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Kopacz und Kehl sorgen in Regensburg für dritten Sieg der Woche
Mit dem 2:0-Auswärtssieg gegen den SSV Jahn Regensburg fuhr der VfL Osnabrück den dritten Sieg in der englischen Woche ein. Nach dem Führungstreffer kurz vor dem Halbzeitpfiff setzten die Lila-Weißen auch in den zweiten 45 Minuten ihre souveräne Leistung fort. Der Spielbericht.
Drei Wechsel nahm Cheftrainer Timo Schultz in seiner Startelf im Vergleich zum Spiel gegen Viktoria Köln vor. So rückten Lars Kehl (nach Gelbsperre) und Patrick Kammerbauer (nach Verletzung) wie erwartet zurück in die Anfangsformation. Auch Kevin Wiethaup stand im Jahnstadion von Beginn an auf dem Platz. Dafür nahmen Kai Pröger, Fridolin Wagner und Ismail Badjie zunächst auf der Bank Platz. Bei den Gastgebern veränderte Trainer Michael Wimmer seine Aufstellung auf zwei Positionen. Felix Strauß (nach Gelbsperre) und Oscar Schönfelder standen neu in der ersten Elf.
Bereits früh in der Partie prüften die Regensburger in Person von Eric Hottmann VfL-Keeper Lukas Jonsson. Dabei konnte sich der Schwede gleich zweimal auszeichnen. Sowohl beim ersten Abschluss als auch beim darauffolgenden Nachschuss war der Schlussmann zur Stelle (7‘). Nach einer knappen Viertelstunde gab es dann auch die erste Torannäherung der Lila-Weißen. Einen Flankenversuch von David Kopacz fing SSV-Torwart Felix Gebhardt aber sicher ab (14‘). Der Offensivakteur war auch vier Minuten später mitten im Geschehen, als er sich nach einem Steckpass von Robin Meißner im Laufduell mit Oscar Schönfelder wiederfand. Der Regensburger blieb jedoch der Gewinner, ansonsten wäre Kopacz alleine auf Torwart Gebhardt zugelaufen (18‘). Nun setzten die Osnabrücker immer wieder gefährliche Konter. Zum ersten Mal im Tor des SSV landete das Spielgerät allerdings nach einem Standard.
Dabei fing der Freistoß am linken Sechzehnereck der Gastgeber alles andere als erfolgreich an. Nach einem Missverständnis zwischen Robin Meißner und Lars Kehl flog der Ball dennoch per Flanke in die Gefahrenzone. Am zweiten Pfosten beförderte schließlich Robin Fabinski den Ball ins Tor, drehte zum Jubel zum Osnabrücker Gästeblock ab und wurde erst einige Sekunden später durch die Fahne des Assistenten gestoppt (29‘). Eine sehr knappe Entscheidung, die auch auf der Osnabrücker Bank für Aufruhr sorgte. Zehn Minuten später durften die 750 mitgereisten Lila-Weißen dann endgültig und ganz regelkonform jubeln. Erneut wurde David Kopacz – diesmal von Kevin Wiethaup – in die Tiefe geschickt. Dieses Mal lief der Pole seinem Gegenspieler davon und schloss kurz vor dem Fünfmeterraum ins lange Eck ab (40‘).
Kurz vor dem Pausenpfiff hatte die „Jahnelf“ dann doch noch die Chance auf den Ausgleich. Nach einem Eckball stand Christian Kühlwetter am zweiten Pfosten völlig frei, schaffte es aber nicht, den Ball auf das Tor zu bringen (45‘). Mit der knappen, aber verdienten Führung ging es wenige Augenblicke später in die Kabinen.
Mit Wiederanpfiff legten beide Mannschaften früh offensive Akzente. Der Schuss aus der zweiten Reihe von Kevin Wiethaup flog haarscharf über den Querbalken (47‘). Die Regensburger kamen nach einem Freistoß per Kopfball zum ersten Torabschluss, forderten Jonsson damit aber nicht sonderlich heraus (49‘). Robin Meißner hatte wenig später das 2:0 auf dem Fuß, als er eine Hereingabe frei vor dem Tor neben den linken Pfosten setzte. Die Fahne des Assistenten ging aufgrund einer Abseitsposition allerdings schnell nach oben (52‘). In der 56. Minute erhitzte ein Handspiel die Osnabrücker Gemüter. Als Lars Kehl in die Mitte auf Robin Meißner ablegte, setzte dieser zum Schuss an. Statt auf das Tor flog die Kugel jedoch an den Arm von Felix Strauß. Die Pfeife von Schiedsrichter Jonah Besong blieb zum Erstaunen der Lila-Weißen stumm (56‘). Statt als Torschütze trug sich Robin Meißner am Samstagnachmittag dagegen als Vorlagengeber in die Statistiken ein. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld schickte der 26-Jährige Lars Kehl auf die Reise, der am Ende seines Sprints den Ball per Außenrist ins linke kurze Eck beförderte und somit nicht nur das 2:0, sondern auch seinen ersten Treffer im neuen Jahr erzielte (63‘).
Mit der komfortablen Führung zog sich der VfL in der Schlussphase der Partie in die eigene Hälfte zurück und lauerte erneut auf Kontermöglichkeiten. Eine richtig gefährliche Torchance sahen die 7.464 Zuschauer im Jahnstadion jedoch nicht mehr. In der 79. Minute setzte Noel Eichinger einen Freistoß aus gut 20 Metern auf das Gehäuse von Lukas Jonsson (79‘). So feierte der VfL nach der fünfminütigen Nachspielzeit nicht nur den 16. Saisonsieg, sondern mit drei Siegen auch eine perfekte englische Woche. Diesen Lauf möchte man auch in der kommenden Woche fortsetzen, wenn der SV Waldhof Mannheim an der Bremer Brücke zu Gast ist (Anpfiff: Samstag, 14:00 Uhr). Für die Partie sind nur noch Sitzplatztickets auf der Giro-Live Nordtribüne im Block K und Stehplatztickets für die Dieckmann-Westkurve verfügbar. Wer beim Brückentag also live dabei sein möchte, sollte sich noch schnell sein Ticket im Onlineshop sichern!
Tore:
0:1 (Kopacz 40‘), 0:2 (Kehl 63‘)
Aufstellungen:
SSV Jahn Regensburg:
Gebhardt – Strauss, Wurm, Karbstein – Oliveira (Beckhoff 59‘), Müller (Hingerl 79‘), Fein, Schönfelder (Bauer 86‘), Kühlwetter (Stolze 59‘), Eichinger – Hottmann (Posselt 59‘)
VfL Osnabrück:
Jonsson – Fabinski, Müller, Wiemann – Kammerbauer (Henning 89‘), Jacobsen, Wiethaup (Wagner 68‘), Christensen, Kopacz (Badjie 68‘), Kehl (Pröger 84‘)- Meißner (Riesselmann 89‘)
„Jetzt wollen wir das Maximum“ – VfL zu Gast in Regensburg
Zum Abschluss der englischen Woche tritt der VfL Osnabrück am Samstagnachmittag beim SSV Jahn Regensburg an (Anpfiff: 16:30 Uhr). Nach den zwei Siegen gegen Aue und Köln wollen die Lila-Weißen mit der maximalen Punkteausbeute in die Hasestadt zurückkehren. Der Vorbericht.
Der Gegner
Zehn Punkte trennen den Sport- und Schwimmverein Jahn Regensburg aktuell von der Abstiegszone. Diesen Vorsprung erarbeitete sich die „Jahnelf“ allerdings vor allem in der Rückrunde. Schließlich betrug der Abstand zum Ende des vergangenen Jahres noch lediglich drei Zähler. Nicht verwunderlich also, dass sich der SSV im Winter mit insgesamt vier Neuzugängen verstärkte. Neben Torwart Leon-Oumar Wechsel, der per Leihe von Hannover 96 kam, sicherte man sich zudem die Dienste von Sascha Hingerl (TSV Buchbach), Malte Karbstein (Waldhof Mannheim) und John Posselt (SC Paderborn). Letzterer lief in der Hinrunde noch leihweise für den TSV Havelse auf. Nachdem die Leihe jedoch nach der Hinrunde aufgrund der sportlich prekären Lage bei den Niedersachsen abgebrochen wurde, wechselte der 22-Jährige fest in die viertgrößte Stadt Bayerns. In seinen bisher acht Einsätzen für den SSV traf er einmal. Für den TSV Havelse erzielte er in der Hinserie sieben Treffer.
Auf der Abgangsseite verabschiedete man in Regensburg insgesamt drei Spieler. Stürmer Dejan Galjen schloss sich mit Fortuna Köln einem Aufstiegsaspiranten aus der Regionalliga West an. Davis Asante zog es ebenfalls leihweise in dieselbe Liga und läuft in der Rückrunde für den SV Rödinghausen auf. Die Leihe von Dustin Forkel wurde vorzeitig beendet, sodass der 20-Jährige zu seinem Stammverein, dem 1. FC Nürnberg, zurückkehrte. Weiter für den SSV auflaufen wird dagegen Noel Eichinger. Der 24-Jährige ist mit sieben Toren und fünf Vorlagen die Lebensversicherung der „Jahnelf“. Der Mittelstürmer steht seit Sommer 2023 bei den Regensburgern unter Vertrag, wurde in der Rückrunde der Saison 2023/24 jedoch an den Greifswalder FC (12 Spiele, 1 Vorlage) und in der vergangenen Spielzeit an den 1. FC Lokomotive Leipzig (30 Spiele, 11 Tore und 13 Vorlagen) ausgeliehen. Für die Regensburger verpasste der gebürtige Mainzer in dieser Saison nur ein einziges Spiel und sammelte somit die drittmeisten Einsatzminuten unter allen Feldspielern des SSV.
Noch länger auf dem Rasen standen lediglich die beiden Innenverteidiger Leopold Wurm und Felix Strauss. Zwar verpassten beide jeweils drei Partien, spielten aber fast immer über die volle Distanz. Leopold Wurm gilt dabei als eines der größten Innenverteidigertalente des Landes und läuft regelmäßig auch für die deutsche U20-Nationalmannschaft auf. Sein Nebenmann Felix Strauss machte sich zumindest ligaintern einen Namen als Kartensammler. Mit zehn Gelben und einer Roten Karte steht der 24-Jährige in der Sünderkartei hinter Ryan Malone vom FC Erzgebirge Aue auf dem zweiten Platz. Allgemein sammelten die Regensburger in dieser Spielzeit bereits fleißig Karten und stehen im Fairnessvergleich mit 78 Gelben, vier Gelb-Roten und vier Roten Karten am Tabellenende.
Die Ausgangslage
Am Samstagnachmittag treffen im Jahnstadion zwei der ballbesitzschwächsten Mannschaften der 3. Liga aufeinander. Regensburg steht mit einem Durchschnitt von 46,3 Prozent im Ligavergleich auf dem vorletzten Platz. Aber auch die Osnabrücker überlassen das Spielgerät mit einem Durchschnittswert von 46,5 Prozent (Platz 17) häufig dem Gegner. Topwerte weisen die Regensburger dagegen in den Laufstatistiken auf. Keine andere Mannschaft legte in dieser Saison bislang so viele Meter wie die „Jahnelf“ zurück. Den Weg zurück auf die Trainerbank wird auch Chefcoach Michael Wimmer gegen den VfL antreten. Aufgrund seiner vierten Gelben Karte musste der 45-Jährige unter der Woche beim Auswärtsspiel in Verl auf der Tribüne Platz nehmen. Von dort aus verfolgte er den 2:1-Auswärtssieg seiner Mannschaft. Beide Treffer erzielte dabei der bereits erwähnte Noel Eichinger. Vor allem dessen Tor zum zwischenzeitlichen 2:0 erregte Aufsehen. Der Mittelstürmer legte sich den Ball im Strafraum selbst hoch und setzte anschließend zum Fallrückzieher an. Im Bogen flog der Ball an Torwart Philipp Schulze vorbei unter die Latte ins Tor. Mit dem Erfolg feierte der Jahn den zehnten Saisonsieg. Insgesamt kassierten die Regensburger in den vergangenen sechs Partien nur eine Niederlage (2:3 gegen Rot-Weiss Essen).
Einen noch besseren Lauf kann bekanntlich der VfL Osnabrück vorweisen. Neben den Lila-Weißen ist nur noch Ligakonkurrent Energie Cottbus im Jahr 2026 noch ungeschlagen. Unter der Woche fuhr die Mannschaft von Timo Schultz gegen Viktoria Köln einen ungefährdeten 2:0-Heimsieg ein. Zum insgesamt 14. Mal blieb Torwart Lukas Jonsson ohne Gegentor und stellt damit den höchsten Wert unter allen Keepern im deutschen Profifußball dar. Auch im Hinspiel gegen die Regensburger behielt der Schwede eine weiße Weste. In der Offensive köpfte Fridolin Wagner die Lila-Weißen in der 27. Minute nach einem Eckball in Führung. Für den 28-Jährigen war es der erste Treffer für den VfL. Nach der Halbzeitpause vollendete Patrick Kammerbauer eine Flanke von Lars Kehl sehenswert ins linke Eck und sicherte damit den dritten Heimsieg der Saison.
Auswärts hat der VfL historisch gesehen nur ein einziges Spiel gegen die Regensburger verloren. Im allerersten Aufeinandertreffen im November 2003 unterlagen die Osnabrücker – unter anderem mit Joe Enochs auf dem Feld – mit 0:1. Für den Direktor Fußball der Lila-Weißen ist die Partie am Samstag auch eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Von Mai 2023 bis Oktober 2024 fungierte der 54-Jährige als Chefcoach der „Jahnelf“. Nun kehrt er erstmals in offizieller Funktion ins Jahnstadion zurück, möchte seinen alten Weggefährten aber sicherlich keine sportlichen Gastgeschenke mitbringen.
Das Personal
Bei den Regensburgern fallen mit Julian Pollersbeck (Rückenverletzung), Lucas Hermes (Kopfverletzung), Jakob Seibold (Schulterverletzung) und Robin Ziegele (Sprunggelenksverletzung) insgesamt vier Spieler aus.
Timo Schultz musste am Donnerstagnachmittag einzig auf den erkrankten Kevin Schumacher verzichten. Ansonsten werden auch der zuletzt gesperrte Lars Kehl sowie der wiedergenesene Patrick Kammerbauer Teil des Spieltagskaders sein.
Stimmen zum Spiel
VfL-Cheftrainer Timo Schultz machte im Spieltagsinterview am Donnerstagnachmittag auf die jüngst bemerkenswerte Entwicklung der Regensburger aufmerksam. „Es war schon im Hinspiel ein sehr intensives Spiel. Regensburg ist als Absteiger aus der 2. Liga mit einem sehr guten Kader in die Saison gestartet. Dann hatten sie die typischen Anfangsprobleme, sich einzufinden und an die neue Liga zu gewöhnen. Jetzt sind sie mittlerweile richtig gut drin und wenn man den Trend der letzten fünf Spiele nimmt eine absolute Topmannschaft. […] Sie haben zueinander gefunden und mittlerweile ein klar definierten Spielstil mit sehr viel Tiefgang, Wucht und Präsenz in der gegnerischen Box. Dementsprechend stimmen dann auch irgendwann die Ergebnisse.“
Mit dementsprechend Respekt fahren die Lila-Weißen am Samstag nach Bayern, haben auch ein klares Ziel vor Augen: „Wir fahren nach Regensburg und wissen, dass es eine schwere Aufgabe wird, aber auch, dass wir gut drauf sind. Es wäre natürlich super, wenn wir da nochmal drei Punkte mitnehmen könnten und dann die perfekte englische Woche hinter uns bringen. […] Jetzt wollen wir das Maximum!“
TV und Liveticker
Der Pay-TV Sender Magenta Sport überträgt die Partie ab 16:15 Uhr live. Zudem meldet sich wie gewohnt kurz vor Spielbeginn auch das Liveradio presented by Fuchs Group unter vfl.de/liveradio. Ansonsten ist das Spiel auch im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar.
Frühe Führung, stabile Defensive: VfL schlägt auch Viktoria Köln
Mit einem 2:0-Heimsieg setzte der VfL Osnabrück am Dienstagabend seinen Lauf gegen Viktoria Köln fort. Nach dem frühen Führungstreffer legten die Lila-Weißen kurz vor der Pause nach und bewiesen in der zweiten Hälfte erneut ihre defensive Stabilität. Der Spielbericht.
Zwei Veränderungen nahm Cheftrainer Timo Schultz in seiner Startaufstellung vor. So ersetzten Bjarke Jacobsen und David Kopacz den gesperrten Lars Kehl sowie Kevin Wiethaup, der zunächst auf der Bank Platz nahm. Bei den Gästen nahm Trainer Marian Wilhelm eine Änderung vor: Yannick Tonye rückte für Tim Kloss in die Startformation.
Mit viel Offensivdrang begann der VfL die Partie und war direkt mit der ersten Gelegenheit des Abends erfolgreich. Ismail Badjie ging mit dem Ball am Fuß bis zur Grundlinie und legte zurück auf den im Fünfmeterraum einlaufenden Robin Meißner. Dieser beförderte das Spielgerät in Mittelstürmermanier in die Maschen des Kölner Tores und ließ die 14.382 Zuschauer an der Bremer Brücke früh jubeln (5‘). Darauf ruhten sich die Lila-Weißen jedoch nicht aus und suchten weiter den Weg nach vorne. Einen Abschluss von Kai Pröger aus gut 20 Metern konnte Viktoria-Torwart Arne Schulz erst im Nachfassen festhalten (8‘).
Nach einer Viertelstunde meldeten sich auch die Gäste erstmals bei VfL-Schlussmann Lukas Jonsson an. Nach einem Eckball kam Meiko Sponsel im Sechzehner zum Kopfball, den Jonsson mit einer starken Reaktion noch über den Querbalken lenken konnte (15‘). Generell wurden die Kölner vor allem nach Standardsituationen gefährlich. Aus dem Spiel heraus musste Lukas Jonsson kaum eingreifen. Das gefährlichere Offensivspiel zeigte dagegen der VfL. Nach einer halben Stunde setzte Ismail Badjie auf der rechten Seite zu einem Solo an, zog in den Sechzehner und suchte den Abschluss, verfehlte das Tor jedoch knapp (29‘). Erfolgreicher war die nächste Osnabrücker Offensivaktion: Nach einer Balleroberung im Mittelfeld schalteten die Lila-Weißen schnell um, der Ball landete auf der rechten Seite beim aufgerückten Robin Fabinski. Dieser flankte flach in die Mitte, wo David Kopacz einlief und die Kugel sehenswert per Hacke im Tor unterbrachte (42‘). Wenig später pfiff Schiedsrichter Ben Uhrig zur Halbzeitpause.
Anders als in den ersten 45 Minuten gestaltete sich der Start nach dem Wiederanpfiff zunächst ereignisarm. Die Osnabrücker ließen sich phasenweise tief in die eigene Hälfte zurückfallen und lauerten auf Kontergelegenheiten. Erstmals richtig gefährlich vor das Kölner Tor kamen die Lila-Weißen in der 63. Minute: Sekunden nachdem Tony Lesueur für Ismail Badjie in die Partie gekommen war, setzte der Franzose zu einem Alleingang über die rechte Seite an. Vorbei an mehreren Gegenspielern schloss der 25-Jährige am Strafraumrand ab, zielte jedoch zu zentral, sodass Torwart Schulz den Ball sicher aufnehmen konnte (63‘).
Dies blieb die einzige klare Torgelegenheit der Osnabrücker im zweiten Durchgang. Die Kölner spielten sich in der Folge in der gegnerischen Hälfte fest, forderten Lukas Jonsson jedoch kaum. Erst in der Nachspielzeit musste der Schwede eingreifen, als er einen Kopfball eines Kölner Angreifers aus dem Knick an die Latte lenkte (90+3‘).
So blieb die Mannschaft von Cheftrainer Timo Schultz dank ihrer stabilen Defensive erneut ohne Gegentor und verteidigte mit dem 2:0-Heimsieg die Tabellenführung. Selbiges wollen die Lila-Weißen am Samstag auch auswärts beim SSV Jahn Regensburg unter Beweis stellen und die Englische Woche mit einem Sieg vergolden (Anpfiff: 16:30 Uhr).
Tore:
1:0, (Meißner 5‘), 2:0 (Kopacz 42‘)
Aufstellungen:
VfL Osnabrück:
Jonsson – Fabinski, Müller, Wiemann – Pröger, Wagner, Jacobsen (Janotta 87‘), Christensen (Schumacher 87‘), Badjie (Lesueur 63‘), Kopacz (Wiethaup 77‘) – Meißner (Riesselmann 87‘)
FC Viktoria Köln:
Schulz – Sponsel, Boboy (Kloss 46‘), Dietz, Tonye (Kozuki 46‘), Handle (Ronstadt 70‘) – Engelhardt (Eisenhuth 77‘), Wolf, Münst – Otto (Sachse 59‘), Zank
Flutlichtspiel an der Bremer Brücke: VfL empfängt Viktoria Köln
Am Dienstagabend empfängt der VfL Osnabrück den FC Viktoria Köln unter Flutlicht an der Bremer Brücke (Anpfiff: 19:00 Uhr). Gegen eine spielstarke Kölner Mannschaft erwartet Cheftrainer Timo Schultz eine Leistungssteigerung, damit die drei Punkte am Ende des Abends in der Hasestadt bleiben. Der Vorbericht.
