Pokal

Heimspiel
VfL Osnabrück
9'
Amenyido
1:1
73'
Alvarez
2:3
2
:
3
RB Leipzig
7'
Sabitzer
0:1
29'
Klostermann
1:2
31'
Sabitzer
1:3
So. 11.08.2019 Anstoß: 15:30 Uhr | Schiedsrichter: Tobias Stieler
Zuschauer: 14625 Zuschauer

match-center

Champions-League-Teilnehmer zu Gast in Osnabrück

In der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals 2019/20 trifft der VfL Osnabrück am Sonntagnachmittag (15.30 Uhr) auf eines der erfolgreichsten deutschen Teams der Vorsaison. RB Leipzig wurde Bundesliga-Dritter, qualifizierte sich für die Champions League und scheiterte im nationalen Pokalwettbewerb erst im Finale am FC Bayern München.

Viele Spieler, die 2018/19 für Furore sorgten, stehen weiterhin im Kader der Sachsen, die sich nur von Bruma (PSV Eindhoven), Julian Krahl (1. FC Köln), Marius Müller und Emile Smith Rowe (Arsenal London U23) trennten. An ihrer Stelle wurden bis dato sechs Akteure verpflichtet und einige Youngster in den Profikader befördert.

Obwohl Hannovers 33-jähriger Keeper Philipp Tschauner den Altersschnitt kräftig nach unten drückte, liegt der entsprechende Durchschnittswert der Leipziger Neuzugänge bei gerade einmal 19,5 Jahren. Die „roten Bullen“ stellen damit das mit Abstand jüngste Team der Fußball-Bundesliga (22,8 Jahre). Der von transfermarkt.de geschätzte Marktwert liegt dennoch bei gut 520 Millionen € – mehr können nur Bayern München und Borussia Dortmund aufbieten.

Ob es Leipzigs neuem Trainer Julian Nagelsmann, der mit seinem VfL-Kollegen Daniel Thioune einst den Fußballlehrer-Lehrgang absolvierte, nun gelingt, aus dem Erfolgsteam der Vorsaison, den Neuzugängen Tschauner, Ademola Lookman (FC Everton), Christopher Nkunku (Paris SG), Hannes Wolf (Red Bull Salzburg), Luan Cândido (Palmeiras U20), Ethan Ampadu (FC Chelsea) und hochtalentierten Youngstern des eigenen Leistungszentrums erneut ein schlagkräftiges Team zu formen, werden schon die nächsten Wochen zeigen. Nach dem Saisonauftakt in Osnabrück treffen die Sachsen auf „Eisern“ Union (A), Eintracht Frankfurt (H) und Borussia Mönchengladbach (A).

Die Vorbereitung

Gegen namhafte Gegner testete RB seine Form vor Anpfiff der neuen Saison. Dabei verloren die Sachsen gegen den FC Zürich (1:4) und zweimal gegen Aston Villa (1:3/0:1). Gegen Galatasaray Istanbul (3:2) und Stade Rennes (2:0) hatten die „roten Bullen“ dagegen die Nase vorn.
Nagelsmann, der mit zehn Gegentreffern in fünf Partien naturgemäß nicht zufrieden war, diagnostizierte daraufhin noch diverse Schwachstellen in seinem Team – auch in der Schaltzentrale desselben. „Ich brauche jemanden auf dem Platz, der Kommandos gibt“, meinte der Cheftrainer.

Lila-Weiß gegen Rot-Weiß

Der Wurf eines Feuerzeugs beendete das letzte Pokal-Duell zwischen Osnabrück und Leipzig, das beim Stand von 1:0 für den VfL abgebrochen und am grünen Tisch mit 2:0 für RB gewertet wurde. Bis dahin stand es in der Matchstatistik 1:1. In der Drittligasaison 2013/14 gewann der VfL ein spektakuläres Heimspiel mit 3:2, während RB auf eigenem Geläuf mit 1:0 siegte.

