|
Im Blickpunkt: FC Ingolstadt 18.12.10
Mit dem Heimspiel gegen Ingolstadt geht für den VfL Osnabrück ein alles in allem bemerkenswertes Jahr zu Ende. Im Februar standen die Lila-Weißen im Viertelfinale des DFB-Pokals, drei Monate später feierten sie als Meister den direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Diese Erfolge sind nicht vergessen, aber schon wieder Geschichte, denn mittlerweile zählt nur noch der Kampf um den Klassenerhalt im Fußball-Unterhaus.
Der Partie gegen den FC Ingolstadt kommt dabei besondere Bedeutung zu. Im Duell mit den "Schanzern" geht es kurz vor Weihnachten um gefühlte sechs Punkte, auch wenn de facto maximal drei vergeben werden.

Anlaufschwierigkeiten
Vor der Saison 2009/10 galt der FCI als Topfavorit auf den direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Doch Trainer Horst Köppel gelang es mit einem allemal gut besetzten Team nicht, die hohen Erwartungen zu erfüllen. Lange Zeit steckten die Bayern im Mittelfeld der 3. Liga fest. Erst als Michael Wiesinger im November 2009 die Nachfolge von Köppel antrat, ging es Schritt für Schritt bergauf. Wiesinger führte die Mannschaft noch auf den dritten Tabellenplatz, der zu zwei Relegationsspielen gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga berechtigte. Hier setzten sich die "Schanzer" souverän gegen Hansa Rostock durch (1:0 in Ingolstadt, 2:0 in Rostock) und folgten so Osnabrück und Aue in die zweithöchste Spielklasse. Nach dem leicht verspäteten, aber umso ausgiebiger gefeierten Triumph wurde das Team noch einmal mit namhaften Spielern verstärkt. Neben Ronald Gercaliu, Sebastian Zielinsky, Sebastian Hofmann, Manuel Hartmann oder Amaechi Igwe stießen auch Sascha Kirschstein, Marko Futacs, Romain Dedola, Mavin Matip und Andreas Görlitz zum FC. Der Erfolg hielt sich allerdings in Grenzen. Nach dem 11. Spieltag hatten die Bayern neun Partien verloren und gerade einmal vier Punkte gesammelt. Nun musste Michael Wiesinger seinen Stuhl räumen. Die Hoffnungen ruhen seitdem auf Benno Möhlmann.
"Schanzer" in Nahaufnahme
Er bringt das Parademaß von 1,96 m mit, war Stammtorwart in der Bundesliga, spielte Champions League und UEFA-Pokal. Bis zum Herbst 2006 ging die Karriere von Sascha Kirschstein steil bergauf. Der gebürtige Braunschweiger war über die heimische Eintracht und Rot-Weiß Essen beim Hamburger SV gelandet und konnte sich hier einige Zeit gegen Konkurrent Stefan Wächter durchsetzen. Als die Hamburger Frank Rost verpflichteten, sackten Kirschsteins Aktien rapide ab. Der selbstbewusste Keeper, der immer wieder mit spektakulären Paraden auf sich aufmerksam machte, aber auch den einen oder anderen Fehlgriff im Repertoire hatte, wurde an die SpVgg Greuther Fürther ausgeliehen, kam dann zu Rot-Weiß Ahlen und heuerte nach dem Abstieg beim FC Ingolstadt an. Der 30-jährige kann mittlerweile auf weit über 150 Spiele in den Ligen 1 bis 3 zurückblicken. Moritz Hartmann stammt aus Oberviechtach in der Oberpfalz. Von 2006 bis 2009 schnürte der Stürmer seine Schuhe für den 1. FC Köln und erzielte 30 Treffer in 80 Spielen für die U23 der Geißböcke. Der Wechsel zum FCI bescherte ihm die bis dahin erfolgreichste Saison seiner Karriere. 2009/10 trug er mit 21 Treffern entscheidend zur herausragenden Torausbeute (72) seiner Mannschaft bei. In der 2. Bundesliga hat der 24-jährige deutlich größere Schwierigkeiten. Bisher stehen erst zwei Saisontore zu Buche. Kapitän Stefan Leitl ist derzeit trotz einer längeren Verletzungspause deutlich treffsicherer. Der 33-jährige Mittelfeldmann, der bei Bedarf auch als Sturmspitze agiert, erzielte bereits fünf Saisontore und scheint damit auf dem besten Weg zu sein, seine persönliche Bestmarke (12 Tore in der Saison 2009/10) noch einmal zu überbieten. Leitl kam 2007 von Darmstadt 98 zu den "Schanzern", nachdem er zuvor bereits für Bayern München II, Nürnberg und Unterhaching gespielt hatte. Mit über 300 Partien in den drei höchsten deutschen Spielklassen gehört Leitl zu den Routiniers der Liga. Außerdem gilt er als besonders sicherer Elfmeterschütze. 2009/10 verwandelte er acht Strafstöße und leistete sich keinen einzigen Fehlschuss.
Neustart nach dem 11. Spieltag?
Der neue Trainer Benno Möhlmann wartete bei seiner Premiere gegen den SC Paderborn noch nicht mit einschneidenden Veränderungen auf und musste prompt eine 1:2-Heimniederlage mit ansehen. In der darauf folgenden Woche brachte er Malte Metzelder und Markus Karl (als Doppelsechs), Moise Bambara und Stefan Leitl für Ruprecht, Dedola, Futacs und Manuel Hartmann. Das Konzept ging auf. Leitl stürmte neben Moritz Hartmann, erzielte auf Anhieb drei Tore und verbuchte damit den Löwenanteil am überraschenden 4:1-Sieg im Bochumer Rewirpower-Stadion. Leitl war auch der Matchwinner im anschließenden Heimspiel gegen Union Berlin. Er verwandelte in der 86. Minute einen Freistoß zum späten 1:0-Erfolg und brachte sein Team damit wieder in Schlagdistanz zum rettenden Ufer. Bei Erzgebirge Aue verspielte Möhlmanns überzeugend auftretendes Team eine 1:0-Führung, musste sich nach 90 Minuten mit einem Punkt begnügen, und auch im ausverkauften Heimspiel gegen 1860 München kam man am vergangenen Sonntag nicht über ein Remis hinaus. Die Ingolstädter kassierten den Ausgleich allerdings erst in der Schlussminute und sind seit nunmehr vier Partien ungeschlagen.
Den kompletten Vorbericht mit weiteren Spielerporträts und einer kleinen VfL-FCI-Historie können Sie am Wochenende in der neuen "DRIN!" lesen.
Von: Thorsten Stegemann
|