
Ähnlich souverän wie in der vergangenen Saison gelang dem VfL 2018/19 der Sprung in die 2. Bundesliga. In beiden Fällen kassierten die Lila-Weißen nur sechs Niederlagen in 38 Spielen und überzeugten vor allem durch ihre herausragende Defensivarbeit (31 Gegentore 2018/19, 34 Gegentore 2025/26). Ein weiterer Erfolgsfaktor war das stabile Auftreten gegen nominelle Favoriten und Mitkonkurrenten. Vor acht Jahren gelang es dem VfL zum ersten und bislang einzigen Mal, in einer Saison das Hin- und das Rückspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern zu gewinnen. Das Team von Daniel Thioune beendete in beiden Fällen durchaus imposante Serien der roten Teufel.
Es war eine Premiere, aber ganz sicher eine, die niemand feiern wollte: Im Mai 2018 musste der 1. FC Kaiserslautern erstmals in seiner ruhmreichen Vereinsgeschichte den Gang in die Drittklassigkeit antreten. Der gewaltige personelle und strukturelle Umbau tat der Erwartungshaltung freilich keinen Abbruch - der „Betriebsunfall“ sollte so schnell wie irgend möglich korrigiert werden. Tatsächlich verlief die Vorbereitung über Erwarten positiv und im ersten Spiel der neuen Saison setzten die roten Teufel ein vielbeachtetes Ausrufezeichen. Das Team von Michael Frontzeck gewann - mit sieben Neuzugängen in der Startelf - 1:0 gegen 1860 München.
In den folgenden Wochen entfachten die Pfälzer keine Begeisterungsstürme, denn trotz optischer Überlegenheit stand allzu oft nur ein Unentschieden zu Buche. Doch immerhin: Bevor Frontzeks Schützlinge Anfang Oktober zur Bremer Brücke reisten, hatten sie sechs Ligaspiele in Folge nicht verloren und zuletzt den SC Idar-Oberstein im Südwest-Pokal mit 7:0 abgefertigt. Dem Tabellenführer aus Osnabrück war beim 5:0 in Rehden gerade ein ähnlich guter Auftritt gelungen, doch in Halbzeit 1 kamen Thiounes Schützlinge nur schwer in Tritt. Die Lauterer hatten gleich mehrere hochkarätige Chancen, trafen in Person von Janek Sternberg einmal den Pfosten des Osnabrücker Tores und hätten zur Pause durchaus in Führung liegen können.
Doch mit dem Seitenwechsel wendete sich das Blatt. Die Lila-Weißen kamen wesentlich druckvoller aus der Kabine und nach einer Stunde zum 1:0. Manuel Farona Pulido wuchtete eine Vorlage von Felix Agu ins Netz der Gäste, die unter Druck nicht mehr so zielgerichtet agierten wie noch im ersten Durchgang. Der VfL musste allerdings noch einige knifflige Situationen überstehen, ehe Marcos Alvarez einen Konter in der Nachspielzeit in unnachahmlicher Manier zum 2:0 verwandelte.
Vor dem Rückspiel am 24. März 2019 waren die Osnabrücker der Konkurrenz bereits enteilt, während Lautern auf Platz 6 liegend eine der letzten Chancen nutzen wollte, noch ins Aufstiegsrennen einzugreifen. Sascha Hildmann, 1972 in Kaiserslautern geboren und seit Dezember 2018 Nachfolger von Michael Frontzeck, hatte aus seinen Jungs erneut „Serientäter“ gemacht. Seit der Niederlage in Münster Anfang Februar waren die roten Teufel in sieben Spielen ungeschlagen geblieben. Entsprechend forsch drückten sie aufs Tempo, doch der VfL behielt auf dem Betzenberg einen kühlen Kopf und unterstrich eindrucksvoll seine Ambitionen als Aufstiegsaspirant Nr.1.
Nachdem die ersten Angriffswellen verebbt waren, legten die Lila-Weißen ihrerseits den Vorwärtsgang ein und gingen durch zwei Treffer des für Alvarez in die Startelf beorderten Steffen Tigges (14./21.) mit 2:0 in
Front (siehe Foto). In der zweiten Hälfte erzielte Bashkim Ajdini sogar noch das 3:0 (58.), Carlo Sickinger gelang nur noch der Ehrentreffer für die Hausherren (69.). Am Ende der Saison stieg der VfL als Drittliga-Meister in die 2. Bundesliga auf. Kaiserlautern musste sich dagegen noch drei Jahre gedulden. Im Mai 2022 setzten sich die Pfälzer dann in der Relegation gegen Dynamo Dresden durch.
Titelbild: osnapix
Text: Thorsten Stegemann


