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Im Blickpunkt: FC Augsburg
03.02.11
Am Freitagabend gibt einer der großen Aufstiegsaspiranten seine Visitenkarte in der osnatel ARENA ab. Die Partie gegen den Tabellenzweiten FC Augsburg wird um 18.00 Uhr angepfiffen. Eine ausführlichen Bericht gibt es am Samstag im NDR-Fernsehen ab 17.00 Uhr.

Blick nach oben
Die Saison 2009/10 war wohl die bislang erfolgreichste in der Geschichte des 1907 gegründeten Traditionsvereins. Das Team von Jos Luhukay qualifizierte sich für die Relegation zur 1. Bundesliga und stieß bis ins Halbfinale des DFB-Pokals vor. Nürnberg und Bremen verhinderten am Ende den ganz großen Triumph, doch beachtliche Fortschritte waren unübersehbar. Schließlich hatten die Oberschwaben vier Jahre zuvor noch in der Regionalliga Süd und bis 2002 sogar in der viertklassigen Bayernliga gespielt. Doch die Verantwortlichen wollten sich mit den guten Ergebnissen der vergangenen Spielzeit nicht zufrieden geben. 14 Spieler verließen den FC, unter ihnen gestandene Profis wie Sándor Torghelle, Goran Sukalo, Imre Szabics oder Edmond Kapllani. An ihrer Stelle holten Luhukay und Manager Andreas Rettig neun Neuzugänge, und in der Winterpause kamen noch Jan-Ingwer Callsen-Bracker (Borussia Mönchengladbach), Hajime Hosogai (Urawa Red Diamonds, ausgeliehen von Bayer Leverkusen) und Moritz Leitner (1860 München, ausgeliehen von Borussia Dortmund) dazu. Mit der Qualität des Kaders und der Zahl der Erfolgsmeldungen sind auch die Erwartungen gestiegen. Es dürfte nicht allzu viele FCA-Fans geben, die bereit wären, die Qualifikation für die Relegationsspiele noch einmal als positives Zeichen zu werten. Es sei denn, diesmal gelingt der Sprung in die Beletage. Die Euphorie im Umfeld erinnert ein wenig an die legendäre „Fast-Aufstiegs-Saison“ 1973/74, als 23.000 begeisterte Fans zu den Heimspielen ihrer Mannschaft kamen. Zu den ersten zehn Partien der Spielzeit 2010/11 fanden immerhin rund 180.000 Menschen den Weg in die impuls arena. Ähnlich zahlreiche oder noch mehr Fans kamen bis dato nur nach Aachen, München, Düsseldorf und Berlin. Luft nach oben gibt es freilich noch. Das neue Augsburger Stadion hat immerhin 30.660 Plätze …
Augsburger in Nahaufnahme
Für Keeper Simon Jentzsch, der seinen Vertrag im Winter „unabhängig der Spielklassenzugehörigkeit“ bis 2012 verlängerte, ginge mit der Rückkehr in die Bundesliga sicher ein Traum in Erfüllung. Hier kam er bereits 241 Mal für den Karlsruher SC, 1860 München und den VfL Wolfsburg zum Einsatz, ehe ihn Meistertrainer Felix Magath auf die Ersatzbank verbannte und schließlich ganz aus dem Kader strich. Als sich diverse Alternativen zerschlugen und der Vertrag mit den Wölfen in beiderseitigem Einvernehmen aufgehoben wurde, verschwand Jentzsch einige Monate aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit. In Augsburg avancierte er dann schnell zum Stammspieler und stabilen Rückhalt seines Teams. 2009/10 kassierten nur Kaiserslautern, St. Pauli und Düsseldorf weniger Gegentore als der FCA. Jentzsch hat mittlerweile auch über 100 Zweitligapartien auf dem Buckel. Wie viele noch dazukommen, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. „Es macht großen Spaß in diesem Verein und diesem Team zu arbeiten. Ich bin froh, ein Teil dieser Mannschaft zu sein. Auch meine Familie fühlt sich in der Region sehr wohl. Daher freue ich mich auf die weiteren Aufgaben mit dem FCA“, gab Simon Jentzsch anlässlich der jüngsten Vertragsverlängerung zu Protokoll. Kapitän Uwe Möhrle gehört ebenfalls zu den erfahrenen Spielern des Spitzenteams, und auch er trug eine Zeitlang das Trikot des VfL Wolfsburg. In jungen Jahren gelang ihm der Sprung vom drittklassigen SC Pfullendorf zum Bundesligisten Hansa Rostock. Nach drei Spielzeiten wechselte er zum MSV Duisburg und von der Wedau nach Wolfsburg. Seit 2007 spielt Möhrle in Augsburg und hat in dieser Zeit nur ein knappes Dutzend Spiele verpasst. Der robuste Abwehrstratege ist ein Muster an Verlässlichkeit und mit der Routine von über 230 Spielen in den Ligen 1 bis 3 praktisch unverzichtbar. Der zuletzt von einer Bauchmuskelverletzung geplagte Nando Raffael wurde im weltweit renommierten Schulungszentrum von Ajax Amsterdam ausgebildet, nachdem er unter dramatischen Umständen in die Niederlande gekommen war. Nandos Eltern wurden während des Bürgerkriegs in Angola getötet, er selbst überlebte den Angriff nur, weil er in einem Nachbardorf Fußball spielte. Der gebürtige Angolaner mit deutscher Staatsangehörigkeit spielte von 2002 bis 2005 bei Hertha BSC Berlin und wechselte nach drei Jahren bei Borussia Mönchengladbach, wo er unter anderem Jos Luhukay kennenlernte, zum dänischen Vertreter Aarhus GF. Seit Januar 2010 steht der frühere U21-Nationalspieler, der bereits 103 Bundesligapartien bestritten hat, beim FC Augsburg unter Vertrag. Nando Raffael ist mit zehn Treffern der erfolgreichste Torschütze der Augsburger, die im Offensivbereich aber ohnehin keinen einzigen Ausfall zu beklagen haben. Auf seine Sturmkollegen Michael Thurk (7), Stephan Hain (6) und Torsten Oehrl (5) sorgten bis dato für jede Menge Aufruhr in den gegnerischen Strafräumen.
Den ausführlichen Vorbericht können Sie in der neuen „DRIN!“ lesen.
Info zur Fernsehsendung des NDR: www.ndr.de/fernsehen/epg/epg1157_sid-916146.html
Von: Thorsten Stegemann
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