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Im Blickpunkt: Rot-Weiß Oberhausen
19.02.11
Nach vier Spielen am Freitagabend müssen sich die Lila-Weißen wieder an das Tageslicht gewöhnen. Am Sonntagmittag (Anstoß: 13.30 Uhr) empfängt der VfL den Tabellennachbarn Rot-Weiß Oberhausen.

Das Trikot für die neue Saison gibt es schon
Wohin der Weg des traditionsreichen Revierklubs in den nächsten Wochen und Monaten führt, steht noch in den Sternen. Doch eine Entscheidung ist bereits gefallen. Der dänische Sportartikel-Hersteller hummel wird im Sommer neuer Ausrüster von Rot-Weiß Oberhausen und hat das Wahrzeichen der „Kleeblätter“ schon in das Trikot der Saison 2011/12 eingearbeitet. Dass die Kooperation „ligaunabhängig“ vereinbart wurde, hängt mit der prekären sportlichen Situation des ehemaligen Bundesligisten zusammen, der im Mai 2004 noch gute Chancen hatte, an die Erfolge der späten 60er und frühen 70er Jahre anzuknüpfen. Ein einziger Punkt fehlte seinerzeit zum Aufstieg in die Bundesliga. Doch nur ein Jahr später verpassten die Rot-Weißen den Klassenerhalt und fanden sich nach weiteren 12 Monaten in der Oberliga Nordrhein wieder. Der frühere Bundesligaprofi und Nationalspieler Hans-Günter Bruns leitete 2006 die Schubumkehr ein. Oberhausen gelang unter seiner Führung der für viele Beobachter überraschende „Durchmarsch“ in die 2. Bundesliga, in der die immer noch magische 40-Punkte-Marke seitdem eine Herausforderung, aber kein ernsthaftes Problem darstellte. 2008/09 sicherten sich die Kleeblätter den Klassenerhalt mit 42 Zählern und einem beachtlichen 9. Tabellenplatz – 2009/10 reichten 41 Punkte, um sich von den Abstiegsplätzen zu distanzieren. In der vergangenen Saison konnten die Kleeblätter allerdings auch noch auf die Treffsicherheit von Moritz Stoppelkamp bauen. Der 24-jährige Stürmer erzielte allein neun der 38 Saisontore. Stoppelkampf wechselte ablösefrei zum Bundesligisten Hannover 96, für den er bei einem Testspiel in der osnatel ARENA den 1:1-Ausgleich erzielte. Mit ihm verließen Markus Heppke (Wuppertaler SV), Timo Uster (Karriereende), Christoph Semmler (Belenenses Lissabon) und Esad Razic (FC Oss) den Verein. Trotzdem: Ein halbes Dutzend der Akteure, denen einst der Sprung aus der Oberliga gelang, ist immer noch mit von der Partie.
Kleeblätter in Nahaufnahme
Mit Moses Lamidi (Borussia Mönchengladbach II), Emmanuel Krontiris (TuS Koblenz), Mario Klinger (1. FC Kaiserslautern II), Yohannes Bahcecioglu (1. FC Köln II), Fabian Hergesell (Fortuna Düsseldorf) und Stephan Loboué (Greuther Fürth) schien RWO mindestens gleichwertigen Ersatz gefunden zu haben, doch nur Lamidi, Hergesell und Klinger konnten sich bislang eine Art Stammplatz erobern. In der Winterpause wurde deshalb noch einmal nachgelegt. Mittelfeldmann Dennis Grote kam vom VfL Bochum und Innenverteidiger Steven Ruprecht wechselte vom FC Ingolstadt zu RWO. Keeper Stephan Loboué ist trotz der Erfahrung von 81 Zweitligapartien bislang nur Ersatz für Sören Pirson, der auch schon in den beiden vergangenen Spielzeiten mehr Einsätze verzeichnete als sein zu Belenenses Lissabon abgewanderter Konkurrent Christoph Semmler. Pirson kennt das Ruhrgebiet wie die berühmte Westentasche. Er wurde 1985 in Essen geboren und spielte schon in der Jugend für Schwarz-Weiß Essen, Rot-Weiß Oberhausen und Fortuna Düsseldorf. 2004 kam er zu Borussia Dortmund. Pirson stand hier im Profikader, wurde allerdings nur im DFB-Pokal und in der U23 eingesetzt. Nach einem kurzen und wenig erfreulichen Gastspiel bei Rot-Weiß Essen wechselte der Torwart 2008 zu Rot-Weiß Oberhausen, wo er sich nach und nach durchsetzen konnte. In den vergangenen Jahren gehörte der Grieche Dimitrios Pappas zum Inventar der RWO-Defensive, und auch 2010/11 wäre der robuste Innenverteidiger häufiger zum Einsatz gekommen, wenn ihn nicht ein Innenbandabriss über Monate außer Gefecht gesetzt hätte. Der 30-jährige kam über Plettenberg, Lüdenscheid, Oestrich-Iserlohn und Hagen 2005 nach Essen, blieb aber nur eine Spielzeit bei den Rot-Weißen. Seitdem bestritt er über 100 Partien für Oberhausen, und nach Lage der Dinge werden noch einige dazukommen. Der momentan wohl bekannteste RWO-Spieler wird in Osnabrück nicht auflaufen können. Heinrich Schmidtgal riss sich im November ohne Fremdeinwirkung eine Bizepssehne und laboriert noch immer an der ebenso seltenen wie hartnäckigen Knieverletzung. Dabei war 2010 eigentlich DAS Jahr des schnellen und spielstarken Linksaußen. Nach sehenswerten Auftritten im Dress der Kleeblätter wurde er in die kasachische Nationalmannschaft berufen und sorgte in der EM-Qualifikationsgruppe, in der auch die deutsche Mannschaft antritt, ebenfalls für positive Schlagzeilen. Es dauerte denn auch nicht lange, bis zahlreiche Bundesligisten ihr Interesse an Schmidtgal bekundeten. Der 25-jährige spielte vor seinem Engagement bei RWO in Hövelriege, Verl und Bochum. Für wen er demnächst seine Fußballschuhe schnürt, ist noch nicht bekannt. Allerdings läuft Schmidtgals aktueller Vertrag zum Saisonende aus. Mit sechs Treffern ist Neuzugang Moses Lamidi der erfolgreichste Torschütze seiner Mannschaft. Der 23-jährige Deutsch-Nigerianer machte zuerst in der U23 von Borussia Mönchengladbach auf sich aufmerksam, für die er 2008/09 neun Tore in 22 Spielen erzielte. Lamidi kam daraufhin zu 12 Bundesligaeinsätzen, konnte sich im Fußball-Oberhaus aber (noch) nicht erfolgversprechend in Szene setzen. Bei RWO sieht das anders aus. Der frühere U20-Nationalspieler überzeugt hier vor allem durch seine Schnelligkeit, lässt sich mitunter, etwa beim 0:4 in Frankfurt, aber auch von resignierenden Kollegen anstecken.
Den kompletten Vorbericht können Sie am Sonntag in der neuen „DRIN!“ lesen.
Von: Thorsten Stegemann
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