Der Gegner
Mit dem FC Viktoria Köln erwartet der VfL Osnabrück eine Mannschaft, die sich über die gesamte Saison hinweg im Tabellenmittelfeld bewegt. So schloss man die Hinrunde auf dem 12. Tabellenplatz ab und steht aktuell mit 38 Punkten auf Rang zehn. Dabei mussten die Kölner im Winter schmerzhafte Abgänge hinnehmen. Mit Torwart Dudu (Eduardo dos Santos Haesler), der zu Estrela Amadora in die erste portugiesische Liga wechselte, und Lex-Tyger Lobinger, der zum Ligakonkurrenten MSV Duisburg ging, verlor man zwei absolute Stammspieler und Leistungsträger. Während Dudu in 16 Spielen viermal ohne Gegentor blieb, erzielte Lobinger in 17 Einsätzen neun Treffer. Damit ist der 27-Jährige, der in der Rückrunde der Saison 2023/24 in 14 Spielen auch für den VfL auf Torejagd ging, weiterhin der aktuelle Toptorschütze der Kölner. An zweiter Stelle der Torjägerliste folgt David Otto mit sieben Treffern und vier Vorlagen.
Auf die Abgänge von Lobinger und Dudu reagierte man in der Domstadt im Winter mit insgesamt vier Neuzugängen. Neben Rechtsaußen Joel Vega Zambrano (SC Paderborn) verstärkte man sich in der Offensive auch mit Jakob Sachse, der per Leihe von Schalke 04 kam. In der Hinrunde erzielte der 19-Jährige für die Zweitvertretung der „Knappen“ in der Regionalliga West in 18 Einsätzen neun Tore und lieferte fünf Vorlagen. Auch bei den Kölnern zeigte sich der gebürtige Leipziger bereits torgefährlich und kommt in drei Einsätzen auf zwei Tore und eine Vorlage. Neben den beiden Offensivkräften begrüßte man im Winter am Höhenberg zudem die zuletzt vereinslosen Taylan Duman und David Richter. Letzterer kehrt am Dienstag an seine alte Wirkungsstätte zurück. In der Hinrunde der vergangenen Spielzeit hütete der 26-Jährige in zwölf Partien das Tor der Lila-Weißen. Nach seinem Wechsel im Winter 2025 zum SV Sandhausen war Richter ab Sommer vereinslos und schloss sich nun im Winter Viktoria Köln an. Für seinen neuen Arbeitgeber kam der Keeper in der vergangenen Woche im Landespokal zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz und feierte gegen den Siegburger SV 04 einen 2:1-Auswärtssieg.
Auf alte Bekannte treffen am Dienstagabend auch Bryan Henning und Robin Meißner. Während Henning von Sommer 2023 bis Winter 2025 in 30 Partien für die Kölner auflief, spielte Meißner in der Saison 2022/23, als er vom Hamburger SV verliehen war, seine bislang persönlich beste Saison. In 37 Drittligapartien erzielte er zwölf Tore und bereitete fünf weitere Treffer vor. Somit ist der 26-Jährige momentan auf dem besten Weg, diese Werte zu übertreffen. Im Dress des VfL traf er in dieser Spielzeit bereits neunmal und lieferte sieben Torvorlagen.
Die Ausgangslage
Genau wie die Lila-Weißen blieb auch Viktoria Köln im Februar ohne Niederlage. Nach zwei Unentschieden gegen Regensburg (0:0) und Aue (2:2) folgten zuletzt zwei Siege gegen die Zweitvertretungen der TSG Hoffenheim (3:1) und des VfB Stuttgart (2:0). Generell sind die Kölner eine spielstarke Mannschaft. Neben einem durchschnittlichen Ballbesitzwert von 52,5 Prozent (Platz fünf im Ligavergleich) sticht vor allem die Passquote von 84,2 Prozent hervor (drittbeste Wert der Liga). Auffällig bei der Mannschaft von Trainer Marian Wilhelm sind zudem die hohen Laufwerte. So weisen die Domstädter die zweithöchste Laufdistanz der Liga auf, nur Jahn Regensburg legte noch mehr Meter zurück.
Ähnlich stabil wie die Osnabrücker präsentiert sich Viktoria Köln auch defensiv. Mit 33 Gegentoren stellen die Kölner die viertbeste Defensive der Liga. Der VfL steht mit 25 Gegentreffern in dieser Statistik bekanntlich an der Spitze. Erstmals von Platz eins grüßen die Lila-Weißen zudem in der Gesamttabelle. Nach dem 3:1-Auswärtssieg gegen Erzgebirge Aue und den zeitgleichen Unentschieden der Aufstiegsaspiranten MSV Duisburg (1:1 gegen TSV Havelse) und Energie Cottbus (0:0 gegen SC Verl) sprang man erstmals seit Mai 2019 wieder an die Spitze der 3. Liga. Diese soll auch nach dem Spiel gegen die Kölner verteidigt werden. Nach dem torlosen Remis im Hinspiel möchten die Lila-Weißen nach den Erfolgen gegen Havelse (2:0) und Rot-Weiss Essen (3:0) den dritten Heimsieg in Folge einfahren. Hoffnung macht dabei auch ein Blick auf die Historie: An der Bremer Brücke gewannen die Osnabrücker bislang jedes der drei Heimspiele gegen den FC Viktoria Köln (Gesamtbilanz: 4 Siege, 2 Remis, 1 Niederlage).
Mit entsprechend großer Vorfreude blickt auch Cheftrainer Timo Schultz auf die Partie: „Jetzt haben wir ein tolles Heimspiel, mit einer tollen Kulisse hier zu Hause. Dienstagsabends, ein Spiel an der Bremer Brücke. Das Flutlicht wird an sein, also schöner geht’s gar nicht.“ Das denken sich bislang auch über 13.500 VfL-Anhänger, die sich bereits ein Ticket für das Flutlichtheimspiel gesichert haben. Für die Partie sind nur noch vereinzelt Karten auf den beiden Sitzplatztribünen sowie Stehplatztickets für die Dieckmann-Westkurve verfügbar. Wer also am Dienstagabend dabei sein möchte, sollte sich noch schnell seinen Platz im Online-Ticketshop sichern.
Das Personal
Bei den Kölnern fallen mit Marco Pledl (Kreuzbandriss), Christoph Greger (Rückenprobleme), Yannick Tonye (muskuläre Probleme) und Taylan Duman (Trainingsrückstand) vier Spieler für die Partie am Dienstagabend aus.
Beim VfL durfte Cheftrainer Timo Schultz beim Abschlusstraining am Montagnachmittag Bjarke Jacobsen wieder vollumfänglich auf dem Trainingsplatz begrüßen. Verzichten musste der 48-Jährige allerdings auf den erkrankten Bashkim Ajdini sowie den weiterhin verletzten Patrick Kammerbauer, für den das Spiel gegen die Kölner noch definitiv zu früh kommt. Eine Zwangspause muss zudem Lars Kehl einlegen, der gegen Erzgebirge Aue seine fünfte Gelbe Karte sah und dementsprechend gesperrt ist.
Stimmen zum Spiel
VfL-Cheftrainer Timo Schultz offenbarte im Spieltagsinterview am Montagnachmittag, dass ihm die Analyse des Gegners, wie schon in der Hinrunde, besonders Freude bereitet habe: „Es ist tatsächlich cool zu sehen, wenn man sich auf so einen Gegner vorbereitet, das war auch in der Hinserie schon so, es ist eine Mannschaft, die uns sehr ähnelt. In der Systematik, in der Herangehensweise und teilweise auch in den Abläufen. Dementsprechend wird es ein Spiel auf Augenhöhe, was alles angeht, und da werden an dem Tag wahrscheinlich die Kleinigkeiten entscheiden.“
Angesprochen auf die neue Situation, dass die Lila-Weißen nun als Tabellenführer die Rolle der Gejagten übernehmen, zeigte sich der 48-Jährige unbeeindruckt: „Das Feld ist genauso groß, wir spielen auch wieder gegen elf. Unser Ansatz ist in jedem Spiel, drei Punkte zu holen, und wir wissen, dass wir gut drauf sind, aber auch, dass wir eine Topleistung brauchen, um die jeweiligen Gegner zu schlagen. Gegen Aue war die Leistung gut, aber nicht sehr gut. Und gegen Viktoria Köln, da bin ich mir sicher, müssen wir auf jeden Fall deutlich besser spielen, wenn wir am Ende die drei Punkte hierbehalten wollen.“
Auch Viktoria-Trainer Marian Wilhelm freut sich auf den Flutlichtabend, ist sich aber der schwierigen Aufgabe für seine Mannschaft bewusst, wie er auf der vereinseigenen Pressekonferenz vor dem Spiel verriet. „Viel schöner kann eine Aufgabe nicht sein. Mit dieser Woche im Rücken, dann die Bremer Brücke, Flutlicht. Ich glaube, auf solche Spiele freut sich eine Mannschaft. […] Natürlich ist das eine Wucht, die auf uns zukommt – vom Stadion, aber vor allem auch von der Mannschaft. Sie haben die beste Defensive der Liga und sind in vielen Bereichen sehr schwer zu bespielen. Das haben wir auch im Hinspiel beim 0:0 erlebt. Seitdem sind sie weitere Schritte gegangen und in der Rückrunde deutlich effektiver geworden. […] Es wird alles von uns abverlangen, was die Aggressivität und das Vertrauen in unser Spiel betrifft. […] Und dann werden wir sehen, wofür es reicht.“
TV und Liveticker
Der Pay-TV Sender Magenta Sport überträgt die Partie ab 18:45 Uhr live. Zudem meldet sich wie gewohnt kurz vor Spielbeginn auch das Liveradio presented by Fuchs Group unter vfl.de/liveradio. Ansonsten ist das Spiel auch im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar.
Dank Doppelschlag in der zweiten Halbzeit: VfL gewinnt auch in Aue
Der VfL Osnabrück setzte sich am Samstagnachmittag beim FC Erzgebirge Aue mit einem 3:1-Auswärtssieg durch. Nach einer dominanten ersten Halbzeit und dem zwischenzeitlichen Ausgleich sorgten zwei Treffer binnen weniger Minuten im zweiten Durchgang für die Entscheidung zugunsten der Osnabrücker. Der Spielbericht.
Cheftrainer Timo Schultz nahm im Vergleich zum 3:0-Heimsieg gegen Rot-Weiss Essen zwei Veränderungen in seiner Startelf vor. Kevin Wiethaup und Kai Pröger rückten für Patrick Kammerbauer und Bjarke Jacobsen in die Anfangsformation. Bei den Gastgebern nahm Trainer Christoph Dabrowski ebenfalls zwei Wechsel vor: Eric Uhlmann und Julian Günther-Schmidt verdrängten Jonah Fabisch und Julian Guttau auf die Bank.
Schon früh in der Partie erlangten die Osnabrücker mit hohem Pressing und klaren Abläufen im Kombinationsspiel die Kontrolle und setzten die Hausherren unter Druck. Bereits nach vier Minuten kam der VfL erstmals gefährlich in den Strafraum der „Veilchen“. Eine flache Hereingabe von Fridolin Wagner verpasste im Sechzehner zunächst Ismail Badjie, leitete den Ball jedoch unabsichtlich auf Frederik Christensen weiter, der in aussichtsreicher Position zum Abschluss kam. Torwart Martin Männel hielt die Kugel jedoch fest (4.). Vier Minuten später ereilte Lars Kehl eine Hiobsbotschaft: Nach einem Zusammenprall mit Eric Uhlmann sah er seine fünfte Gelbe Karte der Saison und fehlt damit im kommenden Ligaspiel gegen Viktoria Köln gesperrt. Feiern durfte der Offensivakteur wenig später dennoch. Denn Ismail Badjie brachte die Osnabrücker – wie schon am vergangenen Wochenende – in Führung. Dabei profitierte das VfL-Eigengewächs von einem Missverständnis in der Auer Defensive. Nach einem langen Ball von Christensen irritierten sich Ryan Malone und Tristan Zobel gegenseitig, sodass das Spielgerät an den beiden Innenverteidigern vorbei in Richtung Sechzehner flog. Badjie schnappte sich den Ball, umkurvte Männel und schob zum 1:0 aus Sicht des VfL ein (17.).
Mit dem Gegentreffer wurden auch die Gastgeber aktiver und kamen erstmals gefährlich vor das Tor von VfL-Keeper Lukas Jonsson. Nach einem langen Einwurf von Ryan Malone köpfte Marcel Bär den Ball wuchtig auf den Kasten, doch Jonsson reagierte stark und parierte aus dem linken Eck (19.). Nach gut einer halben Stunde gab es den nächsten Aufschrei im Erzgebirgsstadion: Frederik Christensen spielte den Ball in den Strafraum und traf dort den Arm von Pascal Fallmann, der jedoch zur Grätsche angesetzt hatte. Schiedsrichter Justin Hasmann wertete die Szene als natürlichen Stützarm, seine Pfeife blieb stumm (27.).
Kurz vor der Halbzeitpause ließen sich die Osnabrücker etwas zurückfallen, was die Gastgeber nutzten. Über die linke Seite setzte Marvin Stefaniak Jannic Ehlers in Szene, dessen Rückpass Julian Günther-Schmidt am Elfmeterpunkt aufnahm und zum 1:1 ins rechte Eck verwandelte. So ging es wenig später mit dem 1:1-Unentschieden in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel kam Aue mit mehr Schwung aus der Kabine und suchte schneller den Weg in die Tiefe. Die Abschlüsse der „Veilchen“ forderten Lukas Jonsson jedoch kaum heraus. Auch ein Fehlpass des Schweden im Aufbauspiel, der direkt in die Füße von Marvin Stefaniak geriet, blieb folgenlos. Dessen schneller Distanzschuss wurde von Jonsson mit dem Fuß abgewehrt (66.). Mit zunehmender Spieldauer übernahmen die Gäste wieder die Initiative und erhöhten den Druck.
Schließlich sorgte ein Doppelschlag der Osnabrücker für die Entscheidung im Erzgebirgsstadion. Mittendrin war der kurz zuvor eingewechselte Tony Lesueur. Nach einer Flanke von Lars Kehl in den Fünfmeterraum stand der Franzose goldrichtig und schob zur erneuten Führung des VfL zum 2:1 ein (73.). Nur drei Minuten später legte Lesueur den Ball im Strafraum quer auf VfL-Toptorschütze Robin Meißner, der mit seinem Schuss ins linke Eck sein neuntes Saisontor erzielte (76.). Damit war die Partie entschieden. In der Schlussphase kam es kaum noch zu Torchancen. Bemerkenswert dagegen war die Einwechslung von Bashkim Ajdini, der nicht nur seinen ersten Saisoneinsatz, sondern zugleich sein insgesamt 200. Pflichtspiel für den VfL feierte. In den Schlussminuten sicherte der Verteidiger so den 14. Saisonsieg des VfL und hatte nach Abpfiff also doppelten Grund zur Freude.
Mit den drei Punkten im Gepäck reisen die Lila-Weißen nun zumindest vorübergehend als Tabellenführer in die Hasestadt zurück. Der Blick richtet sich jedoch bereits auf Dienstag: Im Zuge der Englischen Woche empfängt der VfL an der heimischen Bremer Brücke den FC Viktoria Köln (Anpfiff: 19:00 Uhr). Für das erste Flutlicht-Heimspiel der Saison sind sowohl im Steh- sowie Sitzplatzbereich noch Karten im Online-Ticketshop erhältlich.
Tore:
0:1 (Badjie 17‘), 1:1 (Günther-Schmidt 42‘), 1:2 (Lesueur 73‘), 1:3 (Meißner 76‘)
Aufstellungen:
FC Erzgebirge Aue:
Männel – Fallmann, Malone, Zobel, Collins – Uhlmann (Siminica 84‘), Clausen (Ocansey 78‘), Stefaniak (Weinhauer 78‘), Günther-Schmidt (Guttau 68‘) – Bär, Ehlers (Schmid 68‘)
VfL Osnabrück:
Jonsson – Fabinski, Müller, Wiemann – Pröger (Ajdini 87‘), Wagner (Janotta 87‘), Wiethaup, Christensen, Badjie (Lesueur 63‘), Kehl (Tesche 80‘) – Meißner (Kania 87‘)
Lila-weißes Duell im Erzgebirge: VfL will gegen Aue nachlegen
Am Samstag trifft der VfL Osnabrück im lila-weißen Duell auswärts auf den FC Erzgebirge Aue. Gegen die „Veilchen“ wollen die Osnabrücker ihren Lauf fortsetzen und dabei gleichzeitig eine Premiere im Erzgebirgsstadion feiern. Der Vorbericht.
Der Gegner
Der FC Erzgebirge Aue befindet sich in dieser Saison mitten im Abstiegskampf. So stehen die „Veilchen“ seit dem 21. Spieltag auf dem 17. Tabellenplatz, der am Ende der Saison den Abstieg in die Regionalliga Nordost bedeuten würde. Zwar konnte man zum Hinrundenabschluss einen wichtigen 4:0-Heimsieg gegen den 1. FC Schweinfurt 05 einfahren, musste zum Rückrundenstart jedoch in den ersten drei Partien drei Niederlagen hinnehmen. Die 1:3-Niederlage gegen den TSV Havelse war zugleich das letzte Spiel von Trainer Jens Härtel, der das Team im Januar 2025 – ebenfalls im Abstiegskampf – übernommen und damals auf einen souveränen 13. Platz geführt hatte. Der erhoffte Umschwung blieb bislang jedoch auch unter dessen Nachfolger Christoph Dabrowski aus.
Der 47-Jährige trainierte zuletzt von Juli 2022 bis Dezember 2024 Rot-Weiss Essen in der 3. Liga und soll die „Veilchen“ nun vor dem Gang in die Regionalliga bewahren. In seinen ersten drei Partien holte er nach zwei Unentschieden gegen den 1. FC Saarbrücken (0:0) und Viktoria Köln (2:2 nach 0:2-Rückstand) sowie der unglücklichen 1:2-Niederlage im Ost-Derby gegen Energie Cottbus zwei Punkte.
Ein Schwachpunkt der Auer bleibt auch im neuen Jahr die Offensive. Mit nur 28 Toren stellt man den zweitschwächsten Angriff der Liga. So konnte auch der einzige Winterneuzugang Vincent Ocansey, der per Leihe von Arminia Bielefeld kam, bislang kein Tor erzielen. Der Mittelstürmer kam in der Hinrunde zu sieben Kurzeinsätzen in der 2. Bundesliga und war zuvor in der Oberliga Westfalen sowie der Regionalliga West aktiv. Insgesamt mangelt es im Erzgebirge an einem echten Torjäger: Kein Spieler kommt auf mehr als drei Treffer. Topscorer ist Julian Guttau mit drei Toren und vier Vorlagen. Er wechselte im Sommer vom TSV 1860 München nach Aue.
Auch defensiv zeigen sich die „Veilchen“ anfällig. Mit 399 zugelassenen Schüssen verzeichnet Aue den dritthöchsten Wert der 3. Liga. Zum Vergleich: Der VfL Osnabrück kommt in dieser Statistik auf 300 zugelassene Abschlüsse und damit ligaweit auf den viertbesten Wert. Ebenfalls ausbaufähig sind die Zweikampfwerte der Auer. Mit einer durchschnittlichen Quote von 47,9 Prozent weist man den zweitschlechtesten Wert der Liga auf. Die Osnabrücker stehen hier mit 50,8 Prozent auf Rang sieben.
Die Ausgangslage
Mit Blick auf die aktuelle Formtabelle scheint die Ausgangslage vor dem Duell der beiden lila-weißen Mannschaften klar: Am Samstag treffen der Spitzenreiter der Rückrundentabelle (VfL Osnabrück) und der Vorletzte (Aue) aufeinander. Während die Osnabrücker in diesem Jahr noch ungeschlagen sind, wartet Erzgebirge Aue 2026 weiterhin auf den ersten Sieg (zwei Unentschieden, vier Niederlagen).
Auf all das will sich die Mannschaft von Cheftrainer Timo Schultz jedoch nicht verlassen. Grundsätzlich misst der Osnabrücker Coach der Ungeschlagen-Serie keine große Bedeutung bei, wie er im Spieltagsinterview erklärte: „Unabhängig von irgendwelchen Serien müssen wir Spiele gewinnen. Es geht jetzt gar nicht darum, ob wir noch ewig lange ungeschlagen sind. Mir ist lieber, wenn wir zwischendrin auch mal ein Spiel verlieren und gewinnen dafür die nächsten beiden wieder. Ich glaube, zu viele Unentschieden darf man sich nicht leisten.“
Der 48-Jährige reist am Samstag in jenes Stadion, in dem er erstmals in seiner Trainerkarriere als Chefcoach an der Seitenlinie stand. Im September 2014 ersetzte er beim Auswärtsspiel des FC St. Pauli den damals gesperrten Cheftrainer Thomas Meggle, konnte jedoch kein Erfolgserlebnis verbuchen. Mit 0:3 verloren die Kiezkicker bei den „Veilchen“. Wenig später legte Schultz sein Amt als Co-Trainer nieder und übernahm die U19 der Braun-Weißen, ehe er zur Saison 2020/21 zum Cheftrainer der Profis ernannt wurde. In der 2. Bundesliga kam es erneut zum Duell mit dem FC Erzgebirge Aue: Nach einem 2:2 im Heimspiel gelang in der Rückrunde ein 3:1-Auswärtssieg im Erzgebirge. Allgemein ist der Chefcoach seitdem gegen die „Veilchen“ ungeschlagen (Gesamtbilanz: 2 Siege, 3 Remis, 1 Niederlage).
