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„Wir wollen unbedingt gewinnen“ – VfL empfängt Magdeburg zum Heimauftakt

Nach dem Saisonauftakt in Heidenheim steht für die Lila-Weißen am Samstag das erste Heimspiel der neuen Saison an (Anpfiff: 13:00 Uhr). Gegen den 1. FC Magdeburg will der VfL an der Bremer Brücke die ersten Punkte einfahren und seine Heimstärke aus der vergangenen Spielzeit untermauern. Der Vorbericht.

Der Gegner
Der 1. Fußballclub Magdeburg landete in der vergangenen Zweitligasaison mit 39 Punkten auf dem 14. Tabellenplatz. Nachdem Markus Fiedler nach acht Spieltagen und einer Ausbeute von lediglich drei Punkten als Cheftrainer entlassen wurde, übernahm Petrik Sander zunächst interimsweise und später, ab Anfang November, in offizieller Weise den Cheftrainerposten beim FCM. Zuvor trainierte der 65-Jährige bereits die U19 und die Zweitvertretung der Magdeburger. Dabei konnte Sander mit seiner Mannschaft vor allem auswärts überzeugen, sodass man insgesamt 22 der 39 Punkte auf fremden Plätzen einfuhr. Im Sommer erfolgte bei den Magdeburgern ein größerer Umbruch, bei dem man insgesamt 14 Abgänge kompensieren musste. Unter anderem verließen Marcus Mathisen (FC St. Pauli) und Jean Hugonet (Hannover 96) den Verein, wodurch man ein neues Innenverteidigerduo aufstellen musste. Dieses bildeten im ersten Ligaspiel die beiden Sommerneuzugänge Paul Jaeckel (Preußen Münster) und Anselmo Garcia MacNulty (PEC Zwolle). Ansonsten stellte man beim FCM mit Tony Reitz (Borussia Dortmund II), Moritz-Broni Kwarteng (VfL Bochum), Emmanuel Iyoha (Fortuna Düsseldorf), Torben Müsel (Rot-Weiss Essen), Kevin Manthey (Werder Bremen II) und den beiden Leihgaben Do-young Yoon (Brighton & Hove Albion) und Chung-hyun Lee (Bucheon FC) noch sieben weitere Neuverpflichtungen vor.

Mindestens genauso wichtig wie die Neuverpflichtungen waren die Vertragsverlängerungen von Dominik Reimann, Tobias Müller und Baris Atik, die allesamt zum absoluten Stammpersonal gehören. Mit elf Vorlagen und sechs Toren war Atik in der abgelaufenen Spielzeit der zweittorgefährlichste Spieler der Magdeburger. Noch besser war nur Mateusz Zukowski, der nach einer Fußoperation erst Ende November eingreifen konnte, jedoch in 21 Spielen 17 Tore erzielte und drei weitere vorlegte. Und auch in dieser Saison war der 24-Jährige bereits erfolgreich. So erzielte er bei der 1:6-Niederlage gegen Eintracht Braunschweig den einzigen Magdeburger Treffer. Natürlich nach einer Vorlage von Baris Atik.

Die Ausgangslage
Die Magdeburger erwischten mit der deutlichen Heimniederlage gegen die Braunschweiger also einen herben Rückschlag. In der Historie der 2. Bundesliga war es die höchste Auftaktniederlage eines Teams in diesem Jahrtausend. Zusammen mit der 3:4-Niederlage des VfL Osnabrück beim 1. FC Heidenheim sorgten die beiden Mannschaften dabei für ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. So gab es nach Angaben des Datenanbieters Opta in der Geschichte der eingleisigen 2. Bundesliga noch nie zwei Begegnungen am ersten Spieltag mit jeweils mindestens sieben Treffern.

Während die Ergebnisse für beide Mannschaften zunächst ernüchternd ausfielen, waren die Eindrücke aus den Partien durchaus unterschiedlich. Der VfL zeigte in Heidenheim vor allem in der Offensive immer wieder seine Qualitäten und konnte einen zweimaligen Rückstand jeweils ausgleichen. Nach dem 1:0 und 2:1 der Gastgeber antworteten die Lila-Weißen durch Niklas Wiemann und David Kopacz, ehe Robin Meißner in der Nachspielzeit per Handelfmeter noch einmal auf 3:4 verkürzte. Trotz der Auftaktniederlage nahm die Mannschaft von Timo Schultz aus dem Auftritt aber auch einige positive Ansätze mit. Beim FCM war die Gemengelage dagegen eine andere. Die Braunschweiger nutzten bereits in der ersten Halbzeit mehrere Ballverluste und Unsicherheiten in der neu formierten Magdeburger Defensive konsequent aus und führten zur Pause mit 4:0. Auch nach dem Anschlusstreffer durch Mateusz Zukowski fand der FCM nicht mehr zurück in die Partie. Der Platzverweis für Herbert Bockhorn nach gut einer halben Stunde erschwerte die Aufgabe zusätzlich.

