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Im Blickpunkt: Fortuna Düsseldorf 01.10.10
Auf diese Konstellation haben die Fans aus Düsseldorf und Osnabrück lange warten müssen. Denn auch wenn sich der VfL und die Fortuna in den zurückliegenden Spielzeiten immer wieder begegneten, liegt das letzte Zweitligaduell schon mehr als 17 Jahre zurück. Am Samstagmittag (Anpfiff: 13.00 Uhr) kommt es endlich zu einer Neuauflage.

Lila-Weiß gegen Rot-Weiß
Am 15. Mai 1993 gewann Fortuna Düsseldorf das bislang letzte Aufeinandertreffen in Liga 2 mit 3:1. Lars Brögger und Jörg Albertz brachten die Gastgeber nach einer Viertelstunde aussichtsreich in Führung. Ralf Balzis gelang in der 2. Halbzeit der Anschlusstreffer, doch dann stellte Karsten Hutwelker den alten Abstand wieder her. Die Fortunen revanchierten sich somit für das Hinspiel, das sie am 23. Oktober 1992 noch etwas deutlicher verloren hatten. Gerrit Meinke (2), Paolo da Palma und Claus-Dieter Wollitz trugen sich damals in die Torschützenliste ein. Günter Breitzke blieb an diesem Freitagabend nur der Ehrentreffer. Neun Tore in einer Spielzeit waren freilich nichts Besonderes, wenn diese beiden Mannschaften aufeinander trafen. Seit 1987/88 begegneten sie sich in 14 Ligaspielen und erzielten dabei sage und schreibe 52 Tore. Kein Wunder also, dass beide Seiten einige herbe Rückschläge zu verkraften hatten. So musste der VfL am 14. September 1988 im eigenen Stadion ein 1:5 hinnehmen, schickte die Gäste am 3. Dezember 2005 aber auch mit 5:0 zurück an den Rhein. Nach Lage der Dinge können sich die Zuschauer also auf eine torreiche Partie freuen. Kein einziger der genannten Leistungsvergleiche endete 0:0.
Der Traum vom Durchmarsch
Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga im Jahr 1999 drohte Fortuna Düsseldorf der Sturz in die Bedeutungslosigkeit. Der Deutsche Meister von 1933 wurde bis in die viertklassige Oberliga durchgereicht und brauchte ein Jahrzehnt, um sich sportlich und finanziell wieder zu konsolidieren. Doch nach dem viel umjubelten Aufstieg im Sommer 2009 schien es fast, als seien die Fortunen nie weggewesen. Düsseldorf setzte sich ohne Anpassungsschwierigkeiten in der Spitzengruppe fest und ließ viele Fans vom "Durchmarsch" in die 1. Liga träumen, der den Flingeranern bereits 1994 und 95 geglückt war. Seinerzeit sorgte der legendäre Aleksandar Ristić für gute Laune bei Spielern, Fans und den Unparteiischen, denen "König Aleks" hier und da Bonbons zusteckte. "Um ihnen ein bisschen die Anspannung zu nehmen", wie er später in einem Stern-Interview erklärte. "Schiedsrichter stehen doch immer so unter Druck. Meistens waren es die blauen Pfefferminzbonbons mit dem Bären. Die sind auch gut für die Stimme." Um den historischen Erfolg zu wiederholen, hätte man dem Team von Norbert Meier allerdings erlauben müssen, ausschließlich im eigenen Stadion anzutreten. Hier verloren die Düsseldorfer kein einziges Spiel und stellten schließlich die erfolgreichste Heimmannschaft der Liga, die nach 13 Siegen und vier Unentschieden noch fünf Punkte mehr verbuchte als der zweitbeste Gastgeber FC Augsburg. Auch die 16 Auswärtszähler konnten sich sehen lassen, führten Fortuna Düsseldorf in der Abschlussrechnung aber "nur" auf den undankbaren vierten Tabellenplatz.
Fortunen in Nahaufnahme
"Wir hatten ihn schon längere Zeit auf unserem Zettel", sagte Augsburgs Geschäftsführer Andreas Rettig über Thorsten Oehrl und lotste den 24-jährigen Stürmer zum FCA. Anderson Soares de Oliveira bekam nach einer überragenden Saison einen Vierjahresvertrag bei Borussia Mönchengladbach, und der - wie Oehrl von Werder Bremen ausgeliehene - Torjäger Martin Harnik, der 2009/10 immerhin 13 Treffer erzielt hatte, ging zum VfB Stuttgart. Ob Thiago Rockenbach da Silva (Rot-Weiß Erfurt), Tiago (MSV Duisburg) und Wellington (ausgeliehen von 1899 Hoffenheim) entscheidend dazu beitragen können, diesen Substanzverlust aufzufangen, wird sich im weiteren Verlauf der Saison zeigen. Mit dem brasilianischen Trio unterschrieben auch Maximilian Beister (ausgeliehen vom Hamburger SV), Thomas Bröker (Rot Weiss Ahlen), Sascha Dum (Energie Cottbus), Assani Lukimya-Mulongoti (FC Carl Zeiss Jena) und Sándor Torghelle (FC Augsburg) einen Vertrag bei den Fortunen. Cheftrainer Norbert Meier kann allerdings auch auf bewährtes Personal setzen. Viele seiner Akteure spielen seit Jahren in Düsseldorf, gelten als absolut verlässliche Größen und machen keinerlei Anstalten, sich nach einem neuen Verein umzuschauen. Abwehrmann Jens Langeneke, der 2006 nach Stationen in Oberhausen, Osnabrück und Ahlen an den Rhein kam, bestreitet pro Saison rund 30 Ligaspiele und entpuppte sich 2009/10 mit fünf Treffern sogar als angehender Goalgetter. Ende August verlängerte der Innenverteidiger seinen Vertrag bis 2012. "Jens Langeneke ist sowohl sportlich als auch menschlich ein wichtiger Spieler für unsere Mannschaft. Es ist immer wichtig für ein Team und den Verein, wenn ein Führungsspieler mit so viel Erfahrung wie Langeneke seinen Vertrag vorzeitig verlängert", begründete Vorstand Sport Wolf Werner das Angebot an den 33-jährigen.
Schwieriger Start
Das zweite Jahr ist immer das schwerste. Auch Fortuna Düsseldorf liefert neue Beweise für diese These. Nach der ärgerlichen 0:1-Niederlage gegen TuS Koblenz in der 1. Runde des DFB-Pokals ging das Saisonauftaktspiel bei Energie Cottbus verloren (0:2). Anschließend riss die imposante Heimserie, in deren Verlauf das Team von Norbert Meier 16 Monate lang kein Spiel im eigenen Stadion verloren hatte. Die Hertha-Torschützen Rob Friend und Valeri Domovchiyski stoppten den Höhenflug am 30. August 2010 - Wellingtons Traumtor aus über 30 Metern war sehenswert, fiel aber offensichtlich zu spät, um noch den Ausgleich erzielen zu können. Auch die folgenden Partien gegen Frankfurt (0:1), München (1:2), Ingolstadt (0:3) und Bochum (0:1) gingen allesamt verloren. In Osnabrück muss die Fortuna nun unbedingt punkten, um nicht frühzeitig den Anschluss an die Konkurrenz zu verlieren. Auf den VfL watet somit eine denkbar schwere Aufgabe.
Den kompletten Vorbericht können Sie ab sofort in der neuen "DRIN!" lesen.
Von: Thorsten Stegemann
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