab der kommenden Saison aber 2,1 Millionen Euro betragen sollen, würden die finanziellen Möglichkeiten des Mieters bei weitem übersteigen. Das sei "ein klarer struktureller Nachteil" in der 3. Liga und "gefährde die Existenz des Vereins", meinten Haensel und Bohne. Wenn der DFB den Sachsen die Lizenz aufgrund dieser Etatlücke verweigere, dann gäbe es Dynamo nicht mehr, stellte der Hauptgeschäftsführer unmissverständlich fest.

Seitdem wird intensiv mit der Stadt verhandelt, denn die Lizenzunterlagen müssen mit allen Informationen zur Stadionnutzung am 1. März beim DFB eingereicht werden. Die Dresdner sind damit erneut gezwungen, sich um mehrere Probleme gleichzeitig zu kümmern. Neben den wirtschaftlichen Schwierigkeiten schwebt die Androhung des DFB im Raum, den Verein im Falle weiterer Fan- Ausschreitungen mit einer Platzsperre zu belegen oder Spiele gleich unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen zu lassen.

Und dann ist da noch die sportliche Situation. Sie stellt sich seit der Amtsübernahme von Matthias Maucksch zwar wieder positiver dar, doch von Entwarnung kann noch längst keine Rede sein. Dynamo hat weiterhin engen Kontakt zu den Abstiegsplätzen der 3. Liga, wäre ohne den Wintereinbruch allerdings in der wenigstens psychologisch komfortablen Situation gewesen, sieben der 12 verbleibenden Partien nach dem Gastspiel in Osnabrück im eigenen Stadion austragen zu können. Nun stehen zusätzlich noch die Nachholspiele in Sandhausen und Aue auf dem Programm.
Trotzdem: Wenn man sich keine anhaltende Schwächephase leistet, (wie zu Saisonbeginn, als die Mannschaft des damaligen Cheftrainers Ruud Kaiser nur zwei von acht Partien gewann), sollte der Klassenerhalt allemal realisiert werden können.

Die Sachsen hoffen dabei nicht zuletzt auf die Treffsicherheit von Halil Savran, der bislang rund ein Drittel zur insgesamt eher mageren Torausbeute beisteuerte. Der 24-jährige wurde von einer großen Boulevardzeitung bereits im Sommer 2008 zum "Wunder-Stürmer" ausgerufen, nachdem er in Diensten von Tennis Borussia Berlin Torschützenkönig der Oberliga Nordost geworden war. Savran erzielte seinerzeit phänomenale 32 Tore in 27 Spielen, bekam aber nur 29 angerechnet, weil sich Ligakonkurrent Yeşilyurt, der drei Treffer des schnellen Angreifers kassiert hatte, vom Spielbetrieb abmelden musste. Auch bei Dynamo stellte der in Wiesbaden geborene Deutsch-Türke, der zuvor für die Reinickendorfer Füchse und den SV Lichtenberg 47 spielte, seine Klasse immer wieder unter Beweis. Gleich in der ersten Drittliga-Saison gelangen ihm 14 Tore in 34 Einsätzen.

Auch wenn Statistiken wenig über die aktuell anstehende Partie aussagen - der Direktvergleich zwischen Dresden und Osnabrück spricht eindeutig für die Niedersachsen. Der VfL verlor kein einziges der fünf vorangegangenen Spiele.

Den kompletten Vorbericht können Sie ab sofort in der neuen "DRIN!" lesen.

 


Von: Thorsten Stegemann


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