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Im Blickpunkt: Rot-Weiß Erfurt 30.10.09
Am Samstag (14.00 Uhr) trifft der VfL Osnabrück im nächsten Auswärtsspiel auf Rot-Weiß Erfurt. Für Trainer Karsten Baumann und Alexander Schnetzler bedeutet die Fahrt in die thüringische Landeshauptstadt auch eine Reise in die eigene Vergangenheit.

Schnetzler absolvierte zwischen 2004 und 2009 insgesamt 144 Ligaeinsätze für die Erfurter. Karsten Baumann trainierte das Team vom Februar 2008 bis zum April 2009.
Am Ende der ersten Drittliga-Saison 2008/09 liefen die Rot-Weißen auf Platz 10 ein. Bester Torschütze war seinerzeit der italienische Stürmer Massimo Cannizzaro, der insgesamt 12 Treffer erzielte. Nun hat Tino Semmer mit bislang sechs Toren fürs erste seine Nachfolge angetreten. Der Goalgetter des Vorjahres wurde vom neuen Trainer Rainer Hörgl vorerst ausgemustert.
Hörgl, der im September 2007 nach einem 2:0-Erfolg gegen den VfL Osnabrück als Cheftrainer des FC Augsburg zurückgetreten war, musste in der ersten Saisonhälfte allerdings auch selbst Kritik einstecken. Denn die Erfurter, die als Anwärter auf einen Spitzenplatz selbstbewusst in die Saison starteten, blieben bislang deutlich hinter den Erwartungen der Beobachter, der eigenen Fans und ihres Präsidenten Rolf Rombach zurück. "Ich bin über den Saisonverlauf sehr enttäuscht", meinte Rombach Ende September und machte ein unschönes Defizit aus: "Es fehlen Typen, die sich richtig wehren." Der Präsident nahm damit die Spieler in die Pflicht und stärkte dem Übungsleiter ausdrücklich den Rücken: "Rainer Hörgl sitzt fest im Sattel. An ihm habe ich keine Zweifel."
Zu Saisonbeginn stießen einige hoffnungsvolle Neuverpflichtungen zu den Thüringern. Mittelfeldmann Sebastian Becker und Dennis Malura, ein Spezialist für die rechte Außenbahn, kamen von Kickers Offenbach. Der offensive Mittelfeldakteur Gianluca Simari wechselte von der U-19 des FC Bayern München nach Erfurt und erhielt Gesellschaft von erfahrenen Spielern wie Manuel Bölstler (RW Ahlen) und Stürmer Dennis Hillebrand (FSV Frankfurt).
Trotzdem läuft es bei den Rot-Weißen noch nicht rund. Nach fünf Siegen, vier Unentschieden und fünf Niederlagen rangieren die Erfurter derzeit im unteren Mittelfeld. Von den sieben bisherigen Heimspielen konnten die Rot-Weißen nur drei Partien gewinnen und sorgten damit für einigen Frust beim eigenen Anhang. Zuletzt kamen nur 4.600 Fans ins Steigerwaldstadion, um das 0:0 gegen Jahn Regensburg zu sehen.
Angesichts der Leistungsdichte in Liga 3 kann sich aktuelle Lage allerdings schnell ändern. Und das Potenzial, um in höheren Tabellenregionen mitzuspielen, ist bei den Erfurtern zweifelsohne vorhanden. Der VfL dürfte also gewarnt sein, bringt allerdings zwei Neu-Osnabrücker mit, die sich in der thüringischen Landeshauptstadt gut auskennen.
Von: Thorsten Stegemann
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