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VfLNews

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20 Jahre Joe Enochs (1)

30.06.2016

Bilder: Helmut Kemme

Am 1. Juli 1996 wechselte er vom FC St. Pauli zu den Lila-Weißen. Noch ohne zu ahnen, wie sehr er den Verein und der Verein ihn prägen würde. Joe Enochs wurde Publikumsliebling, Rekordspieler, erfolgreicher Jugendcoach – und trainiert seit fast einem Jahr den Profikader des VfL. Grund genug noch einmal in drei Teilen zurückzublicken: Auf 20 Jahre in Lila-Weiß! Aber natürlich schauen wir mit Joe Enochs auch nach vorn, denn in vier Wochen startet die neue Saison.

Als Joe Enochs 1994 nach Deutschland kam, empfing ihn die neue Heimat mit 90 Tagen Regenwetter. Damals wohnte er mit dem Kollegen Mark Baena in einer 20 Quadratmeter-Wohnung, die der Hauptsponsor des TuS Hoisdorf den Spielern in seinem Gartenhaus zur Verfügung gestellt hatte. Dabei war Enochs noch gar kein Spieler, denn Hoisdorfs Trainer Gerd-Volker Schock konnte mit dem smarten US-Amerikaner zunächst wenig anfangen.
Doch damit nicht genug. Im Gartenhaus gab es weder Telefon- noch Internetanschluss, kein Kabelfernsehen und kaum Kontakt zur Familie im fernen Kalifornien. „Ich habe Glücksrad geschaut und versucht die deutsche Sprache zu lernen, aber eine Dauerbeschäftigung wäre das nicht gewesen“, erinnert sich Enochs an den schwierigen Start im nasskalten Norddeutschland.

Doch die besseren Zeiten ließen nicht lange auf sich warten. Nachdem er einige Monate beim FC St. Pauli probeweise trainiert hatte, bekam Enochs einen Vertrag für die 2. Mannschaft, die 1994/95 den Sprung in die Regionalliga schaffte, während der Profikader in die Bundesliga aufstieg. Trainer Uli Maslo ließ ihn mit der ersten Mannschaft trainieren, ohne dem einsatzfreudigen Mittelfeldakteur große Hoffnungen auf eine dauerhafte Beförderung zu machen. „Maslo hatte eine starke Truppe, die sich nach dem Aufstieg in der 1. Liga halten konnte. Warum hätte er also experimentieren sollen? Ich war deshalb nicht sauer, aber ich wollte mich unbedingt weiterentwickeln.“

Die Chance dazu bot ihm ausgerechnet der Mann, der sein Engagement in Hoisdorf verhindert hatte. Gerd-Volker Schock, mittlerweile Trainer des VfL Osnabrück, holte Joe Enochs zu den Lila-Weißen. Eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen: Von 1996 bis 2008 sollte Enochs 376 Mal das Trikot der Lila-Weißen tragen.

Kindheit und Jugend

Joseph Andrew Enochs wurde am 1. September 1971 im kalifornischen Petaluma geboren. Mutter Beatrice arbeitete als Lehrerin, Vater Mike verdiente sein Geld als Spediteur und Kaufmann, und die drei älteren Geschwister Lori, Michele und Mike spielten allesamt Fußball, ehe sie sich auf der High School dann anderen Sportarten zuwandten.
Joe, der Grundschule, Mittelschule und High School ohne große Begeisterung, aber mit guten Noten durchlief, begeisterte sich langfristig für das runde Leder. Über den Schulverein "McDowell Celtic" kam er zum "Petaluma Valley Soccer Club", wo Andreas Biselach sein erster wichtiger Trainer wurde. In der kurzen Fußball-Saison, die in der Regel von September bis Anfang November dauerte, spielte er aber vor allem für seine Schulmannschaften. „In den USA hat der Schulsport einen ungeheuer hohen Stellenwert. Zu unseren Spielen sind oft 800 oder 900 Zuschauer gekommen, und die Vereine haben ihre Trainingszeiten oder Turniere nach den Planungen der High School ausgerichtet. Das waren ganz schön viele Termine, und ich weiß eigentlich gar nicht, wie unsere Eltern es geschafft haben, uns überall herumzubringen.“

