1. Aalen 10 43
2. Sandhausen 9 43
3. Regensburg 15 38
4. Erfurt 5 36
5. Saarbrücken 10 35
6. Burghausen 7 35
7. Chemnitz 2 35
8. Heidenheim 2 34
9. Offenbach 3 33
10. Stuttgart II -2 33
11. Münster -1 31
12. VfL 4 29
13. Wehen -2 29
14. Babelsberg -3 29
15. Bielefeld -6 29
16. Unterhaching 0 28
17. Darmstadt -3 27
18. Oberhausen -10 21
19. Jena -19 18
20. Bremen II -21 17
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Im Blickpunkt: MSV Duisburg
21.08.10

Nach einem Jahr Unterbrechung wird in der osnatel ARENA wieder Zweitligafußball geboten. Der 1. Spieltag beschert den Lila-Weißen mit dem MSV Duisburg gleich einen attraktiven Gegner und eine ungewohnte Anstoßzeit. Erstmals geht es am Sonntagmittag ab 13.30 Uhr um Zweitligapunkte.


Die zwei Gesichter des MSV

Es gibt sicher viele Gründe, warum der MSV Duisburg das erklärte Saisonziel 2009/10 um mindestens 12 Punkte verfehlte. Doch die eklatante Heimschwäche gehörte zweifellos zu den entscheidenden. Hätten am Ende nur die Auswärtsspiele (9 Siege, 2 Unentschieden, 6 Niederlagen) gezählt, wäre die Mannschaft von Milan Å aÅ¡ić, der am 12. Spieltag den glücklosen Peter Neururer beerbte, auf dem Relegationsplatz gelandet. Auf dem zur Bundesliga, versteht sich, und muss doch gesondert erwähnt werden, denn wenn nur die Heimspiele (5 Siege, 6 Unentschieden, 6 Niederlagen) in die Wertung eingeflossen wären, hätten sich die Duisburger mit dem Relegationsplatz zur 3. Liga anfreunden müssen.
In der Gesamtbilanz kamen die Zebras deshalb nicht über den 6. Rang hinaus und nun stehen die Zeichen auf Neuanfang. Nach dem Rückzug des einflussreichen Präsidenten Walter Hellmich, dem David Karpathy, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor des MSV-Hauptsponsors Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV), folgt, gibt es noch Klärungsbedarf im finanziellen Bereich. Doch Sportdirektor Bruno Hübner und Trainer Å aÅ¡ić konzipieren bereits den MSV der Zukunft, der sich nicht am kurzfristigen Erfolg, sondern an einer nachhaltigen Aufbauarbeit messen lassen will. "Wir wollen und werden ein Team formen, das sich zu 100 Prozent mit dem MSV identifiziert - und eine Mannschaft, mit der sich auch unsere Fans identifizieren. Wir wollen ein junges Team aufbauen, von dem wir auch viele Spieler noch in einigen Jahren beim MSV sehen werden", erklärte der Chefcoach nach dem ersten Trainingslager in Bad Kreuznach gegenüber www.msv-duisburg.de.
Routinier Ivica Grlic spielt bei diesen Überlegungen eine wichtige Rolle. Der mittlerweile 35-jährige Mittelfeldspieler, der seit 2004 insgesamt 147 Einsätze für den MSV bestritten und auch 26 Länderspiele für Bosnien-Herzegowina absolviert hat, wurde bis 2013 an den Verein gebunden. Der Publikumsliebling soll als Team-Manager das Bindeglied zwischen Trainer, Sportdirektor, Fans und Medien bilden.

