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Im Blickpunkt: FC Carl Zeiss Jena
20.02.10

Am Sonntag steht für den VfL das zweite Auswärtsspiel des Jahres beim FC Carl Zeiss Jena an. Die Lila-Weißen unternehmen einen weiteren Anlauf, um den zweiten Auswärtsdreier der Saison einzufahren, doch die Thüringer haben auf dem Ernst-Abbe-Sportfeld nichts zu verschenken.


Bis dato entführten drei Teams alle drei Punkte aus Jena. Rot-Weiß Erfurt (3:0) war hier ebenso erfolgreich wie Dynamo Dresden (4:0) und zuletzt Sandhausen (1:0). Burghausen (0:0) und Bremen II (2:2) nahmen wenigstens einen Zähler mit auf die Heimfahrt. Sechs von elf Heimspielen konnten die Thüringer allerdings für sich entscheiden. Somit sammelte der FC 20 seiner bislang 30 Punkte im eigenen Stadion.

Sportlich ist also vieles im Lot, doch die laufende Saison bescherte Jena anderweitig einen schier unüberwindbaren Problemberg. In der Kasse klaffte ein Loch von 947.000 Euro, das nur durch eine immense Kraftanstrengung geschlossen werden konnte. Der Verkauf der Rasenheizung, Gehaltsstundungen, neue Sponsoren und eine Bürgschaft ließen die Thüringer schließlich aufatmen. "Drohende Geldstrafen oder gar Punktabzüge sind somit vom Tisch", verkündete Geschäftsführer Michael Born Mitte Januar erleichtert.

Doch auch Jenas erfolgreichster Stürmer Orlando Smeekes (sieben Saisontreffer) sorgte für unrühmliche Schlagzeilen. Beim Duell gegen Erzgebirge Aue ließ sich der Smeekes zu einer "erneuten Missetat" (Thüringische Landeszeitung) hinreißen und zeigte den eigenen Fans den "Stinkefinger". Der 28-jährige, der vier Mal das Trikot der Nationalmannschaft der Niederländischen Antillen trug, musste sich daraufhin entschuldigen, eine Geldstrafe zahlen und wurde zur praktischen Fanarbeit abkommandiert.

Das Fachmagazin "kicker" ging mit dem exzentrischen Stürmer trotzdem hart ins Gericht: "Jena mangelt es schlicht an Alternativen im Offensivbereich. Man ist auf Smeekes angewiesen. Doch der bleibt seit Monaten den sportlichen Beweis seiner Ligatauglichkeit schuldig, darf aber dennoch Woche für Woche von Beginn an ran."

Neben Smeekes vertraute FC-Chefcoach René van Eck allerdings auch Torwart Carsten Nulle, Abwehrmann Carsten Sträßer und Mittelfeldakteur Jens Truckenbrod in allen 22 Ligaspielen. Assani Lukimya, Tim Wuttke, und Sebastian Hähnge waren 17 Mal mit von der Partie, Tim Nagy konnte sich in 19 Begegnungen in Szene setzen.

Der VfL trifft also auf eine eingespielte Mannschaft, die im Winter noch durch Michael Gardawski verstärkt wurde, der auf Leihbasis vom 1. FC Köln kam. "Wir haben nun in der Offensive eine weitere Option, die sicher auch dem internen Konkurrenzkampf gut tut", erklärte Trainer van Eck anlässlich der Verpflichtung des 19-jährigen.

Das Hinspiel am 29. August 2009 konnten die Lila-Weißen klar für sich entscheiden. Lindemann und Reichenberger hießen die Torschützen beim verdienten 2:0-Sieg in der osnatel ARENA. Am Sonntag werden die Karten nun neu gemischt.


Von: Thorsten Stegemann


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