

VfL unterliegt Paderborn trotz Leistungssteigerung im zweiten Durchgang
Der VfL Osnabrück hat das Testspiel beim Bundesligisten SC Paderborn 07 mit 1:3 verloren. Nachdem die Gastgeber ihre wenigen Torchancen im ersten Durchgang konsequent genutzt hatten, zeigten sich die Lila-Weißen nach dem Seitenwechsel deutlich verbessert. Luca Raimund erzielte den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer, zudem erspielte sich der VfL mehrere gute Möglichkeiten auf weitere Tore.
Nur einen Tag nach dem 1:1-Unentschieden gegen Dynamo Dresden stand für den VfL Osnabrück bereits die nächste Partie auf dem Programm. Auf dem Trainingsgelände des SC Paderborn 07 trafen die Lila-Weißen unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf den Erstligisten. Beide Mannschaften nutzten die Begegnung, um insbesondere den Spielern Einsatzzeit zu ermöglichen, die am Vortag nicht oder nur wenig zum Einsatz gekommen waren.
Cheftrainer Timo Schultz schickte seine Mannschaft in einer 3-4-2-1-Grundordnung auf den Platz. Vor Torhüter Sauter bildeten Abu Hanna, Janotta und Bakatukanda die Dreierkette. Opitz und Kapitän Faber besetzten die beiden Schienenpositionen, während Lesueur und Münst im zentralen Mittelfeld agierten. Hinter der einzigen Spitze Kyereh spielten Badjie und Wensing.
Die Partie begann aus Osnabrücker Sicht denkbar ungünstig. Bereits in der fünften Minute brachte Duric den Ball mit einem gefühlvollen Chip in die Spitze, wo Zeitler das Zuspiel stark verarbeitete und den Ball anschließend sehenswert unter die Latte zirkelte (5.). Dabei war es zunächst die einzige nennenswerte Gelegenheit der Gastgeber. Der VfL zeigte sich keineswegs chancenlos und suchte seinerseits den Weg nach vorne. Nach einer guten Kombination über die rechte Seite fand eine Flanke von Faber keinen Abnehmer. Wenig später schickte Wensing mit einem langen Ball Opitz auf die Reise, doch Paderborns Torhüter Schubert fing das Zuspiel im letzten Moment ab.
Trotz dieser offensiven Ansätze waren es erneut die Gastgeber, die jubeln durften. Nach einem Konter kam Rayan Philippe zum Abschluss und traf mit einem Schuss ins kurze Eck zum 2:0 (27.). Paderborn zeigte sich damit vor dem Tor äußerst effizient, während dem VfL zunächst die letzte Konsequenz fehlte. In der 31. Minute kam Kyereh zum Abschluss, sein Versuch wurde jedoch von der Paderborner Defensive geblockt.
Kurz vor der Pause boten sich den Lila-Weißen gleich zwei gute Möglichkeiten auf den Anschlusstreffer. Zunächst drang Faber in der 41. Minute in aussichtsreicher Position in die Spitze vor, entschied sich jedoch gegen den eigenen Abschluss. Sein Zuspiel in die Mitte fand keinen Mitspieler. Nur wenige Sekunden später ergab sich auf der linken Seite für Opitz eine ähnliche Gelegenheit, doch auch diese blieb ungenutzt. So ging es mit einem aus Osnabrücker Sicht ärgerlichen 0:2-Rückstand in die Halbzeitpause.
Deutlich verbesserter VfL nach dem Seitenwechsel
Zur zweiten Halbzeit nahm Schultz zwei personelle Veränderungen vor. Böggemann ersetzte Sauter im Tor, zudem kam Raimund für Badjie in die Partie. Auch taktisch stellte der VfL um: Lesueur übernahm die linke Schienenposition, Wensing rückte neben Münst ins zentrale Mittelfeld. Davor agierten fortan Opitz und Raimund auf den beiden Zehnerpositionen.
