FC Bayern Pokalsieger 2026
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Der FC Bayern im Pokal

Kein Verein hat den DFB-Pokal häufiger gewonnen als der FC Bayern München. 21-mal stemmten die Münchner die Trophäe bislang in die Höhe, insgesamt 25-mal erreichten sie das Endspiel. Von Gerd Müller und Franz Beckenbauer über die Generation um Lothar Matthäus bis zu Philipp Lahm, Thomas Müller oder Manuel Neuer: Die Geschichte des Rekordpokalsiegers ist eng mit der Geschichte des Wettbewerbs verbunden. Erst im Mai sicherten sich die Bayern zum bislang letzten Mal den Pokal.

Der erste Pokalsieg

Dabei dauerte es einige Jahre, ehe der FC Bayern erstmals den DFB-Pokal gewann. 1957 erreichten die Münchner ihr erstes Endspiel. In Augsburg bezwangen sie Fortuna Düsseldorf durch einen Treffer von Rudi Jobst mit 1:0 und feierten damit einen der ersten großen nationalen Erfolge ihrer Vereinsgeschichte.

Spätestens nach dem Bundesliga-Aufstieg 1965 entwickelte sich der FC Bayern endgültig zu einem der prägenden Vereine im deutschen Fußball und sammelte auch im Pokal Titel. Schon 1966 und 1967 folgten zwei weitere Erfolge. 1969 sicherten sich die Münchner durch ein 2:1 gegen Schalke 04 nicht nur ihren vierten Pokalsieg, sondern gemeinsam mit der Deutschen Meisterschaft auch das erste Double der Vereinsgeschichte.

Was zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen war: Kein anderer Club sollte den DFB-Pokal später derart häufig gewinnen.

Ein Finale mit Turban

Zu den berühmtesten Pokalspielen der Bayern gehört das Endspiel 1982 gegen den 1. FC Nürnberg. Zur Halbzeit lag München mit 0:2 zurück, anschließend drehte der FCB die Partie vollständig.

Karl-Heinz Rummenigge verkürzte, Wolfgang Kraus glich aus und Paul Breitner erzielte per Elfmeter die Führung. Das Bild des Abends lieferte jedoch Dieter Hoeneß. Nach einer Kopfverletzung spielte der Angreifer mit einem auffälligen, bereits blutgetränkten Kopfverband weiter und köpfte schließlich selbst zum 4:2-Endstand ein. Der „Turban“ von Hoeneß wurde zu einem der bekanntesten Bilder der deutschen Pokalgeschichte.

16:1 – der höchste Bayern-Sieg

Dass die Münchner im Pokal nicht nur zahlreiche Titel, sondern auch einige außergewöhnliche Ergebnisse produziert haben, zeigte sich besonders deutlich 1997. In der ersten Runde gewann Bayern bei der DJK Waldberg mit 16:1.

Bis heute ist es der höchste Sieg des FC Bayern im DFB-Pokal. Gleichzeitig gehört die Partie zu den torreichsten Spielen in der Geschichte des Wettbewerbs.

Auf der anderen Seite steht als höchste Pokalniederlage ein 1:5 beim 1. FC Köln aus dem Jahr 1972.

Der Pokal und der „Bomber“

Auch die wohl beeindruckendste individuelle Bestmarke des Wettbewerbs gehört zu einem Bayern-Spieler. Gerd Müller erzielte in 62 DFB-Pokalpartien insgesamt 78 Treffer. Damit führt der „Bomber der Nation“ die ewige Torschützenliste des Wettbewerbs mit deutlichem Abstand an.

Müller steht damit beispielhaft für die vielen prägenden Spieler, die mit dem FC Bayern im Pokal Erfolge feierten. Auch bei den Einsätzen tauchen zahlreiche Münchner weit oben auf: Thomas Müller und Oliver Kahn absolvierten jeweils 67 Pokalspiele, Franz Beckenbauer kam in seiner gesamten Karriere auf 66, Manuel Neuer und Sepp Maier jeweils auf 63.

Berlin wird zum regelmäßigen Reiseziel

Besonders seit das Pokalfinale dauerhaft in Berlin ausgetragen wird, gehört der FC Bayern zu den regelmäßigen Gästen im Olympiastadion. Immer wieder verbanden die Münchner dort ihre Meisterschaften mit dem zweiten nationalen Titel.

So gewann Bayern 2008 nach Verlängerung gegen Borussia Dortmund, 2010 folgte ein deutliches 4:0 gegen Werder Bremen. Zwei Jahre später musste sich der FCB dem BVB zwar mit 2:5 geschlagen geben, schon 2013 kehrten die Münchner jedoch auf die Berliner Siegerbühne zurück.