Seinen zweiten Sieg gegen Erzgebirge Aue feierte Timo Schultz vor wenigen Monaten mit dem VfL, als an der Bremer Brücke ein 3:1-Erfolg gelang. Den Schlusspunkt setzte damals Ismail Badjie, der einen Konter in der Nachspielzeit erfolgreich abschloss und seinen ersten Saisontreffer erzielte. Sein insgesamt fünftes Tor in der laufenden Spielzeit markierte der 20-Jährige am vergangenen Spieltag zum wichtigen 1:0 gegen Rot-Weiss Essen. Im Laufe der zweiten Halbzeit erhöhten Kapitän Jannik Müller und Kai Pröger in der Nachspielzeit auf 3:0. Nach dem höchsten Heimsieg der Saison wollen die Osnabrücker nun auch auswärts wieder dreifach punkten. Schließlich grüßt man auch in der Auswärtstabelle von der Tabellenspitze. Generell ist es Zeit für einen Auswärtssieg des VfL im Erzgebirgsstadion. Das wäre eine Premiere, denn in der 3. Liga konnten die Osnabrücker dort noch nie gewinnen (3 Remis, 1 Niederlage).
Das Personal
Bei den Gastgebern muss Trainer Christoph Dabrowski mit Maxim Burghardt (Kreuzbandriss), Can Özkan (Knie-OP) und Erik Majetschak (Bluterguss am Sprunggelenk) auf drei Akteure verzichten.
Beim VfL kann Trainer Timo Schultz aus dem Vollen schöpfen und hat einmal mehr die Qual der Wahl bei der Kadernominierung.
Stimmen zum Spiel
VfL-Cheftrainer Timo Schultz lässt sich vom aktuellen Tabellenplatz der Auer nicht blenden und schätzt die Mannschaft von Christoph Dabrowski auch aufgrund ihrer fußballerischen Qualität: „Es ist ein Gegner, der sich sicherlich durch Kompaktheit, viel Energie und Aufwand, aber wenn man sich an das Hinspiel erinnert, teilweise auch durch richtig guten Fußball auszeichnet. Sie haben ein paar Spieler im Kader, die einfach auch in der 3. Liga bewiesen haben, dass sie den Unterschied ausmachen können. Deswegen sind wir gewarnt, aber auf der anderen Seite wissen wir auch, was uns stark macht und was wir bringen müssen, damit wir den Platz dort als Gewinner verlassen können. Und genau so gehen wir das Spiel auch an.“
TV und Liveticker
Der Pay-TV Sender Magenta Sport überträgt die Partie ab 13:45 Uhr live. Die Partie ist darüber hinaus auch im Free-TV im MDR sowohl im TV als auch im Stream zu verfolgen. Dort beginnt die Übertragung wenige Minuten vor dem Anpfiff.Zudem meldet sich wie gewohnt kurz vor Spielbeginn auch das Liveradio presented by Fuchs Group unter vfl.de/liveradio. Ansonsten ist das Spiel auch im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar.
Souveräner Heimsieg – VfL setzt Ausrufezeichen im Spitzenspiel gegen Essen
Souveräner Heimsieg – VfL setzt Ausrufezeichen im Spitzenspiel gegen Essen
Dank einer von Beginn an willensstarker Leistung setzte sich der VfL Osnabrück im Spitzenspiel der 3. Liga mit einem 3:0-Heimsieg gegen Rot-Weiss Essen durch. Der Spielbericht.
Vier Veränderungen nahm VfL-Cheftrainer Timo Schultz im Vergleich zum 2:2-Unentschieden gegen Hansa Rostock in seiner Startaufstellung vor. So standen Frederik Christensen, Robin Fabinski, Bjarke Jacobsen und Ismail Badjie von Beginn an auf dem Rasen. Auf der Gegenseite veränderte RWE-Coach Uwe Koschinat seine Anfangsformation auf drei Positionen. Kapitän Michael Schultz, Kaito Mizuta und Tobias Kraulich ersetzten Ben Hüning, Marek Janssen und Torben Müsel, die zunächst auf der Bank Platz nahmen.
Von Beginn an merkte man den Lila-Weißen den unbedingten Siegeswillen im Spitzenduell an. Den ersten Torabschluss der Partie verzeichnete Ismail Badjie, als er nach sechs Minuten aus der zweiten Reihe auf den Kasten von Felix Wienand abzog (6‘). Der Essener Schlussmann parierte jedoch zur Ecke. Die Gäste meldeten sich erstmals nach 17 Minuten bei Lukas Jonsson an. Der Schuss von Jannik Hoffmann landete allerdings knapp am rechten Pfosten vorbei im Toraus (17‘). Danach übernahmen die Osnabrücker wieder das Spielgeschehen. Ismail Badjie forderte Keeper Wienand nach einem kurz ausgeführten Freistoß erneut mit einem Abschluss im Sechzehner heraus, doch der Schlussmann klärte abermals zum Eckstoß (31‘).
Daraufhin kamen die Gäste aus dem Ruhrpott zur ihrer besten Phase in den ersten 45 Minuten. Lukas Jonsson konnte sich dabei gleich mehrfach auszeichnen. Zunächst reagierte der Schwede stark beim Kopfball von Rios Alonso, der wenige Meter vor dem Tor im Fünfmeterraum völlig frei zum Abschluss kam. Auch beim darauffolgenden Eckball war Jonsson zur Stelle, faustete den Ball zunächst weg und parierte anschließend den Nachschuss (36‘).
Wenig später sahen die 15.022 Zuschauer an der Bremer Brücke den bis dato besten Osnabrücker Angriff. Lars Kehl legte an der Strafraumkante für Robin Meißner ab, der mit dem Ball am Fuß einen Schritt in die Gefahrenzone ging und dann abzog. Ein Essener Bein lenkte die Kugel jedoch knapp am linken Pfosten vorbei (39‘). Jubeln durften die Lila-Weißen in der ersten Halbzeit dennoch. Kurz vor dem Pausenpfiff zog Robin Meißner von links alleine ab. Torwart Wienand parierte den flachen Schuss, lenkte das Spielgerät jedoch genau vor die Füße von Ismail Badjie, der vor dem leeren Kasten nur noch einschieben musste (44‘). Damit traf das Osnabrücker Eigengewächs erstmals in dieser Saison in der ersten Halbzeit. Wenige Sekunden später ging es aus Sicht des VfL mit einer knappen, aber verdienten Führung in die Kabinen.
Auch im zweiten Durchgang sahen die Zuschauer an der Bremer Brücke viele hart umkämpfte Zweikämpfe. In der 58. Minute bejubelten die RWE-Anhänger den vermeintlichen Ausgleich, als Dickson Abiama den Ball im Strafraum im Tor unterbrachte. Doch sowohl Rios Alonso als auch Ruben Reisig standen beim Abschluss klar im Abseits und behinderten das Sichtfeld von Keeper Jonsson (58‘). Regelkonform jubeln durften stattdessen nach 70 Minuten erneut die Anhänger des VfL. Nach einem Eckball brachte Kehl den Ball im zweiten Anlauf nochmals scharf in den Strafraum. Der anschließende Abschluss von Fridolin Wagner wurde zwar von Tobias Kraulich geblockt, doch die Kugel prallte vor die Füße des aufgerückten Jannik Müller. Der Kapitän zögerte nicht lange und vollendete zum 2:0 (70‘).
Dass der VfL am Samstagnachmittag erneut zu Null spielte, lag auch an Lukas Jonsson, der in der 83. Minute mit einer Doppelparade das Publikum an der Brücke aufspringen ließ. Einen Schuss von Ruben Reisig parierte er stark und war auch beim Nachschuss des eingewechselten Torben Müsel zur Stelle (83‘). Den Schlusspunkt setzte auf der Gegenseite Kai Pröger. Der in der 63. Minute ins Spiel gekommene Offensivmann vollendete den Steilpass von Robin Fabinski mit einem satten Schuss ins rechte obere Eck und feierte damit vor der Ostkurve nicht nur den 3:0-Endstand, sondern auch seinen ersten Treffer im Dress des VfL (90+2‘).
Wenig später war die Partie beendet. Mit dem 3:0-Heimsieg baut der VfL nicht nur seine Ungeschlagen-Serie im neuen Jahr aus, sondern springt mit nun 46 Punkten – mindestens bis morgen Nachmittag – auch auf den zweiten Tabellenplatz. In der Liga geht es am kommenden Samstag mit dem Auswärtsspiel beim FC Erzgebirge Aue weiter (Anpfiff: 14:00 Uhr). Zuvor steht für die Mannschaft von Timo Schultz am morgigen Sonntag jedoch noch ein Testspiel an.
Kurzfristiges Testspiel in Nordhorn: VfL trifft auf SSV Jeddeloh II
Kurzfristig wurde für den morgigen Sonntag (22. Februar) ein Testspiel gegen den Regionalligisten SSV Jeddeloh II vereinbart. Ausgetragen wird die Partie um 12:00 Uhr auf der Sportanlage des SV Vorwärts Nordhorn (Immenweg 93, 48531 Nordhorn).
Wer sich die Partie ansehen möchte, ist in Nordhorn herzlich willkommen. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre haben freien Eintritt. Vollzahlertickets können an der Tageskasse (öffnet um 10:45 Uhr) für 5,00 Euro erworben werden, ermäßigte Eintrittskarten sind für 3,00 Euro erhältlich. Ein Livestream wird nicht angeboten.
Tore:
1:0 (Badjie 44‘), 2:0 (Müller 70‘), 3:0 (Pröger 90+2‘)
Aufstellungen:
VfL Osnabrück:
Jonsson – Fabinski, J. Müller, Wiemann – P. Kammerbauer, F. Christensen (Lesueur 90+1‘), F. Wagner (Tesche 90+1‘), B. Jacobsen, Badjie (Pröger 63‘), Kehl (Henning 82‘) – R. Meißner (Kania 90+2‘)
Rot-Weiss Essen:
Wienand – Rios Alonso, Schultz (Müsel 73‘), Kraulich – Hofmann, Brumme, Gjasula, Reisig, Safi (Obuz 63‘), Mizuta (Cuber Potocnik 73‘) – Abiama (Janssen 63‘)
VfL empfängt formstarke Essener zum Spitzenspiel an der Brücke
Am Samstag empfängt der VfL Osnabrück an der Bremer Brücke Rot-Weiss Essen (Anpfiff: 14:00 Uhr). Die Gäste reisen mit viel Selbstbewusstsein und der derzeit längsten Ungeschlagen-Serie der Liga in die Hasestadt. Doch auch die Lila-Weißen sind in Topform und wollen mit einem Sieg den Tabellennachbarn auf Distanz halten. Der Vorbericht.
Der Gegner
Mit Rot-Weiss Essen gastiert ein Traditionsverein in Osnabrück, der seit vier Jahren wieder fester Bestandteil der 3. Liga ist. Nach mehreren vergeblichen Anläufen in der Regionalliga West haben sich die Rot-Weissen im Profifußball etabliert und peilen grundsätzlich die Rückkehr in die 2. Bundesliga an, in der man zuletzt in der Saison 2006/07 spielte. Entsprechend aktiv zeigte sich RWE im Winter auf dem Transfermarkt und verpflichtete mit Ruben Reisig (TSG Hoffenheim II), Ben Hüning (Borussia Dortmund II) und Torhüter Tino Casali (SCR Altach) drei Spieler fest. Zudem nahm man leihweise Danny Schmidt (Fortuna Düsseldorf) und Dickson Abiama (1. FC Kaiserslautern) unter Vertrag. Letzterer überzeugte bei seinem Debüt direkt mit zwei Treffern nach Einwechslung und sicherte so einen Punkt beim 3:3-Unentschieden gegen Alemannia Aachen.
Dass die Essener so zahlreich auf dem Transfermarkt aktiv waren, liegt auch daran, dass mit Ahmet Arslan (Sydney FC) und Tom Moustier (Estrela Amadora) zwei absolute Leistungsträger der Hinrunde den Verein im Winter verließen. Trainer Uwe Koschinat nutzte das Wintertrainingslager im türkischen Lara bei Antalya also nicht nur für taktische Verbesserungen, sondern auch für Teambuilding-Maßnahmen. Generell zeigen sich die Essener im Saisonverlauf taktisch flexibel. So wechselt man regelmäßig zwischen einem 4-2-3-1- und einem 3-4-2-1-System. Konstanz zeigt unter anderem José Enrique Ríos Alonso, der in dieser Saison bislang keine Minute verpasst hat und damit zu einem von nur vier Feldspielern ligaweit gehört, die jede Minute auf dem Platz standen.
Die Ausgangslage
Mit Rot-Weiss Essen trifft der VfL am Wochenende auf eine der formstärksten Mannschaften der Liga. So ist die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat seit dem 15. Spieltag, als man mit 2:3 gegen Energie Cottbus verlor, ungeschlagen. Damit hält man mit neun ungeschlagenen Spielen in Folge die längste Serie der Liga. Ebenfalls in bestechender Form befindet sich der Toptorschütze des Teams, Marek Janssen. Der 28-Jährige erzielte in dieser Saison bereits neun Tore. Zwar hat der Mittelstürmer in den letzten zwei Partien nicht getroffen, war aber seit dem 19. Spieltag ununterbrochen an mindestens einem RWE-Tor pro Spiel direkt beteiligt. Topscorer der Essener ist mit sieben Toren und sieben Vorlagen Kaito Mizuta. Allgemein sind die Rot-Weissen in der Offensive breit aufgestellt: 17 unterschiedliche Torschützen sind Ligahöchstwert.
Besonders gefährlich ist RWE dabei in der Luft. Mit insgesamt zehn Kopfballtoren erzielte man die zweitmeisten der Liga. Im Vergleich dazu kommt der VfL bislang auf sechs Treffer per Kopf. Topwerte weisen die Essener auch in den Zweikampfwerten auf. Mit einer Quote von 51,8 Prozent gewonnener Duelle rangiert man im Ligavergleich ebenfalls auf Platz zwei. Die Osnabrücker stehen mit einem Wert von 50,9 Prozent auf Rang sechs. Auffällig ist zudem die Mentalität der Essener: Mit 14 Punkten holte kein Team mehr Zähler nach Rückstand, nach eigener Führung blieb RWE bislang ohne Niederlage.
Aber auch der VfL Osnabrück befindet sich im neuen Jahr in Topform. Denn auch die Mannschaft von Cheftrainer Timo Schultz ist in der Rückrunde noch ungeschlagen. Damit treffen am Samstag zwei der acht Mannschaften im deutschen Profifußball aufeinander, die im Jahr 2026 noch keine Niederlage einstecken mussten. Ähnlich sind sich die beiden Teams auch im Spielverlauf. So blühen beide Mannschaften vor allem in der zweiten Halbzeit auf. Die Lila-Weißen stehen in der Tabelle der zweiten Halbzeit mit 41 Punkten und einem Torverhältnis von 24:14 hinter dem SC Verl auf dem 2. Platz. Gefolgt werden sie in dieser Wertung von Rot-Weiss Essen, das punktgleich, aber mit einem Torverhältnis von 30:23, auf Rang drei steht. Ein Faktor für diesen Leistungsunterschied nach Wiederanpfiff sind auch die Einwechselspieler beider Mannschaften.
Ein goldenes Händchen bewies Timo Schultz zuletzt auch mit der Einwechslung von Bernd Riesselmann, der in Rostock kurz vor dem Ende den wichtigen Ausgleich zum 2:2-Endstand erzielte. Bereits elfmal führten die Joker von Timo Schultz in dieser Saison zu Torerfolgen. Insgesamt tätigte der 48-Jährige mit 117 Wechseln (Nico Willig ebenfalls 117) die meisten der Liga. Auf Essener Seite brachte Uwe Koschinat in dieser Spielzeit bereits 23 Torbeteiligungen von der Bank in die Partie ein.
Auch interessant: Neben Bernd Riesselmann standen am vergangenen Wochenende im Ostseestadion mit Kevin Wiethaup und Ismail Badjie zwei weitere VfL-Eigengewächse auf dem Platz. Zusammen mit Yigit Karademir, der ebenfalls im Nachwuchsleistungszentrum der Lila-Weißen ausgebildet wurde, kommen die vier nun auf insgesamt 100 Drittligaeinsätze.
Seinen insgesamt 18. Drittligaeinsatz feierte am vergangenen Samstag Kai Pröger, der bei seinem Ex-Verein zum zweiten Mal in dieser Spielzeit in der Startaufstellung stand. Mit der Partie gegen Rot-Weiss Essen erwarten den gebürtigen Wilhelmshavener nun innerhalb einer Woche zwei Aufeinandertreffen mit alten Bekannten. So lief der Offensivallrounder von Sommer 2017 bis Januar 2019 in insgesamt 60 Spielen für Rot-Weiss Essen auf. Dabei erzielte er 18 Tore und bereitete acht weitere Treffer vor. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf den Brückentag für ihn: „Es ist schon etwas Besonderes. Ich hatte in Essen eine schöne Zeit und habe auch mit den Fans ein tolles Verhältnis gehabt. Ich habe mich allgemein superwohl gefühlt in Essen. Deswegen ist es immer etwas Besonderes, wenn man gegen einen alten Verein spielt.“
Das Personal
Wie schon in den vergangenen Wochen muss RWE-Trainer Uwe Koschinat auch am Samstag auf Torwart Jakob Golz verzichten, der seit Anfang des Monats aufgrund eines Innenbandrisses im Knie ausfällt. Zudem verletzte sich unter der Woche Stürmer Jannik Mause im Training am Arm und ist für die Partie an der Bremer Brücke somit fraglich.
Beim VfL kehrte der zuletzt mit Rückenproblemen ausgefallene Bjarke Jacobsen vollumfänglich ins Mannschaftstraining zurück. Somit ist der Däne, genau wie alle anderen VfL-Spieler, wieder eine Option für das Spitzenspiel am Samstag.
Stimmen zum Spiel
VfL-Cheftrainer Timo Schultz richtete im Spieltagsinterview den Blick in der wie gewohnt zunächst auf die eigene Mannschaft, ist sich aber über die Stärken der Essener bewusst: „Grundsätzlich denken wir immer von uns weg und schauen was wir gut gemacht haben in den Spielen. Essen ist die Mannschaft, die erst dreimal verloren hat und somit die Mannschaft mit den wenigsten Niederlagen. Sie haben eine physisch extrem starke und erfahrende Mannschaft. Ich denke sie werden bis zum Ende da oben bleiben und um den Aufstieg mitspielen. Aber wir spielen zu Hause und wollen das Spiel gewinnen.“
Auch Kai Pröger stellte, angesprochen auf seinen Ex-Verein, die enormen Qualitäten der Mannschaft heraus. „Essen hat eine brutale Qualität als Team, aber auch der Einzelspieler. Sie haben sich zur Rückrunde noch etwas von den Spielertypen und dem Spielstil verändert. Ich glaube da können wir schon was erwarten, denn sie sind auch gut drauf.“
TV und Liveticker
Der Pay-TV Sender Magenta Sport überträgt die Partie ab 13:45 Uhr live. Die Partie ist darüber hinaus auch im Free-TV im NDR und WDR sowohl im TV als auch im Stream zu verfolgen. Dort beginnt die Übertragung wenige Minuten vor dem Anpfiff. Zudem meldet sich wie gewohnt kurz vor Spielbeginn auch das Liveradio presented by Fuchs Group unter vfl.de/liveradio. Ansonsten ist das Spiel auch im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar. Wer live im Stadion dabei sein möchte, hat noch die Möglichkeit, sich einen der vereinzelten Sitzplätze oder einen Steher für die Dieckmann-Westkurve im Online-Ticketshop zu buchen – natürlich nur solange der Vorrat reicht.
Dank Riesselmanns spätem Ausgleich: VfL holt Punkt in Rostock
In einer hitzigen Partie trennte sich der VfL Osnabrück am Samstagnachmittag vom F.C. Hansa Rostock mit 2:2. Dabei kämpften sich die Lila-Weißen nach zweimaligem Rückstand jeweils zurück und erzielten wenige Minuten vor Schluss durch Bernd Riesselmann den wichtigen Ausgleich. Der Spielbericht.
In seiner Startaufstellung nahm Cheftrainer Timo Schultz im Vergleich zum Heimsieg gegen den TSV Havelse eine Veränderung vor. Kai Pröger rückte für den erkrankten Luc Ihorst neu in die Anfangsformation. Zudem stand Robin Fabinski erstmals im Kader. Auf der Gegenseite nahm Trainer Daniel Brinkmann zwei Änderungen in seiner Startelf vor: Maximilian Krauß und Leon Reichardt ersetzten Lukas Kunze (Bank) und Viktor Bergh (Gelbsperre).
Die Gastgeber starteten mit viel Ballbesitz in die Partie und versuchten früh, Druck aufzubauen. Der VfL verteidigte zunächst kompakt und setzte auf Umschaltmomente. Die erste gute Möglichkeit gehörte dennoch den Lila-Weißen: Nach einer Kopfballablage von Fridolin Wagner kam Robin Meißner aus rund elf Metern zum Abschluss, zielte jedoch zu ungenau, sodass FCH-Keeper Benjamin Uphoff den Ball ohne Probleme aufnehmen konnte (13‘). Die Rostocker gingen dagegen mit ihrer ersten klaren Offensivaktion in Führung. Andreas Voglsammer behauptete auf der rechten Seite einen langen Ball und legte für Mittelstürmer Emil Holten ab, der aus kurzer Distanz einschob und die „Kogge“ in Führung brachte (18‘). In der Folge agierten die Rostocker selbstbewusster und wurden aktiver. Wenige Augenblicke später setzte sich Maximilian Krauß auf der linken Außenbahn gegen Theo Janotta durch, ging allein auf das Tor zu, traf mit seinem Abschluss jedoch nur den rechten Pfosten (22‘). Der VfL ließ sich davon nicht beeindrucken und arbeitete sich zunehmend zurück ins Spiel.
