8. Spieltag

Heimspiel
VfL Osnabrück
90'
Kerk
1:4
1
:
4
1.FC Nürnberg
25'
Schäffler
0:1
29'
Nürnberger
0:2
43'
Lohkemper
0:3
71'
Schäffler
0:4
Mo. 23.11.2020 Anstoß: 20:30 Uhr | Schiedsrichter: Felix Zwayer

match-center

Besuch aus Franken

Montagabend, Flutlicht an der Bremer Brücke und ein Gegner mit wahrhaft klangvollem Namen: Alles ist angerichtet für ein tolles Zweitligaspiel zwischen dem VfL Osnabrück und dem 1. FC Nürnberg (Anstoß: 20.30 Uhr). Auch diesmal müssen die Lila-Weißen ohne ihre treuen Fans auskommen. Trotzdem wollen die Schützlinge von Marco Grote alles versuchen, um gegen den neunfachen Deutschen Meister weitere Punkte einzufahren.

Der letzte Sieg gegen die Clubberer liegt schließlich fast 20 Jahre zurück. Christian Claaßen brachte den VfL am 16. April 2001 in der 12. Minute in Führung, doch Jacek Krzynówek gelang wenig später der Ausgleich. Bis zur 90. Minute fiel kein weiterer Treffer, dann sorgte Wolfgang Schütte für das umjubelte 2:1.

Wer einmal führt …

Dass die Anderen am Ende Grund zur Freude haben, mussten die Nürnberger auch in der laufenden Saison öfter feststellen als ihnen lieb war. In allen sieben Spielen lagen die Franken irgendwann in Führung, aber nur eine einzige Partie (1:0 gegen Sandhausen) bescherte ihnen einen dreifachen Punktgewinn. Ansonsten standen vier Unentschieden und zwei Niederlagen zu Buche – das ist definitiv zu wenig für die Ansprüche des Traditionsvereins.

Zweifache Torschützen

Immerhin ist der Kader der Franken, für den auch der neue Sportvorstand Dieter Hecking verantwortlich zeichnet, in dieser Saison wieder hochkarätig besetzt. transfermarkt.de beziffert den Marktwert auf gut 22 Millionen Euro. Nach der enttäuschenden Vorsaison, die mit Relegationsspielen gegen den Dritten der 3. Liga endete, wurde auch die Offensivabteilung verstärkt. Manuel Schäffler (Wehen Wiesbaden) und Pascal Köpke (Hertha BSC) haben vielfach bewiesen, dass sie wissen, wo das Tor steht und waren in der laufenden Saison zweimal erfolgreich. Ebenso wie Felix Lohkemper, der gegen Darmstadt und Karlsruhe traf.

Taktik und Einstellung

4-3-3 in Braunschweig, 4-2-3-1 daheim gegen Düsseldorf: Nicht nur in den letzten beiden Ligaspielen gab Nürnbergs neuer Trainer Robert Klauß, der die Länderspielpause zu einem Test gegen Eintracht Frankfurt (2:0) nutzte, verschiedenen taktischen Varianten eine Chance. Was sich der Übungsleiter, der am 1. Dezember seinen 36. Geburtstag feiert, für das Gastspiel in Osnabrück ausgedacht hat, bleibt vorerst abzuwarten.
Ein Trainer-Statement nach dem Düsseldorf-Spiel lässt allerdings erahnen, dass die persönliche Einstellung und Leistungsbereitschaft für Klauß aktuell wichtiger ist als taktische Finessen: „Gegen Düsseldorf hatten wir viele Situationen, in denen die Ballannahme und der letzte Pass unsauber waren. Wo wir im Strafraum waren und falsche Entscheidungen getroffen haben. Das müssen wir besser machen und da gibt es auch klare Ansprüche an die einzelnen Spieler, dass sie bessere Leistungen abrufen müssen.“
Auf Innenverteidiger Georg Margreitter muss der Chefcoach am Montag verzichten. Der Österreicher zog sich am Mittwoch während des Trainings einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu.

Lila-Weiß gegen Rot-Weiß

Der 1. FC Nürnberg gehört ganz sicher nicht zu den Lieblingsgegnern des VfL. Denn abgesehen von dem eingangs erwähnten 2:1 konnten die Lila-Weißen nur noch ein Spiel gegen die Franken für sich entscheiden. Dazu gab es ein einziges Remis und neun Niederlagen.

