Profis

Erst Krumrey, dann Kyereh: VfL dreht im zweiten Durchgang auf

Im Funpark Bremer Brücke nahmen die Lila-Weißen am Sonntag einen langen Anlauf, um mit dem Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit und der Einwechslung von Daniel Kofi Kyereh richtig Fahrt aufzunehmen. Am Ende durfte die Mannschaft vor der Ostkurve den zweiten Sieg in Serie feiern.

Dass der VfL zur Pause mit einem 0:0 in die Kabine ging, war vor allem Jonas Krumrey zu verdanken. Die Eintracht gab in den ersten 45 Minuten zehn Torschüsse ab, während es auf Seiten der Lila-Weißen lediglich zwei waren. Gleich sechsmal musste Krumrey parieren, einmal rettete zudem der Pfosten. Wirklich klare Chancen blieben bei den Gästen allerdings Mangelware, was auch der xGoals-Wert von 0,75 zu 0,06 aus Sicht der Braunschweiger widerspiegelt.

Timo Schultz reagierte zur Pause und brachte Daniel Kofi Kyereh für den gelb-vorbelasteten Fridolin Wagner. Mit dem Wiederanpfiff zeigte der VfL ein anderes Gesicht. Zwischen der 51. und 55. Minute kamen die Lila-Weißen gleich fünfmal zum Abschluss, bis zur 62. Minute stand es beim Blick auf die Torschüsse bereits 6:0 für Osnabrück. Bis zur 82. Minute drehte sich das Bild endgültig: 12:1 Torschüsse zugunsten des VfL nach der Pause. „Wir wussten, dass wir in der zweiten Halbzeit zulegen können, und das haben wir auch gemacht. Das war der Plan von Anfang an“, sagte Bjarke Jacobsen anschließend bei VfL-TV.

Für Kyereh wurde die Partie dabei zu einem besonderen Moment. Der 30-Jährige erzielte in der 53. Minute sein erstes Tor im VfL-Trikot. Sein letzter Treffer im Profibereich lag zu diesem Zeitpunkt fast vier Jahre zurück: Im Oktober 2022 hatte er noch für den SC Freiburg in der Bundesliga gegen Hertha BSC getroffen. Drei Jahre lang fiel der Nationalspieler Ghanas anschließend verletzt aus und war zur Behandlung dabei immer wieder auch in Osnabrück bei Sebastian Schwermann, Head of Perfomance beim VfL. So war für Kofi direkt klar, dass er nach seinem Treffer zum Sprint ansetzte und in die Arme von Schwermann sprang. Dass er bei seinem Treffer genau dort stand, wo der Ball nach einem Eckball herunterfiel, war dabei kein Zufall. „Frithjof, unser Co-Trainer, hat mir gesagt: ‚Schau mal, dass du hinten auf zwei läufst. Da kann es gut sein, dass ein Ball runterfällt‘“, erklärte Kyereh bei Sky Sport. Nach einem kurzen Ping-Pong im Strafraum reagierte der Rückkehrer schließlich instinktiv und schoss den Ball mit 117,27 km/h zum 1:0 in die Maschen.

Auch beim zweiten Treffer standen die Standards im Mittelpunkt. Adrian Beck brachte eine Ecke an den zweiten Pfosten, wo Bjarke Jacobsen, wie schon beim Führungstreffer, völlig frei zum Kopfball kam und den Ball aus fünf Metern mit voller Wucht ins Tor beförderte. Für den Dänen war es der erste Zweitligatreffer in seinem 28. Spiel. Bereits in der vergangenen Saison hatte Jacobsen seine Stärke bei ruhenden Bällen unter Beweis gestellt: Sechs Treffer erzielte er in der 3. Liga, fünf davon per Kopf und vier nach einer Ecke.

Der 3:0-Treffer fiel nur vier Minuten später. Nach einem Rechtsschuss von Jonathan Gómez konnte Braunschweigs Torwart Ron-Thorben Hoffmann den Ball nicht festhalten. Leonhard Münst setzte nach, ehe Robin Meißner den Abpraller über die Linie drückte. Damit belohnte sich der VfL für eine zweite Halbzeit, in der die Mannschaft die Gäste zunehmend vom eigenen Tor fernhielt. „Es ist einfach so, dass wir in der zweiten Halbzeit das Zentrum besser geschlossen haben und Braunschweig dementsprechend zu weniger Aktionen direkt im Sechzehner gekommen ist“, erklärte Cheftrainer Timo Schultz bei Sky Sport.

Dass die Lila-Weißen dabei auch die notwendige defensive Stabilität mitbrachten, zeigte sich insbesondere an Krumrey. Der VfL-Keeper kam am Ende auf acht Paraden und verhinderte unter anderem in der 84. Minute mit einer starken Reaktion den zweiten Treffer der Gäste. Kurz vor dem Ende musste er sich bei Yann Sturms Flachschuss zwar geschlagen geben, ehe Krumrey in der Nachspielzeit im Eins-gegen-eins erneut zur Stelle war. „Am besten ist es, wenn wir es vorher schon verteidigen. Aber so ist es, dafür bin ich da, das ist mein Job“, sagte der Schlussmann bei VfL-TV.

VFL Osnabrück Logo

Neben Krumrey ragte auch Adrian Beck mit einer lauf- und zweikampfstarken Vorstellung heraus. Der Offensivspieler bereitete vier Torschüsse vor, führte 30 Zweikämpfe und legte 12,73 Kilometer zurück. Mit einer Zweikampfquote von 56,7 Prozent erreichte Beck dabei den Bestwert unter den zehn Spielern mit den meisten geführten Duellen in der Liga. Seine Laufleistung war die fünftbeste des Spieltags.

Für Timo Schultz war die Reaktion seiner Mannschaft nach der Pause auch mit Blick auf die intensive Woche entscheidend. „Ich möchte meiner Mannschaft ein riesiges Kompliment aussprechen. Gerade nach dem Mittwoch, der A Kraft gekostet hat und B für alle natürlich auch ein Highlight war, dass wir in der zweiten Halbzeit den Schalter noch einmal so umlegen konnten“, sagte der Cheftrainer auf der Pressekonferenz. Nach dem Pokalabend gegen den FC Bayern und dem ersten Heimsieg der Saison gab es deshalb zwei freie Tage für die Mannschaft.

Und auch Robin Meißner blickte nach dem Schlusspfiff bereits nach vorne. „Mit sechs Punkten stehen wir gut da, aber wir wollen weiter machen“, sagte der Torschütze bei Sky Sport. Die nächste Gelegenheit dazu gibt es am kommenden Sonntag: Dann empfängt der VfL an der Bremer Brücke den aktuellen Spitzenreiter Hertha BSC. Die Partie ist seit Montagmittag ausverkauft. Ab sofort ist im Online-Ticketshop der Ticket-Zweitmarkt geöffnet, dort können bis Stadionöffnung am Sonntag (11:30 Uhr) Karten angeboten und erworben werden.

Titelbild: Jonas Jürgens

Text: Jendrik

Weitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere NewsWeitere News

Weitere News