1. Aalen 10 43
2. Sandhausen 9 43
3. Regensburg 15 38
4. Erfurt 5 36
5. Saarbrücken 10 35
6. Burghausen 7 35
7. Chemnitz 2 35
8. Heidenheim 2 34
9. Offenbach 3 33
10. Stuttgart II -2 33
11. Münster -1 31
12. VfL 4 29
13. Wehen -2 29
14. Babelsberg -3 29
15. Bielefeld -6 29
16. Unterhaching 0 28
17. Darmstadt -3 27
18. Oberhausen -10 21
19. Jena -19 18
20. Bremen II -21 17
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Im Blickpunkt: SV Sandhausen
02.10.09

Am Tag der Deutschen Einheit kommt es für den VfL zu einer echten Premiere. Erstmals treffen die Lila-Weißen in einem Ligaspiel auf den SV Sandhausen, der ab 14.00 Uhr seine Visitenkarte in der osnatel ARENA abgibt.


Anfang Juli gewann Sandhausen sein Testspiel gegen den FC Hirschhorn deutlich mit 10:0 und gab im Umkreis der Partie Seltsames zu Protokoll. Neuzugang Regis Dorn, der schon gegen Hirschhorn drei Mal erfolgreich war, wurde mit unüberhörbaren Aufstiegsambitionen zitiert: "Ich möchte wieder nach oben kommen und glaube, dass ich als Führungsspieler meinen Beitrag leisten kann", erklärte der 29-jährige, der für Freiburg, Rostock und Offenbach bereits in der 1. und 2. Bundesliga aktiv war. Präsident Jürgen Machmeier gab sich dagegen bescheiden und verkündete ein durchaus ungewöhnliches Saisonziel: "Wir streben den vierten Platz an." Für Aufklärung sorgte dann Manager Tobias Gebert, der den Medienvertretern erklärte, warum die Kurpfälzer mit diesem Nichtaufstiegs-Rang liebäugeln: "Der vierte Platz berechtigt zur Teilnahme am DFB-Pokal, außerdem kann man davon ausgehen, dass wir so ständig Kontakt zur Spitzengruppe haben."

Mit dem DFB-Pokal hat der SV noch eine Rechnung offen, schließlich musste Sandhausen vor einigen Monaten nachsitzen, als sich die Konkurrenz längst in die Sommerpause verabschiedet hatte. Die eigene U23 spielte sich bis ins Finale des Hoepfner-Cups vor, und da es hier um die Qualifikation für den DFB-Pokal ging, schickte Sandhausen seinen Drittligakader gegen die SpVgg Neckarelz ins Rennen. Bekanntlich ohne Erfolg. Der Vierte der badischen Verbandsliga siegte am Ende 1:0, spielte später gegen den FC Bayern München und sorgte für schlechte Laune bei Präsident Machmeier. "Letztlich haben wir ausgerechnet in unserem wichtigsten Saisonspiel unsere schlechteste Saisonleistung gebracht. Das ist für mich unerklärlich und hat definitiv etwas mit Charakterlosigkeit zu tun", schimpfte der Bauunternehmer und gab gleichzeitig trotz laufender Verträge die Trennung von Danko Boskovic, Christian Beisel und Boris Kolb bekannt.

Neun weitere Spieler verließen Sandhausen zur neuen Spielzeit, in welcher der Tabellenachte der Vorsaison vornehmlich auf die Jugend zu setzen scheint. Zu diesem Zweck wurden mit Nico Hillenbrand (Borussia Dortmund II), Mario Pokar (Eintracht Frankfurt II), Sebastian Fischer (Karlsruher SC II), Julian Schauerte (Bayer Leverkusen II), Philipp Hosiner (1860 München II), Florian Tausendpfund (1860 München II) und Julian Böttger (1899 Hoffenheim II) sieben Spieler aus den U23-Mannschaften bekannter Erst- und Zweitligisten verpflichtet. Zu ihnen stießen der Ex-Osnabrücker Marcel Schuon, Julian Lüttmann von Zweitligist Rot-Weiß Oberhausen, Christian Kuhn von der SpVgg Ludwigsburg und Sascha Just aus der eigenen zweiten Mannschaft.
Von Absteiger Ingolstadt kam außerdem Daniel Jungwirth in die knapp 15.000 Einwohner beherbergende Gemeinde im nordwestlichen Baden-Württemberg. Der 27-jährige Spielgestalter musste das Rampenlicht allerdings zunächst Neuzugang Regis Dorn überlassen, der in den ersten fünf Spielen sieben Tore erzielte und damit schon nach dem 5. Spieltag davon ausgehen konnte, in Sandhausen (mindestens) die zweiterfolgreichste Saison seiner Karriere zu erleben. Treffsicherer war der Franzose bislang lediglich 2005/06, als er in der 2. Bundesliga 13 Mal für Kickers Offenbach einnetzte.

Nach dem fulminanten Start in die neue Saison (sechs Siege, zwei Remis, drei Niederlagen), der die Schwarz-Weißen zeitweise bis an die Tabellenspitze katapultierte, hat der Verein aus dem Rhein-Neckar-Kreis derzeit eigentlich nur ein Problem. Die Zuschauer lassen sich vom erfolgreichen Fußball, der im Nordwesten Baden-Württembergs gespielt wird, zu selten animieren, das auf gut 10.000 Plätze ausgebaute Hardtwaldstadion zu besuchen. In der vergangenen Spielzeit kamen durchschnittlich 2.700 Besucher, und auch im Sommer 2009 sprang der Funken noch nicht über. Das Spitzenspiel gegen Stuttgart II wollten - statt der angepeilten gut 3.000 - nur 2.440 Fans sehen. Am vergangen Wochenende kamen 2.500 Besucher zur Partie gegen Erfurt.

"Mit den großen Traditionsvereinen, die in den Bundesligen gespielt haben, können wir uns nicht messen", sagte Trainer Gerd Dais dem "kicker" und konnte doch einen langfristigen Aufwärtstrend feststellen. "Als ich vor vier Jahren kam, hatten wir manchmal nicht mehr als 300."


Von: Thorsten Stegemann


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