Zebras in Nahaufnahme

Drei Jahre lang war Keeper Tom Starke der große Rückhalt der Duisburger Defensive. Nach seinem Wechsel Richtung Hoffenheim rechnet sich Marcel Herzog, der Starke bislang 14 Mal vertreten durfte und dabei einen sicheren Eindruck hinterließ, gute Chancen auf einen Stammplatz zwischen den Pfosten aus. David Yelldell, der von Absteiger Koblenz nach Duisburg geholt wurde, dürfte unter den Augen von Torwarttrainer Oliver Reck sein härtester Konkurrent werden. Der Deutsch-Amerikaner sammelte bei den Stuttgarter Kickers und am Deutschen Eck die Erfahrung von 100 Regionalliga- und 51 Zweitligaeinsätzen. Um eine Partie beneidet ihn freilich kein Fußball-Fan der Welt: Am 19. Oktober 2008 kassierte Yelldell sage und schreibe neun Treffer, als die Koblenzer in Rostock auf Grund liefen.
Wer die Abgänge von Tiago (Fortuna Düsseldorf), Nicky Adler und Kristoffer Andersen (beide VfL Osnabrück), Björn Schlicke (FSV Frankfurt) und Christian Tiffert (1. FC Kaiserslautern) kompensieren oder die Rolle des ausgemusterten Frank Fahrenhorst übernehmen wird, dürfte sich erst im Lauf der nächsten Wochen und Monate zeigen.
Gut möglich, dass Å aÅ¡ić zunächst auf die erfahrenen Neuzugänge setzt: Zu ihnen zählt Abwehrmann Branimir Bajic, der zuletzt beim türkischen Erstligisten Denizlispor unter Vertrag stand - oder auch Mittelfeldspieler Benjamin Kern, der von Absteiger Rot-Weiß Ahlen an die Wedau kam.
Doch auch unter den jungen Duisburgern gibt es einige Talente mit realistischen Ambitionen auf Einsatzzeiten oder einen Platz in der ersten Elf. Der erst 19-jährige Maurice Exslager kam 2008 vom TuB Bocholt in die A-Jugend des MSV. Hier erzielte er 13 Tore in 25 Spielen, und auch die abgelaufene Saison lief für den Youngster überaus erfolgreich. Exslager durfte deshalb bereits gegen Augsburg und Paderborn für den A-Kader spielen und erzielte gegen die Ostwestfalen seinen ersten Zweitliga-Treffer.

Testspielgegner aus Belgien, Polen und Österreich

Nach dem Motto "Nicht denken, einfach schießen" sorgte Nachwuchsstürmer Exslager auch für das erste Tor der Vorbereitung. Gegen KV Mechelen gewannen die Zebras überraschend deutlich mit 3:0. Auch die Partie gegen Widzew Lodz (0:2) hätte positiv gestaltet werden können, wenn die Elfmeterschützen Ivo Grlic und Srdjan Baljak etwas treffsicherer gewesen wären.
Anschließend traf man sich mit dem RSC Anderlecht (1:2), dem belgischen Erstligisten K. St. Truiden VV (1:0) und dem Bundesligisten VfL Bochum (1:1).
Im Rahmen des abschließenden Trainingslagers, das im oberösterreichischen Windischgarten stattfand, kamen die Kontrahenten aus der Alpenrepublik, aus Zypern und Deutschland. Gegen Vorwärts Steyr (0:0), EN Paralimni (5:1) und den 1. FC Nürnberg (0:3) zeigte der MSV kreative Momente, aber auch erhebliche Leistungsschwankungen. Die deutliche Niederlage gegen die Clubberer, bei sich Abwehrspieler Adam Bodzek überdies einen Schlüsselbeinbruch zuzog, wollte der Chefcoach aber ausdrücklich nicht als Rückschlag verstanden wissen: "Ich war mit dem Ergebnis nicht zufrieden, wohl aber mit der Art und Weise, in der ihr aufgetreten seid", ermunterte er seine Mannschaft. "Dieses Resultat spiegelt nicht den Spielverlauf wider."
In der 1. Runde des DFB-Pokals stimmte dann auch das Resultat. Duisburg gewann 2:0 beim VfB Lübeck.

Den kompletten Vorbericht mit weiteren Hintergrundinformationen, Spielerporträts und einer kleinen VfL-MSV-Historie können Sie in der neuen "DRIN!" lesen.


Von: Thorsten Stegemann


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