VfL Osnabrück
Spielaufstellung
1
Nils Körber
 TW
4
Lukas Gugganig
6
Moritz Heyer
8
Ulrich Taffertshofer
10
Anas Ouahim
14
Etienne Amenyido
16
Thomas Konrad
19
Kevin Wolze
20
Marc Heider
23
David Blacha
27
Felix Agu
 
Ersatzbank
22
Philipp Kühn
 ETW
2
Manuel Farrona Pulido
9
Marcos Alvarez
11
Nico Granatowski
17
Adam Susac
25
Sven Köhler
26
Sebastian Klaas
28
Kevin Friesenbichler
30
Benjamin Girth
RB Leipzig
Spielaufstellung
28
Yvon Landry Mvogo Nganoma
 TW
4
Willi Orban
6
Ibrahima Konate
7
Marcel Sabitzer
9
Yussuf Poulsen
11
Timo Werner
16
Lukas Klostermann
18
Christopher Nkunku
22
Nordi Mukiele
27
Konrad Laimer
31
Diego Demme
 
Ersatzbank
1
Peter Gulacsi
 ETW
3
Marcelo Saracchi
8
Amadou Haidara
10
Emil Forsberg
13
Stefan Ilsanker
17
Ademola Olajide Lookman
20
Matheus Cunha
29
Jean-Kévin Augustin
53
Tom Krauß

Bildergalerie VfL-Leipzig

Pokalfight und Moral am Ende nicht belohnt

Der VfL Osnabrück hat dem Bundesliga-Spitzenteam RB Leipzig in einem packenden Pokalspiel alles abverlangt, am Ende aber unglücklich mit 2:3 verloren. Die Niederlage tat der Stimmung an der Bremer Brücke keinen Abbruch, sie war und blieb überragend!

Die Ausgangslage

„Auf dem Papier haben wir gegen Leipzig keine Chance, aber die wollen wir nutzen“, sagte VfL-Trainer Daniel Thioune vor der Partie. „Sie haben mehr Qualität als wir, aber wir wollen die Grenzen in diesem einen Spiel verwischen.“ Das ist den Osnabrückern zweifelsfrei gelungen.

Das Spiel

Fußball und Konjunktiv passen einfach nicht zusammen. Insofern verbieten sich Fragen danach, was gewesen wäre, wenn das 1:3 nicht so schnell fällt, wenn Marc Heider früher den Anschluss erzielt oder die Nachspielzeit noch ein paar Minuten länger betragen hätte. Dennoch: Der VfL hätte den Champions-League-Teilnehmer und Vorjahresfinalisten um Haaresbreite in die Verlängerung gezwungen.

Der Schock nach dem frühen Gegentor (Sabitzer, 7.) hielt nur schlappe 2 Minuten, dann hatte Etienne Amenyido für VfL nach einer Flanke des frisch gebackenen Zweifachvaters David Blacha ausgeglichen. Leipzig ging erneut in Führung (29.) und baute diese sogar innerhalb von 2 Minuten aus. Erst nutze Klostermann und dann erneut Sabitzer einen abgeprallten Ball im Nachschuss, nachdem Nils Körber im Osnabrücker zunächst abwehren konnte.

Getragen von 14.625 Zuschauern an der Bremer Brücke entwickelte sich die Partie mehr und mehr zu einem echten Pokalfight und der VfL bekam sogar Übergewicht. Marc Heider hatte die Chance auf den Anschluss nach einem Sololauf, den besorgte letztlich Marcos Alvarez per Handelfmeter (73.). Die Lila-Weißen drückten, sie kratzten und bissen – doch es reichte am Ende nicht mehr zum dritten Tor.

Fazit

Dass die enttäuschten Spieler nach Schlusspfiff trotz Niederlage mit stehenden Ovationen vom Publikum gefeiert wurden, ist der beste Beleg dafür, dass sie ein unglaubliches DFB-Pokalspiel gegen einen der spielstärksten deutschen Mannschaften abgeliefert haben. Viele positive Ableitungen kann der VfL mitnehmen für den weiteren Verlauf der 2. Bundesliga, auf den sich die Lila-Weißen nach dem bitteren Pokals-Aus nun voll und ganz konzentrieren können.

Das nächste Spiel

Am Montag, den 19. August findet der nächste Brückentag in Liga 2 statt. Um 20.30 Uhr ist der SV Darmstadt zu Gast an der Bremer Brücke, die gefüllt und stimmungsvoll wie heute wieder einmal Kräfte freisetzen kann.