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Im Blickpunkt: VfL Bochum 12.12.10
VfL gegen VfL heißt das Duell am vorletzten Zweitliga-Spieltag des Jahres 2010. Am Sonntag um 13.30 Uhr empfängt der VfL Bochum, der 34 Jahre lang zur Beletage des deutschen Fußballs gehörte und damit in der "Ewigen Tabelle" Rang 12 belegt, den VfL Osnabrück.

Die Lila-Weißen reisen als zweitschlechtestes Auswärtsteam ins Rewirpower-Stadion. Bis dato konnte die Mannschaft von Karsten Baumann nur einen Punkt auf fremden Plätzen ergattern. Er wird Zeit, diese Bilanz aufzubessern und Hoffnung besteht durchaus: Der Revierklub gehört in dieser Saison nicht zu den heimstärksten Teams der Liga. Von den acht Partien im eigenen Stadion konnten nur vier gewonnen werden.
Auch ansonsten läuft es noch nicht rund bei den traditionsreichen Blau-Weißen. Trainer Friedhelm Funkel, der mit Uerdingen (2x), Duisburg, Köln und Frankfurt jeweils direkt den Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga geschafft hatte, könnte beim Bochumer VfL erstmals eine Ehrenrunde drehen müssen.
Um das zu verhindern, zog der erfahrene Coach bereits einige Register. Nach der niederschmetternden 1:4-Niederlage gegen Ingolstadt mussten sich Giovanni Federico, Milos Maric, Mergim Mavraj und Dennis Grote das nächste Spiel von der Tribüne aus anschauen. Prompt gewann das umgestellte Team mit 3:0 gegen Paderborn und bezwang auch Union Berlin an der Alten Försterei mit 1:0. Der Sieg gegen die "Eisernen" hatte für die Bochumer allerdings einen bitteren Beigeschmack. Nach einem schweren Foul von Macchambes Younga-Mouhani zog sich Matias Concha einen Bruch des Schien- und Wadenbeins zu. Er wird seinem Coach bis auf weiteres nicht zur Verfügung stehen.
Grundsätzlich müsste der Kader in der Lage sein, ganz oben mitzuspielen. Trotz erheblicher Veränderungen in der Sommerpause (zehn Abgänge, zehn Neuzugänge) stellen die Bochumer einen beträchtlichen Teil des nominellen Spitzenpersonals in Liga 2. Bis dato hakt es aber vor allem in der Offensive. 18 Tore sind zu wenig für die Tabellenspitze es sei denn man spielt so effektiv wie Erzgebirge Aue. Der Koreaner Chong Tese ist mit sieben Saisontreffern folgerichtig der mit Abstand torgefährlichste Spieler der Bochumer. Aber auch in der Defensive gibt es noch Luft nach oben. Aue, Augsburg, Duisburg, Fürth, Hertha oder Frankfurt kassierten zum Teil deutlich weniger Treffer als der Deckungsverbund vor Keeper Andreas Luthe, der am Montag in Berlin erneut eine starke Leistung zeigte.
In der 2. Bundesliga verpassten sich VfL und VfL mit unschöner Regelmäßigkeit. Die letzten Pflichtspiele liegen somit schon fast vierzig Jahre zurück und datieren aus der Aufstiegsrunde zur Bundesliga in der Saison 1970/71. Seinerzeit verloren die Lila-Weißen ihr Spiel an der Bremer Brücke (2:4), und Bochum siegte auch im Rückspiel mit zwei Toren Vorsprung (3:1). Der Revierklub gewann schließlich die Aufstiegsrunde, während sich die Osnabrücker mit Rang 2 begnügen mussten, aber immerhin den FK Pirmasens, den Karlsruher SC und Tasmania 1900 Berlin hinter sich ließen.
Von: Thorsten Stegemann
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