Für ihren Aufwand belohnten sich die Lila-Weißen schließlich in der 38. Minute. Lars Kehl steckte am Sechzehner überlegt auf Robin Meißner durch, der sich drehte und flach in die lange Ecke zum 1:1-Ausgleich traf (38‘). Damit erzielte der 26-Jährige gegen seinen Ex-Verein sein achtes Saisontor. Mit dem gerechten Unentschieden ging es wenig später in die Kabinen.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung umkämpft. VfL-Chefcoach Timo Schultz brachte mit Frederik Christensen und Robin Fabinski zwei frische Kräfte. Viele Zweikämpfe und Unterbrechungen prägten zunächst das Bild der zweiten Halbzeit, klare Torchancen blieben Mangelware. Der VfL übernahm zunehmend die Spielkontrolle, musste jedoch in der 71. Minute erneut einen Rückschlag hinnehmen. Adrien Lebeau setzte sich auf der rechten Seite durch und bediente Voglsammer, der aus 15 Metern mit links zur erneuten Führung für Rostock einschoss (71‘). Doch auch nach dem erneuten Rückschlag bewiesen die Osnabrücker Moral und ließen den Kopf nicht hängen. Die Einwechslungen von Ismail Badjie (68‘), Bernd Riesselmann und Julian Kania (beide 81‘) brachten in der Offensive noch einmal frische Impulse. Der Durchbruch gelang schließlich nach einem langen Einwurf: Robin Meißner hatte auf der rechten Seite viel Platz und spielte den Ball flach in die Mitte. Dort stand Bernd Riesselmann goldrichtig und schob zum 2:2 durch die Beine von Torwart Uphoff ins Netz (87‘). Damit erzielte das 20-jährige VfL-Eigengewächs nicht nur den wichtigen Ausgleich, sondern auch seinen Premierentreffer für die Profis der Osnabrücker.
In der anschließenden fünfminütigen Nachspielzeit drängten beide Teams auf den Siegtreffer, zwingende Aktionen blieben jedoch aus. So nahmen die Lila-Weißen einen Punkt mit auf die Heimreise und bleiben auch im fünften Spiel der Rückrunde ungeschlagen. Diese Serie soll in der kommenden Woche fortgesetzt werden, wenn an der heimischen Bremer Brücke am Samstag, 21. Februar, Rot-Weiss Essen empfangen wird (Anpfiff: 14:00 Uhr). Für das Duell der beiden Aufstiegsaspiranten sind noch Steh- und Sitzplatztickets im Online-Ticketshop erhältlich.
Tore:
1:0 (Holten 18‘), 1:1 (Meißner 38‘), 2:1 (Voglsammer 71‘), 2:2 (Riesselmann 87‘)
Aufstellungen:
F.C. Hansa Rostock:
Uphoff – Mejdr, Gürleyen, Carstens, Reichardt (Lebeau 59‘) – M. Schuster, Krauß (Dietze 76‘), Fatkic, Harenbrock (Neidhart 59‘) – Voglsammer (Pfanne 76‘), Holten (Hummel 90‘)
VfL Osnabrück:
Jonsson – Janotta (Fabinski 46‘), Müller, Wiemann – Kammerbauer (Riesselmann 81‘), Wiethaup, Wagner, Lesueur (Christensen 46‘), Pröger (Badjie 68‘), Kehl (Kania 81‘) – Meißner
Topspiel an der Ostsee: VfL zu Gast beim F.C. Hansa Rostock
Am Samstag trifft der VfL Osnabrück im Ostseestadion auf den F.C. Hansa Rostock (Anpfiff: 14:00 Uhr). Im Duell zweier defensivstarker Mannschaften wollen die Lila-Weißen die nächsten wichtigen Punkte im Aufstiegsrennen einfahren. Der Vorbericht.
Der Gegner
Der Traditionsverein aus Mecklenburg-Vorpommern feierte jüngst Vereinsjubiläum. So wurde der Fußballclub Hansa Rostock e.V. am 28. Dezember 1965 mit der Ausgliederung der Fußballabteilung aus dem SC Empor Rostock gegründet und ist somit seit 60 Jahren Bestandteil der deutschen Fußballkultur. Seit zwei Jahren spielt die „Kogge“ nach dem Abstieg wieder in der 3. Liga und möchte schnellstmöglich in die 2. Bundesliga zurückkehren. Mit aktuell 39 Punkten auf Platz sechs beträgt der Abstand auf den ersten direkten Aufstiegsplatz vier Zähler. Damit sich dieser im Laufe der Rückrunde weiter verkürzt, verstärkte man sich im Winter mit Ex-Osnabrücker Lukas Kunze. Der 27-Jährige ist von Arminia Bielefeld ausgeliehen und lief zwischen 2021 und 2024 insgesamt 104-mal für die Lila-Weißen auf. Kunze war Teil der Aufstiegsmannschaft der Saison 2022/23 und gewann zudem den Landespokal Niedersachsen mit dem VfL. Für die Rostocker blieb er der einzige Winterneuzugang.
Auf der Abgangsseite sorgten die Hanseaten insbesondere am Deadline Day für Schlagzeilen: Toptalent Ryan Naderi wechselte für die Rekordablösesumme von 5,5 Millionen Euro zu den Glasgow Rangers – kein anderer Spieler der 3. Liga erzielte bislang einen höheren Transfererlös. Mit acht Treffern und vier Vorlagen war der Flügelspieler bis zu seinem Wechsel Topscorer des F.C.H. Neben diesem sportlich schmerzhaften Abgang für Trainer Daniel Brinkmann wurden Dario Gebuhr (Chemnitzer FC) und Tim Krohn (Rot-Weiß Oberhausen) für mehr Spielpraxis in die Regionalliga verliehen. Zudem verließ Dominik Lanius den Verein ablösefrei in Richtung FC Bocholt.
Die Bilanz der Lila-Weißen gegen die Rostocker fällt in der jüngeren Vergangenheit weniger positiv aus. Der letzte VfL-Sieg liegt fast neun Jahre zurück, der letzte Punktgewinn im Ostseestadion ist auf den 15. Oktober 2016 datiert. Damals gewann das von Joe Enochs trainierte VfL-Team durch Treffer von Tobias Willers und Kwasi Wriedt mit 2:1. Beim vorletzten Auswärtsspiel an der Ostsee entschied ausgerechnet Kai Pröger – damals noch im Trikot der Rostocker – die Partie: Nachdem er zunächst per Strafstoß an Lennart Grill gescheitert war, verwandelte er den Nachschuss in der 67. Minute zum 2:1-Endstand. Die Flanke vor dem strafbaren Handspiel von Maxwell Gyamfi schlug Kevin Schumacher, der von 2021 bis 2025 insgesamt 114 Partien für den F.C. Hansa absolvierte und im Sommer von der Ostsee in die Hasestadt zum VfL wechselte.
Eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte gibt es am Samstag auch für Robin Meißner: Der Offensivspieler lief in der Rückrunde der Saison 2021/22 als Leihgabe vom Hamburger SV für Hansa auf und erzielte in acht Spielen einen Treffer. „Es war eine schöne Zeit, als wir damals den Klassenerhalt geschafft haben. Persönlich und spielerisch lief es dann doch nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber trotzdem freue ich mich auf das Stadion. Ein oder zwei Spieler, mit denen ich zusammengespielt habe, sind auch noch da“, blickte Meißner selbst im Spieltagsinterview auf seine Zeit bei Hansa Rostock zurück.
Die Ausgangslage
Ein Blick auf die Statistik unterstreicht die Qualität der Gastgeber. Mit 389 Torschüssen stellt Hansa den ligaweiten Höchstwert. Gleichzeitig weisen die Rostocker mit 53,3 Prozent den drittbesten Ballbesitzwert der Liga auf. Auch bei Standardsituationen kann die „Kogge“ gefährlich werden: 159 zugesprochene Ecken sind ebenfalls Ligaspitze. Im Vergleich zum Hinspiel hat Trainer Daniel Brinkmann das System von einer 3-4-2-1- auf eine 4-3-2-1-Formation umgestellt. Die Umstellung zahlte sich aus: Während Hansa in den ersten acht Spieltagen im alten System lediglich zwei Siege einfuhr, spielte sich die Mannschaft mit Viererkette in einen Lauf und blieb zwölf Spiele in Serie ungeschlagen. Vor zwei Wochen endete die Erfolgsserie jedoch, als man im heimischen Ostseestadion dem FC Ingolstadt mit 0:3 unterlag. Am vergangenen Wochenende kam die Mannschaft bei der Zweitvertretung der TSG Hoffenheim nicht über ein 2:2 hinaus. Nach einer 2:0-Führung nach rund einer Stunde kassierten die Rostocker in der 88. Minute durch Deniz Zeitler noch den Ausgleich.
Defensiv treffen am Samstag die beiden besten Abwehrreihen der Liga aufeinander. Rostock kassierte bislang 25 Gegentore, der VfL sogar nur 22. Zudem gehören beide Teams zu den zweikampfstärksten Mannschaften der 3. Liga: Hansa gewinnt 51,7 Prozent seiner Duelle (Platz vier), der VfL kommt auf 51 Prozent (Platz sechs). Auch bei den zugelassenen Torschüssen zählen beide zu den Topteams – Rostock liegt mit 254 Schüssen (gleichauf mit Verl) an der Spitze, Osnabrück folgt mit 277 auf Rang vier. Ein Torspektakel ist am Wochenende also nicht zwingend zu erwarten. Schließlich blieb auch historisch in 12 der bislang 26 Duelle mindestens ein Team ohne eigenen Treffer.
In der Luft suchen die Hanseaten häufig den Abschluss: 69 Kopfballtorschüsse bedeuten Platz zwei in der Liga, allerdings resultierten daraus bislang sieben Treffer. Der VfL kommt auf 49 Kopfballabschlüsse und erzielte sechs Tore per Kopf. Mit Blick auf individuelle Werte fällt zudem Marco Schuster auf, der mit 276,4 abgespulten Kilometern als laufstärkster Spieler der Liga gilt.
Die Lila-Weißen reisen indessen mit viel Selbstbewusstsein in die Hansestadt. Schließlich ist die Mannschaft von Cheftrainer Timo Schultz im neuen Jahr weiterhin ungeschlagen. Mit drei Siegen und einem Unentschieden gehört man zusammen mit dem FC Ingolstadt und dem SV Wehen Wiesbaden zu den formstärksten Teams der 3. Liga. Zuletzt feierte der VfL einen 2:0-Heimsieg gegen den TSV Havelse. Dabei unterstrich Stürmer Robin Meißner mit einem Tor und einer Vorlage seine bestechende Form. Mit 73 Abschlüssen gehört der 26-Jährige ohnehin zu den aktivsten Offensivspielern der Liga und belegt in dieser Statistik Rang drei im ligaweiten Vergleich. An fünf der bislang sieben Rückrundentreffer war Meißner (zwei Tore, drei Vorlagen) direkt beteiligt. An diesen Lauf möchte die Leihgabe von Dynamo Dresden, der seit ihrer Ankunft beim VfL in allen Spielen in der Startelf stand, auch am Samstag bei seinem Ex-Verein anknüpfen.
Das Personal
Bei den Gastgebern fallen mit Milosz Brzozowski (Trainingsrückstand), Paul Stock (Muskelbündelriss) und Viktor Bergh (Gelbsperre) drei Spieler für die Partie am Samstag aus.
Beim VfL trainierte unter der Woche Bjarke Jacobsen weiterhin individuell, stieg am Donnerstag jedoch wieder voll ins Mannschaftstraining ein und ist somit für Samstag wieder eine Option. Fraglich bleibt dagegen ein Einsatz von Luc Ihorst, der am Donnerstag krankheitsbedingt fehlte.
Stimmen zum Spiel
Cheftrainer Timo Schultz verriet im Spieltagsinterview am Donnerstagvormittag was für einen Gegner er am Samstag erwartet: „Es ist eine sehr physisch starke Mannschaft. Gerade zu Hause agieren sie mit einer hohen Wucht. Wir müssen uns auf jeden Fall auf viel Hektik einstellen. Es ist eine Truppe, die viele Spieler in ihren Reihen hat, die schon in der ersten oder zweiten Liga gespielt haben. In dieser Hinsicht sind sie sicherlich das Nonplusultra der Liga. Und trotzdem haben wir jetzt schon drei Punkte Vorsprung und die Rostocker wissen auch, wenn sie gegen uns verlieren, sind es sechs. Das ist dann schon mal eine Ansage.“
Und auch Stürmer Robin Meißner erwartet einen Topgegner, vor dem er uns seine Mitspieler aber keineswegs zurückschrecken: „Sie haben sehr viel Qualität, gerade individuell, aber auch bei Standards. Wir wissen, was auf uns zukommt, wenn Hansa mit solcher Wucht spielt. Aber wir müssen uns nicht verstecken. Wir haben viel Selbstvertrauen, fahren dorthin und wollen natürlich auch gewinnen.“
Dieses Selbstverständnis legt auch Coach Timo Schultz an den Tag und hat am Wochenende ein klares Ziel vor Augen. „Wir sind gut drauf. Wir wollen die drei Punkte holen, egal wo wir spielen. Das ist unser Anspruch. Und ich sehe meine Mannschaft auch in der Lage in Rostock zu bestehen, dem Spiel unseren Stempel aufzudrücken und am Ende den Platz als Sieger zu verlassen.“
TV und Liveticker
Der Pay-TV Sender Magenta Sport überträgt die Partie ab 13:45 Uhr live. Die Partie ist darüber hinaus auch im Free-TV im NDR sowohl im TV als auch im Stream zu verfolgen. Dort beginnt die Übertragung wenige Minuten vor dem Anpfiff. Zudem meldet sich wie gewohnt kurz vor Spielbeginn auch das Liveradio presented by Fuchs Group unter vfl.de/liveradio. Ansonsten ist das Spiel auch im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar.
Dominanter VfL belohnt sich nach dem Seitenwechsel mit Heimsieg
Der VfL Osnabrück hat das Heimspiel gegen den TSV Havelse mit 2:0 für sich entschieden. Nach einer dominanten, aber torlosen ersten Hälfte sorgten Patrick Kammerbauer und Robin Meißner nach dem Seitenwechsel für die Entscheidung an der Bremer Brücke. Der Spielbericht.
Vier Veränderungen nahm Cheftrainer Timo Schultz in seiner Startaufstellung vor. So standen Theo Janotta, Tony Lesueur, Fridolin Wagner und Luc Ihorst von Beginn an auf dem Platz. Dadurch rückten Frederik Christensen, Yigit Karademir und Julian Kania auf die Bank. Der Kaderplatz des verletzten Bjarke Jacobsen wurde durch Bernd Riesselmann aufgefüllt. Gästetrainer Samir Ferchichi veränderte seine Anfangsformation auf zwei Positionen: Semi Balkahia und Leon Sommer standen für Emre Aytun und Dennis Duah neu in der Startelf.
Von Beginn an übernahm der VfL die Spielkontrolle und kam früh zu ersten Annäherungen. Kevin Wiethaup prüfte TSV-Keeper Tom Opitz bereits nach wenigen Minuten, als er von links in die Mitte zog, seinen Abschluss jedoch zu zentral platzierte und Opitz den Ball sicher festhielt (2‘). Wenig später parierte der Havelser Schlussmann auch einen Flachschuss von Fridolin Wagner aus spitzem Winkel (9‘). Die Gäste konzentrierten sich auf eine kompakte Defensive und blieben vor allem über Standardsituationen gefährlich. Mehrere Eckbälle sorgten für Unruhe im Osnabrücker Strafraum, doch Jonsson und seine Vorderleute klärten aufmerksam.
Nach einer Viertelstunde sprangen dann große Teile der 14.037 Zuschauer an der Bremer Brücke von ihren Plätzen, als die Lila-Weißen die hoch aufgerückten Gäste überspielten und Luc Ihorst allein auf das Tor zulief. Keeper Opitz blieb jedoch aufmerksam, stürmte aus seinem Kasten und klärte die Situation mit einer Grätsche (15‘). Mit zunehmender Spieldauer erhöhte der VfL den Druck und wurde nun selbst verstärkt durch Standards gefährlich. So landete ein Freistoß von Lars Kehl auf dem Kopf von Theo Janotta, der den Ball am zweiten Pfosten jedoch nicht mehr auf das Tor setzen konnte (27‘). Auch Kehls direkter Freistoß aus gut 30 Metern, den er scharf an der Mauer vorbei auf das Tor zog, fand in Opitz seinen Meister, der stark parierte (30‘). Trotz klarer Feldvorteile verpassten die Lila-Weißen somit den verdienten Führungstreffer, sodass es torlos in die Kabinen ging.
Nach dem Seitenwechsel erwischte Havelse den besseren Start. Nassim Boujellab forderte Lukas Jonsson nach einem Eckball aus kurzer Distanz heraus (47‘). Der Schwede reagierte stark und hielt den VfL im Spiel. In der Folge fanden die Osnabrücker wieder besser in die Partie und belohnten sich nach knapp einer Stunde für ihren Aufwand. Ausgangspunkt war ein Diagonalball von Lars Kehl, der von links präzise an den zweiten Pfosten flankte. Dort setzte sich Robin Meißner durch, legte den Ball per Kopf überlegt in den Rückraum ab und Patrick Kammerbauer vollendete mit einem Direktschuss flach ins linke Eck zum verdienten 1:0 (59‘).
Der Treffer gab dem VfL spürbar Sicherheit. Die Osnabrücker blieben nun klar tonangebend und ließen defensiv kaum noch etwas zu. Havelse hielt zwar weiter dagegen, fand aber nur noch selten den Weg in gefährliche Abschlusspositionen. In der 78. Minute sorgte der VfL schließlich für die Vorentscheidung: Nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte schalteten die Lila-Weißen schnell um. Wagner setzte sich durch und schickte Meißner mit einem Pass in die Tiefe auf die Reise. Der Angreifer behauptete den Ball im Strafraum, ließ seinen Gegenspieler mit einer Körpertäuschung ins Leere laufen und jagte den Ball aus kurzer Distanz unhaltbar rechts oben in die Maschen (78‘). Damit erzielte der Mittelstürmer nicht nur das wichtige 2:0, sondern auch seinen Premierentreffer an der Bremer Brücke.
In der Schlussphase verwaltete der VfL den Vorsprung konzentriert. Der Schlusspunkt gehörte dennoch den Gästen: Einen Freistoß von Besfort Kolgeci parierte Lukas Jonsson in der Nachspielzeit stark zur Ecke und hielt damit auch bis zum Ende der Partie die weiße Weste fest (90+5‘). Mit dem verdienten 2:0-Heimsieg sammelt der VfL drei weitere Punkte und springt in der Tabelle zumindest bis zum morgigen Sonntag auf den zweiten Tabellenplatz. Somit kommt es in der kommenden Woche, am Samstag, den 14. Februar, zum Topspiel im Ostseestadion, wenn man auf den F.C. Hansa Rostock trifft (Anpfiff: 14:00 Uhr).
Tore:
1:0 (Kammerbauer 59‘), 2:0 (Meißner 78‘)
Aufstellungen:
VfL Osnabrück:
Jonsson – Janotta, Müller, Wiemann – P. Kammerbauer (Pröger 85‘), Lesueur, Wiethaup (Tesche 85‘), Wagner, Meißner (Kania 85‘), Kehl (Badjie 75‘) – Ihorst (Riesselmann 62‘)
TSV Havelse
Opitz – Plume (Riedel 81‘), Belkahia, Kolgeci – Sommer, Ilic (Polster 72‘), J. Berger, Boujellab (Jaeschke 81‘), J. Düker – Rexhepi (Müller 62‘), Paldino (Schepp 71‘)
VfL empfängt formstarken TSV Havelse an der Bremer Brücke
Am Samstag trifft der VfL Osnabrück an der heimischen Bremer Brücke mit dem TSV Havelse auf den Tabellenvorletzten der 3. Liga. Dennoch gehört der TSV zu den formstärksten Teams der Liga. Der VfL ist also gewarnt und möchte die drei Punkte in der Hasestadt behalten. Der Vorbericht.
Der Gegner
In seiner zweiten Drittliga-Saison befindet sich der TSV Havelse wie erwartet seit dem ersten Spieltag im Abstiegskampf. So beendeten die Rot-Weißen die Hinrunde nach zwei Siegen und sieben Unentschieden mit 13 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Dennoch kam die Mannschaft von Trainer Samir Ferchichi nach Startschwierigkeiten immer besser in der Liga an. So holte man im November und Dezember neun der insgesamt 13 Punkte. Damit dieser Lauf auch in der Rückrunde fortgesetzt werden kann, verstärkte sich der TSV im Winter mit insgesamt vier Neuzugängen.
Mit Norman Quindt holte man einen alten Bekannten zurück nach Havelse. Der 29-Jährige lief zuvor bereits in 64 Partien für den Verein auf und kehrte nun vom BSV Kickers Emden zum Garbsener Stadtteilverein zurück. In der Defensive verstärkte man sich mit Innenverteidiger Dennis Duah (per Leihe von Dynamo Dresden) sowie mit Linksverteidiger Manuel Polster, der vom schweizerischen Erstligisten Lausanne-Sport kommt. Der 23-jährige Österreicher spielte in der Hinrunde leihweise beim schweizerischen Zweitligisten Stade Nyonnais und zuvor unter anderem für die U19 des VfL Wolfsburg sowie die Zweitvertretung des VfB Stuttgart.
