1. Aalen 10 43
2. Sandhausen 9 43
3. Regensburg 15 38
4. Erfurt 5 36
5. Saarbrücken 10 35
6. Burghausen 7 35
7. Chemnitz 2 35
8. Heidenheim 2 34
9. Offenbach 3 33
10. Stuttgart II -2 33
11. Münster -1 31
12. VfL 4 29
13. Wehen -2 29
14. Babelsberg -3 29
15. Bielefeld -6 29
16. Unterhaching 0 28
17. Darmstadt -3 27
18. Oberhausen -10 21
19. Jena -19 18
20. Bremen II -21 17
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Im Blickpunkt: FC Erzgebirge Aue
09.09.10

Zum zweiten Heimspiel der neuen Saison empfängt der VfL Osnabrück am Freitagabend (Anstoß: 18.00 Uhr) den FC Erzgebirge Aue. Die Kontrahenten verbinden nicht nur die Vereinsfarben, sondern auch zwei Erfolgserlebnisse, die beiden Fanblöcken noch in bester Erinnerung sind. 2003 und 2010 stiegen Osnabrück und Aue gemeinsam in die 2. Bundesliga auf.


Wiederaufbau im Erzgebirge

Während die Niedersachsen 2004 den direkten Rückweg in die Regionalliga Nord antreten mussten, gelang den Kickern aus dem Erzgebirge das Kunststück, das sich auch die Osnabrücker vorgenommen hatten. Sie etablierten sich in der 2. Bundesliga und belegten in den ersten drei Jahren einstellige Tabellenplätze. Mitunter sah es so aus, als ob das Team von Trainerfuchs Gerd Schädlich sogar zu Höherem berufen wäre, doch der ganz große Coup blieb den sympathischen Erzgebirglern verwehrt.
Als der FC im Dezember 2007 auf einem Abstiegsplatz überwintern musste, trat Schädlich nach gut achtjähriger Amtszeit zurück. Auch seinen Nachfolgern Roland Seitz und Heiko Weber gelang keine entscheidende Trendwende. Aue stieg in die 3. Liga ab und belegte hier in der ersten Saison nur den 14. Tabellenplatz.
Dass der Fuhrunternehmer Bernd Keller, der dem langjährigen Präsidenten Uwe Leonhardt folgte, und der neue Trainer Rico Schmitt ihre Mannschaft schnell wieder an die Aufstiegsplätze der 3. Liga heranführen könnten, galt im Sommer 2009 als wenig wahrscheinlich. Doch am Ende der Hinrunde rangierte Aue bereits auf dem vierten Tabellenplatz, und in der zweiten Halbserie gingen nur vier von 19 Partien verloren. Mit 54 Toren stellte Schmitts Mannschaft zudem eine der gefährlichsten Offensivabteilungen der 3. Liga. Nur Ingolstadt (72) und Heidenheim (66) trafen häufiger,
Am Ende verdrängten die Lila-Weißen aus dem Lößnitztal die Osnabrücker sogar als beste Heimmannschaft. Beide Mannschaften feierten im eigenen Stadion 15 Siege, denen drei Unentschieden und nur eine Niederlage gegenüber standen. Aue hatte die um einen Treffer bessere Tordifferenz vorzuweisen (38:12 gegen 39:14), musste dem VfL in der Gesamtabrechnung aber trotzdem Platz 1 überlassen.
Sportliche Erfolge und wirtschaftliche Vernunft sollen sich bei Erzgebirge Aue nach dem Willen des Präsidenten auch in Zukunft sinnvoll ergänzen. "Erzgebirgler schmeißen ihr Geld nicht zum Fenster hinaus. Wer mitmachen will, ist dabei, aber wir zahlen keine Traumgehälter. Bei uns können sich junge Spieler profilieren. Wir holen keine Altstars, die noch ein paar Euro mitnehmen wollen", sagte Präsident Keller nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. Doch ein paar Routiniers wurden trotzdem verpflichtet.

