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Im Blickpunkt: Kickers Offenbach 30.01.10
Der Ball rollt wieder und der VfL Osnabrück startet gleich mit einem Spitzenspiel in den zweiten Teil der Saison 2009/10. Am 31. Januar empfangen die Lila-Weißen die Offenbacher Kickers zum ersten Pflichtspiel des Jahres 2010.

In der 3. Liga lief für die Kickers lange Zeit alles nach Plan. Die Querelen um den zum FSV Frankfurt abgewanderten Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen schienen sie ebenso wenig zu beeindrucken wie die zahlreichen Verletzungssorgen. Dabei war Marius Laux, der sich im Spiel gegen Erfurt einen Riss der Patellasehne zuzog und viele Monate ausfallen wird, nach Steffen Haas (Schulterluxation) Benjamin Baier, Daniel Goldschmitt, Sebastian Rode und Tufan Tosunoglu (Kreuzbandriss) bereits der sechste Langzeitverletzte der laufenden Saison. Trotzdem standen nach dem 16. Sieltag neun Siege, vier Unentschieden und nur drei Niederlage zu Buche - das von der Vereinsführung um Präsident Dieter Müller und Manager Andreas Möller angepeilte Saisonziel - Aufstieg in die 2. Bundesliga - schien bereits in greifbare Nähe zu rücken.
Doch seitdem steckt Sand im Offenbacher Getriebe. Der neue Trainer Steffen Menze, der seine Amtszeit mit drei Siegen in Folge begonnen hatte, wartete anschließend fünf Ligaspiele auf einen dreifachen Punktgewinn. Seit dem Erfolg gegen Stuttgart II (2:0) am 7. November sahen die Fans am Bieberer Berg zwei Unentschieden gegen Sandhausen (3:3) und Erfurt (0:0). Auswärts holten die Kickers nur einen von neun möglichen Punkten gegen Wehen Wiesbaden (3:3), Bayern München II (1:2) und Erzgebirge Aue (2:4).
Trotz dieses Zwischentiefs hat man die Hoffnungen beim Tabellendritten natürlich noch lange nicht aufgegeben. „Sechs bis sieben Mannschaften sind oben auf Augenhöhe, dazu gehören auch wir“, stellte Vizepräsident Thomas Kalt im Januar fest. Die bisherigen Leistungsträger sollen deshalb über das Saisonende hinaus gebunden werden. Torhüter Robert Wulnikowski verlängerte seinen am 30. Juni 2010 auslaufenden Vertrag als erster und band sich gleich für drei weitere Jahre an die Offenbacher Kickers. Auch Steffen Menze wird seine Arbeit wohl in Ruhe fortsetzen dürfen - unabhängig davon, ob der Weg des Vereins schon am Ende dieser Saison in die 2. Liga führt.
Während des Trainingslagers in der türkischen Ferienanlage „Silence Beach“ wurden zwei Tests gegen den türkischen Zweitligisten Canakkale Dardanelspor und den MSV Duisburg absolviert, die beide 0:0 endeten. Anschließend wollte der OFC zu einem Benefizspiel gegen Borussia Fulda antreten. Der 1904 gegründete Verein, der 1934 und 1941 Hessenmeister wurde und sich damit für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifizierte, musste nach dem Absturz in die Verbandsliga einen Insolvenzantrag stellen. Im Sportpark Johannisau ging es also vor allem um ein Zeichen der Solidarität, doch die Witterungsbedingungen machten den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Die Partie soll nun im Frühjahr 2010 nachgeholt werden.
Mit der TSG Hoffenheim fanden die Kickers einen starken Ersatz und unterlagen dem Bundesligisten nur knapp mit 1:2. „Es war ein guter Test, auch wenn uns klar die Grenzen aufgezeigt wurden“, stellte Steffen Menze anschließend fest. Zum Ende der Vorbereitung testete Offenbach zwei Teams, die unter ganz unterschiedlichen Voraussetzungen in der Regionalliga West spielen. Gegen den weit abgeschlagenen Tabellenletzten Wormatia Worms kam der OFC zu einem 2:0-Sieg, der Tabellenzweite 1. FC Saarbrücken, der mit nur einem Punkt Rückstand (und einem Spiel weniger) hinter den Sportfreunden Lotte in Lauerstellung liegt, erkämpfte sich dagegen ein 2:2-Unentschieden.
Am Sonntag geht es nun wieder um Drittligapunkte und ein klarer Favorit ist kaum zu ermitteln. Offenbach reist mit der Hypothek von fünf Pflichtspielen ohne Sieg und einer langen Verletztenliste an, Osnabrück muss mindestens auf die gesperrten Akteure Björn Lindemann, Tobias Nickenig und Alexander Krük verzichten.
Den kompletten Vorbericht können Sie in der neuen "DRIN!" lesen.
Von: Thorsten Stegemann
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