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Dynamo Dresden zu Gast an der Bremer Brücke

Am Samstag empfängt der VfL Osnabrück die SG Dynamo Dresden an der Bremer Brücke (Anpfiff: 13:00 Uhr). Während die Dresdner einen durchwachsenden Saisonstart korrigieren wollen, möchte der VfL an die Leistungen vor der Länderspielpause anknüpfen und den nächsten Heimsieg einfahren. Der Vorbericht.

Der Gegner
Die Sportmeinschaft Dynamo Dresden wurde von vielen Experten im Vorfeld der Saison als Geheimfavorit gehandelt. Dabei stellte man nicht nur die bemerkenswerte Rückrundenleistung der vergangenen Saison, sondern auch die Sommertransfers heraus. So gab man unter anderem für die Dienste von Ben Bobzien (1. FSV Mainz 05), Thomas Keller (1. FC Heidenheim), Robert Wagner (SC Freiburg) und Jonas Sterner (Hannover 96) über drei Millionen Euro Ablöse aus. Aber auch ablösefrei verstärkte man sich mit den Transfers von Nicolai Rapp (Karlsruher SC), Kenneth Schmidt (Fortuna Düsseldorf) oder Brooklyn Ezeh (Hannover 96) namhaft. Auf der Gegenseite verließ Ex-Osnabrücker Kofi Amoako die SGD in Richtung Bundesliga zum Hamburger SV. Als offizieller Abgang ist auch Robin Meißner gelistet. War der Stürmer des VfL in der vergangenen Saison doch zunächst nur an die Lila-Weißen ausgeliehen, wechselte er per Kaufoption in diesem Sommer fest in die Hasestadt.

Während also auf der Transferseite reichlich Bewegung in Dresden herrschte, ist auf der Trainerposition seit mittlerweile zwei Jahren Konstanz. So ist Chefcoach Thomas Stamm seit Juli 2024 bei der SGD im Amt und führte diese nach dem Aufstieg 2025 in der vergangenen Spielzeit zum sicheren Klassenerhalt. Dementsprechend gibt es an der Elbe trotz der erst vier Punkte nach sechs Spieltagen und des 17. Tabellenplatzes noch keinerlei Trainerdiskussionen. Dabei könnte das Duell mit den Lila-Weißen für den Schweizer gerade recht kommen. Denn in seinen bisher drei Gastspielen an der Bremer Brücke blieb der 43-Jährige bislang ungeschlagen. Diese Serie wollen die Osnabrücker dementsprechend am Samstag beenden.

Die Ausgangslage
Die Länderspielpause nutzte Dynamo Dresden für ein Testspiel gegen den tschechischen Erstligisten FK Teplice. Dabei musste sich die SGD mit 0:2 geschlagen geben. Zuvor hatte Dynamo bereits in der Liga einen schwierigen Saisonstart hingelegt. Nach sechs Spieltagen konnte man nur gegen den SV Darmstadt (1:0) und Eintracht Braunschweig (2:2) Punkte einfahren. Es ist der schlechteste Zweitliga-Start der Dresdner seit 2013. Von den vergangenen vier Partien konnte die Mannschaft von Thomas Stamm lediglich einen Punkt holen. Dabei verspielt die SGD ihre Führungen besonders häufig. Bereits acht Zähler gab Dresden nach eigener Führung aus der Hand, das ist der Höchstwert der Liga. Auch in der vergangenen Saison hatte Dynamo mit 24 verspielten Punkten den entsprechenden Höchstwert aufgestellt. Hinzu kommt, dass die SGD als einziges Team der Liga bislang keine zweite Halbzeit gewinnen konnte.

Besonders auffällig ist der Leistungsabfall in der Defensive. Mit 14 Gegentoren stellt Dynamo aktuell die schwächste Abwehr der 2. Bundesliga. Das ist insofern bemerkenswert, als die Dresdner in der vergangenen Rückrunde noch die beste Defensive der Liga stellten. Allein gegen die SGD kamen die Gegner bislang auf 13,2 xGoals – nur gegen Energie Cottbus war der Wert für die Gegner noch höher. Auch bei den Großchancen liegt Dynamo am unteren Ende der Statistik: 14 solcher Möglichkeiten ließen die Dresdner bereits zu, der zweithöchste Wert der Liga. Gleichzeitig hatte die SGD auch etwas Glück, denn gegen kein anderes Team scheiterte der Gegner häufiger an Latte oder Pfosten als gegen Dresden. Sechsmal verhinderte bereits das Aluminium einen weiteren Gegentreffer.

