1. Sandhausen 15 66
2. Aalen 8 64
3. Regensburg 15 61
4. Heidenheim 12 60
5. Erfurt 9 57
6. Burghausen 8 57
7. VfL 11 55
8. Offenbach 7 55
9. Chemnitz 4 55
10. Saarbrücken 10 54
11. Stuttgart II -3 50
12. Münster -4 50
13. Bielefeld -6 50
14. Darmstadt 4 49
15. Unterhaching 4 44
16. Wehen -8 44
17. Babelsberg -15 44
18. Oberhausen -10 39
19. Jena -20 39
20. Bremen II -41 22
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Im Blickpunkt: SSV Jahn Regensburg
12.08.11

Zweites Heimspiel in der osnatel ARENA. Am 4. Spieltag der Drittliga-Saison 2011/12 empfängt der VfL Osnabrück den SSV Jahn Regensburg. Die Partie wird um 14.00 Uhr angepfiffen.


Abschiede und Rücktritte

An der sportlichen Bilanz des SSV Jahn Regensburg gibt es wenig auszusetzen, denn seit Markus Weinzierl an der Seitenlinie Regie führt, geht es kontinuierlich bergauf. 2008/09 erkämpften sich die Oberpfälzer ein Fünf-Punkte-Polster auf den sportlichen Absteiger Burghausen, der durch den Rückzug von Kickers Emden gerettet wurde, und belegten am Ende den 15. Tabellenplatz. Ein Jahr später wurden sie 16., konnten die Distanz zum ersten Abstiegsplatz aber auf sieben Punkte ausbauen.
2010/11 stand die Regionalliga überhaupt nicht mehr zur Debatte. Die vier Auftaktsiege gegen Bremen II, Unterhaching, Babelsberg und Burghausen katapultierten den Jahn auf einen Aufstiegsplatz, und 34 Partien später reichte es immer noch für Rang 8 sowie  ein rekordverdächtiges Verhältnis zwischen Heim- und Auswärtsbilanz. Im eigenen Stadion konnte Regensburg nur 3 von 19 Spielen gewinnen, aber auf fremdem Geläuf holte die drittbeste Auswärtsmannschaft der Liga  stolze 34 Punkte. Außerdem gewannen die Oberpfälzer den Toto-Pokal und qualifizierten sich so einmal mehr für die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals.
Trotzdem informierte der Verein  Alexander Maul, Stefan Binder, Stefan Jarosch, Florian Hörnig, Tobias Schlauderer, Tim Erfen, Bashiru Gambo, Andreas Schäffer und Kenneth Kronholm Mitte Mai darüber, dass ihre auslaufenden Verträge nicht verlängert werden sollten. Eine Schieflage im Personalhaushalt würde „zwangsläufig die Insolvenz des SSV Jahn nach sich ziehen“, ließen Vorstand und Geschäftsführung wissen, doch kurze Zeit später wurden auch in der Chefetage die Stühle gerückt.
Der Vorstandsvorsitzende Matthias Klemens und Finanzvorstand Alexander Pöppel traten von ihren Ämtern zurück. Medienberichten zufolge sollen anhalten Differenzen mit Oberbürgermeister Hans Schaidinger über den Bau eines neuen Stadions den Ausschlag für diese Entscheidung gegeben haben. Am 18. Juli wurde mit Ulrich Weber ein neuer Vorstandsvorsitzender gewählt, der den Traditionsverein wieder auf Kurs bringen und das geplante Aushängeschild, dem der Stadtrat Ende Juli  mehrheitlich zustimmte, realisieren will.
Eine der Leidtragenden der Regensburger Turbulenzen war Markus Weinzierl. „Es droht alles auseinanderzubrechen“, seufzte der Cheftrainer, der Mitte Juli nur 16 Feldspieler im Kader hatte. Entmutigen lassen wollte sich der 36-jährige, der mehrfach mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht wurde, trotzdem nicht. „Wir mussten auch schon vorher mit dem geringsten Etat der Liga leben und haben uns dennoch weiterentwickeln können. Aufgrund der aktuellen Personallage müssen wir nun leider aber wieder von vorne beginnen“, so Weinzierl in einem „kicker“-Interview. Das realistische Ziel sei in dieser Saison „einzig und allein“ der Klassenerhalt. Davon abgesehen glaube er, „dass Jammern uns nicht weiterbringt“.