Die Veränderungen zeigten Wirkung. Der VfL kam mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine, spielte mutiger nach vorne und entwickelte zunehmend Torgefahr. Zwar musste sich Böggemann in der 58. Minute zunächst bei einem flachen Abschluss von Philippe auszeichnen, doch nur eine Minute später belohnten sich die Lila-Weißen für ihren engagierten Auftritt.
Nach einem schnell ausgeführten Einwurf von Lesueur auf Münst gelangte der Ball über Opitz zu Raimund. Der Offensivspieler schüttelte seinen Gegenspieler mit einer schnellen Körpertäuschung ab und vollendete präzise ins lange Eck zum 1:2 (59.). Ein sehenswert herausgespielter Treffer, der die Osnabrücker Hoffnungen auf eine Aufholjagd weiter wachsen ließ.
Die Freude über den Anschlusstreffer währte allerdings nur wenige Sekunden. Nach einer unübersichtlichen Situation im Osnabrücker Strafraum, in der der Ball mehrfach zwischen den Spielern hin und her sprang, reagierte Lippmann am schnellsten und beförderte das Leder im Nachstochern über die Linie (60.). Damit stellte Paderborn den alten Zwei-Tore-Abstand unmittelbar wieder her.
Schultz reagierte mit einem Dreifachwechsel: Henning, Flach und Riesselmann kamen für Wensing, Kyereh und Opitz in die Partie. Münst rückte daraufhin wieder auf eine der beiden Zehnerpositionen. Der VfL ließ sich vom erneuten Rückschlag nicht entmutigen und blieb offensiv aktiv. In der 63. Minute kam Faber zum Abschluss, scheiterte jedoch an Schubert.
Besonders in der Schlussphase erspielten sich die Lila-Weißen weitere hochkarätige Möglichkeiten. In der 75. Minute wurde Raimund gut in Szene gesetzt, nutzte sein Tempo und schloss in Richtung des langen Ecks ab. Schubert verhinderte mit einer starken Parade den zweiten Osnabrücker Treffer. Auch die anschließende Ecke sorgte für große Gefahr: Janotta schraubte sich im Strafraum hoch und brachte den Ball auf das Tor, doch ein Paderborner Feldspieler klärte auf der Linie.
So verpasste der VfL innerhalb weniger Sekunden gleich zweimal den möglichen Anschlusstreffer. Insgesamt präsentierten sich die Lila-Weißen im zweiten Durchgang deutlich zielstrebiger als noch vor der Pause. Trotz der deutlichen Leistungssteigerung und mehrerer guter Gelegenheiten blieb es am Ende bei der 1:3-Niederlage gegen den Bundesligisten, der sich insbesondere bei der Chancenverwertung konsequenter zeigte.
Trotz der Niederlage zeigte sich Cheftrainer Timo Schultz nach dem Abpfiff zufrieden: „Es war ein guter Test gegen einen guten Gegner. Wir haben in der ersten Halbzeit zwei, drei Chancen zu viel zugelassen und sind durch das frühe Gegentor denkbar ungünstig gestartet. Insgesamt konnten wir die Partie aber über weite Strecken ausgeglichen gestalten und hatten selbst Möglichkeiten, weitere Treffer zu erzielen. Das Ergebnis stand heute nicht im Vordergrund. Viel wichtiger sind die Erkenntnisse, die wir aus diesem Spiel mitnehmen konnten.“
Tore: 1:0 Zeitler (5.), 2:0 Philippe (27.), 2:1 Raimund (59.), 3:1 Lippmann (60.)
VfL Osnabrück: Sauter (46. Böggemann) – Abu Hanna, Janotta, Bakatukanda – Faber, Lesueur, Münst, Opitz (60. Riesselmann) – Badjie (46. Raimund), Wensing (60. Flach) – Kyereh (60. Henning)
SC Paderborn 07: Schubert – Müller, Sticker, Baack, Batista Meier, Duric, Philippe, Michel, Götze, Lippmann, Zeitler