
Zur Generalprobe: VfL empfängt Bundesligist Paderborn
Am morgigen Samstag empfängt der VfL Osnabrück im letzten Testspiel der Vorbereitung den SC Paderborn (Anpfiff: 15:30 Uhr). Gegen den Bundesliga-Aufsteiger wollen die Lila-Weißen die Formkurve aus der vergangenen Woche bestätigen und mit einem positiven Abschluss in die Saison starten.
Mit dem Sportclub Paderborn 07 trifft der VfL Osnabrück eine Woche vor dem Ligastart auf einen frischgebackenen Bundesliga-Aufsteiger. In der Relegation setzte man sich Ende Mai mit 0:0 und 2:1 gegen den VfL Wolfsburg durch und stieg somit zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte in die Bundesliga auf. Dass die Paderborner in ihrer Vereinshistorie bereits positive Relegationserfahrung vorweisen, mussten die Lila-Weißen einmal selbst schmerzhaft feststellen. Am Ende der Saison 2008/09 traf man in der Relegation zur 2. Bundesliga als Tabellensechzehnter auf den SCP und musste sowohl im Hin- als auch im Rückspiel eine 0:1-Niederlage und daraufhin den Gang in die 3. Liga hinnehmen.
Die Ostwestfalen etablierten sich dagegen in der 2. Bundesliga und feierten sechs Jahre später sensationell erstmals den Aufstieg ins Fußball-Oberhaus. Als Tabellenletzter stieg man jedoch ein Jahr später ziemlich deutlich wieder ab. Das zweite Intermezzo als Erstligist feierte man wiederum, nach einer wilden Phase mit dem Abstieg in die 3. Liga, den Klassenerhalt am grünen Tisch durch den Zwangsabstieg des TSV 1860 München und dem anschließenden Durchmarsch von der dritten bis zur ersten Liga in der Saison 2019/20. Auch dort stieg man als Tabellenschlusslicht nach einer Spielzeit wieder ab, blieb bis zu diesem Jahr aber ein stabiler Zweitligist und erreichte stets einen einstelligen Tabellenplatz. Mit einem 2:0-Auswärtssieg beim SV Darmstadt 98 am 34. Spieltag der vergangenen Saison überholte man die zuvor punktgleichen 96er aus Hannover und qualifizierte sich damit für die bereits erwähnte Relegation.
Geschäftsführer Sport Sebastian Lange musste seine Planungen für die kommende Saison also in kürzester Zeit umstellen. Letztendlich hat der SCP in der Sommerpause ordentlich für die kommende Bundesligasaison aufgerüstet und zehn Neuzugänge präsentiert. Dennoch setzte man bei den neuen Gesichtern aber weniger auf echte Bundesligaerfahrung. Nur Luka Duric (TSG Hoffenheim) kam offiziell von einem Bundesligaverein nach Paderborn, lief in der vergangenen Saison aber vorwiegend bei deren Zweitvertretung in der 3. Liga auf. Neben Duric (250.000 Euro) überwies man auch für die Dienste von Oliver Batista Meier (400.000 Euro) und Jano ter Horst (200.000 Euro), die beide für Preußen Münster aufliefen, Ablösesummen. Ansonsten verstärkte man sich ausschließlich mit ablösefreien Zugängen oder Leihen. Mit Nyamekye Awortwie-Grant (Energie Cottbus), Clemens Lippmann (TSV 1860 München), Martin Ens und Timur Gayret (beide SC Verl) kam dabei ein Großteil in der abgelaufenen Spielzeit noch in der 3. Liga zum Einsatz.
Aber auch auf der Abgangsseite hat sich beim SCP einiges getan. Mit dem Leihende von Dennis Seimen verlor man unter anderem seinen Stammtorhüter. Und auch mit den Transfers von Calvin Brackelmann zum FC Augsburg und Filip Bilbija zu Derby County, verlor man Leistungsträger und Aufstiegshelden. Bilbjia war mit 15 Toren in der 2. Bundesliga sowie seinem Treffer zum 1:1 im Relegations-Rückspiel gegen den VfL Wolfsburg der torgefährlichste Spieler des Teams.
Mit sechs Toren drittgefährlichster Stürmer der Schwarz-Blauen in der 2. Bundesliga war Steffen Tigges. Der gebürtige Osnabrücker geht seit Sommer 2025 für die Ostwestfalen auf Torejagd und kann in der kommenden Saison seine Bundesligaerfahrung von 70 Einsätzen weiter ausbauen. Mit dem Testspiel gegen die Lila-Weißen kehrt der 27-Jährige erstmals seit August 2021 wieder an die Bremer Brücke zurück. Nicht ganz so lange weg waren dagegen Sebastian Klaas und Pit Reimers. Während Sebastian Klaas im Sommer 2022 vom VfL nach Paderborn wechselte und mit diesen im Januar 2024 in der Hasestadt zu Gast war, stand Pit Reimers vom September bis Dezember 2024 in zehn Pflichtspielen für die Osnabrücker als Chefcoach an der Seitenline. Seit letztem Sommer ist der 42-Jährige Co-Trainer von Ralf Kettemann. Für alle drei wird die Partie am Samstag also sicherlich eine besondere, werden sie doch mit offenen Armen empfangen.
