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2. Aalen 8 64
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Jahreshauptversammlung des VfL
15.11.11

Am Montagabend fand die diesjährige Jahreshauptversammlung des VfL Osnabrück statt. 220 stimmberechtigte Mitglieder der Lila-Weißen kamen in die OsnabrückHalle und diskutierten bis nach Mitternacht engagiert über die aktuelle Situation des Vereins.


Fotos: Michael Titgemeyer

Die Veranstaltung begann mit 10 Minuten Verspätung um 19.40 Uhr mit der Begrüßung der Anwesenden durch Dr. Dirk Rasch. Nach zahlreichen Ehrungen stellte der Präsident des VfL in seiner ausführlichen Rede die Überlegungen einer Ausgliederung der Profiabteilung und die Probleme der ehrenamtlichen Führung eines Vereins dieser Größenordnung dar. Außerdem resümierte Rasch das vergangene Jahr inklusive des „unnötigen Abstieges“ und seiner Folgen.  

Rasch verwies dabei auch auf das Motto des Abends. „So viel Tradition und Emotion wie möglich – so viel Kommerz und ökonomischer Sachverstand wie nötig“ – dieser Leitsatz soll für den Klub auch in den kommenden Monaten gelten.

Im Anschluss gab Vizepräsident Gert Lehker Auskunft über den aktuellen Stand der Ermittlungen der kurz nach dem Abstieg durchgeführten Steuerfahndung und ging dabei in die Offensive: „Sollte es zur Anklage wegen vorsätzlicher Steuerhinterziehung kommen, werden wir uns massiv wehren. Ich bin aber optimistisch, dass es nicht dazu kommt.“

Es folgten der Bericht des Wirtschaftsrates und der einzelnen Abteilungen. Lothar Gans verwies in seiner letzten Rede als Sportdirektor der Lila-Weißen auf die Anfänge seiner Wirkungszeit und machte noch einmal deutlich, dass es beim VfL immer nur um den Verein und nie um die Befindlichkeiten einzelner Personen gehen dürfe, wofür Gans Applaus von den Mitgliedern erhielt.

Im Bericht der Kassenprüfer/Steuerberater weist die Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1.7.2010 bis zum 30.6.2011 eine Gesamtleistung von gut 11,4 Millionen Euro aus. Der Jahresfehlbetrag der Lila-Weißen beläuft sich auf 39.000 Euro. Dieser wurde von der Versammlung genau wie der vorgetragene vorläufige Jahresabschluss der LILA-WEISS Marketing GmbH kritisch hinterfragt. Die Verantwortlichen stellten sich den Fragen der Mitglieder, ein späterer Antrag zur Erläuterung dieser Thematik wurde auch deshalb zurückgezogen.

Mit 96 Ja-Stimmen, 51 Gegenstimmen und 13 Enthaltungen (einige Mitglieder hatten den Saal bereits vor der Abstimmung verlassen) wurde das Präsidium entlastet. Zuvor herrschte jedoch eine kontroverse Diskussion, in dessen Verlauf die Gruppierung derjenigen, die gegen die Entlastung des Vorstandes stimmten, die Richtigkeit der Zählung trotz wiederholter Abstimmung anzweifelte.

Der Haushaltsplan für die Saison 2011/12, vorgetragen durch Geschäftsführer Ralf Heskamp, wurde durch die Mitgliederversammlung genehmigt. Dieser sieht Umsatzerlöse von rund 7,307 und Kosten von 7,292 Millionen Euro vor. Die Lila-Weißen peilen damit einen Überschuss von 15.000 Euro an.

Anschließend wählten die Mitglieder Dirk Assmann und Guido Ullmann mit breiter Zustimmung als neue Mitglieder in den Wirtschaftsrat des Vereins. Dessen Antrag, das Präsidium möge bis zur nächsten Jahreshauptversammlung im Jahr 2012 beschlussfähige Konzepte für eine grundlegende Reform der Organisations- und Finanzstruktur erarbeiten, wurde von den Mitgliedern angenommen.

Auch der daran anschließende Antrag von Daniel Dincher, die Mitglieder verstärkt in den Entwicklungsprozess einer möglichen Ausgliederung der Lizenzabteilung einzubeziehen und in regelmäßigen Treffen darüber zu informieren, wurde genehmigt.

Der VfL Osnabrück wird bei der Zahlung der Mitgliedsbeiträge die Möglichkeit schaffen, zwischen jährlicher und quartalsweiser Abbuchung zu wählen. Außerdem  wird der Verein einen gesonderten Tarif für sozial schlechter gestellte Personen erarbeiten. Zu diesem Ergebnis führte der genehmigte Antrag von Thomas Höppner.

Die Jahreshauptversammlung 2011 fand breites Interesse bei den VfL-Anhängern, nie zuvor waren so viele Mitglieder anwesend. Die Versammlung verlief nicht immer harmonisch, teilweise turbulent und emotional. Sie machte deutlich, dass die Vereinsmitglieder sich mit den Entwicklungen kritisch auseinandersetzen und sich an manchen Stellen eine stärkere Einbindung wünschen.


Von: Yvonne Lehnfeld / Thorsten Stegemann




 

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