
Am Freitagabend nutzt der VfL Osnabrück das pflichtspielfreie Wochenende für ein weiteres Testspiel. Um 18 Uhr empfangen die Lila-Weißen den Oberligisten TuS Bersenbrück an der Bremer Brücke. Da das DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München aufgrund der Teilnahme der Münchner am Franz-Beckenbauer-Supercup verlegt wurde, bietet die Partie dem VfL die Möglichkeit, im Spielrhythmus zu bleiben und weitere Einsatzminuten zu sammeln.
Für den TuS Bersenbrück bedeutet das Testspiel zugleich die Rückkehr an einen besonderen Ort. Am 11. August 2023 trug der Oberligist sein DFB-Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach an der Bremer Brücke aus. Vor mehr als 15.000 Zuschauern musste sich Bersenbrück damals mit 0:7 geschlagen geben.
Fester Bestandteil der Oberliga
Der TuS hat sich in den vergangenen Jahren als feste Größe in der Oberliga Niedersachsen etabliert. Nachdem Bersenbrück innerhalb kurzer Zeit von der Bezirksliga bis in die Oberliga durchmarschiert war, gehört der Verein seit der Saison 2016/17 durchgehend der fünfthöchsten Spielklasse an und landete seither nie schlechter als auf Rang neun.
Besonders nah kam der TuS dem nächsten Schritt in der Saison 2023/24. Als Vizemeister qualifizierten sich die Bersenbrücker für die Aufstiegsspiele zur Regionalliga Nord, mussten sich dort jedoch dem SC Weiche Flensburg 08 geschlagen geben.
Auch im Niedersachsenpokal sorgte der TuS in den vergangenen Jahren mehrfach für Aufmerksamkeit. 2023 gewann Bersenbrück den Wettbewerb zum zweiten Mal nach 1990. Im Finale setzte sich der TuS mit 3:0 gegen den SC Spelle-Venhaus durch. Kurios: Auf der gegnerischen Trainerbank saß damals der heutige Bersenbrücker Cheftrainer Hanjo Vocks. Auch der VfL sicherte sich in jenem Jahr den Niedersachsenpokal.
Beinahe hätte der TuS diesen Erfolg in der vergangenen Saison wiederholt. Im Finale gegen den Lüneburger SK Hansa führte Bersenbrück zur Pause bereits mit 3:0, ehe der LSK noch ausglich. Nach einem spektakulären Elfmeterschießen musste sich der TuS schließlich mit 9:10 geschlagen geben und verpasste damit die erneute Qualifikation für den DFB-Pokal.
Vocks mit VfL-Vergangenheit
Seit diesem Sommer steht Hanjo Vocks an der Seitenlinie des TuS. Der 46-Jährige kennt die Region bestens und arbeitete in der Vergangenheit unter anderem im Nachwuchsleistungszentrum des VfL. 2023 führte er den SC Spelle-Venhaus zur Meisterschaft in der Oberliga Niedersachsen und damit zum Aufstieg in die Regionalliga Nord.
In Bersenbrück hat Vocks einen Umbruch übernommen. Neun Abgängen standen im Sommer acht Neuzugänge gegenüber, wobei der Kader deutlich verjüngt wurde. Nach Rang neun in der Vorsaison soll sich die Mannschaft unter dem neuen Trainer insbesondere defensiv stabilisieren und gleichzeitig einen intensiven und aktiven Fußball entwickeln.
Der Start in die neue Oberligasaison verlief ergebnistechnisch allerdings noch nicht nach Wunsch. Nach einer Niederlage gegen den SV Wilhelmshaven und einem torlosen Remis gegen den BSV Rehden wartet der TuS nach zwei Spieltagen noch auf den ersten eigenen Ligatreffer und steht auf Tabellenplatz elf. Im Niedersachsenpokal gelang dagegen ein Erfolg: Ligakonkurrent SSV Vorsfelde wurde mit 2:1 bezwungen.
Zahlreiche bekannte Gesichter
Aus VfL-Sicht bietet der Kader der Gäste reichlich Wiedererkennungswert. Gleich mehrere Bersenbrücker Spieler wurden zumindest zeitweise im Nachwuchs der Lila-Weißen ausgebildet.
Zu ihnen gehört Neuzugang Lejs Bukvic. Der 20-Jährige durchlief wie seine Brüder Adem und Jasin mehrere Nachwuchsmannschaften des VfL und wechselte in diesem Sommer vom FC Oberneuland nach Bersenbrück. Auch Kapitän Nicolas Eiter, Simon James, Hakim Traoré (Bruder von Ex-Vfler Omar Traoré), Elia Zucht, Philipp Schmidt und Max-Niklas Milde haben eine VfL-Vergangenheit. Hinzu kommen weitere ehemalige Osnabrücker Nachwuchsspieler im Kader des TuS.
Nicht mehr dabei ist dagegen ein an der Bremer Brücke bestens bekanntes Gesicht: Ex-VfL-Profi Marcos Álvarez verließ Bersenbrück nach zwei Spielzeiten im Sommer und schloss sich Oberliga-Konkurrent BSV Rehden an.
Für den VfL steht am Freitag jedoch vor allem der sportliche Nutzen im Vordergrund. Durch die Verlegung des Pokalspiels gegen den FC Bayern bietet das Duell die Gelegenheit, die Intensität hochzuhalten und Spielern unter Wettkampfbedingungen Einsatzzeit zu ermöglichen. Anstoß an der Bremer Brücke ist um 18 Uhr.
Ticketinfos und Livestream
Das Stadion öffnet um 17 Uhr seine Tore. Ab diesem Zeitpunkt ist auch die Tageskasse vor der Sparkasse Osnabrück-Nordtribüne geöffnet. Für die Partie stehen ausschließlich der Affenfelsen und die Nordtribüne zur Verfügung. Tickets gibt es unter vfl.de/ticketshop.
Wer nicht im Stadion dabei sein kann, ist herzlich eingeladen, den Livestream auf dem YouTube-Kanal des VfL zu verfolgen - präsentiert von Rad-Sport Schriewer.
Titelbild: Jonas Jürgens
Text: Lasse Bestian


