|
Im Blickpunkt: Eintracht Braunschweig 11.12.09
Im letzten Heimspiel des Jahres 2009 trifft der VfL Osnabrück zum dritten Mal in der laufenden Saison auf Eintracht Braunschweig. Nach dem Sieg der Braunschweiger zum Auftakt der neuen Spielzeit (1:0) und dem Erfolg des VfL im NFV-Pokal (5:3 n.E.) freuen sich die Fans am Samstagnachmittag (Anpfiff: 14.00 Uhr) erneut auf ein spannungsgeladenes Niedersachsenderby.

Der Tabellendreizehnte der vergangenen Saison kündigte im Sommer die Fortsetzung des strikten Konsolidierungskurses an. In der neuen Spielzeit sollen 1,5 Millionen Euro Personalkosten eingespart werden, für spektakuläre Neuverpflichten ließ der Etat folgerichtig keinen Raum. Trainer Torsten Lieberknecht, der zwischen 2003 und 2007 selbst 82 Einsätze für die "Löwen" absolvierte, gelang es gleichwohl überraschend schnell, den Weggang der Routiniers Jasmin Fejzic, Kosta Rodrigues, Christian Lenze oder Marcel Schied zu kompensieren.
Mit Damir Vrancic (Borussia Dortmund II), Norman Theuerkauf (Eintracht Frankfurt II), Oliver Kragl (VfL Wolfsburg/U19), Marco Calamita (Wacker Burghausen) sowie den Torhütern Marjan Petkovic (FSV Frankfurt) und Daniel Davari (FSV Mainz 05 II) kamen sechs Neuzugänge zur Eintracht und erfüllten mehrheitlich die Erwartungen, die Sportchef Marc Arnold frühzeitig formuliert hatte: "Mit Marjan Petkovic und Daniel Davari haben wir zwei neue Torhüter, von denen Petkovic als Nummer eins geholt wurde. In der Abwehr soll Norman Theuerkauf den Konkurrenzkampf erhöhen. Im Mittelfeld soll Damir Vrancic eine spielbestimmende Figur werden, und im Angriff haben wir unseren Wunschspieler bekommen. Wir hoffen, dass Marco Calamita mehr Tore schießt als Marcel Schied (…)."
Schied hatte in der vergangenen Saison sechs Mal getroffen - nur halb so oft wie in seiner bislang erfolgreichsten Profispielzeit, die er 2003/04 beim VfL Osnabrück erlebte. Dagegen waren für den selbstbewussten Italiener Marco Calamita sechs Tore zuletzt kein ernsthaftes Problem. 2007/08 traf er in der Regionalliga Süd 12 Mal für den SC Pfullendorf, 2008/09 erzielte er immerhin 11 Tore für Wacker Burghausen. Bei seinem neuen Arbeitgeber läuft noch nicht alles rund, doch Calamita setzt in diesem Fall auf die Erkenntnis des chinesischen Philosophen Laotse (6. Jahrhundert v.Chr.), die der Stürmer auf seiner Homepage zitiert. "Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg", heißt es dort, und Calamita ergänzt freimütig, dass dieser Weg "manchmal auch holprig" sein kann: "Genauso wie die Strassen in Bitonto (Apulien, Süd-Italien), wo ich als Kind aufgewachsen bin, dort Straßenfußball gespielt habe und lernen musste, mich gegen ältere Spieler durchzusetzen."
Gegen Dennis Kruppke hätte Calamita derzeit schlechte Karten, denn der 29-jährige Münsteraner erlebt in Braunschweig die vielleicht erfolgreichste Spielzeit seiner bisherigen Karriere. Mit dem 1:0 gegen Sandhausen erzielte er bereits sein neuntes Saisontor und damit einen Treffer mehr als in der gesamten Spielzeit 2000/01. Damals traf Kruppke, der später auch für den SC Freiburg die Fußballschuhe schnürte und mittlerweile auf über 230 Einsätze in der 1., 2. und 3. Liga zurückblicken kann, noch für den VfB Lübeck.
Auch Kingsley Onuegbu ist von seiner Bestform augenscheinlich nicht sehr weit entfernt. Der wuchtige Stürmer (1,91 m, 94 kg) spielte drei Jahre lang in Rheinland-Pfalz für den SC 07 Idar-Oberstein. In den ersten 19 Saisonspielen erzielte der 23-jährige Nigerianer ebenfalls neun Treffer für die Eintracht, fällt beim Gastspiel in Osnabrück allerdings wegen eines Adduktorenabrisses aus.
Doch Trainer Torsten Lieberknecht hat sicher Alternativen für den zuletzt so erfolgreichen Goalgetter. Insofern dürfen sich die Anhänger beider Teams auf einen aufregenden Schlagabtausch zum Beginn der Rückrunde einstellen.
Den kompletten Vorbericht können Sie in der neuen "DRIN!" lesen.
Von: Thorsten Stegemann
|