1. Sandhausen 15 66
2. Aalen 8 64
3. Regensburg 15 61
4. Heidenheim 12 60
5. Erfurt 9 57
6. Burghausen 8 57
7. VfL 11 55
8. Offenbach 7 55
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Zur Pressekonferenz des VfL
27.05.11

Am Donnerstag betraten Beamte der Steuerfahndung die Geschäftsräume des VfL Osnabrück, beschlagnahmten Unterlagen und sicherten Daten von Festplatten. Parallel wurden Wohnungen von ehemaligen und aktuellen Spielern und den insgesamt neun Beschuldigten, bestehend aus aktuell im Amt tätigen und bereits ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern sowie der Geschäftsführung, durchsucht. Vier Vertreter der Lila-Weißen äußerten sich zu den Vorgängen am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz.


Den Medienvertretern standen VfL-Präsident Dr. Dirk Rasch, die beiden Vizepräsidenten, Gert Lehker und Günter Niemeyer, sowie Geschäftsführer Ralf Heskamp Rede und Antwort.

Die Vorwürfe der Steuerfahnder beziehen sich auf den Zeitraum 2006 bis 2009. Dem VfL Osnabrück werden verschiedene Verstöße gegen das Steuerrecht vorgeworfen. So sollen Eintrittsgelder nicht in vollem Umfang versteuert, unvollständige Angaben bei Verkaufszahlen von Fanartikeln gemacht und verdeckte Zahlungen an Spieler geleistet worden sein.

Dr. Rasch wertete die erhobenen Vorwürfe zu Beginn der Pressekonferenz als „ungeheuerlich“. Alle Verantwortlichen des Vereins seien von den Vorgängen am Donnerstag auch  „emotional schwer getroffen“ worden. Vizepräsident Gert Lehker schloss sich den Ausführungen des Präsidenten an. Man sei mit dem Vorgehen der Ermittlungsbehörden „in keiner Weise einverstanden“ und betrachte die Anschuldigungen als „haltlos“, insbesondere sofern sie den Vorwurf der vorsätzlichen Steuerhinterziehung beträfen.

Der Vizepräsident, der den Ermittlungsbeamten am Donnerstag auch  seine privaten Kontoauszüge übergeben musste, wies den Vorwurf, Antrittsgelder bei 20 Freundschaftsspielen nicht vollständig angegeben zu haben, zurück. Die Partien seinen im Rahmen von Sponsorenverträgen oder als Good-Will-Aktionen durchgeführt worden. Auch bei den infrage stehenden Meisterschaftsspielen der U23 könne von einer vorsätzlichen Fehlinformation keine Rede sein. 

Lehker bestritt überdies den Vorwurf der Steuerhinterziehung im Bereich der Fanartikel. Die offenen Fragen hätten im Dialog leicht aufgeklärt werden können. „Das sind alles übliche Dinge, die bei einer Betriebsprüfung immer vorkommen.“

Tatsächlich seien 22.000 Euro an einen Spieler gezahlt worden. Die Forderung musste letztlich abgeschrieben werden, weil der Spieler nicht über die nötige Liquidität verfügte, um den Betrag zurückzuzahlen. „Es handelte sich dabei allerdings nicht um eine Abfindung“, so Lehker. „Auch diesen Fall hätte man im Rahmen einer normalen Betriebsprüfung besprechen und klären können.“

Das gelte natürlich auch für den Vorwurf verdeckter Lohnzahlungen. Die einzelnen Fällte liegen Jahre zurück und mussten in den vergangenen 24 Stunden rekonstruiert werden. Im Fall einer Zahlung von 200.000 Euro an einen Spielerberater habe der Verein dem Betriebsprüfer keinen Vertrag mehr vorweisen können. Der Vorgang habe sich allerdings im branchenüblichen Rahmen bewegt. Man habe Spieler zu günstigen Konditionen verpflichtet, im Aufstiegsfall aber vereinbarungsgemäß eine Provision zahlen müssen. Nach Lehkers Einschätzung ergibt sich in diesem Bereich ebenfalls kein Anhaltspunkt für eine vorsätzliche Steuerhinterziehung. 

„Wir sind entsetzt, mit welcher Leichtfertigkeit die Behörden in dieser Sache vorgegangen sind. Ich vermute, da sollte eine Geschichte gestrickt werden: Der VfL soll ein weitverzweigtes Netz aufgebaut haben, um Schwarzgeld zu kassieren. Wir sehen dem weiteren Verfahren sehr gelassen entgegen und warten auf die Auswertung. Wir haben überhaupt keine Veranlassung, davon ausgehen, dass an diesen Vorwürfen etwas dran ist“, so Lehker abschließend.

„Uns wurde immer attestiert, dass unsere Buchhaltung immer besser und professioneller wurde. Wir arbeiten mit einem renommierten Steuerbüro zusammen und haben mittlerweile ein sehr gutes Niveau erreicht“, ergänzte Geschäftsführer Ralf Heskamp. „Über Einzelfälle kann man immer streiten, aber diese Anschuldigungen sind ganz einfach falsch.“

„Ich habe heute viele SMS und eMails bekommen und natürlich auch Gespräche geführt. Die Sponsoren haben mir durchgehend zugesichert, in dieser schwierigen Situation zum VfL zu stehen. Ich gehe davon aus, dass wir die Liquiditätsreserve rechtzeitig hinterlegen können. Aber das wird ein harter Weg. Der Vorstand ist robust und stark genug, um mit diesen Problemen umzugehen. Wir werden in allen Bereichen, vernünftige Lösungen für unseren Verein finden“, erklärte Dr. Dirk Rasch.


Von: Thorsten Stegemann




 

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