
Das Team „Präsidium & friends“ hat auch die fünfte Auflage des traditionsreichen Duells mit der Fanabteilung des VfL Osnabrück für sich entschieden. Bei bestem Fußballwetter und vor spürbar mehr Zuschauern als in den vergangenen Jahren setzte sich die von VfL-Legende Lothar Gans betreute Mannschaft in Gaste mit 6:2 durch. Die größte Nachricht des Abends fiel allerdings erst nach dem Abpfiff: Das sechste Aufeinandertreffen soll im Sommer 2027 an der Bremer Brücke ausgetragen werden.
Sportlich blieb auch im fünften Vergleich alles beim Alten: Das mit früheren VfL-Profis, Mitgliedern der Traditionsmannschaft, Funktionsträgern und Freunden des Vereins besetzte Präsidiumsteam setzte seine Siegesserie fort. Die Fanabteilung musste dagegen trotz zweier eigener Treffer weiter auf ihren ersten Erfolg in diesem Duell warten.
Dennoch war die Stimmung auf dem Sportplatz in Gaste von Beginn an ausgezeichnet. Mehr Zuschauer als bei den vorherigen Auflagen verfolgten die Begegnung, die bei nahezu idealen äußeren Bedingungen ausgetragen wurde. Der freundschaftliche Charakter stand dabei jederzeit im Mittelpunkt. Bereits vor dem Anpfiff wartete die vermutlich schwierigste Aufgabe des Abends: Da beide Mannschaften in weitgehend lilafarbenen Trikots antreten wollten, musste zunächst geklärt werden, welches Team zusätzlich Leibchen überziehen sollte.
Nachdem auch diese Herausforderung zu Gunsten der Fanabteilung bewältigt war, konnte Schiedsrichter Uwe Schulte die Partie freigeben.
Früher Doppelschlag für „Präsidium & friends“
Die Mannschaft von Trainer Lothar Gans benötigte nur wenige Minuten, um die Weichen auf den fünften Sieg im fünften Duell zu stellen. In der achten Minute erzielte Tommy Reichenberger das 1:0. Der frühere VfL-Torjäger bewies damit einmal mehr, dass sein Gespür für den richtigen Moment auch lange nach dem Ende seiner Profikarriere nicht verloren gegangen ist.
Nur drei Minuten später legte Mike Thomas nach. Das Mitglied der VfL-Traditionsmannschaft traf in der elften Minute zum 2:0 und sorgte damit bereits früh für klare Verhältnisse.
Dass die Führung zu diesem Zeitpunkt nicht noch deutlicher ausfiel, lag vor allem an Niklas Glasmeyer. Der Torhüter der Fanabteilung zeigte trotz der sechs Gegentreffer eine starke Leistung. Mehrfach parierte er Abschlüsse, die keineswegs selbstverständlich zu halten waren, und verhinderte damit ein noch höheres Ergebnis. Gerade in Phasen, in denen „Präsidium & friends“ seine individuelle Klasse ausspielte, erwies sich Glasmeyer als wichtiger Rückhalt seiner Mannschaft.
Traumtor aus rund 25 Metern
Für den sportlichen Höhepunkt des Abends sorgte Leon Seelhöfer. In der 40. Minute fasste sich der Teammanager des VfL aus rund 25 Metern ein Herz und setzte den Ball sehenswert in den Winkel. Beim 3:0 war auch der zuvor so überzeugende Glasmeyer machtlos.
Der Distanzschuss war nicht nur der schönste Treffer des Spiels, sondern zugleich der passende Schlusspunkt unter eine erste Hälfte, in der das Präsidiumsteam seine Erfahrung und Abschlussstärke konsequent ausgespielt hatte.
Die Fanabteilung gab sich trotz des deutlichen Rückstands nicht geschlagen. In der 60. Minute belohnte Lukas Seelhöfer die Bemühungen mit dem Treffer zum 3:1. Somit stand es im persönlichen Brüderduell der Seelhöfers nach Toren 1:1 .
Die Hoffnung der Fanabteilung auf eine Aufholjagd hielt jedoch nicht lange an. Nur fünf Minuten nach dem Anschlusstreffer stellte Stefan Marquart den alten Abstand wieder her. Dass ausgerechnet der in den Spielunterlagen augenzwinkernd als „eigentlich Fanabteilung“ bezeichnete Marquart für das Präsidiumsteam zum 4:1 traf, gehörte zu den besonderen Pointen der Begegnung.
In der Schlussphase wurde das Ergebnis noch deutlicher. Tim Wernemann erhöhte in der 70. Minute auf 5:1, ehe der ehemalige VfL-Profi Christian Claaßen sieben Minuten später das halbe Dutzend vollmachte. Den Schlusspunkt setzte jedoch die Fanabteilung: Marvin Albers erzielte in der 80. Minute den Treffer zum 6:2-Endstand.
Kaum Fouls und viel gemeinsames Fachsimpeln
Trotz des klaren Ergebnisses und des sportlichen Ehrgeizes blieb die Partie jederzeit ausgesprochen fair. Schiedsrichter Uwe Schulte hatte mit der Leitung der Begegnung keinerlei Schwierigkeiten. Fouls blieben die Ausnahme, Diskussionen oder unsportliche Szenen gab es nicht.