Dass die bisherige Punktausbeute nicht die gesamte Leistungsfähigkeit der Mannschaft widerspiegelt, zeigt sich auch mit Blick auf das Auftaktprogramm. Mit Hertha BSC, dem 1. FC Nürnberg und dem 1. FC Heidenheim hatte Dynamo bereits drei Mannschaften aus den aktuellen Top vier als Gegner. Dennoch ist die Diskrepanz zwischen der starken Rückrunde der Vorsaison und dem bisherigen Saisonverlauf unübersehbar. Offensiv entwickelte sich die SGD bislang nur selten zur gefährlichen Mannschaft. Lediglich Darmstadt gab weniger Torschüsse ab als Dresden (74), zudem erspielte sich kein Team weniger Großchancen als die Sachsen (3). Eine Stärke bleibt dagegen das Spiel nach Standardsituationen. Nur Heidenheim erzielte häufiger einen Treffer im Anschluss an einen Eckball als Dynamo, das bereits dreimal nach einer Ecke erfolgreich war. Mit 40 Eckbällen kommt zudem nur Energie Cottbus auf einen höheren Wert. Auch im Passspiel zeigt sich die Qualität des Dresdner Kaders. Mit einer Passquote von 86 Prozent weisen nur zwei Mannschaften ligaweit einen besseren Wert auf.

Ein Blick in die Statistikwerte beider Mannschaften lässt schon jetzt voraussagen, dass es eine sehr intensive Partie an der Bremer Brücke werden wird. So treffen die beiden laufstärksten Mannschaften der Liga aufeinander. Dresden kommt bislang auf eine Gesamtlaufdistanz von 122,87 Kilometern pro Spiel und damit auf den ligaweiten Bestwert. Der VfL folgt mit 122,14 Kilometern auf Platz drei. Einen langen Weg bis in den gegnerischen Strafraum benötigen die Lila-Weißen für einen Torerfolg dagegen nicht. Bei bislang drei Weitschusstoren trafen nur zwei Mannschaften häufiger mit einem Abschluss von außerhalb des Strafraums.

Gleichzeitig bietet die VfL-Statistik aber auch Ansatzpunkte für die Dresdner Offensive. Kein Team ließ die Gegner bislang häufiger zum Torschuss kommen als Osnabrück (113). Auch Flanken aus dem Spiel heraus wurden gegen den VfL häufig zugelassen: Nur gegen zwei Mannschaften kamen die Gegner zu mehr Flanken aus dem Spiel als gegen die Lila-Weißen (65). Einen Gegentreffer nach einer solchen Hereingabe kassierte der VfL allerdings noch nicht.

Auch der VfL nutze die Länderspielpause für Testspiele und fuhr nach einem 3:0-Sieg gegen den Sc Wiedenbrück, zwei Niederlagen gegen den VfL Bochum (1:4) und den schwedischen Erstligisten Djurgårdens IF (0:1) ein. Für die Lila-Weißen wird es am Samstag deshalb vor allem darum gehen, die eigenen Stärken konsequent auf den Platz zu bringen. Verlass ist dabei erneut auf die herausragende Unterstützung der lila-weißen Anhängerschaft. So sind nur wenige Restkarten für die Dieckmann-Westkurve im Online-Ticketshop verfügbar. Alle anderen Stadionbereiche sind bereits ausverkauft. Damit dürfen sich Jannik Müller, Konrad Faber und Robin Meißner auf eine gewohnt stimmungsvolle Bremer Brücke beim Wiedersehen mit ihrem Ex-Verein freuen. „Gegen Ex-Vereine zu spielen ist irgendwie immer etwas Besonderes, vor allem, wenn man da noch ein paar Leute kennt“, erklärte Meißner im Spieltagsinterview am Donnerstagmittag. Für den Mittelstürmer ist die Partie gegen die Dresdner der Abschluss einer außergewöhnlichen Woche. Nicht nur feiert der gebürtige Hamburger am heutigen Donnerstag seinen 27. Geburtstag, sondern wurde auch von der Sportschau zum Tor des Monats September nominiert. Sein Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 im DFB-Pokal gegen den FC Bayern München könnte somit das vierte Tor des Monats in der Historie des VfL Osnabrück werden. Noch bis zum 24. Oktober (19:00 Uhr) kann man auf der Website der Sportschau für den Treffer von Robin Meißner abstimmen.

