1. Sandhausen 15 66
2. Aalen 8 64
3. Regensburg 15 61
4. Heidenheim 12 60
5. Erfurt 9 57
6. Burghausen 8 57
7. VfL 11 55
8. Offenbach 7 55
9. Chemnitz 4 55
10. Saarbrücken 10 54
11. Stuttgart II -3 50
12. Münster -4 50
13. Bielefeld -6 50
14. Darmstadt 4 49
15. Unterhaching 4 44
16. Wehen -8 44
17. Babelsberg -15 44
18. Oberhausen -10 39
19. Jena -20 39
20. Bremen II -41 22
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Neujahrsgruß von Dr. Dirk Rasch
01.01.12

Zum 11. Mal richtet sich VfL-Präsident Dr. Dirk Rasch am Neujahrstag mit einem Grußwort an die Fans, Freunde und Partner der Lila-Weißen.


Liebe VfLer,

2011 war kein gutes Jahr für den VfL. Fans, Sponsoren, die Mitarbeiter und die Verantwortlichen waren gleichermaßen geschockt, dass es dem VfL nicht gelungen ist, den Klassenerhalt in Liga 2 zu realisieren. Wenn fünfmal in der Nachspielzeit sicher geglaubte Punkte noch verloren gehen, so darf man sich nicht wundern, wenn das Saisonziel  - zwar äußerst knapp - aber letztlich verdientermaßen nicht erreicht werden konnte. Dabei hat vor allem der Karlsruher Ausgleichstreffer in der 92. Minute den Abstieg besiegelt. Aus heutiger Sicht ist festzustellen, dass nicht Pech zum Abstieg geführt hat, sondern, dass die Kaderqualität nicht ausgereicht hat, in der europaweit stärksten 2. Liga zu bestehen.

Immerhin bleibt zu resümieren, dass der VfL in den letzten fünf Spielzeiten drei Jahre Zweitligazugehörigkeit aufweisen kann. In dieser Zeit ist es gelungen, sich infrastrukturell zu verbessern, gute Zuschauerzahlen zu präsentieren, sehr gute Sponsorenerlöse zu generieren, und es ist (einer kürzlich erschienenen Studie der Universität Osnabrück) zufolge gelungen, sich in Osnabrück zum wichtigsten Image- und Sympathieträger zu entwickeln. Es ist den VfL-Verantwortlichen bewusst, dass, um der Erwartungshaltung der VfL-Fans gerecht zu werden, alles daran gesetzt werden muss, den VfL wieder in die 2. Liga zu führen und ihn dort zu etablieren.

Auch wenn der eine oder andere dies nicht so sieht, die Realisierung dieses Ziels ist und bleibt eine Herkulesaufgabe. Vor allem deswegen, da aktuell zehn Drittligaklubs und mittelfristig über zehn Regionalligaklubs  - darunter viele Traditionsvereine und finanziell starke Retortenklubs (z.B. Redbull Leipzig) -  dieselbe „Idee“ haben. Wer es vorher nicht gewusst haben mag, dem war spätestens nach dem achten nicht gewonnenen Pflichtspiel in Folge und den bis dahin nur 17 erzielten Toren sowie dem Pfeifkonzert und den Unmutsäußerungen nach dem Schlusspfiff des Spiels gegen VfR Aalen klar, dass das Osnabrücker Fußballpublikum Fußball im Niemandsland der 3. Liga nicht akzeptiert.

Es muss der Anspruch von uns allen sein  - wenn schon  3. Liga -, dass um den Aufstieg in Liga 2 gespielt werden muss. Aus diesem Grunde war der Trainerwechsel aus Sicht der Verantwortlichen alternativlos. Auch das Ausscheiden im NfV-Pokal gegen einen Fünftligisten war nicht hinnehmbar.

Es galt der Mannschaft und den zunehmend frustrierten Fans neue Hoffnung zu vermitteln. Die Botschaft musste heißen:  Da geht noch was! Der Devise folgend:  „Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche“, musste ein Trainer verpflichtet werden, der eine solche positive Grundeinstellung leidenschaftlich vermitteln kann. So war es ein Glücksfall für den VfL, dass Pele Wollitz genau zum richtigen Zeitpunkt seine Zelte in Cottbus abbrechen wollte. Nach nur einem gemeinsamen Gespräch unmittelbar vor dem wichtigen Derby in Bielefeld waren wir uns einig, dass Pele Wollitz ab dem 1.1.2012 der alte/neue Trainer des VfL sein wird. Gleich in seiner ersten Pressekonferenz hat er unmissverständlich das ausgedrückt, was die Osnabrücker Fußballfans hören wollten: „Unser Ziel muss der Aufstieg, zumindest das Erreichen des Relegationsplatzes sein." Die in den Tagen danach verkauften Halbjahres-Dauerkarten dokumentieren eindrucksvoll, wie sehr diese Botschaft die Fans elektrisierte.

Dass unsere Mannschaft Potential besitzt, ist unbestritten. Es ist zweifelsohne der Verdienst von Uwe Fuchs, ein spielerisch starkes junges Team zusammengestellt zu haben. Wenn es uns nun gelingen sollte, die beiden Stürmer Rouwen Hennings (z.Zt. FC St. Pauli) und Elias Kachunga (z.Zt. Borussia Mönchengladbach) dazu zu bekommen, haben wir in der Tat eine realistische Chance, zumindest den Relegationsplatz zu erreichen. Im Übrigen hat Pele Wollitz sowohl einst beim VfL (z.B. de Wit, Schäfer, Engel) als auch in Cottbus (z.B. Petersen, Bittencourt, Bittroff) bewiesen, dass die Entwicklung junger Spieler auch in seinem sportlichen Konzept eine dominante Rolle spielt.  Entsprechend wird es keinen grundsätzlichen Kurswechsel geben. Der VfL wird weiterhin auf talentierte junge Spieler - auch aus dem eigenen „Stall“ - setzen.

