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Im Blickpunkt: Energie Cottbus 21.10.10
Freitagabend, Flutlichtatmosphäre in der osnatel ARENA! Mit dem FC Energie Cottbus empfängt der VfL Osnabrück im fünften Heimspiel der laufenden Saison einen hochkarätigen Gegner. Cheftrainer der Lausitzer ist Claus-Dieter Wollitz, der erstmals an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt.

Der Weg nach oben
Nachdem Wollitz die Lila-Weißen im Sommer 2009 verlassen hatte, hofften viele Cottbuser auf eine schnelle Rückkehr in die Erfolgsspur. Schließlich gehörten die Lausitzer zu den wenigen ostdeutschen Vereinen, die sich nach der Wende langfristig im gesamtdeutschen Fußballbetrieb etablieren konnten. 1997 feiert Energie den Aufstieg in die 2. Bundesliga und das Erreichen des DFB-Pokalfinales. Drei Jahre später stieg der Verein in die 1. Bundesliga auf, konnte sich zweimal in der höchsten Spielklasse behaupten und sicherte sich auch nach dem erneuten Aufstieg 2006 zweimal den Klassenerhalt. Doch aus der sofortigen Rückkehr in die Beletage, die Cottbus mit dem neuen Trainer und einigen namhaften Verpflichtungen wie Markus Brzenska, Marc-André Kruska oder Sergiu Radu angepeilt hatte, wurde nichts. Neunter der Heimtabelle, Neunter der Auswärtstabelle, Zehnter der Hinrunde, Neunter der Rückrunde, Neunter der Abschlusstabelle: 2009/10 blieb Energie Mittelmaß, obwohl Wollitz´ offensive Spielphilosophie Früchte getragen hatte: Nur drei Teams schossen mehr Tore als die Lausitzer, die im Vergleich zu den Spitzenteams allerdings Schwächen in der Defensive offenbarten. Cottbus kassierte in 34 Spielen 49 Gegentore. Kaiserslautern (28), St. Pauli (37), Augsburg (40) oder Düsseldorf (31) wussten die Gegner effektiver auf Distanz zu halten. In der Sommerpause gab sich Claus-Dieter Wollitz bescheiden. 2010/11 wolle man "in Richtung Platz sechs vorstoßen". Dass die Ambitionen grundsätzlich darüber hinausgehen, steht gleichwohl außer Zweifel, und so bastelt der Chefcoach bereits an einer Formation, die Energie wieder in die Bundesliga führen und dort erfolgreich vertreten kann. 14 Spieler aus dem Kader der vergangenen Spielzeit haben den FC verlassen, darunter Stanislav Angelov (Steaua Bukarest), Sascha Dum (Fortuna Düsseldorf), Stiven Rivic (1. FC Kaiserslautern) oder Torwart Gerhard Tremmel (Red Bull Salzburg). Für sie kamen zehn neue Spieler in die Lausitz.
Cottbuser in Nahaufnahme
Daniel Adlung (VfL Wolfsburg), Kolja Afriyie (FC Midtjylland), Uwe Hünemeier (Borussia Dortmund), Velimir Jovanovic (TSG Neustrelitz), Thorsten Kirschbaum (SV Sandhausen), Rok Kronaveter (Rudar Velenje), Markus Obernosterer (ausgeliehen von Wacker Innsbruck), Jules Reimerink (FC Twente Enschede), René Renno (VfL Bochum) und Takahito Soma (Maritimo Funchal) tragen nun das Trikot des FC Energie. Die neue Nr.1 stand lange bei der TSG Hoffenheim unter Vertrag und kam über den FC Vaduz (Lichtenstein) zum SV Sandhausen, wo ihn die Cottbuser Verantwortlichen mehrfach beobachteten. Wollitz entschied sich frühzeitig, Thorsten Kirschbaum, der auch schon für die U-21-Nationalmannschaft spielte, zum Stammtorwart zu machen. "Wir halten Thorsten Kirschbaum für einen exzellenten Keeper, der alle Anforderungen an modernes Torwartspiel mitbringt und dennoch Perspektive und Entwicklungspotential hat. Er kann mit unserer jungen Mannschaft wachsen, passt auch charakterlich ins Team", erklärte der Trainer anlässlich der Verpflichtung im Mai 2010.
Start nach Maß
Nach dem hauchdünnen Sieg gegen die TuS Heeslingen in der 1. Runde des DFB-Pokals (2:1) legte die Mannschaft in der Liga einen veritablen Traumstart hin. Sie gewann das Heimspiel gegen Düsseldorf (2:0) und die Partie bei Arminia Bielefeld (2:1), ehe sie gegen den Karlsruher SC einen 2:5-Rückstand egalisierte und damit für das bis dato spektakulärste Spiel der laufenden Saison sorgte. In Aachen (3:2) und gegen Greuther Fürth (2:0) sammelte Energie noch einmal sechs Punkte, doch dann war der Topfavorit der Liga eine Nummer zu groß für die ehrgeizigen Lausitzer. Obwohl Wollitz kräftig auf die Motivationstrommel geschlagen hatte ("Wir freuen uns die Ersten zu sein, die der großen Hertha ein Bein stellen!"), erzielte Rob Friend im ausverkauften Stadion der Freundschaft das einzige Tor des Tages. Die Partie beim FSV Frankfurt ging knapp mit 2:3 verloren, doch gegen Paderborn zeigte der Trend wieder nach oben. Cottbus gewann klar und verdient mit 3:1.
Den ausführlichen Vorbericht mit zusätzlichen Spielerporträts und einer kleinen Cottbus-VfL-Historie können Sie am Freitag in der neuen "DRIN!" lesen.
Von: Thorsten Stegemann
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