Klubmitteilungen

Der VfL stellt sein VBL-Team vor

Mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga muss der VfL Osnabrück bekanntlich wieder an der VBL teilnehmen. Bei der erstmaligen Teilnahme in der Saison 2023/24 hat der VfL Osnabrück dabei einen eigenen Weg definiert, der sowohl viel positives, aber auch einiges an negativem Feedback nach sich gezogen hat. Aufgrund noch immer ungleicher Rahmenbedingungen hat sich die Aufgabe seither aber nicht verändert. Wenn der VfL Osnabrück in dieser Saison in der Virtual Bundesliga (VBL) an den Start geht, dann natürlich erneut mit dem Anspruch, wie schon vor drei Jahren im eSport unseren eigenen Weg zu gehen. Deshalb lag der Fokus bei der Zusammenstellung des Teams wie bisher auf Chancengleichheit und wurde bewusst um den Faktor der regionalen Identifikation erweitert.

Chancengleichheit bleibt kein Nebenthema

Im eSport – und gerade in der VBL – klafft nach wie vor eine große nominelle Lücke zwischen Männern und Frauen. Dabei gibt es dafür weiterhin keinen sachlichen Grund. Am Controller entscheidet nicht das Geschlecht, sondern Können über Sieg oder Niederlage. Einen genetischen oder körperlichen Vor- bzw. Nachteil, wie er in vielen klassischen Sportarten diskutiert wird, gibt es im eSport schlicht nicht. Und trotzdem sind die Strukturen bis heute nicht auf geschlechtsunabhängige Chancengleichheit ausgelegt.

Genau darauf wollen wir auch im Zuge der Teilnahme an der VBL wieder aufmerksam machen und unseren Teil dazu beitragen, dass sich dies schrittweise ändert. Für uns war daher klar, dass wir auch in dieser Saison mindestens eine weibliche Spielerin im Team haben wollen. Glücklicherweise ist es gelungen, mit Jessica “Jess” Niebel eine Spielerin für das Team zu gewinnen, die diese Botschaft nicht nur mitträgt, sondern mit ihrer eigenen Vita untermauert, dass es auch im eSport anders gehen kann: Profistationen bei Alemannia Aachen und dem FC St. Pauli, internationale Titel und Turniererfolge auf höchstem Niveau. Jess ist damit genau das Gegenargument zu allen Zweifeln, die Frauen im eSport noch entgegengebracht werden und ein Vorbild für all jene, die den Controller in die Hand nehmen wollen, sich den Schritt in den Wettkampf aber noch nicht zutrauen. Jess hat sich durchgesetzt, hat aber auch unschöne Erfahrungen als Frau im eSport sammeln müssen.

„Wir haben bewusst ein für alle offenes Bewerbungsverfahren gestartet und damit jeder und jedem die gleiche Chance gegeben, Teil des Projekts zu werden – dieses Mal bewusst egal ob Mann oder Frau. Deshalb freuen wir uns riesig, dass wir mit Jess als Teamkapitänin eine hochveranlagte Spielerin für unser Team gewinnen konnten, die uns menschlich und sportlich gleichermaßen überzeugt hat“, erklärt Phillip Hohn, Brand Consultant und eSport-Hauptverantwortlicher beim VfL Osnabrück.

Jess erhält neben gezielter Förderung durch die Aufnahme ins Team eine echte Plattform. Die gemeinsame Reichweite wird auch dafür genutzt, um das Thema Chancengleichheit in den Livestreams, in unserer Kommunikation und im Austausch mit anderen Klubs und der Liga sichtbar zu machen. Chancengleichheit entsteht nicht durch Absichtserklärungen, sondern durch Plätze im Team, durch Spielzeit, Trainingsbedingungen und durch Sichtbarkeit – und aus unserer Sicht weiterhin am besten durch veränderte Governance-Strukturen bis hin zu verpflichtenden Mixed Teams. Einen Weg, den die VBL leider noch immer nicht gewillt ist zu gehen.

Der Osnabrücker Weg: Chancengleichheit plus Region und Entwicklung

Chancengleichheit ist das eine Fundament unseres Weges. Die andere Basis ist die regionale Identifikation. Wir haben uns bewusst für Spielerinnen und Spieler entschieden, die eine Verbindung zum Klub und zur Stadt mitbringen und die bereit sind, sich gemeinsam mit uns zu entwickeln.