Das Jahr 2012 stellt den VfL nicht nur vor sportliche Herausforderungen, sondern auch vereinspolitisch stehen einschneidende Änderungen bevor.  Der Wirtschaftsrat hat das Präsidium beauftragt, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die ein auf den VfL zugeschnittenes Modell für eine Ausgliederung der Profiabteilung in eine andere Rechtsform entwickeln soll.  Die vor uns stehende Aufgabe ist sicher keine Herzensangelegenheit, sondern sie wird von der Erkenntnis gesteuert, dass mindestens 98 % der Osnabrücker Fußballfans Profifußball - vornehmlich in Liga 2 - in Osnabrück sehen wollen. Um dieser Erwartungshaltung dauerhaft gerecht zu werden, bedarf es der Generierung zusätzlicher Finanzmittel.

Die Vereinsführung ist nach meinem Verständnis von Verantwortung in der Pflicht, nach realistischen Möglichkeiten zu suchen bzw. Maßnahmen zu ergreifen, die den VfL möglicherweise neu  strukturieren, ihn modernisieren und ihn auf diese Weise an die sich immer schneller verändernden Rahmenbedingungen anpassen. Ich bin fest davon überzeugt, dass vor allem Traditionsvereine, die sich im "Haifischbecken" Profifußball  tummeln, langfristig nur eine realistische Überlebenschance besitzen, wenn sie die Spielregeln eines im Profifußballsport knüppelharten Verdrängungswettbewerbs erkennen,  diese - wenn auch unter Vorbehalt - akzeptieren und sich entsprechend positionieren.  
 
Es ist eine Tatsache, dass Investoren Finanzmittel einer Kapitalgesellschaft aus unterschiedlichen Gründen eher zur Verfügung stellen als einem Verein. Selbstverständlich wird der Verein stets die Mehrheit an einer Kapitalgesellschaft besitzen, sodass eine Fremdbestimmung durch Investoren nicht möglich ist. Die Verantwortlichen des VfL sollten sich auch bei diesem Themenkomplex  - so meine Erkenntnis nach 14 Jahren ehrenamtlichen Wirkens für den VfL - von dem Gedanken leiten lassen: „So viel Emotion und Tradition wie möglich, soviel  Realitätssinn und Sachverstand wie nötig.“ 

Dabei ist es der Vereinsführung wichtig, dass bis zur nächsten Jahreshauptversammlung mit den Mitgliedern des Vereins - vor allen den kritischen - leidenschaftlich, aber  stets fair, das Thema Ausgliederung  diskutiert werden sollte.  Die zu bildende Arbeitsgruppe wird sich im Januar 2012 erstmalig treffen. Die Mitglieder dieses Arbeitskreises werden im Verlaufe des Meinungsbildungsprozesses stets die Vereinsgeschichte, die Tradition sowie die sportlichen und wirtschaftlichen Belange des VfL gleichermaßen berücksichtigen. Wir wissen, dass nicht wenige Mitglieder einer Ausgliederung kritisch bis ablehnend gegenüber stehen. Die Mitglieder des VfL, aber auch die Öffentlichkeit in Osnabrück und seiner Region, der wir uns gleichsam verpflichtet fühlen, werden in regelmäßigen Abständen über den Sachstand informiert.  So verlangt es im Übrigen auch ein Beschluss der Mitglieder auf der letzten Jahreshauptversammlung. Ein jeder von uns muss davon überzeugt sein, so informiert worden zu sein, dass er seine Zustimmung oder Ablehnung für eine Satzungsänderung begründen kann.

Unabhängig davon, ob die Mitglieder einer Ausgliederung zustimmen oder nicht, kann sich meines Erachtens unsere demokratisch verfasste Gesellschaft nur weiter entwickeln, wenn ihre Mitglieder in regelmäßigen Abständen darüber  zu befinden haben, ob Veränderungen stattfinden sollen oder nicht.  Es heißt: „Wer will, dass die Welt so bleibt wie sie ist, will nicht, dass sie bleibt.“ Dieses Plädoyer für  Veränderungen von Strukturen gesellschaftlicher Art gilt sicher auch für Vereinssatzungen.

Ich erhoffe mir für das Jahr 2012 den Wiederaufstieg, vor allem aber auch, dass die Gewalt in unseren Stadien zurückgeht. Wir alle wollen, dass die 98 % friedlicher Fans sicher und unverletzt in die Stadien gelangen, sich dort sicher fühlen, ihre Emotionen ohne Gewaltandrohung ausleben und schließlich wieder unversehrt das Stadion verlassen können. Sodann wäre es kein Problem, wenn unterschiedliche Fangruppierungen ihre Fankultur - welcher Art auch immer - ebenfalls ausleben können. Es muss nur gewaltfrei bleiben.
 
Ich wünsche Ihnen auch im Namen des Präsidiums ein schönes und erfolgreiches Jahr 2012.

Unterstützen Sie unser Team weiterhin leidenschaftlich und glauben Sie fest daran, dass der 5. Aufstieg in die 2. Bundesliga eine durchaus realistische Zielsetzung ist.

Ihr

Dirk Rasch

 


 




 

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