Neben den Defensivkräften holte man zur Steigerung der Offensivgefahr auch Temilola Awoyale vom Verbandsligisten FC Mecklenburg Schwerin. Der gebürtige Osnabrücker lief in seiner Jugend eine Saison für die U19 des VfL auf und trifft am Samstag direkt in seinem ersten Spiel für den neuen Verein auf seine ehemaligen Mannschaftskollegen Yigit Karademir, Kevin Wiethaup, Ismail Badjie und Bernd Riesselmann. Zudem sicherte man sich die Dienste von Mittelstürmer Christopher Schepp, der vom Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen kam und nach seiner ersten Einwechslung im Spiel gegen Hoffenheim II bereits nach vier Minuten seinen ersten Treffer für die Rot-Weißen erzielte.
Auf der Gegenseite musste man den Abgang von John Posselt verkraften. Dessen Leihe wurde von seinem Stammverein SC Paderborn vorzeitig beendet und anschließend zum Ligakonkurrenten SSV Jahn Regensburg transferiert. Der 22-jährige Mittelstürmer war mit sechs Toren bis dahin der Toptorschütze des TSV.
Die Ausgangslage
Wie bereits angedeutet, darf man sich vom aktuellen Tabellenstand des TSV Havelse (Platz 19) nicht täuschen lassen. In den vergangenen fünf Spieltagen holte keine andere Mannschaft mehr Punkte als der Aufsteiger aus der Regionalliga Nord. Zudem stellt man in diesem Zeitraum gemeinsam mit dem FC Ingolstadt die beste Offensive (12 Tore). In die Rückrunde startete Havelse mit einem furiosen 4:0-Achtungserfolg gegen die Zweitvertretung der TSG Hoffenheim. Zwar verlor man das anschließende Auswärtsspiel bei Rot-Weiss Essen mit 1:4, konnte aber am vergangenen Wochenende einen wichtigen 3:1-Heimsieg gegen den Abstiegskonkurrenten FC Erzgebirge Aue feiern. Anschließend äußerte sich Julius Düker am Mikrofon bei Magenta Sport wie folgt: „Wir waren nie weg, beziehungsweise haben wir uns nie so gefühlt, als wären wir weg gewesen. […] Von daher ist es eine Serie, auf der wir aufbauen können.“
Dass diese Serie beziehungsweise der Lauf der Havelser an der Bremer Brücke nicht fortgeführt wird, wollen die Hausherren des VfL Osnabrück am Samstag verhindern. Nach dem knappen 1:0-Auswärtssieg beim 1. FC Saarbrücken wollen die Lila-Weißen auch zu Hause wieder dreifach punkten. Dafür sollte der VfL in der Defensive vor allem auf Robin Müller achten. Der 25-jährige Stürmer ist mit vier Toren und zwei Vorlagen der torgefährlichste Spieler des aktuellen Kaders, ebenso kommt Lorenzo Paldino bislang auf vier Treffer. Die meisten Torschüsse verzeichnet Nassim Boujellab (48), der zudem 70 Prozent seiner insgesamt 30 Dribblings gewann und vereinsintern die meisten Torschussvorlagen lieferte (27). Am Samstag trifft dieser mit Niklas Wiemann auf einen alten Bekannten. Schließlich standen die beiden in ihren Karrieren mit keinem anderen Spieler so oft gemeinsam auf dem Feld: In 71 Partien liefen sie zusammen in der Jugend des FC Schalke 04 auf.
Insgesamt agierten die Havelser in den vergangenen vier Spielen deutlich effizienter als im restlichen Saisonverlauf. Zwar gaben sie lediglich einen Torschuss mehr ab, erzielten dabei jedoch im Schnitt 1,2 Tore mehr. Defensiv ließ das Team im selben Zeitraum fünf Torschüsse weniger zu. Auch der VfL zeigte sich zuletzt effizienter: Aus 2,6 weniger Torschüssen erzielten die Osnabrücker in den vergangenen vier Spielen 0,3 Treffer mehr im Vergleich zur bisherigen Saison. Allerdings präsentierten sich die Lila-Weißen defensiv anfälliger und ließen 2,7 Torschüsse mehr zu.
Schon über die gesamte Saison hinweg, aber insbesondere in den vergangenen vier Partien, befindet sich Bjarke Jacobsen in Topform. So bestritt der Däne die meisten Zweikämpfe (83) und legte die längste Laufdistanz (32,2 Kilometer) zurück. Zudem erzielte er im Heimspiel gegen den TSV 1860 München (1:1) die zwischenzeitliche 1:0-Führung für den VfL. Umso erfreulicher für die Osnabrücker ist es, dass sich der Vertrag des 32-Jährigen aufgrund einer Klausel in dieser Woche automatisch verlängerte. Gern würde der defensive Mittelfeldakteur dies am Wochenende mit einem weiteren Treffer und einem Sieg feiern. Schließlich traf er bereits im Hinspiel nach einer Ecke von Frederik Christensen per Kopf zum 2:0-Endstand.
Dabei stehen die Anzeichen auf einen Heimsieg gegen den TSV Havelse aus Sicht des VfL nicht schlecht. Denn gegen die Rot-Weißen verloren die Osnabrücker in der Historie noch nie. In den bisherigen acht Partien gewann man sechsmal und spielte zweimal torlos unentschieden. Damit ist die Ausgangslage klar: Der TSV Havelse reist mit Rückenwind an die Bremer Brücke, doch der VfL Osnabrück will den positiven Trend der Gäste stoppen und die eigene Serie gegen den TSV fortsetzen.
Das Personal
Bei den Gästen fällt mit Torben Engelking (Innenbandverletzung) nur ein Spieler für die Partie an der Bremer Brücke aus.
Beim VfL kann Cheftrainer Timo Schultz wieder auf den kompletten Kader zurückgreifen. Zwar fehlte Ismail Badjie unter der Woche zwischenzeitlich krankheitsbedingt, stieg am Donnerstag aber wieder in den Trainingsbetrieb ein.
Stimmen zum Spiel
Im Spieltagsinterview erläuterte Cheftrainer Timo Schultz, wie er die Entwicklung des kommenden Gegners sieht: „Sie hatten sicherlich Probleme, in die Saison reinzufinden. Sie haben sich aber stabilisiert und gemerkt, dass sie konkurrenzfähig sind und Punkte holen können. Das zeigen sie jetzt gerade. Die Ergebnisse haben sie nicht glücklich irgendwie zurechtgemauert, sondern haben sich wirklich auch Chancen herausgespielt und schöne Tore geschossen. Also, wir sind gewarnt.“
Auf der Gegenseite schaut TSV-Torhüter Tom Opitz mit viel Freude und Zuversicht auf die Partie: „Wir blicken alle mit Vorfreude auf das Spiel am Samstag in Osnabrück. Wir wollen den Aufschwung aus den letzten Spielen mitnehmen und unsere gute Form weiter beibehalten. Wenn wir weiter so konzentriert und engagiert arbeiten, bin ich mir sicher, dass wir auch am Samstag ein gutes Spiel machen werden.“
TV und Liveticker
Der Pay-TV Sender Magenta Sport überträgt die Partie ab 13:45 Uhr live. Die Partie ist darüber hinaus auch im Free-TV im NDR sowohl im TV als auch im Stream zu verfolgen. Dort beginnt die Übertragung wenige Minuten vor dem Anpfiff. Zudem meldet sich wie gewohnt kurz vor Spielbeginn auch das Liveradio presented by Fuchs Group unter vfl.de/liveradio. Ansonsten ist das Spiel auch im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar.
Wiemann trifft, VfL hält stand: Osnabrück feiert Auswärtssieg in Saarbrücken
In einer turbulenten Partie konnte der VfL Osnabrück am Samstagnachmittag im Ludwigsparkstadion einen 1:0-Auswärtssieg gegen den 1. FC Saarbrücken feiern. Dabei hielt die lila-weiße Defensive dem Offensivdrang der Gastgeber stand und blieb damit zum elften Mal in dieser Saison ohne Gegentor. Der Spielbericht.
Da der Sonderzug der Fanszene auf dem Weg aus der Hasestadt ins Saarland ordentlich Verspätung mitbrachte, entschieden sich die Verantwortlichen den Anpfiff der Partie um eine halbe Stunde auf 14:30 Uhr zu verschieben. Pünktlich auf das Feld schafften es am Samstagnachmittag dagegen Frederik Christensen und Kevin Wiethaup, die Tony Lesueur und Bryan Henning im Vergleich zum letzten Ligaspiel in der Startelf ersetzten. Zudem rückte Theo Janotta für David Kopacz in den Kader der Lila-Weißen. Auf der Gegenseite veränderte Trainer Jürgen Luginger seine Startelf auf drei Positionen. Elijah Krahn, Sebastian Vasiliadis und Dominic Baumann tauchten neu in der Anfangsformation auf.
Trotz des verschobenen Starts erfolgte der Anpfiff von Schiedsrichter Lars Erbst ohne die 1.000 Osnabrücker Fans, die mit dem Sonderzug die Reise nach Saarbrücken angetreten waren. Somit verpassten diese die erste Torgelegenheit der Partie, als die Gastgeber in Person von Niko Bretschneider gefährlich vor den Kasten von Lukas Jonsson kamen. Sein Schussversuch am zweiten Pfosten flog jedoch knapp über den Querbalken (2‘). Besser platzierte dagegen knapp zehn Minuten später Niklas Wiemann den ersten Abschluss des VfL. Nach einem Eckball von Lars Kehl stand der Verteidiger am ersten Pfosten goldrichtig und platzierte das Spielgerät mit dem rechten Oberschenkel im kurzen Eck (11‘). Aber auch in der Defensive stand der 26-Jährige im Mittelpunkt. Zentimeter vor dem Strafraum setzte Wiemann vor dem startenden Elijah Krahn zur Grätsche an und hinderte diesen am Abschluss (20‘). Die Pfeife des Schiedsrichters blieb zum Ärger der Saarbrücker jedoch stumm.
Mit dieser Aktion kamen die Blau-Schwarzen besser in die Partie. Wenige Augenblicke später schlug Niko Bretschneider einen langen Ball auf Dominic Baumann, der plötzlich frei vor VfL-Keeper Jonsson stand. Der Schwede stürmte jedoch rechtzeitig aus seinem Gehäuse und machte sich breit, sodass der Schussversuch des Mittelstürmers an ihm abprallte (22‘). Immer wieder kamen die Saarbrücker nun zu Abschlussgelegenheiten, ohne Jonsson jedoch zwingend herauszufordern. So flogen sowohl der Versuch von Florian Pick, am Strafraumrand (27‘), als auch der Kopfball von Tim Civeja (32‘), deutlich am Tor vorbei.
Den Kopfball des Mittelfeldakteurs sahen dann auch die 1.000 Osnabrücker Fans, die nach einer halben Stunde schließlich im Ludwigsparkstadion ankamen. In der Offensive ließen sich die Lila-Weißen dann nun nur noch selten blicken. In der 33. Minute wagte Niklas Wiemann über die linke Seite einen Vorstoß und brachte eine halbhohe Flanke auf den ersten Pfosten. Dort verpasste Julian Kania knapp den Abschluss und Torwart Phillip Menzel konnte die Kugel erst im Nachfassen festhalten. Ansonsten wäre Robin Meißner abschlussbereit gewesen (33‘). Die letzte Torgelegenheit der ersten Hälfte gehörte erneut den Blau-Schwarzen. Nach einem Eckball von Florian Pick verlängerte Lasse Wilhelm den Ball am ersten Pfosten, sodass Robin Bormuth am zweiten Pfosten völlig frei zum Abschluss kam, das Leder jedoch deutlich über den Kasten setzte (39‘). Somit ging es für den VfL trotz eines Torschussverhältnisses von 1:9 mit einer 1:0-Führung in die Pause.
Unverändert aus den Kabinen gekommen, gönnten sich beide Mannschaften – wie schon in den ersten 45 Minuten – keine Annäherungsphase. Nach fünf Minuten kamen die Saarbrücker durch Tim Civeja gefährlich vor das Osnabrücker Tor. Sein Kopfball nach einem Freistoß aus halbrechter Position flog haarscharf am linken Pfosten vorbei (50‘). Ebenfalls knapp ging es wenige Minuten später zu, als die Saarbrücker nach einem Fehlpass von Niklas Wiemann im Aufbauspiel in Person von Dominic Baumann und Florian Pick einen Konter fuhren und Lars Kehl nach einem Sprint in letzter Not den Abschluss von Pick verhindern konnte (57‘). Die Gastgeber kamen nun ähnlich wie in der ersten Halbzeit immer wieder in Abschlusssituationen. Nach einer Hereingabe setzte Dominic Baumann in der 66. Minute noch einen Fuß an den Ball und zwang Lukas Jonsson zu einer Glanzparade (66‘). Der VfL kam dagegen kaum gefährlich vor den Kasten von Phillip Menzel. Einzig Robin Meißner forderte den Schlussmann mit seinem Abschluss aus der Drehung zu einer Parade heraus (71‘).
In der Schlussphase warfen die Saarländer weiter alles nach vorne, blieben dabei jedoch glücklos. Entweder verpasste man das Tor knapp, wie beispielsweise Baumann, der einen Kopfball auf das Dach des Osnabrücker Tores setzte (73‘), oder die Lila-Weißen warfen sich – wie in der 77. Minute Jannik Müller oder in der 87. Minute gleich mehrere Osnabrücker – mit vereinten Kräften in die Schussversuche des FCS. Zwar versuchte der VfL, sich in der Druckphase der Gastgeber mit Konterversuchen zu entlasten, kam jedoch nur kurz vor dem Schlusspfiff noch einmal zwingend vor das Tor, als die beiden eingewechselten Ismail Badjie und Fridolin Wagner im Zusammenspiel die Abwehr aushebelten. Der anschließende Abschluss von Wagner flog allerdings deutlich am linken Pfosten vorbei (89‘).
Auch in der fünfminütigen Nachspielzeit blieb die lila-weiße Defensive standhaft, sodass die Mehrheit der mitgereisten Osnabrücker Fans zwar nicht den Treffer des Tages erlebte, dafür aber nach dem Schlusspfiff den Auswärtssieg und den damit einhergehenden vorzeitigen Sprung auf Platz drei feiern konnte. In der nächsten Woche erwartet der VfL am Samstag, den 7. Februar, an der Bremer Brücke den TSV Havelse (Anpfiff: 14:00 Uhr). Dann wollen die Lila-Weißen die nächsten drei Punkte einfahren.
Tore:
0:1 (Wiemann 11‘)
Aufstellungen:
1.FC Saarbrücken:
Menzel – Rizzuto, Wilhelm, Bormuth, Bretschneider (Groune 84‘) – Krahn, Sontheimer (Elongo-Yombo 73‘), Vasiliadis (Schmidt 58‘), Civeja (Caliskaner 58‘) – Pick, Baumann
VfL Osnabrück:
Jonsson – Karademir, Müller, Wiemann – Kammerbauer (Pröger 90‘), Christensen, Jacobsen, Wiethaup (Wagner 78‘), Meißner (Janotta 90‘), Kehl (Leseuer 78‘) – Kania (Badjie 59‘)
Auswärts gefragt: VfL will Serie in Saarbrücken fortsetzen
Am Samstag ist der VfL Osnabrück im Ludwigsparkstadion beim 1. FC Saarbrücken zu Gast (Anpfiff: 14:00 Uhr). Gegen die abstiegsbedrohten Blau-Schwarzen will der VfL den dritten Auswärtssieg in Folge einfahren. Der Vorbericht.
Der Gegner
Wie so oft in den vergangenen Jahren hat man sich beim 1. FC Saarbrücken zu Beginn dieser Saison erneut Hoffnungen auf den langersehnten Aufstieg in die 2. Bundesliga gemacht. Schließlich waren die Saarländer erst in der vergangenen Spielzeit Teilnehmer der Aufstiegsrelegation, scheiterten dort jedoch an Eintracht Braunschweig (0:2 und 2:2). Vom Relegationsplatz ist der FCS momentan jedoch weit entfernt. Statt Aufstiegseuphorie herrscht bei den Blau-Schwarzen Abstiegsangst. Mit 23 Punkten steht man aktuell einen Platz vor den Abstiegsrängen.
So treffen die Lila-Weißen am Wochenende auch im dritten Spiel der Rückrunde auf eine Mannschaft, die im Vergleich zum Hinspiel bereits einen Trainerwechsel hinter sich hat. Statt Alois Schwartz, der Ende November von seinem Amt entlassen wurde, sitzt nun Jürgen Luginger auf der Trainerbank in Saarbrücken. Der 58-Jährige war zuvor bereits seit 2020 als Sportdirektor tätig und übernahm das Team zum 16. Spieltag zunächst als Interimstrainer. Nach zwei Punkten aus vier Spielen entschieden sich die Verantwortlichen zum Jahresende, den ehemaligen Spieler des FCS zur Dauerlösung zu machen. Doch auch in der Rückrunde konnten die Saarbrücker unter Luginger noch nicht gewinnen. Nach einem 1:1-Unentschieden gegen Energie Cottbus folgte am vergangenen Wochenende eine 0:2-Niederlage beim FC Viktoria Köln.
Allgemein warten die Blau-Schwarzen schon seit mehreren Monaten auf einen Sieg in der 3. Liga. So holte man zuletzt am 19. September 2025 beim 2:1-Heimerfolg gegen den 1. FC Schweinfurt 05 drei Punkte. Dennoch war man in diesem Winter noch nicht auf dem Transfermarkt aktiv. Stattdessen gab es außerhalb des Platzes einige personelle Veränderungen.
Mit Barbara Haupenthal wählten die 1.700 anwesenden Mitglieder Anfang Januar zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte eine Präsidentin an die Spitze der Vereinsführung. Neben dem ebenfalls neu gewählten Aufsichtsrat sucht man im Saarland zudem noch gleich drei Vorstände für die Bereiche Sport, Finanzen sowie Strategie. Diese strukturelle Neuausrichtung, inklusive einer Satzungsänderung, die dem Aufsichtsrat mehr Verantwortung zuschreibt, soll den Verein auch zukünftig auf eine gesunde und erfolgreiche Basis stellen. Zunächst liegt der Fokus jedoch auf dem kurzfristigen sportlichen Erfolg.
Die Ausgangslage
Wie bereits erwähnt, erlebten die Saarbrücker einen durchwachsenen Start ins neue Jahr. Den bisher einzigen Treffer erzielte Florian Pick beim 1:1 gegen Cottbus. Der 30-jährige Offensivspieler ist mit elf Toren und sechs Assists der torgefährlichste Spieler im Kader des FCS. Mit 49 Torschussvorlagen weist er zudem den drittbesten Wert aller Drittligaklubs auf. Zweimal legte er einen Treffer für Kai Brünker auf, der mit sieben Saisontoren den zweitbesten Torschützen der Blau-Schwarzen stellt. Auf die Treffsicherheit des Mittelstürmers muss Trainer Jürgen Luginger in den kommenden Wochen jedoch verzichten. Der 31-Jährige verletzte sich am vergangenen Wochenende am Sprunggelenk und fällt vorerst aus.
Eine Schwachstelle der Saarbrücker bleibt die defensive Anfälligkeit. Zwar steht man mit 34 Gegentoren im Mittelfeld der 3. Liga, ließ jedoch bereits 122 Torschüsse auf den Kasten von Phillip Menzel zu. Sein Gegenüber Lukas Jonsson blickt dagegen auf ruhigere Arbeitstage zurück. Mit lediglich 71 zugelassenen Schüssen auf sein Tor weist der VfL Osnabrück den besten Wert der Liga auf.
Ein gutes Omen für die Lila-Weißen ist auch der Spielort der Partie. Schließlich steht man nicht nur an der Spitze der Auswärtstabelle der 3. Liga, sondern weist mit sechs Siegen auf fremden Plätzen auch die zweitmeisten im deutschen Profifußball auf. Nur der FC Bayern München hat in dieser Saison mehr Auswärtserfolge (acht Siege) gefeiert.
Mit viel Vorfreude auf die Partie am Samstag blickt auch VfL-Kapitän Jannik Müller. Denn beim vergangenen Gastspiel des VfL im Ludwigsparkstadion erzielte der Innenverteidiger mit seinem Kopfballtreffer nicht nur den wichtigen Ausgleich zum 1:1-Endstand, sondern auch sein allererstes Tor für den VfL. „Es war natürlich sehr schön. Leider haben wir das Spiel damals nicht gewonnen. Aber es war dennoch ein wichtiger Punkt, den wir in der englischen Woche geholt haben. Daher freue ich mich ins Saarland zurückzukehren“, blickt er selbst auf das Spiel zurück.
Generell ist ein Aufeinandertreffen mit dem 1. FC Saarbrücken für den VfL in den vergangenen Jahren mit viel Freude verbunden gewesen. So hat man in der 3. Liga noch nie gegen die Saarländer verloren. In 13 Drittligaduellen feierten die Osnabrücker acht Siege und fünf Unentschieden. Die letzte Niederlage des VfL im Ludwigparkstadion liegt somit bereits über 25 Jahre zurück, als man sich am 17. September 2000 mit 1:2 geschlagen geben musste. Das soll aus Sicht des VfL auch am Samstagnachmittag so bleiben, wenn die Mannschaft von über 1.000 lila-weißen Anhängern begleitet wird, die teilweise mit einem Sonderzug anreisen.