Veilchen in Nahaufnahme

Eric Agyemang, der am 10. April alle drei Tore beim 3:0-Sieg gegen den VfL Osnabrück erzielte, hat den FC nach dem Aufstieg verlassen. Mit dem wuseligen Stürmer aus Ghana, der kurz vor Schließung der Transferperiode einen Vertrag bei Wacker Burghausen unterschrieb, gingen auch Daniyel Cimen, Bashiru Gambo, Sven Schaffrath und Marco Stark, die 2009/10 kaum oder nicht regelmäßig zum Einsatz kamen. Mittelfeldmann Sven Müller heuerte beim Ligakonkurrenten FSV Frankfurt an, und Stürmer Nico Klotz zog es zum SC Paderborn.
An ihrer Stelle tragen nun junge Talente wie der aus Bremen gekommene Jugendnationalspieler Tobias Kempe und eine Reihe gestandener Zweitligafußballer das Trikot der "Veilchen". Die dynamischen Aufstiegshelden um den bewährten Kapitän und Abwehrrecken Tomasz Kos (182 Ligaeinsätze seit 2004) sollen von ihrer langjährigen Erfahrung profitieren, und die ist bei Männern wie Enrico Kern zweifellos reichlich vorhanden.
Der 31-jährige Stürmer ging fünf Jahre lang für Hansa Rostock auf Torejagd (132 Einsätze, 39 Tore), war aber auch schon für Tennis Borussia Berlin, Werder Bremen, Waldhof Mannheim oder den Linzer ASK aktiv. Auf die frustrierende Abstiegssaison in Rostock (22 Einsätze, nur ein Tor) hätte er sicherlich verzichten können, doch bei über 200 Spielen in Bundesliga, 2. Liga und Regionalliga sind Rückschläge wohl kaum zu vermeiden.
Mit Kern wechselten auch Kevin Schlitte und Oliver Schröder vom Absteiger zum Aufsteiger und tauschten somit die Ostsee gegen das Erzgebirge. Der 28-jährige Schlitte, der einst beim VfB Germania Halberstadt (55 Einsätze, 21 Tore) für Aufsehen sorgte, entwickelte sich in Jena, Freiburg und zuletzt in Rostock zum soliden, vielseitig einsetzbaren Mittelfeldakteur. Oliver Schröder, geboren 1980 in Berlin, spielte lange Jahre im Fußball-Oberhaus und absolvierte bereits 115 Bundesliga-Partien in Diensten des 1. FC Köln, der Berliner Hertha und des VfL Bochum. Er ist im defensiven Mittelfeld zu Hause, wurde aber auch schon als Außenverteidiger eingesetzt.
Patrick Milchraum, der gleich nach seiner Ankunft im Erzgebirge einen Kreuzbandriss erlitt und mehrere Monate ausfällt, kennt sich in der deutschen Fußballszene ebenfalls bestens aus. Von 2007 bis 2010 war er eine feste Größe im Mittelfeld von Alemannia Aachen, stand vor seinem Engagement im Westen aber schon bei 1860 München und den Stuttgarter Kickers unter Vertrag. Mit seinen 26 Jahren kann er bereits auf über 200 Zweitliga- und Regionalligaeinsätze zurückblicken.

Schwere Aufgaben

Auf dem Höhepunkt der Vorbereitung traf Erzgebirge Aue auf den Deutschen Vizemeister Schalke 04. Das Spiel in Gera ging mit 1:3 verloren, aber Cheftrainer Schmitt freute sich trotzdem über das Duell mit einer Top-Mannschaft, denn der Beginn der Pflichtspielserie stellte die Sachen ebenfalls vor große Herausforderungen. Im DFB-Pokal traf Aue auf Borussia Mönchengladbach, unterlag mit 1:3, kam beim Ligastart in Paderborn aber gleich zu einem wichtigen Auswärtssieg. Marc Hensel sorgte in der Nachspielzeit für das einzige Tor des Tages.
Auch Bundesliga-Absteiger Bochum musste sich den "Veilchen" geschlagen geben. Kevin Schlitte erzielte vor 10.500 Zuschauern im Erzgebirgsstadion bereits in der 14. Minute das 1:0, sodass die Sachsen mit sechs Punkten aus zwei Spielen die optimale Ausbeute zum Saisonauftakt einfuhren. Mitte letzter Woche bestritt der FC noch ein Testspiel gegen den VfB Empor Glauchau. Die Mannschaft aus der Bezirksklasse hatte gegen den Zweitligisten nicht den Hauch einer Chance. Nach 90 Minuten hieß es 13:1, erfolgreichster Torschütze war Tobias Kempe, der allein fünf Treffer markierte.

Den kompletten Vorbericht mit weiteren Hintergrundinformationen, Spielerporträts und einer kleinen VfL-FC Aue-Historie können Sie in der neuen "DRIN!" lesen.


Von: Thorsten Stegemann


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