Für den VfL spricht neben dem Auftreten in Heidenheim vor allem der Heimvorteil. Zu Hause hat das Team von Timo Schultz im Jahr 2026 noch keine Pflichtspielniederlage hinnehmen müssen. Die letzte Pleite an der Bremer Brücke gab es am 20. Dezember 2025 beim 1:2 gegen den VfB Stuttgart II. Seitdem blieben die Lila-Weißen in Pflichtspielen vor heimischem Publikum ungeschlagen. Dafür sorgen, dass diese Serie noch möglichst lange Bestehen bleibt, möchte ab sofort auch Daniel Kofi Kyereh. Der 30-Jährige wurde am Montag als Neuzugang beim VfL vorgestellt und soll die lila-weiße Offensive mit seiner Kreativität bereichern. Dabei kennt der Mittelfeldspieler nicht nur Cheftrainer Timo Schultz aus gemeinsamen Zeiten beim FC St. Pauli gut, sondern wurde während seiner langen Verletzungspause auch immer wieder von Sebastian Schwermann, den Head of Perfomance beim VfL Osnabrück, behandelt. Somit braucht Kofi laut eigner Aussage keine lange Eingewöhnungszeit in der Hasestadt. Ob er am Samstag allerdings schon direkt auf den Platz stehen wird, ist noch fraglich.

Nach der Auswärtsreise nach Heidenheim wartet mit dem FCM direkt ein Gegner, gegen den der VfL noch eine Rechnung offen hat. Denn gegen die Magdeburger ist die Bilanz der vergangenen Jahre aus Osnabrücker Sicht ausbaufähig. Die beiden bisherigen Zweitliga-Duelle in der Saison 2023/24 konnte der FCM für sich entscheiden beziehungsweise ein Unentschieden erreichen. In Osnabrück gewann Magdeburg mit 2:0, in Sachsen-Anhalt trennten sich beide Mannschaften 1:1. Über alle Wettbewerbe hinweg wartet der VfL damit seit sieben Pflichtspielen auf einen Sieg gegen die Elbestädter. Für den letzten Erfolg muss man auf den Tag genau zehn Jahre zurückblicken. Am 13. August 2016 setzte sich der VfL in der 3. Liga mit 3:2 gegen den FCM durch. 8.722 Zuschauer sahen damals den bislang letzten Osnabrücker Pflichtspielsieg gegen Magdeburg.

Anders als damals wird es für die Partie am Samstag keine Tickets mehr an der Tageskasse geben. Mit der Unterstützung der ausverkauften Bremer Brücke wollen die Lila-Weißen also den Schwung aus den positiven Phasen des Auftritts in Heidenheim mitnehmen, die ersten Punkte der Saison einfahren und gleichzeitig eine lange Negativserie gegen den FCM beenden.

Das Personal
Beim FCM muss Trainer Petrik Sander auf Herbert Bockhorn (Rotsperre) und Lubambo Musonda (Achillessehnenriss) verzichten.

Beim VfL stand Jonathan Wensing nach seiner Muskelverletzung in dieser Woche für Laufeinheiten bereits wieder auf dem Platz, fällt für das Heimspiel am Samstag jedoch noch aus. Ob Neuzugang Daniel Kofi Kyereh am Samstag bereits zum Einsatz kommt, ist fraglich. Dies möchte Cheftrainer Timo Schultz im engen Austausch mit dem Spieler entscheiden.

Stimmen zum Spiel
VfL-Cheftrainer Timo Schultz schaute im Spieltagsinterview am Donnerstagvormittag mit viel Vorfreude auf das erste Heimspiel der Saison: „Wir freuen uns auf unser erstes Heimspiel. Es ist ein toller Gegner mit Magdeburg, sie haben tolle Spieler, gerade vorne mit Zukowski und Atik, wirklich das Non-Plus-Ultra der Liga. Meine Jungs haben Bock, die brennen, die haben das Spiel [gegen Heidenheim] abgeschüttelt. Wir konnten natürlich auch ein paar positive Sachen mitnehmen. Jetzt geht es zu Hause an der Bremer Brücke los und wir wollen unbedingt gewinnen.“

Dass die Lila-Weißen mit vielen Spielern agieren können, die auch letzte Saison zum Erfolg beitrugen, sieht der 48-Jährige dabei sehr positiv: „Gerade der Faktor Eingespieltheit ist zum Saisonstart ein großer Vorteil. Die Jungs, die das letzte Saison gut gemacht haben, haben es auch in der Vorbereitung gut gemacht. Trotzdem hat man dann auch hintenraus gesehen, dass ein paar Neuzugänge, die auf den Platz gekommen sind, uns auch ein paar Elemente geben können, die wir vorher nicht im Kader hatten. Dementsprechend wird es für uns gegen Magdeburg darum gehen, einen guten Mix zu finden.“

TV und Liveticker
Der Pay-TV Sender Sky überträgt die Partie sowohl im Einzelspiel (Sky Sport Bundesliga 4) als auch in der Konferenz ab 12:30 Uhr live (Hier Angebot sichern). Zudem meldet sich wenige Minuten vor Anpfiff wie gewohnt das Liveradio unter vfl.de/fans/liveradio. Ansonsten ist das Spiel auch im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar.