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Im Blickpunkt: Union Berlin
10.02.11
Das Prädikat „richtungweisend“ verdient das bevorstehende Gastspiel des VfL „An der Alten Försterei“ (Freitag, 18.00 Uhr) wie so viele andere Partien dieser Zweitligasaison. Doch das Duell zwischen den „Eisernen“ und den Lila-Weißen war schließlich immer etwas Besonderes.

Kein einziges der acht Spiele, die in diesem Jahrtausend ausgetragen wurde, endete torlos, und auch wenn nicht immer 17 Treffer fielen – wie beim legendären „Aufstiegsspiel“ am 1. Juni 2000 – hatten es die Partien stets in sich. So auch das Hinspiel, das der VfL am 22. September 2010 mit 4:1 gewann. Heidrich, Stang, Adler und Andersen sorgten seinerzeit für den bis dato höchsten Saisonerfolg der Lila-Weißen.
Der VfL und Union kämpften zumeist um den Aufstieg oder um den Klassenerhalt, und auch diesmal geht es um drei wichtige Punkte. Vornehmlich für die Gäste, die vier Zähler hinter den „Eisernen“ rangieren. Doch auch Union steckt noch mitten im Abstiegskampf - trotz des wichtigen, von 20.000 eigenen Fans bejubelten Achtungs- und Prestigeerfolges am vergangenen Wochenende, als der Underdog mit 2:1 bei Hertha BSC gewann.
Zum Heimspiel gegen den VfL geht bereits ein offizielles „Derbysieg-T-Shirt“ zum Preis von 14,95 € in den Handel, doch für Cheftrainer Uwe Neuhaus ist der Triumph im Stadtderby kein großes Themas mehr. Er verlangt volle Konzentration auf das Heimspiel gegen die Lila-Weißen. "Der Sieg gegen Hertha darf keine Rolle mehr spielen. Wir müssen ihn aus dem Kopf herausbekommen. Ich denke, dass es ein sehr, sehr schweres Spiel wird", so Neuhaus in der „Berliner Zeitung“.
Der FC leistet die effektivste Abwehrarbeit im letzten Tabellendrittel (27 Gegentreffer), eine Bilanz, die letztlich für beide Torwartkonkurrenten - Jan Glinker (15 Einsätze) und Marcel Höttecke (6 Einsätze) – spricht. Das Team von Uwe Neuhaus konnte allerdings auch erst 22 Tore erzielen, neun davon gingen auf das Konto der beiden erfolgreichsten Stürmer Karim Benyamina (5) und John Jairo Mosquera (4).
In der vergangenen Saison stellten die „Eisernen“ nach neun Siegen, fünf Unentschieden und drei Niederlagen die siebtbeste Heimmannschaft aller Zweitligisten. Aktuell stehen die Berliner in dieser Wertung nur auf Rang 13. Greuther Fürth, Bochum und Paderborn konnten bereits drei Punkte mit auf die Heimreise nehmen, Hertha und Aue hatten wenigstens einen Zähler im Gepäck.
Das gelang den Osnabrückern 2004/05 (1:1) und 2006/07 (2:2) ebenfalls. Nur am 21. November 2003 setzte es nach Toren von Sreto Ristic und Thomas Sobotzik eine Niederlage An der Alten Försterei. Ein Sieg blieb den Lila-Weißen im traditionsreichen Stadion bislang verwehrt. Doch nachdem in Aue auch auswärts der erste dreifache Punktgewinn eingefahren werden konnte, spricht eigentlich nichts dagegen, dass der VfL in der Fremde weitere Zähler sammelt.
Von: Thorsten Stegemann
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