Für Ralf Kettemann ist es dagegen das allererste Gastspiel an der Bremer Brücke. Schließlich war die vergangene Spielzeit nicht nur seine Debütsaison beim SCP, sondern auch überhaupt im Profiherrenbereich. Zuvor trainierte der 39-Jährige die U19 des Karlsruher SC und führte diese unter anderem in das DFB-Pokalfinale, wo man mit 0:2 dem SV Werder Bremen unterlag. Mit seinem neuformierten Team absolvierte er in der aktuellen Saisonvorbereitung bislang fünf Testspiele. Nach einem 18:0-Sieg gegen den SC Ostenland, folgten zwei XXL-Test (4 x 30 Minuten) gegen Hannover 96 (3:2) und dem japanischen Erstligisten Fagiano Okayama (3:1). Zuletzt unterlag man mit 0:2 gegen den 1. FC Magdeburg und holte einen Last-Minute-Sieg gegen den FC Southampton (2:1). Dabei traf Jano ter Horst zunächst sehenswert per Fallrückzieher in der 87. Minute zum 1:1-Ausgleich und sorgte fünf Minuten später ebenfalls für den 2:1-Siegtreffer.
Deutlicher waren dagegen zuletzt die beiden Testspielsiege des VfL Osnabrück gegen den SV Vorwärts Nordhorn (7:0) und dem BSV Kickers Emden (3:0). In den beiden Partien am vergangenen Freitag und Samstag kamen fast alle Akteure des Kaders über 90 Minuten zum Einsatz und legten dabei viel Spielfreude an den Tag. So sahen die VfL-Fans sowohl im öffentlichen Testspiel in Nordhorn als auch im Livestream gegen Kickers Emden sehenswerte Spielzüge, die eben nicht selten zum Torerfolg führten. Mit dem SC Paderborn wartet nun zweifelsohne der anspruchsvollste Gegner der Sommervorbereitung. Aber auch gegen die Ostwestfalen möchte Cheftrainer Timo Schultz eine erfolgreiche Partie seiner Mannschaft sehen. Schließlich geht es bereits in einer Woche am Samstag, den 8. August, beim 1. FC Heidenheim, um die ersten wichtigen Punkte der neuen Zweitligasaison.
„Mit dem SC Paderborn treffen wir auf einen richtig guten Testgegner. Wir wollen taktisch nochmal was ausprobieren und vor allem Matchpraxis über 90 Minuten bekommen. Mit der Kulisse drumherum wird es sicherlich ein schöner Fußballtag. Wir freuen uns drauf!“, fasst Cheftrainer Timo Schultz seine Erwartungshaltung für den morgigen Tag zusammen.
Das Personal
Bei den Gästen fallen mit Nyamekye Awortwie-Grant (Außenbandriss), Nick Bätzner (Knieprobleme) und Timur Gayret (Kreuzbandriss) drei Akteure für das Testspiel aus.
Beim VfL kann Cheftrainer Timo Schultz dagegen aus dem vollen Schöpfen und muss keinerlei Ausfälle verzeichnen.
Tickets und Rahmenprogramm der Saisonöffnung
Da die Ticketnachfrage während der Pflichtspielzeit besonders hoch werden wird und deshalb deutlich weniger Karten im freien Verkauf erhältlich sein werden eignet sich das Testspiel besonders gut für einen Familienausflug an die Bremer Brücke. Aus diesem Grund gibt es im Online-Ticketshop sowie im Fanshop an der Bremer Brücke oder an der Tageskasse ein besonderes Familienangebot für die Sitzplätze, bei dem Kinder nur 5 € und Erwachsene 10 € bezahlen. Tickets außerhalb des Familienangebots sind im Sitzplatzbereich für 20 Euro (Ermäßigt 18 Euro, Kind 10 Euro) und im Stehplatzbereich für 10 Euro (Ermäßigt 9 Euro, Kind 5 Euro) zu erwerben. Bis auf die Dieckmann-Westkurve werden für das Testspiel alle Tribünen geöffnet.
Zudem gilt die Partie gegen den SC Paderborn als offizielle Saisoneröffnung der Lila-Weißen in dessen Rahmen bereits ab 11:00 Uhr ein buntes Programm auf dem VIP-Parkplatz vor der Stadtwerke-Osnabrück-Südtribüne stattfinden wird. Für die jüngsten VfL-Fans stehen unter anderem eine Hüpfburg, ein Fußballparcours sowie die Möglichkeit, eigene Jutebeutel kreativ zu gestalten, bereit. Für alle Sammler von besonderen Stücken steht der Sonderverkauf ausgewählter Merchandising-Artikel an – mit der Gelegenheit, das ein oder andere Schnäppchen zu ergattern. Hier werden alte Trikots, Trainingsklamotten und sonstige Ware der Profimannschaft verkauft. Außerdem sind alle drei Trikots der Saison 2026/27 erhältlich. Das komplette Rahmenprogramm ist hier nachlesbar.