Das Personal
Bei den Saarbrückern fallen mit Kai Brünker (Bänderdehnung im Sprunggelenk), Maurice Multhaup (Nackenbeschwerden), Amine Naifi (Aufbautraining nach Kreuzbandriss) und Manuel Zeitz (Adduktorenzerrung) vier Spieler für die Partie am Samstag aus.
Beim VfL kehrte unter der Woche Robin Fabinski auf den Trainingsplatz zurück. Er ist ebenso wie Bryan Henning, der unter der Woche zwischenzeitlich das Mannschaftstraining aussetzen musste, für das Auswärtsspiel einsatzbereit.
Stimmen zum Spiel
Im Spieltagsinterview am Donnerstagvormittag erklärte VfL-Cheftrainer Timo Schultz, dass er trotz der prekären sportlichen Situation einen starken Gegner am Samstag erwartet: „Es ist eine Mannschaft, die eine sehr wechselhafte Vorrunde und auch schon einen Trainerwechsel hinter sich hat. Sie haben mit [Florian] Pick einen herausragenden Spieler in ihren Reihen, der es immer wieder schafft, alleine Situationen zu kreieren und torgefährlich zu werden. Sie haben nun den Neustart ausgerufen und auch zwei vernünftige Spiele gezeigt, mit Ausnahme von 30 Minuten in Köln. Sie wollen den Bock umstoßen. Sie haben einige Spiele hintereinander nicht gewinnen können – und ich hoffe, dass ihre Serie hält.“
Auch VfL-Kapitän Jannik Müller hob die Qualitäten der Saarbrücker hervor: „Es ist eine sehr erfahrene Mannschaft, die vor der Saison jeder als Aufstiegsaspirant gesehen hat und die jetzt ein Stück weit Probleme hat. Aber dennoch erkennt man, wenn man sich die Einzelspieler und die Qualität des Kaders anschaut, dass das eine richtig gute Mannschaft ist. Wir wollen auf uns schauen und die Dinge besser machen, die in den vergangenen zwei Wochen nicht optimal waren. Darauf liegt der Fokus.“
TV und Liveticker
Der Pay-TV Sender Magenta Sport überträgt die Partie ab 13:45 Uhr live. Die Partie ist darüber hinaus auch im Free-TV im NDR und SR sowohl im TV als auch im Stream zu verfolgen. Dort beginnt die Übertragung wenige Minuten vor dem Anpfiff. Zudem meldet sich wie gewohnt kurz vor Spielbeginn auch das Liveradio presented by Fuchs Group unter vfl.de/liveradio. Ansonsten ist das Spiel auch im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar.
VfL belohnt sich nicht: Remis im Heimspiel gegen „Sechziger“
Am Sonntagnachmittag trennte sich der VfL Osnabrück mit einem 1:1-Unentschieden vom TSV 1860 München. Dabei konnten sich die Lila-Weißen vor allem in der ersten Halbzeit nicht für eine aktive und spielbestimmende Spielweise belohnen. Der Spielbericht.
Eine Veränderung nahm Cheftrainer Timo Schultz in seiner Startaufstellung vor. So ersetzte Tony Lesueur auf der linken Außenbahn Frederik Christensen. Außerdem rückten Luc Ihorst und Fridolin Wagner für Bernd Riesselmann und Kevin Wiethaup in den Kader. Bei den Gästen gab es mit Thomas Dähne und Thore Jacobsen zwei Veränderungen in der Anfangsformation, die nach überstandener Verletzung beziehungsweise abgesessener Gelbsperre zurückkehrten.
Im mit 15.369 Zuschauern besetzen Stadion an der Bremer Brücke dauerte es nicht lange, bis die Lila-Weißen den ersten Torabschluss der Partie verbuchten. Nach einem Freistoß landete der Abschluss von Niklas Wiemann aus der zweiten Reihe allerdings deutlich über dem Tor von Keeper Thomas Dähne (2‘). Generell übernahmen die Osnabrücker früh das Spielgeschehen und wurden schließlich durch einen Standard erfolgreich. Lars Kehl, der am Sonntagnachmittag viele gute Eckbälle schlug, brachte in der 17. Minute einen Eckstoß punktgenau auf den Kopf von Bjarke Jacobsen, der das Spielgerät im langen Eck platzieren konnte (17‘).
Nur zwei Minuten später wurde Kehl selbst vor dem Kasten der Münchner Löwen gefährlich. Nachdem der 23-Jährige den Ball im Mittelkreis zugespielt bekam, lief er einige Meter durch die gegnerische Hälfte und zog am Strafraumrand ab. Wenige Zentimeter am linken Pfosten vorbei flog der Ball allerdings ins Toraus (19‘). Ziemlich aus dem Nichts fiel schließlich der Ausgleichstreffer, als eine Grätsche von Jannik Müller im eigenen Sechzehner bei Philipp Maier landete. Dieser legte die Kugel auf den besser postierten Kevin Volland weiter, der mit links ins rechte lange Eck abschloss. Torwart Lukas Jonsson fälschte den Ball zwar noch mit der Hand ab, konnte den Einschlag aber nicht mehr verhindern (25‘).
Erfolgreicher war auf der Gegenseite Raphael Schifferl, der den starken Schussversuch von Robin Meißner kurz vor der Linie klären konnte. Zuvor hatte sich Meißner sehenswert gegen seinen Gegenspieler durchgesetzt (27‘). Weitere nennenswerte Aktionen blieben in der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit aus. So ging es nach 45 Minuten mit einem 1:1-Unentschieden in die Kabine. Während die Lila-Weißen nicht nur anhand ihrer neun Torschüsse die aktivere Mannschaft waren, durften die Münchner dank ihrer Effizienz und ihres einzigen, aber erfolgreichen Torschusses zufrieden mit dem Ergebnis in die Pause gehen.
Unverändert schickten beide Trainer ihre Mannschaften zurück auf das Feld. Die erste Gelegenheit nach dem Wiederanpfiff gehörte erneut den Osnabrückern. Tony Lesueur zog in der 54. Minute aus gut 20 Metern auf den Kasten von Thomas Dähne ab. Dieser konnte den Schuss zwar parieren, aber nicht festhalten, sodass Patrick Kammerbauer aus spitzem Winkel erneut zum Abschluss kam. Diesen hielt Dähne schließlich fest (54‘). Wenig später kamen auch die Sechziger gefährlich vor den Kasten von Lukas Jonsson. Nach einem Eckball suchte Patrick Hobsch den Abschluss, doch Niklas Wiemann warf sich in den Schuss, sodass Jonsson nicht eingreifen musste (61‘).
Der Innenverteidiger stand auch bei der nächsten Offensivaktion der Münchner im Mittelpunkt, als David Philipp zunächst abschloss, Jonsson den Ball abprallen ließ und Wiemann Hobsch im Zweikampf entscheidend störte, sodass dieser nicht mehr an den Ball kam (69‘). Die Lila-Weißen hingegen wurden erneut durch Standards gefährlich. Nach einem Eckball, den die Löwen zunächst klären konnten, brachte Karademir den Ball zurück in die Gefahrenzone. Niklas Wiemann legte per Kopf auf Robin Meißner ab, dessen Volley nur haarscharf am linken Pfosten vorbeiging. Torwart Dähne wäre bei dieser Aktion chancenlos gewesen (72‘).
Ähnlich knapp flog der Ball auch auf der Gegenseite am Aluminium vorbei ins Toraus, als Justin Steinkötter versuchte, Jonsson per Lupfer zu überwinden (74‘). Doch auch der Joker der „Löwen“ blieb erfolglos. In der Schlussphase der Partie kamen beide Teams nicht mehr zwingend vor das Tor. Zwar bekam der VfL gleich zweimal einen Freistoß in aussichtsreicher Position zugesprochen, doch weder Lars Kehl (80‘) noch Robin Meißner (90+3‘) konnten diese nutzen.
Somit fielen in der zweiten Halbzeit keine Tore mehr an der Bremer Brücke, und der VfL muss sich trotz seiner Chancenüberlegenheit, vor allem in der ersten Halbzeit, mit einem Punkt zufriedengeben. Die Lila-Weißen stehen nun mit 36 Punkten auf dem sechsten Tabellenplatz. In der kommenden Woche geht es am Samstag, den 31. Januar, zum sich im Abstiegskampf befindenden 1. FC Saarbrücken (Anpfiff: 14:00 Uhr).
Tore:
1:0 (Jacobsen 17‘), 1:1 (Volland 25‘)
Aufstellungen:
VfL Osnabrück:
Jonsson – Karademir, J. Müller, Wiemann – P. Kammerbauer (Pröger 86‘), B. Jacobsen, Henning (Wagner 59‘), Lesueur (Kopacz 74‘), R. Meißner, Kehl (Ihorst 86‘) – Kania (Badjie 59‘)
TSV 1860 München:
Dähne – Schifferl, Reinthaler, Voet – Lippmann (Steinkötter 70‘) , Maier, T. Jacobsen, Jakob, Volland (Danhof 90+2‘) – Philipp (Rittmüller 70‘), Hobsch
Erster Brückentag des Jahres: VfL will gegen „Münchner Löwen“ nachlegen
Zum ersten Heimspiel des Jahres ist am Sonntag der TSV 1860 München an der Bremer Brücke zu Gast (Anpfiff: 16:30 Uhr). Der VfL Osnabrück möchte nach dem gelungenen Jahresstart in Aachen auch zu Hause wieder dreifach punkten und die gute Form bestätigen. Der Vorbericht.
Der Gegner
Mit dem TSV 1860 München ist am Sonntag ein namhafter Gegner an der Bremer Brücke zu Gast. Mit schlagkräftigen Transfers und großer Euphorie ist man im Sommer im Münchener Stadtteil Giesing in die Saison gestartet. So wurden unter anderem Kevin Volland, Florian Niederlechner, Thomas Dähne oder auch Max Christiansen vorgestellt. Nach einem eher ernüchternden Saisonstart und einer Punkteausbeute von elf Zählern nach acht Spieltagen folgten jedoch die Entlassungen von Trainer Patrick Glöckner und Geschäftsführer Christian Werner. Während man die Position des Geschäftsführers direkt mit dem bisherigen Leiter der Nachwuchsabteilung, Manfred Paula, neu besetzte, stellte man auf der Trainerposition am 9. Oktober Markus Kauczinski als Nachfolger vor. Der 55-Jährige ist an der Seitenlinie zweit- und drittligaerfahren und konnte bereits als Meister mit dem Karlsruher SC (Saison 2012/13) sowie in der Relegation mit dem SV Wehen Wiesbaden (Saison 2022/23) in die 2. Bundesliga aufsteigen. Seine Anfangsphase in München gestaltete Kauczinski ebenfalls positiv und blickt nach bislang zehn Spielen auf einen Punkteschnitt von 1,9 zurück. So steht man in der „Kauczinski-Tabelle“ mit 19 Punkten auf Platz vier. Der VfL Osnabrück steht zum Vergleich mit 16 Punkten auf Rang acht. Entsprechend der positiven Entwicklung waren die Sechziger auf dem Wintertransfermarkt bislang weder auf der Zugangs- noch auf der Abgangsseite aktiv. Vielmehr wurden in der Vorbereitung einige Spieler aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum in den Profikader integriert.
Am Sonntag sind die „Löwen“ zum zehnten Mal zu Gast an der Bremer Brücke. Bislang reiste der TSV mit vier Siegen und zwei Unentschieden gut gelaunt aus Osnabrück zurück nach München. In der vergangenen Saison konnten die Lila-Weißen allerdings dank des Treffers von Chance Simakala einen 1:0-Heimsieg einfahren. Zudem behielt der VfL in den Duellen in der 3. Liga überwiegend die Oberhand und entschied vier der insgesamt neun Spiele für sich (zwei Unentschieden, drei Niederlagen).
Die Ausgangslage
Zur optimalen Vorbereitung auf die Rückrunde schlugen die Sechziger in der Winterpause ein Trainingslager im türkischen Belek auf. Dort absolvierte man ein Testspiel gegen den schweizerischen Erstligisten FC Winterthur, das man in dreimal 45 Minuten mit 4:1 für sich entscheiden konnte. Im ersten Pflichtspiel des Jahres trennte man sich im Grünwalder Stadion mit einem 1:1-Unentschieden, wobei Max Reinthaler den Ausgleich der Löwen in der 90. Minute erzielte. Allgemein sind die Löwen in dieser Saison in der Schlussphase ihrer Partien besonders torgefährlich. Bereits fünfmal traf man nach der 90. Minute. Nur Energie Cottbus war noch häufiger in der Nachspielzeit erfolgreich.
Während im Sommer besonders die Neuzugänge Kevin Volland und Florian Niederlechner in den Vordergrund rückten, sind in dieser Spielzeit andere Offensivkräfte die Torgaranten bei den Sechzigern. Mit sieben Treffern steht Sigurd Haugen an der Spitze der internen Torjägerliste. Umso bitterer für die Münchner ist dessen Ausfall seit Mitte Dezember aufgrund eines Kieferbruchs. Für Tore sorgen könnte nun weiterhin Patrick Hobsch, der mit fünf Saisontreffern der zweitbeste Schütze des Teams ist. Generell plagen die Löwen derzeit große Verletzungssorgen. Beim Spiel gegen Rot-Weiss Essen musste Trainer Markus Kauczinski gleich elf Ausfälle kompensieren. So kam es dazu, dass Damjan Dordan aus der zweiten Mannschaft der Sechziger sein Debüt in der 3. Liga gab. Zudem nahmen mit Finn Fuchs, Loris Husic und Noah Klose drei Spieler aus der U19 auf der Bank Platz.
Solche Sorgen muss sich VfL-Cheftrainer Timo Schultz nicht machen. Ganz im Gegenteil: Mit dem zuletzt gelbgesperrten Fridolin Wagner gibt es für das Heimspiel gegen die Münchner eine weitere Option für das zentrale Mittelfeld. Dabei lieferten Bjarke Jacobsen und Bryan Henning am vergangenen Wochenende Topleistungen gegen Alemannia Aachen ab und sind somit nur schwer aus der Startelf wegzudenken. Vor allem Bjarke Jacobsen hat in der Anfangsformation der Lila-Weißen einen Stammplatz. Seit dem dritten Spieltag stand der Däne stets von Beginn an auf dem Platz und wurde dabei nur ein einziges Mal ausgewechselt – beim Heimspiel gegen Hoffenheim II, in dem er bereits gelbverwarnt war. Am Sonntag trifft der defensive Mittelfeldakteur zudem auf einen alten Bekannten. Denn unter Trainer Markus Kauczinski lief Jacobsen in seiner Zeit bei Wehen Wiesbaden in insgesamt 83 Partien auf. Nur unter Bo Henriksen beim dänischen Erstligisten AC Horsens hat der 32-Jährige noch mehr Spielerfahrung gesammelt (97 Partien).
Ebenfalls auffällig im Auftaktspiel in Aachen war Robin Meißner, der an allen Osnabrücker Treffern direkt beteiligt war. So soll der 26-Jährige auch am Sonntag dabei mithelfen, das Ergebnis aus dem Hinspiel bei den Löwen, bei dem man sich mit 1:3 geschlagen geben musste, zu egalisieren. Dabei war der Stürmer in dieser Partie noch gar nicht selbst dabei. Denn erst nach dem Spiel wurde die Leihgabe von Dynamo Dresden offiziell beim VfL vorgestellt. Wie man gegen die Münchner Löwen gewinnt, weiß Meißner allerdings ganz genau. In bislang fünf Duellen gegen die Sechziger fuhr der gebürtige Hamburger vier Siege und ein Unentschieden ein. Ein Tor und eine Vorlage steuerte Meißner zu den Erfolgen seiner damaligen Mannschaften bei. Ganz ähnlich wünschen es sich sicherlich auch die über 15.000 Zuschauer am Sonntag an der Bremer Brücke. Der letzte Heimsieg liegt mit dem 22. November gegen den FC Ingolstadt (1:0) schließlich schon etwas länger zurück.
Das Personal
Das Lazarett bei den „Löwen“ ist lang. Mit Samuel Althaus (Krankheit), Max Christiansen (Hüft-OP), Tunay Deniz (Kreuzbandriss), Sean Dulic (Muskelfaserriss), Sigurd Haugen (Kieferbruch), Manuel Pfeifer (muskuläre Verletzung) und Jesper Verlaat (Wadenverhärtung) fallen gleich sieben Spieler für das Gastspiel in der Hasestadt aus.
Auf Seiten der Osnabrücker trainierten Bjarke Jacobsen und Fabian Fabinski unter der Woche teilweise individuell. Während ein Einsatz von Fabinski aktuell noch fraglich ist, kehrte Jacobsen am Freitag zurück ins Mannschaftstraining und ist somit – wie auch alle anderen Akteure des Kaders – eine mögliche Option für das Heimspiel am Sonntag.
Stimmen zum Spiel
VfL-Cheftrainer Timo Schultz erläuterte am Freitagvormittag im Spieltagsinterview, dass er am Sonntag einen Topgegner an der Bremer Brücke erwartet. „Es wird eine hochmotivierte Truppe sein. Sie haben gerade in der letzten Woche viele Ausfälle zu beklagen gehabt und trotzdem ein sehr gutes Spiel gegen Rot-Weiss Essen gemacht. […] Dementsprechend gehe ich davon aus, dass sie angreifen wollen. Sie müssen eine Serie starten, um oben noch einmal richtig ranzukommen. Ich freue mich auf ein gutes Spiel, es ist ein geiler Gegner und eine tolle Mannschaft mit wirklich tollen Einzelspielern.“
Angesprochen auf den zu erwartenden Ballbesitzvorteil für die Gäste (49,6 % zu 46,8 %) entgegnet Schultz: „Ballbesitz ist mittlerweile ein Faktor, den du vernachlässigen kannst. Ich spreche immer gerne von Kontrolle, und die kann man auch haben, wenn man den Ball nicht hat. Das wird für uns wichtig sein, die Stärken und vor allem die individuellen Stärken, die sie auf den Platz bringen können, nicht aufkommen zu lassen.“
TV und Liveticker
Der Pay-TV-Sender MagentaSport überträgt die Partie ab 16:15 Uhr live. Zudem meldet sich wie gewohnt kurz vor Spielbeginn auch das Liveradio presented by Fuchs Group unter vfl.de/liveradio. Darüber hinaus ist das Spiel im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar.
Henning und Meißner als Partycrasher: VfL feiert klaren Auswärtssieg im Tivoli
Zum Rückrundenauftakt trat der VfL Osnabrück am Samstagnachmittag beim TSV Alemannia Aachen an. Beim Jubiläumsspiel der Gastgeber zeigte sich Bryan Henning bereits früh in der Partie in Torlaune und setzte somit den Grundstein für den ersten Auswärtssieg im neuen Jahr. Der Spielbericht.
In der Startelf des VfL schickte Cheftrainer Timo Schultz einige neue Namen im Vergleich zum letzten Ligaspiel von Beginn an auf den Rasen. Neben Neuzugang Julian Kania, der sein Pflichtspieldebüt für die Lila-Weißen feierte, standen auch Frederik Christensen, Yigit Karademir und Bryan Henning neu in der Anfangsformation. Bei den Gastgebern brachte Trainer Mersad Selimbegovic neben Neuzugang Petros Bagalianis vier weitere neue Spieler von Beginn an, die beim 125-jährigen Vereinsjubiläum für den dritten Heimsieg der Saison sorgen sollten.
Eine lange Abtastphase gab es am Samstagnachmittag im Aachener Tivoli vor über 24.000 Zuschauern nicht. Bereits nach drei Minuten kamen die Gastgeber erstmals gefährlich vor das Osnabrücker Tor. Nach einem Fehlpass im Aufbauspiel von Torwart Lukas Jonsson kam der Topscorer der Aachener, Lars Gindorf, aus spitzem Winkel zum Abschluss im Strafraum. Der Schwede konnte seinen Fehler jedoch direkt mit einer starken Parade egalisieren (3‘). Auch der Nachschuss von Danilo Wiebe sorgte kurzzeitig für Unruhe, doch Osnabrück überstand diese Aktion unbeschadet – und schlug dann selbst eiskalt zu.
In der 7. Minute nutzte der VfL seine erste echte Offensivaktion direkt zur Führung. Robin Meißner setzte sich auf der rechten Seite energisch durch und brachte den Ball scharf von der Grundlinie in den Strafraum. Dort lauerte Bryan Henning, der die Hereingabe aus halbrechter Position per Direktabnahme im langen Eck versenkte und somit seinen ersten Saisontreffer erzielte (7‘). In der Folge übernahmen die Osnabrücker immer mehr Spielkontrolle und blieben vor allem über Umschaltmomente gefährlich. So traf Meißner aus ganz ähnlicher Position, aus der er den Führungstreffer vorlegte, wenige Augenblicke später das Außennetz (13‘). Aber auch die Aachener kamen weiterhin zu Abschlüssen, nutzten diese, wie in der 23. Minute, als Mika Schroers frei vor Lukas Jonsson zum Abschluss kam, auch dank starker Paraden des Schweden nicht (23‘).