Kader mit vielen Unbekannten

Für Linksverteidiger und Rekordspieler Stefan Binder (241 Einsätze für Regensburg) und Tobias Schlauderer gibt es trotz der schlechten Nachrichten im Mai eine Zukunft beim Jahn, und der treffsicherste Schütze der Vorsaison wird den Rot-Weißen ebenfalls erhalten bleiben. Tobias Schweinsteiger, der ältere Bruder des Nationalspielers, brachte es in der vergangenen Saison auf neun Tore in 31 Spielen.
Der 29-jährige wurde gleich dreimal deutscher Vize-Juniorenmeister im Skifahren, ehe er sich für eine Fußballerkarriere entschied. Über bayerische Amateurvereine empfahl er sich für den VfB Lübeck und erzielte im Dress des damals drittklassigen Regionalligisten 18 Tore in 46 Einsätzen. Nach einer Stippvisite bei Eintracht Braunschweig kehrte er zum VfB zurück und war anschließend drei Jahre für die SpVgg Unterhaching aktiv. 2009/10, in seiner bislang erfolgreichsten Saison, gelangen dem Stürmer 14 Treffer.
Schweinsteiger hat knapp 200 Punktspiele absolviert – sein Mannschaftskollege Michael Hofmann kann auf die doppelte Anzahl zurückblicken, obwohl er sich in 14 Jahren beim TSV 1860 München nicht selten auf der Ersatzbank wiederfand. Trotzdem bestritt der Keeper, der zuvor für die SpVgg Bayreuth in der Bayernliga zwischen den Pfosten gestanden hatte, 230 Partien für die erste und zweite Mannschaft. 2010 wechselte er zu Jahn Regensburg und erlebte alle 38 Ligaspiele aus nächster Nähe. Der Vertrag des 38-jährigen wurde im Mai um ein weiteres Jahr verlängert.
Mit den Genannten und dem Anfang August verpflichteten Defensivspezialisten Mario Neunaber (zuletzt Hessen Kassel) ist die Reihe der Spieler mit langjähriger Erfahrung fast schon erschöpft. Ob Neuzugänge wie Jim-Patrick Müller, Ronny Philp (beide Greuther Fürth II), Yusuf Emre Kasal (Istanbul Kartal Belediyespor), Philipp Ziereis (eigene U19) echte Verstärkungen sind, muss sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Wer Markus Weinzierls Arbeit in den vergangenen Jahren beobachtet hat, kann aber mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem positiven Ergebnis ausgehen.
Wenn, ja wenn der Jahn in Zukunft wenigstens von Verletzungen verschont bleibt: Der aus Ingolstadt geholte Stürmer Sebastian Hofmann (FC Ingolstadt) zog sich im ersten Training einen Bänderriss am Sprunggelenk zu, und auch Sebastian Nachreiner und Tobias Schlauderer verletzten sich gleich in der ersten Woche der Saison am Sprunggelenk.

Gute Ansätze

Trotz der schwierigen Gesamtsituation zeigte Regensburg in den Vorbereitungsspielen durchweg überzeugende Leistungen, so etwa bei der knappen Niederlage gegen den frisch gebackenen Bundesligisten FC Augsburg (0:1) oder beim 6:1-Sieg gegen den Regionalligisten FC Ingolstadt II.
Der niederländische Meister Ajax Amsterdam kam gegen Weinzierls Team nicht über ein 0:0 hinaus, während der holländische Erstligist Vitesse Arnheim mit 4:0 klar die Oberhand behielt.
Angesichts der erklärten Zielsetzung Klassenerhalt, zu dem die aktuelle Tabellenführung so gar nicht passen will, sammelt Regensburg auch in der Liga überraschend viele Punkte. Allein sieben in den ersten drei Spielen gegen Babelsberg (H, 1:1), Bremen II (A, 4:1) und Stuttgart II (H, 2:0).


Von: Thorsten Stegemann




 

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