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Im Blickpunkt: VfR Aalen
02.12.11
Am 19. Spieltag der Saison 2011/12 trifft der VfL Osnabrück zum ersten Mal auf den VfR Aalen. Die Drittligapartie wird am Samstag um 14.00 Uhr angepfiffen.

„Wir wollen mehr!“
Vor zehn Jahren ging der Verein für Rasenspiele in die Offensive. „Wir wollen mehr!“ lautete das offizielle Motto der Saison 2001/02, die mit dem Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga gekrönt werden sollte. Am Ende reichte es nur für den vierten Tabellenplatz, doch in den oberen Regionen der seinerzeit drittklassigen Regionalliga Süd konnte sich der Verein fortan etablieren. Bis 2008 landete der VfR gleich fünfmal unter den Top Ten - ohne das ersehnte Ziel zu erreichen, aber auch ohne Gefahr zu laufen, wieder in die Viertklassigkeit der 90er Jahre abzustürzen. Doch schon im ersten Jahr der neu gegründeten 3. Liga erwischte es den VfR. Vier Trainer und 42 Spieler konnten den Abstieg nicht verhindern, der allerdings umgehend korrigiert wurde. 2009/10 dominierte Aalen die nunmehr viertklassige Regionalliga Süd, verlor gerade einmal 4 von 34 Spielen und verwies die Amateure des 1. FC Nürnberg mit 11 Punkten Abstand auf Platz 2. Überdies gewann der Klub nach 1972, 1979, 1986, 2001, 2002 und 2004 bereits zum siebten Mal den Verbandspokal des Württembergischen Fußball-Verbandes. Der Klassenerhalt war anschließend oberstes Gebot, und tatsächlich blieb Aalen im vergangenen Jahr nach 38 aufreibenden Spieltagen über dem Strich. Chefcoach Ralph Hasenhüttl, der im Januar 2011 Rainer Scharinger beerbt hatte, zog trotzdem seine Lehren aus dem Verlauf einer durchwachsenen Saison. Mit einem „kleinen, aber feinen Kader“ will sich der 44-jährige, dessen Vertrag vor wenigen Tagen bis 2014 verlängert wurde, nun weiter nach vorne arbeiten. 14 Akteure verließen den VfR, und auch der Vertrag mit dem erst im Sommer verpflichteten Ex-VfLer Benjamin Gorka wurde im Oktober 2011 wieder aufgelöst. Die drittligaerfahrenen Neuzugänge Marco Haller (Regensburg), Leandro Grech (Unterhaching), Tim Kister (Dresden), Marco Calamita (Braunschweig) und Thorsten Schulz (SpVgg Unterhaching) kamen besser zurecht und entwickelten sich zu Leistungsträgern in einem aufstrebenden Team. Mittelfeldmann Marco Haller ist deshalb nicht der einzige, der davon ausgeht, dass diese Mannschaft zusammengestellt wurde, „um vorne mit dabei sein zu können.“ Johannes Moser formuliert die gewachsenen Ambitionen des Vereins aus dem Rohrwang noch deutlicher. „Platz vier oder fünf“ sollte es schon sein, meinte der der Aufsichtsratsvorsitzende im August 2011 – und Präsident Berndt-Ulrich Scholz hat noch nicht vergessen, dass man in der 66.000 Einwohner beherbergenden Kreisstadt eigentlich „mehr“ will: „Mittel- und langfristig bleibt die 2. Liga nach wie vor das Ziel.“
Der Kader
Robert Lechleiter ist der erfolgreichste Torschütze des VfR, doch die acht Treffer des 31-jährigen (fünf davon erzielte er in den letzten vier Spielen) machen fast die Hälfte der gesamten Torausbeute (20) aus. Platz 2 teilen sich die Kollegen Dausch, Haller und Leandro mit jeweils nur zwei Treffern. Lechleiter gehört seit vielen Jahren zu den verlässlichen Größen in Deutschlands zweit-und dritthöchster Spielklasse. Der in Rosenheim geborene Offensivmann begann seine Laufbahn bei kleineren Vereinen, ehe er vom Bayernligisten FC Ismaning zur SpVgg Unterhaching wechselte. Für den Münchner Vorortklub bestritt Lechleiter 79 Spiele in der 2. Bundeliga und 28 Einsätze in der Regionalliga Süd. Nach einer wenig erfolgreichen Stippvisite im hohen Norden (Hansa Rostock) kehrte er im Januar 2008 in südlichere Gefilde zurück und kam für den VfR Aalen seitdem in 82 Punktspielen zum Einsatz. Gut möglich, dass Lechleiter seine bisherige Bestmarke von zehn Saisontoren (2007/08 für Unterhaching) in der laufenden Spielzeit optimieren wird. Ein weiterer Dauerbrenner des VfR steht zwischen den Pfosten. Daniel Bernhardt wurde 1985 in Karlsruhe geboren und kam über den FC Germania Friedrichstal und den ASV Durlach zu 1899 Hoffenheim, wo er das Tor der U23 hütete. 2009 wechselte er nach Aalen, kassierte in der Regionalliga Süd nur 19 Gegentore und war damit maßgeblich am direkten Wiederaufstieg beteiligt. Seitdem hat der 26-jährige gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann kein Drittliga-Spiel verpasst. In der osnatel ARENA dürfte er den 57. Einsatz in Folge absolvieren. Um auf die Einsatzzeiten des 27-jährigen Marco Haller zu kommen, wird Bernhardt allerdings noch ein paar Jahre spielen müssen. Der Mittelfeldmann aus Oettingen lief 2003/04 im Trikot des seinerzeit drittklassigen FC Augsburg auf und trat dann fünf Jahre für den VfR Aalen an. 2009 wechselte er nach Regensburg und stellte hier auch seine Torjägerqualitäten unter Beweis. Haller markierte in 65 Partien zehn Treffer für den Jahn und konnte sich damit über mehr Tore als in den vorangegangenen sechs Jahren freuen.
Saisonverlauf
Zunächst fehlte dem VfR die Konstanz, um sich dauerhaft im oberen Tabellendrittel festzusetzen. Starken Auftritten (wie beim 2:0-Heimerfolg gegen Wehen Wiesbaden) folgten ernüchternde Erlebnisse (wie beim anschließenden 0:4 in Regensburg). Doch in den letzten sieben Spielen kassierten die Mannen von Ralph Hasenhüttl nur eine Niederlage. Der fünfte Tabellenplatz ist auch das Resultat einer überzeugenden Auswärtsbilanz. Die Baden-Württemberger konnten bereits in Bielefeld (1:0), Chemnitz (1:0), Jena (3:2) und Bremen (4:0) gewinnen. Auf fremden Plätzen sammelten nur Regensburg und Sandhausen mehr Punkte als der VfR.
Von: Thorsten Stegemann
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