Kurz vor der Pause setzte der VfL den nächsten Nadelstich. In der 40. Minute war es erneut Meißner, der diesmal auf der linken Seite Tempo aufnahm, bis zur Grundlinie durchzog und halbhoch in die Mitte flankte. Dort stand wieder Bryan Henning goldrichtig und drückte den Ball am ersten Pfosten ins kurze Eck zum 2:0 über die Linie (40‘). Damit feierte der 30-Jährige seinen ersten Doppelpack für den VfL. Fast wäre sogar noch das dritte VfL-Tor vor der Pause gefallen, doch Aachens Joel da Silva Kiala klärte einen Abschluss von Frederik Christensen spektakulär auf der Linie (45.+1‘).
Nach dem Seitenwechsel kamen beide Mannschaften unverändert aus den Kabinen. Die Gastgeber übernahmen mehr Ballbesitz und versuchten, Osnabrück tief in die eigene Hälfte zu drücken. Doch die Lila-Weißen standen wie in dieser Spielzeit gewohnt kompakt und setzten immer wieder gefährliche Konter. Der eingewechselte Tony Lesueur brachte nach gut einer Stunde frischen Schwung ins Umschaltspiel der Lila-Weißen.
Im etwas veränderten System der Lila-Weißen agierte Robin Meißner hinter der Sturmspitze und fühlte sich in dieser Position sichtlich wohl. In der 77. Minute hätte der 26-Jährige bereits alles klar machen können, als er nach einem Konter frei vor Olschowsky zum Lupfer ansetzte, der Aachener Keeper reagierte jedoch stark und parierte dank seines ausgestreckten linken Arms (77‘). Und auch Tony Lesueur hatte wenig später Pech, als ein Abschluss aus spitzem Winkel noch auf der Linie geklärt wurde (86‘). Auch die Alemannia kam in der zweiten Hälfte zwar vermehrt vor das Osnabrücker Tor, setzten das Spielgerät aber häufig über oder neben das Tor. Historisch wurde es im Aachener Tivoli aus Sicht des VfL in der 81. Spielminute. Denn mit der Einwechslung von Robert Tesche avancierte dieser zum zweitältesten Spieler der VfL Geschichte.
Dabei durfte der Routinier wenig später die endgültige Entscheidung in der 89. Minute feiern. Nach einem langen Ball von Bjarke Jacobsen setzte sich erneut Robin Meißner durch, legte sich die Kugel clever in die Mitte, schloss überlegt mit dem rechten Fuß ins linke Eck ab und konnte somit vor den rund 2.400 mitgereisten Osnabrücker Fans jubeln (89‘). Damit feierte die Leihgabe von Dynamo Dresden seine dritte Torbeteiligung im Spiel und setzte damit den Schlusspunkt der Partie. Mit dem sechsten Auswärtssieg der Saison grüßen die Lila-Weißen in der Auswärtstabelle nun von der Tabellenspitze. Von dieser ist man in der regulären Rangliste mit 35 Punkten nur drei Punkte entfernt.
Cheftrainer Timo Schultz zeigte sich nach Spielende am Mikrofon von Magenta Sport dank des Sieges sichtlich entspannt, hätte sich aber eine noch bessere Chancenverwertung seiner Mannschaft gewünscht: „Die ersten fünf, sechs Minuten haben wir die Aachener eingeladen, da waren wir nicht mutig genug. […] Hinten raus hätte ich mir, das hört sich doof an, aber ein bisschen mehr Arroganz von meiner Mannschaft gewünscht und das Ding schon früher zum 3:0 auszuspielen.“
Eine ähnliche Leistung würde der 48-Jährige dann sicherlich auch am nächsten Sonntag sehen, wenn man an der heimischen Bremer Brücke den TSV 1860 München empfängt (Anpfiff: 16:30 Uhr). Genau wie schon im Aachener Tivoli, in dem die mitgereisten VfL-Anhänger über 90 Minuten lang ihre Mannschaft lautstark unterstützten, werden die Lila-Weißen dann auch an der Bremer Brücke erneut sensationell supportet werden. Bereits über 14.000 Karten wurden für das erste Heimspiel im neuen Jahr verkauft. Wer also ebenfalls mit dabei sein möchte, sollte sich schnell seinen Platz im Online-Ticketshop sichern.
Tore:
0:1 (Henning 7‘), 0:2 (Henning 40‘), 0:3 (Meißner 89‘)
Aufstellungen:
TSV Alemannia Aachen:
Olschowsky – Scepanik, da Silva Kiala, Bagalianis, Wegmann (Wriedt 81‘) – Wiebe (Wagner 71‘), Ademi, Loune (Castelle 71‘) Schroers (Winter 86‘), Gindorf – Elekwa (Gaudino 71‘)
VfL Osnabrück:
Jonsson – Karademir, Müller, Wiemann – Kammerbauer, Jacobsen, Henning (Tesche 81‘), Christensen (Pröger 89‘), Kehl (Badjie 81‘) – Kania (Lesueur 62‘), Meißner (Riesselmann 89‘)
Rückrundenstart im Tivoli: VfL Osnabrück zu Gast bei Alemannia Aachen
Zum Auftakt der Rückrunde reist der VfL Osnabrück am Samstagnachmittag zum TSV Alemannia Aachen. Anstoß im Tivoli ist um 16:30 Uhr. Die Lila-Weißen treffen dabei auf einen Gegner, der sich seit dem Saisonbeginn sowohl personell als auch strukturell deutlich verändert hat. Der Vorbericht.
Der Gegner
Beim ersten Pflichtspielgegner des VfL Osnabrück hat sich seit dem letzten Aufeinandertreffen – dem torlosen Unentschieden am 2. August 2025 – personell viel getan. Sechs der insgesamt 13 Sommertransfers der Schwarz-Gelben stießen erst nach dem Auftaktspiel der Saison zum Kader hinzu. Darunter befinden sich auch die Leistungsträger Lars Gindorf (Leihe von Hannover 96), Mika Schroers (Leihe von Arminia Bielefeld) und Marius Wegmann (SV Wehen Wiesbaden).
Zudem musste Benedetto Muzzicato, der im Sommer das Traineramt bei der Alemannia übernommen hatte, nach nur zwei Siegen aus den ersten elf Spielen bereits wieder gehen. Seit Anfang November steht Mersad Selimbegović an der Seitenlinie des TSV. Der 43-Jährige bringt Erfahrung aus 150 Partien in der 2. Bundesliga mit, die er während seiner Amtszeiten beim SSV Jahn Regensburg und beim F.C. Hansa Rostock sammelte. Zuletzt war der Bosnier in der Saison 2024/25 beim nur wenige Kilometer von Aachen entfernten belgischen Zweitligisten KAS Eupen tätig.
Mit der Alemannia feierte Selimbegović bei seinem Debüt direkt den ersten Sieg gegen den VfB Stuttgart II. In der Folge kamen lediglich zwei Unentschieden gegen Hansa Rostock (2:2) und den TSV Havelse (1:1) hinzu, außerdem musste er drei Niederlagen hinnehmen.
Mit 21 Punkten überwinterten die Schwarz-Gelben somit auf Rang 17 und damit auf dem ersten Abstiegsplatz der 3. Liga. Um den drohenden Gang in die Viertklassigkeit zu verhindern, war der Verein bereits im Winter auf dem Transfermarkt aktiv. Den ersten Neuzugang präsentierte man dabei auf der neu geschaffenen Position des Kaderplaners. Der ehemalige Alemannia-Mittelfeldspieler Sérgio Pinto soll fortan eine aktive Rolle in der Transferplanung des TSV übernehmen.
Nach seiner aktiven Karriere, in der er von 2004 bis 2007 insgesamt 101 Pflichtspiele für die Aachener absolvierte und Teil der Aufstiegs- und Europapokalmannschaft war, arbeitete der heute 45-Jährige zunächst als Scout bei Fortuna Düsseldorf und Eintracht Frankfurt. 2018 wurde Pinto Chefscout und später Kaderplaner bei der SpVgg Greuther Fürth. In dieser Zeit arbeitete er auch mit Rachid Azzouzi zusammen, der ihn nun als aktueller Geschäftsführer der Alemannia nach Aachen holte.
Mit den beiden Griechen Petros Bagalianis und Fotis Pseftis stellte der TSV in der laufenden Transferphase bereits zwei Neuzugänge vor. Während es für Innenverteidiger Bagalianis, der ablösefrei vom griechischen Erstligisten AE Larisa kommt, die erste Auslandsstation seiner Karriere ist, war Pseftis bereits in der Jugend für den AC Mailand aktiv. Der vom Schweizer Erstligisten ausgeliehene 22-Jährige komplettiert das Torhüterteam um Jan Olschowsky und Tom Hendriks.
Bereits zum 48. Mal trifft der VfL Osnabrück in einem Pflichtspiel auf den TSV Alemannia Aachen. Gegen keinen anderen Verein aus der aktuellen 3. Liga spielten die Lila-Weißen häufiger. Zwar fielen in den Duellen durchschnittlich 2,6 Tore pro Partie, in 24 Begegnungen blieb jedoch mindestens eine Mannschaft ohne eigenen Treffer.
Im Aachener Tivoli konnte der VfL bislang erst drei Siege feiern – alle endeten mit einem knappen 1:0-Auswärtserfolg. Zuletzt gelang dies im November 2012, als Andreas Glockner in der 79. Minute eine Flanke zum Treffer des Tages verwertete.
Die Ausgangslage
Zur Rückrundenvorbereitung schlug die Alemannia Anfang des Jahres ein Trainingslager im türkischen Belek auf. Dort traf die Mannschaft von Mersad Selimbegović in zwei Testspielen auf den FC Carl-Zeiss Jena und den VfL Bochum. Während man gegen den aktuellen Tabellenzweiten der Regionalliga Nordost einen ungefährdeten 3:0-Sieg einfuhr, musste man gegen den Zweitligisten eine knappe 1:2-Niederlage hinnehmen. Offensiv ruhen viele Hoffnungen auf Lars Gindorf. Der Mittelfeldspieler ist mit 15 Torbeteiligungen (12 Tore und drei Vorlagen) nicht nur der beste Torschütze der Aachener, sondern auch einer der torgefährlichsten Akteure der 3. Liga. Einzig Berkan Taz (17) und Tolcay Cigerci (20) können noch mehr Torbeteiligungen vorweisen. Auffällig ist dabei der hohe Anteil an Elfmetertoren: Acht Strafstöße erhielt die Alemannia bislang, sieben davon verwandelte Gindorf selbst. Mehr als ein Drittel der insgesamt 28 Aachener Saisontore fiel somit vom Punkt.
Aus dem Spiel heraus offenbaren sich dagegen Schwächen. Mit erst einem Kopfballtor, den wenigsten Torschüssen aus Kopfbällen (26) sowie den wenigsten Flanken (196) der Liga zeigen, dass die Offensivgefahr noch Steigerungspotenzial besitzt. Topwerte weist die Alemannia dagegen in den Laufwerten auf, wo man mit 2243,9 zurückgelegten Kilometern ligaweit den drittbesten Wert aufweist. Da die Aachner am 16. Dezember des vergangenen Jahres ihr 125-jähriges Bestehen feierten, wird die Partie am Samstag als Jubiläumsspiel inklusive Fanmarsch und Choreografie zelebriert. Dabei durften die Aachner Fans im vergangenen Jahr nicht häufig im Tivoli jubeln. Mit nur acht Toren und daraus resultierenden zwei Siegen ist man die zweitschlechteste Heimmannschaft der Liga.
An dieser Negativstatistik möchte der VfL Osnabrück am Samstag nichts ändern und ganz im Gegenteil als Partycrasher auftreten. Dabei mithelfen soll auch Mittelstürmer Julian Kania, den man leihweise vom Zweitligisten Arminia Bielefeld verpflichtet hat. Seinen ersten Auftritt feierte Osnabrück neue Nummer Neun bereits am vergangenen Samstag im Testspiel gegen den FC Schalke 04. Zwar verloren die Lila-Weißen die Partie im Gelsenkirchener Parkstadion mit 0:2, dennoch hinterließ der 24-jährige in der Doppelspitze neben Robin Meißner einen positiven Eindruck. Ebenfalls positiv gestaltete der VfL das zweite Testspiel der Vorbereitung einen Tag zuvor gegen den SC Rot-Weiß Oberhausen. Mit 5:2 besiegte man auf dem Trainingsgelände am Schinkelberg den Tabellendritten der Regionalliga West. Einen ähnlichen Auftritt würde Cheftrainer Timo Schultz dann gerne auch am Samstagnachmittag sehen. Schließlich möchte der 48-Jährige bei seinem Debüt im neuen Tivoli seine persönliche Bilanz gegen Trainerkollegen Mersad Selimbegović (3 Siege, 2 Niederlagen) ausbauen.
Das Personal
Ähnlich wie bereits im Hinspiel ist das Lazarett bei den Aachener groß. Mit Fabio Torsiello (Reha nach Knie-OP), Jeremias Lorch (Knieverletzung), Lamar Yarbrough (Wadenverletzung), Florian Heister (Wadenverletzung), Mika Hanraths (Trainingsrückstand), Ginaluca Gaudino (Trainingsrückstand nach Erkältung) und Felix Meyer (Gelbsperre) sieben Spieler für das Heimspiel aus.
Auf der Gegenseite musste Cheftrainer Timo Schultz unter der Woche unter anderem auf Robin Fabinski und Fridolin Wagner verzichten. Während ein Einsatz von Fabinski fraglich bleibt, fällt Wagner für den Rückrundenstart definitiv aufgrund seiner Gelbsperre aus.
Stimmen zum Spiel
VfL-Cheftrainer Timo Schultz hob im Spieltagsinterview ebenfalls die Veränderung des Aachener Kaders im Vergleich zum ersten Spieltag der Saison hervor: „Das Hinspiel war ein sehr zäher Saisonauftakt von beiden Mannschaften. Während wir dann in den nächsten Wochen sehr gut in Tritt gekommen sind und uns wirklich gut entwickelt haben, hat bei der Alemannia die Findungsphase etwas länger gedauert. Sie haben schon einen Trainerwechsel hinter sich und hatten einige Verletzte. Ich glaube jetzt sind sie sich mit der Verpflichtung von Rachid Azzouzi und Mersad Selimbegović ins ruhige Fahrwasser gekommen. Also ist das Spiel auf dem Tivoli jetzt nicht mehr mit dem am ersten Spieltag zu vergleichen.“
Angesprochen auf Neuzugang Julian Kania freut sich der 48-Jährige über eine neue drittligaerfahrende Option in der Offensive. „Wir haben uns dazu entschieden, Julian dazuzunehmen, um vorne in der Spitze noch eine Option mehr zu haben. Er hat in der 3. Liga schon bewiesen, dass er Tore schießen kann. Dementsprechend haben wir genug Alternativen und ich habe viele Möglichkeiten. Die Jungs geben alle Gas im Training und das ist das, was man sich als Trainer wünscht.“
Aachen-Coach Mersad Selimbegović fand in der Pressekonferenz vor dem Spiel lobende Worte für den kommenden Gegner. „Der VfL ist eine sehr körperlich spielende, disziplinierte, klar und gut strukturierte Mannschaft. Sie haben sich in der Hinrunde gut entwickelt und es ist sehr unangenehm, gegen sie zu spielen. Wir sind darauf vorbereitet und haben auch ein paar Dinge verbessert. Damit müssen sie dann zurechtkommen. Aber es ist wichtig, wie du ins Spiel startest, und dann brauchst du auch diese kleinen Momente, die zuletzt leider nicht auf unserer Seite waren. […] Aber klar ist: Die Osnabrücker Mannschaft steht zurecht da, wo sie steht, und sie ist in der Lage, jedem richtig wehzutun.“
TV und Liveticker
Der Pay-TV Sender Magenta Sport überträgt die Partie ab 16:15 Uhr live. Zudem meldet sich wie gewohnt kurz vor Spielbeginn auch das Liveradio presented by Fuchs Group unter vfl.de/liveradio. Ansonsten ist das Spiel auch im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar.
VfL unterliegt trotz ordentlicher Leistung beim S04
Am Samstagnachmittag musste der VfL Osnabrück im kurzfristig umverlegten Testspiel gegen den FC Schalke 04 eine 0:2-Niederlage hinnehmen. Trotz eines generell guten Auftritts der Lila-Weißen setzten sich die klassenhöheren Königsblauen am Ende dank einer effizienteren Chancenverwertung durch. Der Spielbericht.
Von Beginn an liefen die Lila-Weißen die Gastgeber vorne hoch und setzten die Schalker so früh unter Druck. Während die Königsblauen um Spielkontrolle bemüht waren, stand der VfL defensiv stabil und ließ aus dem Spiel heraus kaum etwas zu. Zwei Schalker Eckbälle sorgten in der Anfangsphase kurzzeitig für Gefahr, konnten aber von der Osnabrücker Defensive geklärt werden.
Mit zunehmender Spieldauer arbeitete sich der VfL besser in die Partie. Nach gut einer halben Stunde verzeichneten die Osnabrücker ihre erste klare Torchance, als Robin Meißner frei auf den Schalker Keeper Loris Karius zulief, gegen diesen im Eins-gegen-eins jedoch scheiterte (35‘). Kurz darauf setzte sich Julian Kania gegen Kurucay durch und spielte flach in den Fünfmeterraum, wo Patrick Kammerbauer den Ball nur knapp verpasste (42‘).
Auch nach Standards wurde der VfL gefährlich. Nach einer scharf getretenen Ecke zwang Robin Meißner mit seinem Abschluss aus rund 15 Metern Karius in der kurzen Ecke zu einer Glanzparade (43‘). Den Schlusspunkt der ersten Halbzeit setzten die Schalker durch Gomis, der am Sechzehnerrand aus der Drehung knapp am rechten Pfosten vorbeischoss (45‘). So ging es nach einer engagierten und ausgeglichenen ersten Hälfte ohne Treffer in die Pause.
Mit dem Wiederanpfiff brachte VfL-Cheftrainer Timo Schultz mit Theo Janotta und Ismail Badjie zwei frische Kräfte in die Partie. Letzterer stand nur wenige Sekunden später direkt im Mittelpunkt, als er auf der linken Außenbahn gleich mehrere Gegenspieler ausstiegen ließ, mit seiner scharfen Hereingabe in den Fünfmeterraum allerdings keinen Mitspieler fand (47‘). Kurz darauf meldete sich Schalke in Person des eingewechselten Moussa Sylla erstmals zwingend bei VfL-Keeper Niklas Sauter an. Der Osnabrücker setzte sich im Duell mit dem Offensivspieler jedoch stark durch und parierte dessen Abschluss (52‘).
Mit zunehmender Spielzeit kippte die Partie jedoch mehr und mehr zugunsten der „Knappen“. Und in der 61. Minute fiel schließlich die Führung für Schalke. Nach einer abgewehrten Hereingabe fiel dem auffälligen Sylla der Ball rund 30 Meter vor dem Tor vor die Füße. Gedankenschnell zog dieser volley auf das Tor ab und traf sehenswert gut platziert ins rechte Eck (61‘). Daraufhin bleiben die Schalker am Drücker. In der 64. Minute lupfte Amin Younes einen Ball in den Strafraum, Jannik Müller kam noch mit dem Kopf dazwischen, doch erneut lauerte Sylla. Seinen direkten Abschluss konnte Sauter diesmal jedoch ohne Probleme entschärfen (64‘). Drei Minuten später hatte dann Christian Gomis das 2:0 auf dem Fuß, als er nach einem Zuspiel von Younes aus spitzem Winkel abschloss und den Außenpfosten traf (67‘).
Wenige Augenblicke später lag das Spielgerät dann zum zweiten Mal des Tages im Osnabrücker Kasten. Nach einer unübersichtlichen Situation im Osnabrücker Strafraum, fiel der Ball im Zweikampf Jannik Müller auf den Arm, wodurch Schiedsrichter Lukas Benen einen Regelverstoß erkannte und auf den Punkt zeigte. Amin Younes schnappte sich schließlich den Ball und verwandelte den fälligen Strafstoß sicher ins untere rechte Eck (68‘). In der Schlussphase dominierte Schalke zwar weiterhin das Geschehen, klare Torchancen blieben jedoch aus. Die letzte nennenswerte Aktion gehörte noch einmal den Schalkern, als Ayhan Sylla steil schickte, Sauter jedoch erneut im kurzen Eck zur Stelle war (75‘).
So blieb es am Ende beim 0:2 aus Sicht des VfL. Cheftrainer Timo Schultz war trotz der Niederlage am Ende zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: „Es war, glaube ich, ein Stück weit das zu erwartende Spiel. In der ersten Halbzeit haben beide Mannschaften wenig zugelassen. Gegen Ende hatten wir sogar die zwei, drei besseren Chancen, die wir leider nicht verwerten konnten. In der zweiten Halbzeit konnte man dann schon sehen, dass wir auf zwei Spitzen umgestellt haben und dass das System noch nicht ganz so sitzt, sowohl defensiv als auch offensiv. Aber das ist auch vollkommen normal. Ich erwarte auch gar nicht, dass das klappt, aber zumindest, dass wir versuchen, es umzusetzen, und das war da.“
In einer Woche, am Samstag, den 17. Januar, reisen die Lila-Weißen zum Rückrundenstart der 3. Liga zum TSV Alemannia Aachen (Anpfiff: 16:30 Uhr). Gegen den Tabellensiebzehnten will der VfL dann die positiven Ansätze aus den beiden Testspielen fortführen und die ersten drei Punkte im neuen Jahr einfahren.
