Historie

Zwei erste Duelle und ein Galaauftritt

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Nach dem Fall der Mauer trat der 1. FC Magdeburg zehn Jahre lang in der Ober- oder Regionalliga Nordost an. Zum ersten Aufeinandertreffen mit den Lila-Weißen kam es so erst in der Saison 2001/02. Für beide Klubs war es keine erfreuliche Spielzeit, doch vor heimischer Kulisse konnten sowohl Magdeburg als auch Osnabrück immerhin das direkte Duell für sich entscheiden. An der Bremer Brücke lief ein Mann zu großer Form auf, der das Fußballspielen in Berlin gelernt hatte und kurz vor der Jahrtausendwende vom SV Meppen zu den Lila-Weißen gewechselt war.

Magdeburg hatte zwar die Premiere gegen den VfL im Oktober 2001 durch Tore von Pavel Dobry und Armando Zani mit 2:0 gewonnen. Vor dem Wiedersehen an der Bremer Brücke schwebten die Blau-Weißen auf Rang 13 der damaligen Regionalliga Nord aber weiter in Abstiegsgefahr. Auch für die Osnabrücker, die vier Plätze höher standen und fünf Punkte mehr auf dem Konto hatten, war der Sog des Tabellenkellers noch zu spüren. Die Stimmung am Abend des 6. April 2002 war entsprechend gedämpft und die Bremer Brücke zu spärlich besucht, um sich spontan in einen Hexenkessel verwandeln zu können. Nach einer durchwachsenen Saison mit vielen mäßigen Auftritten verloren sich nur etwas mehr als 5.000 Zuschauer im Stadion.

„Kämpft für uns/euch - den VfL“, war auf einem Plakat in der Ostkurve zu lesen und wenigstens das hatten sich die Schützlinge von Jürgen Gelsdorf tatsächlich vorgenommen. Nach unruhiger Anfangsphase kamen die Lila-Weißen immer besser ins Spiel. In der 24. Minute kümmerten sich die Gäste weder um den flankenden Wolfgang Schütte noch um den freistehenden Michael Petri, der mit dem Kopf das 1:0 erzielte.

Direkt nach dem Seitenwechsel krönte der schon in Durchgang 1 stark aufspielende Guido Spork seine Leistung mit dem 2:0. Magdeburgs junger Torwart Jan Burmeister hatte bereits einige Chancen vereitelt, konnte den Einschlag des 20-Meter-Schusses aber nicht verhindern. Und Spork, der Mann mit der Nummer 7 hinter den Spitzen Daniel Thioune und Michael Petri, brillierte weiter - als Spielmacher, Passgeber und noch einmal als Torschütze, als er in der 71. Minute eine sehenswerte Vorlage von Thioune aufnahm und den Ball elegant über den geschlagenen Torwart hinweg in die Maschen beförderte.   

Neben Spork verdiente sich auch Uwe Brunn Bestnoten, denn die Gäste aus Sachsen-Anhalt waren nicht gekommen, um die Punkte kampflos in Osnabrück zu lassen. Schon im ersten Abschnitt rettete der Keeper seinem VfL mehrfach die knappe Führung und auch nach dem Seitenwechsel führte kein Weg an ihm vorbei. So blieb es am Ende beim etwas schmeichelhaften, aber nicht unverdienten 3:0, das für die Lila-Weißen sechs Spieltage vor Schluss den fast sicheren Klassenerhalt bedeutete. Magdeburg geriet dagegen noch einmal in arge Abstiegsnöte, konnte sich aber schlussendlich auf den 12. Tabellenplatz retten.

Guido Spork (Titelbild aus dem August 2003), dem hochveranlagten, mitunter herausragenden Regisseur, der freilich auch seine lustlosen Tage hatte und nicht unbedingt ein Disziplinfanatiker war, gelang mit dem VfL 2004 zum zweiten Mal der Sprung in die 2. Bundesliga. Aufstiege feierte er später auch mit dem SC Paderborn (aus der Regionalliga Nord in die 2. Liga) und den „Eisernen“ von Union Berlin (aus der Oberliga Nordost-Nord in die Regionalliga Nord). 2014 beendete er seine ereignisreiche Laufbahn in seiner Heimatstadt Berlin bei Hertha Zehlendorf.

Titelbild: © IMAGO / pmk

Text: Thorsten Stegemann

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