Damit erfüllte das Spiel genau den Zweck, für den dieses besondere Duell seit seiner ersten Austragung steht: Menschen aus unterschiedlichen Bereichen des VfL zusammenzubringen und das gemeinsame Vereinsleben abseits des regulären Spielbetriebs zu stärken.
Auch nach dem Abpfiff war der Abend deshalb noch lange nicht beendet. Spieler, Verantwortliche und Zuschauer kamen zusammen, tranken gemeinsam ein Bier und ließen die Partie bei zahlreichen Gesprächen und dem einen oder anderen fachlichen Erklärungsversuch ausklingen.
Zu erzählen gab es reichlich. Schließlich war das Aufgebot rund um das Präsidiumsteam erneut prominent besetzt. Neben Tommy Reichenberger, Wolfgang Schütte und Christian Claaßen gehörten unter Mitglieder der Traditionsmannschaft sowie zahlreiche Persönlichkeiten aus dem regionalen Fußball zum Kreis der Beteiligten. Auch Timo Beermann, dessen Mitwirkung im Vorfeld noch offen gewesen war, war schließlich dabei. Nicht alle anwesenden Größen kamen allerdings tatsächlich zum Einsatz. Die Fanabteilung hatte ihrerseits die ehemaligen VfL-Profis Tobias Nickenig und Jan Tauer reaktiviert.
Die große Überraschung nach dem Abpfiff
Die wichtigste Nachricht des Abends hatte mit dem 6:2 jedoch nur indirekt zu tun. Seit fünf Jahren geht es um den gleichen Einsatz: Bei einem Sieg der Fanabteilung findet das nächste Duell an der Brücke statt. Sportlich wurde diese Bedingung bisher nie erfüllt – das besondere Spiel im Stadion soll es nun trotzdem geben.
VfL-Präsident Holger Elixmann hatte sich dazu mit Geschäftsführer Michael Welling abgestimmt. Nach dieser Absprache soll die sechste Auflage des Duells im Mai oder Juni 2027 an der Bremer Brücke ausgetragen werden.
Nach den derzeitigen Überlegungen soll die Begegnung das letzte Spiel auf dem Rasen der alten Bremer Brücke sein, bevor die Arbeiten rund um die Stadionsanierung beginnen. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.
Die Ankündigung sorgte in Gaste für große Überraschung und entsprechend viel Begeisterung. Schließlich erhalten Spieler der Fanabteilung damit die außergewöhnliche Gelegenheit, selbst auf dem Rasen der Brücke aufzulaufen – und das möglicherweise ein letztes Mal in der bisherigen Form des Stadions.
Bei der Fanabteilung wird deshalb bereits augenzwinkernd damit gerechnet, dass sich die Zahl der Interessierten und Trainingsteilnehmer schlagartig erhöhen könnte. Die Aussicht, im lila-weißen Trikot an der alten Bremer Brücke zu spielen, dürfte für viele VfL-Anhänger einen ganz besonderen Reiz besitzen.
Mit dem Brückenspiel soll die Tradition allerdings nicht aus Gaste verschwinden. Bereits im August 2027 soll die siebte Auflage wieder am bisherigen Austragungsort stattfinden. Damit könnte es innerhalb weniger Monate gleich zwei Begegnungen zwischen „Präsidium & friends“ und der Fanabteilung geben.
So verpasste die Fanabteilung zwar erneut den sportlichen Sieg, erhielt am Ende aber möglicherweise den schönsten Trostpreis, den dieses Duell zu bieten hat.
Spieldaten
Präsidium & friends – Fanabteilung 6:2 (3:0)
Tore: 1:0 Tommy Reichenberger (8.), 2:0 Mike Thomas (11.), 3:0 Leon Seelhöfer (40.), 3:1 Lukas Seelhöfer (60.), 4:1 Stefan Marquart (65.), 5:1 Tim Wernemann (70.), 6:1 Christian Claaßen (77.), 6:2 Marvin Albers (80.).
Schiedsrichter: Uwe Schulte
Trainer „Präsidium & friends“: Lothar Gans
Trainer Fanabteilung: Dmitrij „Dmi“ Schiebe
Aufgebote laut Spielunterlagen
Präsidium & friends: Tommy Reichenberger, Torsten Krone, Kai Schleibaum, Wolfgang Schütte, Christian Claaßen, Simon Niederwestberg, Felix Zimmermann, Leon Seelhöfer, Mario Richter, Achim Gach, Michael Wernemann, Tim Wernemann, Hendrik Elixmann, Sven Köllner, Stefan Marquart, Carsten Gottwald, Mike Thomas, Jürgen Hehmann, Sebastian Rüther und Timo Beermann.
Fanabteilung: Niklas Glasmeyer, Jan Herkenhoff, Andre Baumhammer, Kai Wessel-Ellermann, Daniel Rynio, Hendrik Witte, Lukas Lemme, Roman Grummert, Volker Blüml, Malte Pleister, Fabian Schneiders, Josh Weichert, Alexander Lammers, Fynn Laber, Luna Oppermann, Tobias Nickenig, Jan Tauer, Marvin Amler, Lukas Seelhöfer, Marvin Albermann, Niklas Grünloh, Marvin Hautmann, Marvin Albers und Julian Hüning.
Titelbild: Helmut Kemme


