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Brückentag gegen Kleeblätter soll Trendwende schaffen

Am Sonntag empfängt der VfL Osnabrück die SpVgg Greuther Fürth an der Bremer Brücke (Anpfiff: 13:30 Uhr). Gegen die „Kleeblätter“ wollen die Lila-Weißen nach zuletzt vier sieglosen Spielen wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. Der Vorbericht.

Der Gegner
Mit der Spielvereinigung Greuther Fürth trifft der VfL Osnabrück auf ein echtes Zweitliga-Urgestein. Nicht nur gehörten die „Kleeblätter“ wie der VfL Osnabrück zu den Gründungsmitgliedern der 2. Bundesliga, sondern führen auch die ewige Tabelle der Liga mit Abstand an. 1.270 Spiele bestritten die Fürther in der zweiten Liga und fuhren dabei 1.843 Punkte ein. Der VfL steht mit 1.216 Zählern auf dem zwölften Platz, kann aber mit dem Spiel gegen die Spielvereinigung am Sonntag in der Rangfolge der meisten Zweitligaspiele an Fortuna Köln vorbeiziehen und damit zum Verein mit den sechstmeisten Zweitligaspielen aller Zeiten werden.

Bei den Fürthern sitzt seit Dezember 2025 Heiko Vogel auf der Trainerbank. Der 50-Jährige übernahm das Amt von Thomas Kleine und führte die abstiegsbedrohten Kleeblätter mit einem 3:0-Heimsieg gegen Fortuna Düsseldorf am letzten Spieltag der vergangenen Saison in die Relegation. Dort sorgte er nach der 0:1-Hinspielniederlage gegen Rot-Weiss Essen mit einem 2:0-Sieg im Rückspiel für den Klassenerhalt. Wie bereits in der Vorsaison gab es bei der Spielvereinigung im Sommer viel Fluktuation im Kader. Nachdem man unter anderem mit den Abgängen von Reno Münz (KVC Westerlo), Noel Futkeu (Eintracht Frankfurt) und Maximilian Dietz (Górnik Zabrze) mehr als 3.500.000 Euro an Ablösen generierte, investierte man auch auf der Zugangsseite in neue Spieler. So stellte man neben Faton Ademi (Alemannia Aachen), Ole Pohlmann (Rio Ave), Paul Will (Darmstadt 98), Jannis Heuer (1. FC Kaiserslautern) und Benjamin Zank (Viktoria Köln) vor. Neben Will und Heuer hat sich bislang auch Leihgabe Florian Hellstern als absoluter Stammspieler unter den Neuzugängen herauskristallisiert. Alle drei standen bislang in allen acht Partien über die volle Distanz auf dem Platz. Der erst 19-jährige Hellstern geht dabei auch als Leistungsträger voran. Mit einer Quote von 79,5 Prozent abgewehrter Torschüsse ist er der viertbeste Keeper der Liga.

Die Ausgangslage
Mit dem 2:0-Erfolg gegen Eintracht Braunschweig sicherten sich die Fürther den zweiten Saisonsieg. Zuvor unterlagen sie auswärts bei Hertha BSC (1:2) und spielten gegen den VfL Bochum 1:1. Mit neun Punkten stehen sie aktuell auf Platz elf der Tabelle und damit zwei Ränge vor dem VfL. Früh ins Rampenlicht spielte sich bislang vor allem Felix Klaus. Der 34-Jährige ist mit sieben Saisontoren gemeinsam mit Mohamed Ali Zoma Toptorschütze der zweiten Liga und erzielte gegen Braunschweig beide Fürther Treffer. Obwohl er selbst nie für den VfL auflief, verbindet ihn mit dem Verein sicherlich eine besondere Geschichte. Schließlich lief sein Vater Fred Klaus von Januar 1991 bis Juli 1995 für die Lila-Weißen auf und wurde in der Hasestadt Vater seines Sohnes Felix. In seiner Zeit beim VfL schoss Fred Klaus 24 seiner insgesamt 44 Zweitliga-Tore. Sohn Felix hat ihn in puncto Tore am vergangenen Wochenende eingeholt und könnte ihn ausgerechnet in Osnabrück überholen. Auch für die Spielvereinigung könnte es ein besonderer Tag an der Bremer Brücke werden. Denn die Fürther könnten am Sonntag als erster Klub den 500. Sieg in der zweiten Bundesliga feiern.

Dies wollen die Osnabrücker natürlich verhindern. Viele Chancen dürfen sie dabei nicht zulassen. Denn die Kleeblätter verwerteten 54,5 Prozent ihrer Großchancen und sind in dieser Kategorie die vierteffizienteste Mannschaft der Liga. Defensiv anfällig zeigte sich die Spielvereinigung dagegen bei Kopfbällen. Sechs der insgesamt 13 Fürther Gegentore fielen per Kopf.