Und dieser Erfolg war ein ganz besonderer.

VFL Osnabrück Logo

2013: Der Pokal macht das Triple perfekt

Am 1. Juni 2013 traf der frischgebackene Deutsche Meister und Champions-League-Sieger im Pokalfinale auf den VfB Stuttgart. Thomas Müller brachte Bayern per Elfmeter in Führung, Mario Gomez erhöhte mit einem Doppelpack auf 3:0. Stuttgart kam noch einmal auf 3:2 heran, doch der Sieg war den Münchnern nicht mehr zu nehmen.

Mit dem Schlusspfiff stand fest: Der FC Bayern hatte als erster deutscher Verein das Triple aus Meisterschaft, Champions League und DFB-Pokal gewonnen. Der Pokal war an diesem Abend also nicht nur der nächste Titel, sondern der Abschluss einer der erfolgreichsten Spielzeiten der deutschen Fußballgeschichte.

Schon 2014 verteidigte Bayern den Pokal durch ein 2:0 nach Verlängerung gegen Borussia Dortmund. 2016 folgte gegen denselben Gegner der nächste Erfolg, diesmal im Elfmeterschießen. Nach der Finalniederlage gegen Eintracht Frankfurt 2018 gewann der FCB 2019 mit 3:0 gegen RB Leipzig.

2020: Wieder ein Triple

Nur sieben Jahre nach dem historischen Erfolg von 2013 gelang den Bayern erneut das Triple. Im DFB-Pokalfinale 2020 setzte sich die Mannschaft von Hansi Flick mit 4:2 gegen Bayer Leverkusen durch. David Alaba, Serge Gnabry und zweimal Robert Lewandowski erzielten die Münchner Treffer.

Es war der 20. Pokalsieg der Vereinsgeschichte. Wenige Wochen später gewann Bayern auch die Champions League und wiederholte damit das Triple von 2013.

Danach allerdings begann für Bayern eine im eigenen Maßstab ungewöhnlich lange Durststrecke im DFB-Pokal. Zwischen 2021 und 2025 erreichte der Rekordsieger kein einziges Finale.

2026 zurück auf dem Pokalthron

Erst in der vergangenen Saison führte der Weg wieder bis nach Berlin. Nach Erfolgen gegen Wehen Wiesbaden, den 1. FC Köln, Union Berlin und RB Leipzig setzte sich die Mannschaft von Vincent Kompany im Halbfinale mit 2:0 bei Bayer Leverkusen durch. Damit erreichte Bayern zum 25. Mal das DFB-Pokalendspiel.

Im Finale wartete der VfB Stuttgart. Nach einer torlosen ersten Halbzeit wurde Harry Kane zum entscheidenden Mann: Der Engländer erzielte alle drei Treffer beim 3:0-Erfolg und schoss Bayern zum ersten Pokalsieg seit 2020. Es war Titel Nummer 21 und gemeinsam mit der Deutschen Meisterschaft gleichzeitig das 14. Double der Vereinsgeschichte.

Damit startet der FC Bayern in dieser Saison nicht nur als Rekordpokalsieger, sondern auch als amtierender Titelträger in den Wettbewerb.

Der Rekordpokalsieger kommt an die Bremer Brücke

Und genau dort beginnt die neue Pokalsaison am kommenden Mittwoch für die Münchner an der Bremer Brücke.

Es ist das vierte Aufeinandertreffen zwischen dem VfL Osnabrück und dem FC Bayern München im DFB-Pokal. Das erste ist dabei bis heute unvergessen: 1978 gewannen die Lila-Weißen im Münchner Olympiastadion mit 5:4. Andreas Wagner erzielte drei Treffer für den VfL, auf Münchner Seite traf Gerd Müller ebenfalls dreimal.

Die beiden folgenden Duelle entschied Bayern für sich. 2001 gewannen die Münchner mit 2:0 an der Bremer Brücke, drei Jahre später endete die Partie vor 18.415 Zuschauern 3:2 für den FCB. Damit stehen vor dem vierten Vergleich ein VfL-Sieg und zwei Bayern-Erfolge zu Buche.

Am Mittwoch, 2. September, um 20:45 Uhr folgt nun das nächste Kapitel: Der 21-malige und amtierende DFB-Pokalsieger gastiert zum Erstrundenspiel an der ausverkauften Bremer Brücke.

Titelbild: osnapix

Text: Malik Scherz

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