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Im Blickpunkt: SV Sandhausen 1916
24.11.11
Gastspiel beim Tabellenführer. Am Freitag gibt der VfL Osnabrück seine Visitenkarten im Hardtwaldstadion ab (Anstoß: 19.00 Uhr). Wahrlich keine leichte Aufgabe für die Mannen von Uwe Fuchs: Der souveräne Spitzenreiter aus dem Nordwesten Baden-Württembergs ist seit neun Spielen ungeschlagen und hat dabei 23 von 27 möglichen Punkten eingefahren.

Vor der Saison wies Jürgen Machmeier Aufstiegsambitionen weit von sich. Der Präsident hatte offenbar genug von der langjährigen Favoritenrolle, die ihm der „kicker“ in der Sommerpause erneut offerierte. „Bitte, nicht schon wieder“, bat Machmeier das Fachmagazin und kündigte eine Reduzierung des Etats auf rund vier Millionen Euro an. Ein Jahr zuvor war Sandhausen mit 13, teilweise prominenten Neuzugängen in die Spielzeit gestartet. 17 von 20 Cheftrainern sahen den SV als künftigen Zweitligisten, doch am Ende mussten gleich drei Übungsleiter alles daransetzen, um den Klub vor dem Absturz in die Regionalliga zu retten.
Seit Gerd Dais, der schon 1996 als Co-Trainer am Hardtwald arbeitete und Sandhausen später aus der Oberliga Baden-Württemberg in die neue Dritte Liga führte, seine dritte Amtszeit angetreten hat, geht es allerdings steil bergauf. Schon in der Endphase 2010/11 blieben die Sandhäuser unter seiner Regie 13 Spiele in Folge ungeschlagen. Saisonübergreifend wurden lediglich 2 von 30 Ligaduellen verloren! Seit dem 20. Februar 2011 gelang es nur Kickers Offenbach (2:0) und Rot-Weiß Oberhausen (4:1), drei Punkte gegen Sandhausen einzufahren. Außerdem hatte der Deutsche Meister Borussia Dortmund im DFB-Pokal das bessere Ende für sich (3:0).
Nur bei den Zuschauern hat sich der sportliche Aufschwung noch nicht wirklich herumgesprochen. Gegen Saarbrücken kamen gut 5.000 Fans, gegen Münster 3.400. In allen anderen Heimspielen waren weniger als 3.000 Besucher im Hardtwaldstaion.
Personalien
Mit David Blacha, Marcel Busch und Phillipp Kühn wechselten in der Sommerpause gleich drei Akteure von Absteiger Rot-Weiß Ahlen nach Sandhausen. Außerdem konnten erfahrene Spieler wie Sören Halfar (Burghausen), Jan Fießer (Wehen Wiesbaden) oder Aykut Öztürk (Jena) unter Vertrag genommen werden. Mit Marcel Kandziora (Dortmund II) kam überdies ein interessanter Perspektivspieler für den Defensivbereich, der von Dais bis dato 14 Mal eingesetzt wurde und gegen Bremen II sogar ein Tor erzielte.
Vor allem aber scheint Frank Löning in der Form seines Lebens zu sein. Der durchsetzungsstarke Stürmer, der im Dress des SC Paderborn 2009 beide Siegtreffer in den Relegationsspielen gegen den VfL Osnabrück erzielt hatte, markierte neun Treffer in 15 Spielen. Löning wurde 1981 im ostfriesischen Aurich geboren, weiß um seine Qualitäten („Ich kann aus wenigen Chancen das Maximum herausholen!“) und hat das große Ziel klar vor Augen („Ich will wieder in die 2. Liga, wo ich hergekommen bin!“).
Gute Defensive, starke Heimbilanz
Weitere Garanten für den aktuellen Erfolg sind die solide Defensivarbeit und die starken Auftritte im eigenen Stadion. Daniel Ischdonat und Ersatzkeeper Phillipp Kühn, der bislang einmal zum Einsatz kam, kassierten erst 15 Gegentore. So effektiv verteidigte in Liga 3 ansonsten nur der VfL. In punkto Heimstärke können die Lila-Weißen allerdings nicht mithalten. Im Hardtwaldstadion verlor der SV kein einziges Spiel. Bielefeld, Wehen Wiesbaden und Saarbrücken konnten immerhin einen Punkt mit auf die Heimreise nehmen.
Direkte Duelle
Beide Vereine trafen erst zweimal aufeinander. Am 3. Oktober 2009 sorgten Siegert, Hansen und Bencik für eine beruhigende 3:0-Führung des VfL, ehe Alf Mintzel noch der Anschlusstreffer gelang. Das Rückspiel in Sandhausen fand am 31. März 2010 statt und gehört zu den unliebsamen Erinnerungen in der ansonsten so erfreulichen Aufstiegssaison 2009/10. Vor gut anderthalb Jahren führte der VfL durch Tore von Tauer und Kotuljac bereits mit 2:0, ehe Jungwirth, Dorn und Aygün das Spiel im zweiten Durchgang drehten und einen 3:2-Sieg für die Gastgeber einfuhren.
Über die genaue Aufstellung am Freitag wird Cheftrainer Gerd Dais vermutlich lange grübeln müssen. Neben Danny Blum und Julian Schauerte sind auch David Blacha, Roberto Pinto, Tim Danneberg und Julian Böttger krank oder angeschlagen. Der 48-jährige geht trotzdem zuversichtlich in die Partie: „Wir werden alles daran setzen, eine gute Leistung zu bringen und einen weiteren Heimsieg zu landen“, versprach Dais auf der offiziellen Homepage der Sandhäuser.
Von: Thorsten Stegemann
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