Ein lila-weißes Erfolgsmittel könnten somit beispielsweise Eckstöße sein. Allerdings führte der VfL bislang die wenigsten Eckbälle im Ligavergleich (24) aus und kam am vergangenen Wochenende bei der 1:2-Niederlage gegen Bielefeld zu keinem einzigen Eckstoß. Wenn ein Osnabrücker allerdings den Weg zur Eckfahne antritt, wird es häufig gefährlich. So sorgen 47 Prozent der lila-weißen Eckbälle für Gefahr. Von elf Torschüssen nach Eckbällen landeten sogar zwei im gegnerischen Kasten, womit der VfL in dieser Kategorie zu den Spitzenmannschaften der 2. Bundesliga gehört. Auf der anderen Seite kam das Kleeblatt bei 48 eigenen Eckbällen lediglich zu elf Torschüssen, von denen keiner zum Torerfolg führte.

So oder so müssen sich die Lila-Weißen offensiv wieder steigern. Die Fürther blieben in dieser Saison erst in einer Partie torlos. Der VfL Osnabrück ist dagegen seit vier Spielen sieglos. Im letzten Spiel in Bielefeld ging der VfL erstmals nach einer Führung ohne Punkte vom Platz. Auch Timo Schultz forderte im Spieltagsinterview mehr Spielintelligenz im Offensivspiel der Lila-Weißen. „Letztendlich geht es darum, sich auch mal im offensiven Eins-gegen-eins durchzusetzen. Wir waren in den Situationen, in denen wir Tiefgang hätten entwickeln können, und auch dann, wenn wir in die Tiefe gespielt haben, nicht konsequent genug. Wir sind als Mannschaft gefordert, häufiger in diese Situationen zu kommen und sie dann teilweise auch besser auszuspielen.“

Hoffnung macht dem VfL dabei auch der Blick auf die Historie des Duells. Denn gegen Fürth feierten die Lila-Weißen ihren bislang höchsten Sieg in der 2. Bundesliga in diesem Jahrtausend. Am 15. März 2009 geriet der VfL an der heimischen Bremer Brücke in der 14. Minute durch einen Treffer von Bernd Nehrig zunächst mit 0:1 in Rückstand. Tommy Reichenberger glich für die Osnabrücker noch vor der Halbzeit aus, bevor der VfL im zweiten Durchgang mit drei Treffern innerhalb von sieben Minuten sowie einem weiteren Tor von Dominic Peitz die ab der 61. Minute in Unterzahl spielenden Kleeblätter mit 5:1 aus dem Stadion schoss. Die damalige Marke von 13.000 Zuschauern wird am Sonntag auf jeden Fall geknackt. So sind nur noch wenige Restkarten für die Dieckmann-Westkurve im Online-Ticketshop oder im Fanshop an der Bremer Brücke verfügbar.

Das Personal
Bei den Fürthern muss Coach Heiko Vogel auf Maxim Dal (Schulterverletzung) und Benjamin Zank (Knieverletzung) verzichten. Ansonsten sind alle Akteure fit und einsatzbereit.

Beim VfL trainierten Kapitän Jannik Müller und Bernd Riesselmann unter der Woche teilweise individuell. Einen Einsatz am Sonntag sieht Cheftrainer Timo Schultz bei beiden jedoch nicht als gefährdet an. Auch alle anderen Spieler werden dem 49-Jährigen zur Verfügung stehen.

Stimmen zum Spiel
VfL-Cheftrainer Timo Schultz hob im Spieltagsinterview am Donnerstagnachmittag die stetige Entwicklung der Fürther hervor: „Es ist so, dass Felix Klaus natürlich da in vielen Spielen den Unterschied ausmacht. Trotzdem denke ich, dass sie sich auch von Spiel zu Spiel gesteigert haben und deutlich kompakter geworden sind. Sie sind eine Mannschaft, die sehr unangenehm zu bespielen ist. Sie haben im Sommer ein paar wirklich gute Neuverpflichtungen dazugeholt und sind dabei, sich zu finden und in der Liga ihren Weg zu gehen. […] Es wird auf jeden Fall ein Spiel auf Augenhöhe.“

TV, Liveradio und Liveticker
Der Pay-TV Sender Sky überträgt die Partie sowohl im Einzelspiel (Sky Sport Bundesliga 4) als auch in der Konferenz ab 13:00 Uhr live (Hier Angebot sichern). Zudem meldet sich wenige Minuten vor Anpfiff - präsentiert von Fuchs Gruppe - wie gewohnt das Liveradio unter vfl.de/fans/liveradio. Ansonsten ist das Spiel auch im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar.