1. Sandhausen 15 66
2. Aalen 8 64
3. Regensburg 15 61
4. Heidenheim 12 60
5. Erfurt 9 57
6. Burghausen 8 57
7. VfL 11 55
8. Offenbach 7 55
9. Chemnitz 4 55
10. Saarbrücken 10 54
11. Stuttgart II -3 50
12. Münster -4 50
13. Bielefeld -6 50
14. Darmstadt 4 49
15. Unterhaching 4 44
16. Wehen -8 44
17. Babelsberg -15 44
18. Oberhausen -10 39
19. Jena -20 39
20. Bremen II -41 22
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"Zurückzahlen!" - Interview mit Sebastian Tyrala
08.05.11

Als er im Sommer 2010 zum VfL kam, wollte er nur „so viele Spiele wie möglich machen“. Mittlerweile hat Sebastian Tyrala 29 Einsätze in der 2. Liga absolviert und sich in den Kreis der Führungsspieler vorgearbeitet. „DRIN! sprach mit dem 23-Jährigen - vfl.de veröffentlicht das Interview in kompletter Länge.


DRIN!: Hallo Sebastian! Habt ihr lange gebraucht, um die Niederlage in Paderborn zu verdauen?

Sebastian Tyrala: Das war schon unglaublich ärgerlich, und der Abend nach so einem Spiel ist natürlich gelaufen. Aber wir mussten den Schalter ganz schnell wieder umlegen. Jetzt geht es um ein Finale.

DRIN!: Kann man aus dem 0:1 noch etwas lernen?

Sebastian Tyrala: Wir haben das versucht, indem nicht nur die Fehler analysiert, sondern auch die Aspekte hervorgehoben wurden, die in der 1. Halbzeit gut gelaufen sind. Heiko Flottmann und Joe Enochs haben sich dann einiges überlegt, um uns optimal auf das Spiel gegen Bochum einzustimmen.

DRIN!: Ihr habt aus den letzten neun Spielen keinen einzigen Dreier geholt. Da müssen doch langsam Selbstzweifel aufkommen.

Sebastian Tyrala: Bei mir nicht – und bei den Kollegen sicher auch nicht. Solche Serien sind doch nur etwas für die Statistik. Und wenn wir die letzten 15 Spiele allesamt verloren hätten: Wir können aus eigener Kraft den Klassenerhalt schaffen, und ich bin fest davon überzeugt, dass uns das gelingt. Ich schaue nur nach vorne, denn an den bisherigen Ergebnissen können wir ohnehin nichts mehr ändern. Leider.

DRIN!: Wie hast du den Trainerwechsel empfunden?

Sebastian Tyrala: Ich verstehe schon, dass der Verein in so einer Situation handeln muss, aber für Karsten Baumann tat es mir wirklich leid. Er hat hier Großes geleistet und musste dann den Kopf hinhalten. Für uns Spieler, die doch eigentlich auf dem Platz stehen. Ich selbst habe Baumann viel zu verdanken: Er hat mich zum VfL geholt und mir die Chance gegeben, in der 2. Bundesliga zu spielen. Das werde ich ebenso wenig vergessen wie die Tatsache, dass er für uns ein sehr guter Trainer war.

DRIN!: Der Zweitligakader bestand einmal aus 28 Spielern. Daran hat sich einiges geändert.

Sebastian Tyrala: Ja, aber ich denke, dass die Entscheidungen der sportlichen Leitung richtig waren. Über die Suspendierungen ist eigentlich alles gesagt worden. Manager und Trainer haben klare Ansprüche formuliert, und wer sich nicht daran hält, muss mit den Konsequenzen leben.
In die Mitspieler, die jetzt mit der U23 trainieren, kann ich mich dagegen gut hineinfühlen. Das ist schade, denn sie wollten natürlich ebenfalls dabei sein und dem Verein helfen. Aber auch in diesem Fall gab es meiner Meinung nach keine Alternative. Wir können mit weniger Akteuren konzentrierter und energischer arbeiten, und die mögliche Unzufriedenheit innerhalb des Teams wird automatisch reduziert. Wenn du drei, vier Spielern sagen musst, dass sie am Wochenende nicht zum Einsatz kommen, ist das einfacher, als wenn gleich neun oder zehn enttäuscht sind.

DRIN!: Der VfL ist in einer prekären Lage, aber du kannst mit deiner Saisonleistung durchaus zufrieden sein.

Sebastian Tyrala: Weil der VfL in einer prekären Lage ist, tröstet mich das nicht. Trotzdem, das ist ganz gut gelaufen, auch wenn ich weiß, dass da noch Luft nach oben ist. Aber in der ersten Zweitligasaison kann man auch nicht permanent Spitzenleistungen erwarten. Aber ich spiele mit dem VfL im nächsten Jahr wieder in der 2. Liga. Dann lege ich noch eine Schippe drauf, und wir machen überhaupt ein paar Dinge anders.

DRIN!: Ein guter Vorsatz! Wie erlebst du die 2. Liga?

Sebastian Tyrala: Das ist eine tolle Erfahrung! Auch wenn jeder - oder fast jeder - Fehler sofort bestraft wird. Das Tempo ist höher, es kommen viel mehr Zuschauer in die Stadien, man kann sich mit ganz anderen Gegnern messen als in der 3. Liga. Darum wollen wir ja auch alle drin bleiben. Unbedingt!

DRIN!: Und ausgerechnet gegen Bochum gewinnen?

Sebastian Tyrala: Das ist unser Ziel. Wir wissen, wie viel Qualität in diesem Kader steckt. Dafür reicht schon ein Blick auf die Ersatzbank. Aber das spielt am Sonntag überhaupt keine Rolle. Bochum muss ebenfalls gewinnen, das ist unsere Chance.

DRIN!: Du hättest nicht lieber einen Gegner, für den um nichts mehr geht?

Sebastian Tyrala: Nein, gar nicht. Der würde sich doch über das gute Wetter freuen und munter drauf losspielen, ohne besondere Rücksichten zu nehmen. Zwischen Bochum und uns sind die Verhältnisse klar. Beide wollen gewinnen, beide müssen gewinnen.

DRIN!: Was können die Fans für euch tun?

Sebastian Tyrala: Ich möchte lieber die Frage beantworten, was wir für die Fans tun können. Etwas zurückgeben für die große Unterstützung in dieser Saison. Am Anfang herrschte viel Euphorie, dann gab es auch Misstöne, aber wenn es darauf ankam, haben uns die Fans immer unterstützt. Sie sind hier ins Stadion gekommen und haben uns zu Tausenden nach Berlin oder Paderborn begleitet. Jetzt sind wir dran: Man kann nicht immer nur nehmen, man muss auch zurückzahlen. Das wollen wir tun: Nicht nur mit Leistung und der richtigen Einstellung, sondern auch mit Punkten.


Von: Thorsten Stegemann




 

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