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Im Blickpunkt: SpVgg Greuther Fürth
04.03.11
Greuther Fürth, Cottbus und Aachen – der Monat März hält ein anspruchsvolles Programm für die Lila-Weißen bereit. Zum Auftakt empfangen die Lila-Weißen den Deutschen Meister von 1914, 1926 und 1929 in der osnatel ARENA. Die Partie gegen Greuther Fürth wird heute um 18.00 Uhr angepfiffen.

Der Zweitliga-Dino
Nachdem Armin Veh mit den Franken in die 2. Bundesliga aufstieg und kurze Zeit später entlassen wurde, versuchten es Uwe Erkenbrecher, Eugen Hach, Werner Dreßel, Thomas Kost und Bruno Labbadia. Paul Hesselbach durfte zweimal ran, und Benno Möhlmann kam sogar zu drei Amtszeiten bei der SpVgg Greuther Fürth. Doch keinem Trainer gelang es, den mittlerweile dienstältesten Zweitligisten zum ersehnten Aufstieg zu führen. 2000/01, 2001/02, 2002/03, 2004/05, 2005/06, 2006/07 und 2008/09 landete die Spielvereinigung auf dem fünften Tabellenplatz, der im Frankenland mittlerweile schwere Aversionen auslöst. Nun soll es Mike Büskens richten, und die nächsten Partien könnten bereits eine Vorentscheidung bringen. Nach dem Gastspiel in Osnabrück wartet die geballte Aufstiegskonkurrenz auf die Franken, die hintereinander gegen Hertha BSC (H), Erzgebirge Aue (A), den MSV Duisburg (H) und den FC Augsburg (A) antreten müssen. Historisch betrachtet kann der Klub, der in den 80er Jahren bis in die Landesliga abrutschte, zweifellos höhere Ansprüche anmelden. Fürth gewann dreimal die Deutsche Meisterschaft und brachte rund zwei Dutzend Nationalspieler hervor. Auch in der jüngeren Vergangenheit fungierte der Verein als Sprungbrett für hoch talentierte Fußballer, die mittlerweile beim 1. FC Nürnberg (Christian Eigler), beim Hamburger SV (Heiko Westermann), bei Mainz 05 (Sami Allagui) oder bei Beşiktaş Istanbul (Roberto Hilbert) spielen. Die überzeugende Personalpolitik hat freilich auch ihre Schattenseiten. Sami Allagui erzielte von 2008 bis 2010 insgesamt 27 Tore für die Franken und wechselte zu Mainz 05. Christian Eigler war 2005/06 mit 18 Treffern sogar Torschützenkönig der 2. Bundesliga – und spielte in der darauffolgenden Saison für den damaligen Bundesligisten Arminia Bielefeld.
Franken in Nahaufnahme
Auch vor Beginn der laufenden Saison war Mike Büskens zu erheblichen Umstellungen gezwungen, und in der Winterpause drehte sich das Personalkarussell gleich noch einmal. Insgesamt 11 Spieler verließen den Verein, 12 neue unterschrieben einen Vertrag bei der Spielvereinigung. Die Spielvereinigung hat in den vergangenen Jahren Talente auf allen Positionen ausgebildet. Aktuell profitiert der Klub von seiner guten Nachwuchsarbeit unter anderem in Person von Edgar Prib, Sercan Sararer und Nicolai Müller. Prib wurde in der erst 1975 gegründeten Stadt Nerjungri geboren, die heute zur russischen Teilrepublik Jakutien gehört. 1996 kam er zur Spielvereinigung, durchlief hier alle Jugendabteilungen und feierte 2009/10 sein Debüt in der 2. Liga. Als Linksverteidiger hat Prib sich in dieser Saison einen Stammplatz erobert und bereits zwei Tore erzielt. Der 21-jährige Spanier Sercan Sararer kam aus der C-Jugend des FC Röthenbach zu Greuther Fürth, erzielte in der laufenden Spielzeit bereits sechs Tore und weckt große Hoffnungen bei seinem Cheftrainer: „Wenn er sein Potenzial abruft, haben wir hier viel Freude an ihm.“ Das gilt erst recht im Fall des 23-jährigen Nicolai Müller, der – abgesehen von einem Kurzbesuch beim SV Sandhausen – seit 2003 das Trikot von Greuther Fürth trägt. Der spielstarke Mittelfeldmann hat große Ziele („Zehn Tore am Saisonende wären nicht schlecht.“) und gute Perspektiven. Im Januar lagen Präsident Helmut Hack vier Angebote aus der Bundesliga vor. Hack konnte damit entspannt umgehen, denn der Flügelflitzer war mit einem Arbeitspapier bis 2013 ausgestattet. Mitte Februar erhielt Mainz 05 den Zuschlag. Ab dem 1. Juli schnürt Nicolai Müller die Fußballschuhe am Bruchweg. Sein erklärter Lieblingsverein ist allerdings Arsenal London …
Lila-Weiß gegen Grün-Weiß
In der osnatel ARENA kassierte die SpVgg Greuther Fürth eine der höchsten Auswärtsniederlagen ihrer Zweitligageschichte. Das 1:5 am 15. März 2009 wurde nur vom 0:5 in Hoffenheim (18. Mai 2008) und vom 0:5 in Chemnitz (3. Dezember 1999) überboten. In den vergangenen 30 Jahren trafen Osnabrück und Fürth in Liga 2 und DFB-Pokal 14 Mal aufeinander. Der VfL konnte sieben Partien für sich entscheiden, Fürth war fünfmal erfolgreich, zuletzt im einseitigen Hinspiel dieser Saison, das die Franken mit 3:0 für sich entschieden. In Osnabrück verloren die Lila-Weißen nur ein einziges Aufeinandertreffen. Am 14. März 2004 hatte Greuther Fürth nach einem Treffer von Florian Heller knapp die Nase vorn. Gut vier Jahre später trennten sich der VfL und die Spielvereinigung in der osnatel ARENA 0:0 unentschieden. Es war die bislang einzige Begegnung, in der die Zuschauer keine Tore sahen.
Von: Thorsten Stegemann
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