Wir setzen dazu auf regionale Talente wie Marlon Zutz, der mit dem VfL aufgewachsen ist und als Dauerkarteninhaber regelmäßig unsere Lila-Weißen an der Bremer Brücke anfeuert. Wettkampferfahrung im eSport hat er bereits in mehreren Turnieren und bei unterschiedlichen Akademien gesammelt. Genau diese Mischung aus Leidenschaft und Identifikation mit dem Klub ist es, die wir uns für unseren Weg wünschen.

Besonders stolz sind wir auch auf die Geschichte der Brüder René und Kevin Schütz. René ist tief im Klub verwurzelt. Als Co-Trainer in unserem Nachwuchsleistungszentrum steht er wie kaum ein Zweiter für die Ausbildungsphilosophie des VfL. Gemeinsam mit seinem Bruder Kevin, der sich ebenfalls seit Jahren als Trainer im Osnabrücker Jugendfußball engagiert und mit dem er seit Jahren Seite an Seite auch e-Football spielt bringt das Brüderpaar genau die Werte ins Team, für die wir als VfL Osnabrück auch jenseits des eSports stehen: Zusammenhalt, Entwicklung und regionale Identität. Aus dem eigenen Nachwuchs, gemeinsam als geschlossenes Team. So verbinden wir eSport und die DNA des VfL.

Das ist unser Team

Jessica Niebel

Alter: 27

Gamertag: Just_Jess_19

Erfahrung: Spielerin bei Alemannia Aachen und dem FC St. Pauli, Gewinnerin Womens eChampionsleague 2026, 3. Platz European Womens League 2026, Gewinnerin DFB ePokal Frauen Qualifier

Funfact: Hat immer zwei Co-Trainer dabei: Ihre Katzen verfolgen jedes Spiel!

Marlon Zutz

Alter: 20

Gamertag: Marl_Craft

Erfahrung: Sieg des VfL Bochum eTalentwerk Cup (FIFA 23), 2x Sieger des 1.FC Magdeburg Scouting Cup (FIFA 23 und EAFC 24), Platz 62 in der Open Ladder (EAFC 25) und Platz 73 im Regional Qualifier (EAFC 25)

Funfact: Lila-weiß von Geburt an – sein erstes VfL-Auswärtsspiel erlebte Marlon mit gerade einmal sechs Wochen!

VFL Osnabrück Logo

René Schütz

Alter: 24

Gamertag: DrSchuetzi

Erfahrung: 2x Niedersachsenmeister (VGH-Masters) – erstes Team, das den Titel verteidigen konnte, 2x Teilnahme DFB-ePokal 2024 & 2025 – Alles gemeinsam mit seinem Bruder Kevin

Funfact: Mit 2,06 m der Größte im Team – und hat trotzdem Höhenangst!

Kevin Schütz

Alter: 21

Gamertag: KevinSch10

Erfahrung: 2x Niedersachsenmeister (VGH-Masters) – erstes Team, das den Titel verteidigen konnte, 2x Teilnahme DFB-ePokal 2024 & 2025 – Alles gemeinsam mit seinem Bruder René

Funfact: Fünf Wecker im 5-Minuten-Takt – aufgestanden wird trotzdem erst beim allerletzten!

Phillip Hohn zum Kader: „Mit Jess, Marlon, René und Kevin haben wir vier Charaktere gefunden, die unsere Werte und unseren Weg nicht nur verstehen, sondern aktiv leben und vorangehen. Wir sind stolz, mit diesem Team in die VBL-Saison zu gehen."

Los ging es am 25. September, als mit EA SPORTS FC 27, der neueste Teil der Reihe, veröffentlicht wurde. Für unser Team begann damit die Vorbereitung auf die VBL. Im Oktober wird es dann ernst, wenn die neue VBL-Saison startet. Als Spielstätte dient die Esport Factory in Osnabrück, die als strategischer Partner an der Seite des VfL steht.
Die Spieltage werden live auf dem offiziellen Twitch-Kanal des VfL übertragen. 

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