In der 9. Klasse bekam das hoffnungsvolle Talent dann ein Angebot, das Familie Enochs trotz der beträchtlichen Kosten für Reise, Unterkunft und Verpflegung nicht ablehnen konnte. Mit der Jugendauswahl von "San Francisco United" spielte der 14-jährige vier Turniere in Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen. Zwei Jahre später ging es nach Brasilien und mit dem U19-Team spielte er schließlich sogar um die amerikanische Meisterschaft. Im Halbfinale gewann San Francisco gegen die Mannschaft aus Virginia nach einem dramatischen Elfmeterschießen, das Enochs in dieser Form nur noch ein einziges Mal erleben sollte. Erst im Finale mussten sich die Kalifornier dem Vertreter aus Minnesota mit 1:2 geschlagen geben.

Fußballer oder doch lieber Polizist?

Im Alter von 17 Jahren verließ Joe Enochs das heimische Petaluma und seine 40.000 Einwohner, um an der Sacramento State University Kriminalistik zu studieren. „Hier habe ich zum ersten Mal wirklich begriffen, dass ich die Dinge selbst in die Hand nehmen muss, wenn ich im Leben etwas erreichen will“, erzählt Enochs. Was wäre eigentlich aus ihm geworden, wenn es den Fußball nicht gegeben hätte? „Ich hatte eine Zeitlang vor, anschließend Jura zu studieren, doch heute bin ich nicht mehr ganz sicher, ob das tatsächlich mein Weg gewesen wäre. Vermutlich hätte ich mich für den gehobenen Polizeidienst beworben, mit einem guten Abschluss wäre das eine interessante Perspektive gewesen.“
Doch nach vier Jahren Studium musste der potenzielle Ordnungshüter eine Grundsatzentscheidung treffen, denn im letzten noch fehlenden Semester hätte er an der Universität nicht mehr Fußball spielen dürfen. So ging den Vereinigten Staaten ein Polizist verloren. Deutschland aber bekam Besuch von einem fußballverrückten 23-jährigen.

Mit fünf Matratzen in der U-Bahn

Freilich kreisten die Gedanken des jungen Amerikaners fortan nicht ausschließlich um Trainingseinheiten, Spielanalysen und 90 Minuten auf dem grünen Rasen. „Hamburg ist schon eine tolle Stadt, und wenn man will, kann man dort jeden Tag etwas erleben. Ich habe damals zwar auch viel gelesen, Hermann Hesses ´Steppenwolf´ zum Beispiel, so ziemlich alle Romane von Tom Clancy und – um die Sprache zu lernen - abwechselnd deutsche und englische Bücher. Aber wir sind auch oft in Konzerte gegangen und abends um die Häuser gezogen.“
Ein Jahr lang durfte der eingefleischte Led Zeppelin- und Rolling Stones-Fan bei dem Kollegen Morton Jensen und seiner Frau zur Untermiete wohnen, doch der familienerfahrene Enochs versuchte sein Glück auch in einer Männer-WG, die aus fünf lebenslustigen Fußballern bestand. „Leider hatten wir in der Wohnung keine Möbel und beschlossen deshalb, uns wenigstens ein paar Matratzen zu besorgen. Da keiner von uns ein Auto besaß, mussten wir sie wohl oder übel in der U-Bahn transportieren. Mitten durch Hamburg. Das war eine der verrücktesten Aktionen, die ich je mitgemacht habe.“

Der Wechsel von der Metropole Hamburg ins beschauliche Osnabrück fiel Enochs dennoch nicht schwer. „Ich hatte das Gefühl, dass die Zeit für einen neuen Abschnitt gekommen war, und Osnabrück erinnerte mich in vielen Dingen sehr an Petaluma. Hier war alles überschaubarer, strukturierter und sicher auch ein Stück solider. Mir hat das von Anfang an gut gefallen.“

Teil 2 folgt morgen ab 8.00 Uhr hier auf vfl.de.


Von: Thorsten Stegemann



 

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