Das Personal
Bei der SGD muss Trainer Thomas Stamm weiterhin auf Kenneth Schmidt (Aufbautraining nach Kreuzbandriss) und Lars Bünning (Reha nach Hirnblutung) verzichten. Außerdem ist Thomas Keller keine Option für die Partie am Samstag. Die Einsätze der zuletzt erkrankten Brooklyn Ezeh und Alexander Rossipal sind noch fraglich.

Aus der vollen Kaderbreite kann auch VfL-Cheftrainer Timo Schultz wieder schöpfen. Nachdem Ismail Badjie seine Knieprobleme in der Länderspielpause auskuriert hat, stieg der 20-Jährige im Laufe dieser Woche wieder vollumfänglich ins Mannschaftstraining ein.

Stimmen zum Spiel
Timo Schultz lässt sich wie gewöhnlich nicht von der Tabellensituation beeindrucken und erwartet am Samstag einen anspruchsvollen Gegner an der Bremer Brücke: „Wir sind immer noch früh in der Saison. Ich denke, Dynamo Dresden hat eine exzellente Rückrunde gespielt, ihren Kader echt top verstärkt und wirklich auch Geld in die Hand genommen. Allein Bobzien zu holen, das ist schon ein Ausrufezeichen. Dass sie jetzt nicht ganz so gut in die Runde reingekommen sind – noch mal, wir sind jetzt erst ein paar Spieltage in der Saison. Sie haben auf jeden Fall einen Kader, der ins obere Drittel gehört. Das muss dann auch der Anspruch sein für einen Verein wie Dynamo Dresden. Wir wissen schon, das ist eine sehr, sehr gute Mannschaft, da kommt eine eingespielte Mannschaft auf uns zu. Trotzdem sage ich ganz klar: Wir spielen zu Hause, an der Bremer Brücke, wir sind gut drauf und wir haben ganz klar das Ziel, die drei Punkte hierzubehalten.“

Und auch sein Schützling Robin Meißner ist sich der Stärken seiner Ex-Kollegen bewusst: „Ich glaube, wir müssen uns von der Tabelle so ein bisschen entfernen, weil die Tabellenposition nicht die Qualität widerspiegelt, die sie haben. Klar, sie haben auch eine andere Erwartungshaltung, auch mit der Rückrunde vom letzten Jahr. Sie haben eine unfassbare Qualität im Kader als Team, die jetzt noch nicht so richtig zur Geltung kam. Aber wir wissen um die Stärken von Dynamo, wissen aber auch, was wir können, und wollen deren Stärken minimieren und unsere dann optimal ausspielen.“

Dresdens Cheftrainer Thomas Stamm erwartet eine tiefstehende Osnabrücker Mannschaft und geht auch dank guter Trainingswochen selbstbewusst in die Partie: „Sie haben eine sehr kompakte Art und Weise, wie sie spielen wollen, eher auf Umschaltspiel. Trotzdem punktuell immer wieder auch hoch, aber grundsätzlich erwarten wir eher eine Mannschaft, die durch kompaktes, gutes Verteidigen sehr schnell in Umschaltmomente kommt. Da müssen wir gut wach sein und haben trotzdem auch probiert, ein paar Themen, die wir in den letzten Wochen nicht ganz so gut gemacht haben, aber auch gemacht haben, in den Wochen anzusprechen und zu trainieren. Wir fühlen uns sehr gut vorbereitet.“

TV, Liveradio und Liveticker
Der Pay-TV Sender Sky überträgt die Partie sowohl im Einzelspiel (Sky Sport Bundesliga 5) als auch in der Konferenz ab 12:30 Uhr live (Hier Angebot sichern). Zudem meldet sich wenige Minuten vor Anpfiff - präsentiert von Fuchs Gruppe - wie gewohnt das Liveradio unter vfl.de/fans/liveradio. Ansonsten ist das Spiel auch im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar.

VFL Osnabrück Logo

Titelbild: Jonas Jürgens

Text: Jendrik Greiwe

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