Spieltag: 23.11.2020, 20.30 Uhr, Bremer Brücke
Spieltags-Hashtag: #OSNFCN

VfL Osnabrück
Spielaufstellung
22
Philipp Kühn
 TW
6
Ludovit Reis
7
Bashkim Ajdini
8
Ulrich Taffertshofer
13
Ken Reichel
14
Etienne Amenyido
18
Maurice Trapp
29
Bryan Henning
30
Maurice Multhaup
33
Timo Beermann
37
Sebastian Kerk
 
Ersatzbank
1
Moritz Nicolas
 ETW
4
Lukas Gugganig
5
Konstantin Engel
10
Niklas Uwe Schmidt
17
Adam Susac
19
Kevin Wolze
23
David Blacha
25
Sven Köhler
27
Luc Ihorst
1.FC Nürnberg
Spielaufstellung
26
Christian Mathenia
 TW
4
Asger Sörensen
5
Johannes Geis
6
Tim Handwerker
7
Felix Lohkemper
9
Manuel Schäffler
14
Tom Krauß
17
Robin Hack
20
Pascal Köpke
22
Enrico Valentini
28
Lukas Mühl
 
Ersatzbank
29
Christian Früchtl
 ETW
10
Nikola Dovedan
13
Pius Krätschmer
15
Fabian Nürnberger
18
Hanno Behrens
23
Fabian Schleusener
25
Oliver Sorg
35
Noel Knothe
36
Simon Rhein

Erste Saisonniederlage gegen den „Glubb“

Am Montagabend kassierte der VfL Osnabrück seine erste Niederlage der Saison. Gegen den 1. FC Nürnberg unterlagen die Lila-Weißen nach 90 insgesamt schwachen Minuten mit 1:4.

Von Beginn an war Zug im Spiel. Amenyido bereits in der 2. Minute mit seiner ersten Strafraumaktion. Kurz danach bewahrte Kühn den VfL im eins-gegen-eins gegen Köpke den VfL vor einem frühen Rückstand. Nächster Schreckmoment in der 5. Minute: Flanke auf Schäffler am langen Pfosten und der „VfL-Schreck“ netzte – aber aus einer Abseitsposition heraus.

In der 10. Minute fasste sich Ajdini nach Angriff über die rechte Seite aus 20 Metern ein Herz, zielte aber zu hoch. In der 12. Minute musste Köpke ausgewechselt werden, für ihn kam Nürnberger auf den Platz.Auch wenn die „Hundertprozentigen“ in der ersten Viertelstunde auf VfL-Seite noch Mangelware waren – defensiv standen die Lila-Weißen sicher.

Dann der Nackenschlag in der 25. Minute: Die rechte Seite des VfL war viel zu offen, Valentini brachte die Flanke auf Schäffler und Nürnbergs Nummer 9 lässt sich so eine Gelegenheit selten entgehen, 0:1 aus Osnabrücker Sicht. Bitterer wurde es in der 28. Minute als Ajdini sich bei einem Rückpass auf Kühn verschätzte: Nürnberger stob dazwischen und überwand Kühn in die lange Ecke des Tores. Das 0:2 bei zwei vielversprechenden Angriffen der Gäste- auf jeden Fall schmeichelhaft und mit einem gewissen Anteil der VfL-Abwehr.

Aber das war es noch nicht in Durchgang eins: Wieder ging es über die rechte Seite, Lohkemper konnte sich im Duell mit Trapp durchsetzen und Kühn überwinden – 0:3, der höchste Rückstand in der laufenden Saison.

VfL-Cheftrainer Marco Grote wechselte in der Pause gleich drei Mal: Für Multhaup, Reichel und Henning kamen Schmidt, Wolze und Ihorst. Der Club war in der 54. Minute erneute gefährlich, als Hack sich gleich gegen zwei Osnabrücker durchsetzen konnte und nur haarscharf am kurzen Pfosten vorbeizielte.

Nach 70 Minuten musste man aus VfL-Sicht konstatieren, dass die Ball- und Passqualität nicht ausreichten, im Offensiv- und Defensivspiel zu viele leichte Fehler eingestreut wurden, um die Gäste aus Franken in echte Bedrängnis zu bringen.

In der 71. Minute setzten die Gäste in Form von Scheffler noch einen drauf: Lohkemper war auf rechts bis zur Grundlinie durchgelaufen, sein scharfer Ball vors Tor wurde von Schäffler trocken zum 0:4 über die Linie gedrückt.

Auch in der Folge musste man aus Osnabrücker Sicht festhalten, dass heute scheinbar ein gebrauchter Tag war.

Den Schlusspunkt der Partie setzte aber ein Ex-Nürnberger im VfL-Dress: Sebastian Kerk verwandelte in der 90. Minute den Elfmeter nach Foul von Mathenia an David Blacha. Das war es dann aber auch.

Mund abwischen, die Woche ist kurz: Bereits am Freitag geht es mit Auswärtsspiel beim FC St. Pauli (Anpfiff: 18:30 Uhr) weiter.