Tore:
0:1 (Sylla 61‘), 0:2 (HE Younes 68‘)
Aufstellungen:
VfL Osnabrück:
Sauter – Karademir (Janotta 46‘), Müller, Fabinski – Christensen (Badjie 46‘), Jacobsen (Tesche 89‘), Henning (Wiethaup 69‘), Kammerbauer – Kopacz (Lesueur 69‘), Meißner, Kania (Kehl 69‘)
FC Schalke 04:
Karius (Podlech 71‘) – Kurucay (Matriciani 46, Dietrich 50‘), Katic (Leonard 46‘), T. Becker (Khadr 62‘) – V. Becker (Porath 46‘), Schallenberg (Sanchez 46‘), El-Faouzi (Sanchez 46‘), Gantenbein (Pöpperl 34‘, Zalazar 46‘) – Karaman (Younes 46‘), Gomis (Tchibara 71‘), Wallentowitz (Sylla 46‘)
VfL setzt sich torreich gegen Oberhausen durch
Der VfL Osnabrück hat sich am Freitagnachmittag im Testspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen mit 5:2 durchgesetzt. Nach einer frühen Führung und einer zwischenzeitlichen Aufholjagd der Gäste sorgten die Lila-Weißen in der zweiten Halbzeit für klare Verhältnisse. Der Spielbericht.
In seiner Startaufstellung setzte Cheftrainer Timo Schultz vorwiegend auf Spieler, die zuletzt weniger Spielzeit bekamen. So hütete beispielsweise Mats Remberg das Tor des VfL. In der Innenverteidigung kam zudem Ibrahim Touray zum Einsatz, der zurzeit an den Regionalligisten SSV Jeddeloh II verliehen ist. Da die Regionalliga Nord jedoch erst später wieder in den Ligabetrieb startet, nutzten Verein und Spieler die Chance, ihm schon jetzt Spielpraxis zu gewähren.
Der VfL startete aktiv in die Begegnung und setzte früh offensive Akzente. Nach acht Minuten belohnte sich die Mannschaft erstmals: Nach einem schnellen Angriff traf Riesselmann zur Führung (8‘). Dabei profitierte der Mittelstürmer davon, dass sich RWO-Torwart Kratzsch beim Herausgehen verschätzte und seinen Mitspieler umräumte. Allein vor dem Tor musste das VfL-Eigengewächs den Ball dann nur noch in das leere Tor schieben. Auch in der Folge blieb der VfL tonangebend und erhöhte in der 15. Minute erneut. Gut 20 Meter vor dem Tor fiel Kevin Wiethaup der Ball vor die Füße und setzte diesen platziert ins linke Eck (15‘).
In der Mitte der ersten Halbzeit musste der VfL verletzungsbedingt wechseln: Ihorst verließ angeschlagen den Platz, wodurch U19-Spieler Luca Kröger früh zu seinem Einsatz kam (37‘). Kurz darauf nutzten die Gäste zwei Standardsituationen zur Ergebniskorrektur. Zunächst köpfte Niemeyer nach einer Ecke zum Anschlusstreffer ein, (34‘) wenig später verwandelte Polikov einen Foulelfmeter sicher zum 2:2-Halbzeitstand (38‘).
Zur zweiten Halbzeit brachten die Gäste aus Oberhausen gleich vier frische Kräfte ins Spiel. Auf Seiten des VfL kam mit Bryan Henning nur ein Akteur neu in die Partie. Für ihn durfte Yigit Karademir in der warmen Kabine bleiben. Nach dem Seitenwechsel fand der VfL schnell wieder Zugriff auf das Spiel. Bereits in der 49. Minute brachte Kehl die Lila-Weißen per Kopf nach einer Flanke von Bryan Henning erneut in Führung (49‘). Nur wenige Minuten später legte Henning dann selbst als Torschütze nach. Nach einem Tempovorstoß von Tony Lesueur über die linke Seite, ließ Lars Kehl erst für Luca Kröger durch, der wiederum eben jenen Henning bediente. Im Strafraum schloss dieser präzise ins lange Eck zum 4:2 ab (57‘).
In der Schlussphase kontrollierte der VfL das Geschehen und setzte defensiv wie offensiv die entscheidenden Akzente. Kurz vor dem Abpfiff sorgte Niklas Wiemann für den Schlusspunkt. Nach einer Ecke von Kevin Schumacher stieg der Innenverteidiger am zweiten Pfosten am höchsten und köpfte zum 5:2-Endstand ein (90‘).
Der Treffer des Innenverteidigers markierte letztendlich auch den Schlusspunkt des Testspiels. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und fünf Treffern entschied der VfL das Duell mit Rot-Weiß Oberhausen am Ende deutlich für sich. Auch Cheftrainer Timo Schultz war nach dem Spiel zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, auch wenn er mit den zwei Gegentoren haderte: „Ich kann mich noch an Spiele gegen Regionalligisten in der Sommervorbereitung erinnern, da sieht man schon, dass wir als Mannschaft uns entwickelt haben und deutlich besser und stabiler geworden sind. Die zwei Gegentore ärgern mich, das eine war in Unterzahl nach einer Ecke, das andere war ein unnötiger Elfmeter.“
Bereits morgen darf sich der 48-Jährige dann auf das zweite Testspiel an diesem Wochenende freuen. Dann wird der FC Schalke 04 im Stadion an der Bremer Brücke zu Gast sein (Anpfiff: 14:00 Uhr). Gegen die defensivstarken Königsblauen wollen die Lila-Weißen dann erneut ein Erfolgserlebnis einfahren.
Tore:
1:0 (Riesselmann 8‘), 2:0 (Wiethaup 15‘), 2:1 (Niemeyer 34‘), 2:2 (FE Polikov 38‘), 3:2 (Kehl 49‘), 4:2 (Henning 57‘), 5:2 (Wiemann 90‘)
Aufstellungen:
VfL Osnabrück:
Remberg – Schumacher, Wiemann, Touray, Karademir (Henning 46‘), Lesueur (Alexandre 76‘) – Tesche, Wiethaup, Kehl (Kopacz 76‘) – Riesselmann, Ihorst (Kröger 37‘)
SC Rot-Weiß Oberhausen:
Kratzsch – Demirarslan, Mühling, Stoppelkamp, Klaß, Hong, Nyuydine, El Amrani, Poliakov, Aourir, Niemeyer
VfL erwartet Topgegner zur Generalprobe vor Rückrundenstart
Nach intensiven Trainingstagen stehen für den VfL Osnabrück mit den Testspielen gegen Rot-Weiß Oberhausen und den FC Schalke 04 zwei Topgegner aus ihren jeweiligen Ligen bevor. Der Vorbericht.
Im zweiten Testspiel des Wochenendes treffen die Lila-Weißen am Samstag auf den FC Schalke 04 (Anpfiff: 14:00 Uhr). Dabei reisen die „Knappen“ als Herbstmeister der 2. Bundesliga ins Stadion an der Bremer Brücke. Mit zwölf Siegen und einem Unentschieden aus 17 Spielen führt der FC Schalke 04 die Tabelle der 2. Bundesliga mit 37 Punkten an. Der Vorsprung auf den SV Elversberg beträgt dabei drei Zähler.
Unter Cheftrainer Miron Muslic, der im Sommer vom englischen Zweitligisten Plymouth Argyle ins Ruhrgebiet wechselte, entwickelten sich die Blau-Weißen zu einer defensiv äußerst stabilen Mannschaft. Mit lediglich zehn Gegentoren stellt Schalke aktuell die beste Defensive im deutschen Profifußball. Zwischen den Pfosten steht seit rund einem Jahr Loris Karius, der ebenso wie VfL-Keeper Lukas Jonsson in der Hinrunde bereits neunmal ohne Gegentor blieb. Im Sommer verstärkte sich der S04 unter anderem mit Soudiane El-Faouzi (Alemannia Aachen), Nikola Katic (FC Zürich) sowie Timo Becker und Finn Porath (beide Holstein Kiel).
Offensiv prägen Kenan Karaman und Moussa Sylla das Spiel der Knappen. Karaman kommt bislang auf sechs Treffer, Sylla auf vier Tore. Gemeinsam waren sie damit für fast die Hälfte der insgesamt 22 Schalker Saisontore verantwortlich. Besonders auffällig ist die frühe Torgefahr der Gäste: Neun Treffer erzielte der S04 bereits in der ersten halben Stunde, was den Spitzenwert der Liga darstellt.
Lange warten auf einen Treffer gegen den S04 muss dagegen der VfL Osnabrück, so blieben die Lila-Weißen in den letzten fünf Duellen mit den „Knappen“ sieg- und torlos. Der letzte lila-weiße Erfolg geht somit auf den 17. Mai 1990 zurück, als Dirk Gellrich per Doppelpack und Christian Neidhardt die Osnabrücker Tore beim 3:1-Heimsieg erzielten.
In dieser Saison bereits gegen den S04 angetreten ist Julian Kania. Der Angreifer, der Ende Dezember als Leihneuzugang vorgestellt wurde, stand mit Arminia Bielefeld Anfang Oktober gegen Schalke auf dem Platz und musste dabei eine 1:2-Heimniederlage hinnehmen. Der 24-Jährige freut sich bereits auf das Spiel gegen den Zweitligisten und seinen ersten Auftritt für den VfL: „Ich glaube, gegen Schalke ist es immer sehr cool zu spielen. Und es ist ein sehr guter Test, um dann eine Woche später wieder reinzustarten.“
Ebenfalls auf das Duell mit dem Traditionsverein freuen wird sich sicherlich Niklas Wiemann, der in der Jugend insgesamt drei Jahre für die Königsblauen auflief und auf insgesamt 101 Partien für die U17, U19 und die Zweitvertretung zurückblickt. Dass die Vorfreude auf den namhaften Gegner auch bei den Fans groß ist, zeigt die Tatsache, dass bereits über 9.500 Karten für das Testspiel verkauft wurden.
So sind nur noch vereinzelt Tickets im Sitzplatzbereich verfügbar. Aber auch die Stehplatztribünen auf der Dieckmann-Westkurve sowie die Ostkurve und der Affenfelsen werden am Samstag geöffnet. Wer sich noch keine Karte gesichert hat, kann dies im Online-Ticketshop oder im Fanshop an der Bremer Brücke tun. Darüber hinaus wird auch die Partie am Samstag kostenlos im Livestream, präsentiert von Rad-Sport Schriewer, auf dem YouTube-Kanal des VfL übertragen.
VfL erwartet Topgegner zur Generalprobe vor Rückrundenstart
Nach intensiven Trainingstagen stehen für den VfL Osnabrück mit den Testspielen gegen Rot-Weiß Oberhausen und den FC Schalke 04 zwei Topgegner aus ihren jeweiligen Ligen bevor. Der Vorbericht.
Mit dem Sportclub Rot-Weiß Oberhausen treffen die Lila-Weißen am Freitagmittag auf den aktuellen Tabellendritten der stark besetzten Regionalliga West (Anpfiff: 14:00 Uhr). Die begehrte Tabellenspitze, die den direkten Aufstieg in die 3. Liga bedeuten würde, ist mit drei Punkten Abstand ebenfalls in Reichweite. Entsprechend will sich Oberhausen optimal auf die zweite Saisonhälfte vorbereiten, um die Rückkehr in den Profifußball perfekt zu machen. Zuletzt spielte der Traditionsklub in der Saison 2011/12 drittklassig.
In jener Spielzeit kam es auch zu den bislang letzten Pflichtspielduellen zwischen dem RWO und dem VfL Osnabrück. Sowohl in der Hin- als auch in der Rückrunde trennten sich beide Teams jeweils mit einem 1:1-Unentschieden. Insgesamt standen sich beide Vereine bislang 27-mal gegenüber. Oberhausen gewann zehn Partien, der VfL ging achtmal als Sieger vom Platz, neun Begegnungen endeten remis.
Zu den prägenden Akteuren im aktuellen Kader der Rot-Weißen zählen Seok-ju Hong und Eric Gueye. Hong kommt bislang auf sieben Tore und vier Vorlagen, Gueye folgt mit fünf Treffern und vier Assists auf Rang zwei der internen Scorerliste. Auch Moritz Stoppelkamp gehört weiterhin zu den Leistungsträgern. Der 39-Jährige erzielte in dieser Saison fünf Tore in elf Einsätzen und bringt große Erfahrung aus 71 Bundesliga-, 223 Zweitliga- und 124 Drittliga-Spielen mit.
Ein besonderes Wiedersehen gibt es am Freitag für VfL-Torwarttrainer Daniel Davari. Er war bis Juni 2025 als spielender Torwarttrainer in Oberhausen tätig und lief in seiner Karriere 73-mal für den RWO auf. Dabei blieb er 24-mal ohne Gegentor. In den letzten beiden Spielzeiten konzentrierte sich Davari überwiegend auf seine Arbeit als Trainer und kam nur noch einmal für wenige Minuten zum Einsatz. Somit trainierte Davari auch Kevin Kratzsch und Jannis Knoblauch, die auch heute noch zum Kader des Regionalligisten gehören.
Beim VfL kehrte am Mittwoch Torhüter Lukas Jonsson nach einem Infekt auf den Trainingsplatz zurück, trainierte zunächst jedoch individuell. Ein Einsatz am Freitag ist daher noch offen. Cheftrainer Timo Schultz plant allerdings ohnehin, die beiden Testspiele mit unterschiedlichen Mannschaften zu bestreiten, wie er unter der Woche bekanntgab: „Es werden zwei komplett unterschiedliche Mannschaften sein, und ein Großteil der Spieler wird auch die 90 Minuten durchspielen.“ Am Freitag sicher auf dem Platz stehen wird Ibrahim Touray, der aktuell an den SSV Jeddeloh II ausgeliehen ist und die lila-weiße Defensive für das Testspiel unterstützen wird.
Während für den VfL mit der Partie gegen Oberhausen der Start in das Testwochenende erfolgt und in der kommenden Woche bereits das nächste Pflichtspiel ansteht, beginnt für die “Kleeblätter” der Ligabetrieb erst am 24. Januar. Im Anschluss an die Partie reist der RWO zu einem Trainingslager in die Türkei.
Das Testspiel, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, kann dank des von Rad-Sport Schriewer präsentierten Livestreams kostenlos auf dem YouTube-Kanal des VfL Osnabrück verfolgt werden.
Chancenplus reicht nicht: VfL Osnabrück unterliegt VfB Stuttgart II
Im letzten Heimspiel des Jahres musste der VfL Osnabrück eine bittere 1:2-Niederlage gegen die Zweitvertretung des VfB Stuttgart hinnehmen. Trotz eines Chancenplus verpassten es die Lila-Weißen, die Partie zu entscheiden, und blieben in der Defensive zweimal zu inkonsequent. Der Spielbericht.
Zum zweiten Mal in dieser Saison nahm Cheftrainer Timo Schultz in seiner Startaufstellung keine Veränderungen im Vergleich zum vorigen Pflichtspiel vor. Lediglich auf der Bank rotierte der 48-Jährige auf zwei Positionen. So rückten Bernd Riesselmann und Ismail Badjie für Kevin Schumacher und Kevin Wiethaup in den Kader. Auf der Gegenseite schickte Trainer Nico Willig zwei neue Spieler von Beginn an aufs Feld. Mirza Catovic und Michael Glück verdrängten Julian Lüers und Christopher Olivier auf die Auswechselbank. Zudem rückte Yanik Spalt neu in den Kader.
Wie bereits am vergangenen Wochenende in Ulm verzeichnete Tony Lesueur den ersten Torabschluss des Spiels. Dieser blieb diesmal jedoch deutlich ungefährlicher und stellte den Keeper der Gäste, Florian Hellstern, vor keine große Herausforderung (6‘). Ansonsten verlief auch die Anfangsphase an der mit 15.741 Zuschauern ausverkauften Bremer Brücke eher unspektakulär. Der VfB kam erst nach 20 Minuten erstmals gefährlich vor den Kasten von Lukas Jonsson. Mansour Ouro-Tagha zielte aus spitzem Winkel auf das kurze Eck, in dem Jonsson jedoch parat stand und den Ball zum Eckball klären konnte (20‘). Danach nahm die Partie vor allem durch die gestiegene Aktivität der Osnabrücker Offensive Fahrt auf.
So ging David Kopacz einem langen Ball von Robin Fabinski nach und nahm Verteidiger Maximilian Herwerth dank seines energischen Nachsetzens wenige Meter vor dem Tor den Ball ab. Allein vor Keeper Hellstern scheiterte der Pole jedoch am Außenpfosten (24‘). Wenige Augenblicke später setzte auf der Gegenseite Justin Diehl einen Freistoß aus gut 20 Metern knapp rechts neben den Pfosten (25‘).
Für Aufsehen sorgte schließlich Mittelstürmer Robin Meißner, als er eine hohe Hereingabe im Sechzehner elegant mit dem rechten Fuß aus der Drehung herunternahm und direkt mit rechts auf den Kasten der Stuttgarter abzog. Florian Hellstern machte sich groß und parierte mit der Schulter (28‘). Auch per Standard wurden die Lila-Weißen nun gefährlicher. Ein Eckball von Lars Kehl flog punktgenau auf Bjarke Jacobsen, der das Spielgerät per Direktabnahme jedoch neben das Tor setzte (32‘). Ebenfalls knapp am Ziel vorbei ging der Schlenzer von Justin Diehl, der zuvor von Nicolas Sessa bedient worden war (33‘).
Im Netz zappeln durfte die Kugel jedoch in der nächsten Toraktion des VfL. Tony Lesueur zog auf der linken Außenbahn mit dem Ball am Fuß einen Sprint über rund 60 Meter an und brachte anschließend eine punktgenaue Flanke auf David Kopacz, der den Ball per Volley im Tor unterbrachte. Gegen die Laufrichtung geschossen war Torwart Hellstern zwar noch mit den Händen am Ball, konnte diesen aber nicht mehr am Einschlag hindern (36‘). Mit der letzten Aktion der ersten Halbzeit hätten die Osnabrücker die Führung sogar fast auf 2:0 erhöhen können, Robin Meißner scheiterte jedoch daran, den Querpass von David Kopacz am zweiten Pfosten gefährlich aufs Tor zu bringen (45+1).
Zur zweiten Halbzeit kamen die Lila-Weißen unverändert und mit viel Elan aus der Kabine. Nach wenigen Sekunden sprang Lars Kehl im Sechzehner der Ball vor die Füße, und er brachte diesen gedankenschnell auf das Tor. Zu zentral platziert konnte Hellstern jedoch parieren (46‘). In der nächsten Aktion setzte Kehl seinen Mitspieler Meißner per Steckpass schön in Szene, der sich das Spielgerät per Kopf selbst vorlegte und knapp neben den Pfosten schoss (50‘). Trotz der zahlreichen Osnabrücker Chancen fiel wenig später auf der Gegenseite der Treffer.
Nachdem Patrick Kammerbauer einen langen Ball per Kopf zu Jonsson zurückspielen wollte, legte er diesen jedoch unfreiwillig in den Lauf von Leny Meyer. Der musste daraufhin nur noch auf Mansour Ouro-Tagha querlegen, der die Kugel zum Ausgleich über die Linie schob (57‘). Eine weitere Hiobsbotschaft kassierte der VfL in der 62. Minute, als Fridolin Wagner nach einem Zweikampf mit Nicolas Sessa seine fünfte Gelbe Karte sah und somit im kommenden Jahr beim Auswärtsspiel gegen Alemannia Aachen fehlen wird.
Auch nach dem überraschenden Ausgleich des VfB blieben die Osnabrücker die auffälligere Mannschaft. David Kopacz’ Flankenversuch wurde von Samuele Di Benedetto noch gefährlich abgefälscht, sodass Torwart Hellstern eingreifen musste (69‘). Eine Viertelstunde vor Schluss brachte Cheftrainer Timo Schultz mit Bernd Riesselmann und Ismail Badjie zwei frische offensive Kräfte, die bereits kurz darauf für Gefahr im Stuttgarter Strafraum sorgten. So ließ Riesselmann seinen Gegenspieler an der Eckfahne alt aussehen und spielte den Pass in den Rückraum auf Badjie. Dessen Schuss wurde jedoch noch von einem Stuttgarter Defensivspieler geblockt (77‘).
Doch erneut durften die Stuttgarter jubeln. Wie bereits beim ersten Gegentreffer musste Mohamed Sankoh den Ball im Fünfmeterraum nur noch über die Linie schieben. Zuvor hatte Lauri Penna von links die Hereingabe gebracht (83‘).In der Schlussphase warfen die Lila-Weißen erwartungsgemäß alles nach vorne. Doch weder Patrick Kammerbauer (86‘) noch Bernd Riesselmann (90‘) fanden das gewünschte Ziel. Die letzte Chance der Partie hatte Robin Fabinski, der nach einem langen Einwurf im Sechzehner zum Abschluss kam, den Ball jedoch direkt in die Arme von Florian Hellstern setzte (90+1‘).
Letztlich scheiterte der VfL Osnabrück im letzten Heimspiel des Jahres an seiner unzureichenden Chancenverwertung. Somit überwintert der VfL mit 32 Punkten auf dem sechsten Tabellenplatz. Das erste Training im neuen Jahr ist auf den 4. Januar datiert. Dann startet die Vorbereitung auf die Rückrunde und das erste Pflichtspiel gegen den TSV Alemannia Aachen am Samstag, den 17. Januar (Anpfiff: 16:30 Uhr).
Tore:
1:0 (Kopacz 36‘), 1:1 (Ouro-Tagba 57‘), 1:2 (Sankoh 82‘)
Aufstellungen:
VfL Osnabrück:
Jonsson – Fabinski, Müller, Wiemann – Kammerbauer (Henning 86‘), Jacobsen, Wagner (Ihorst 86‘), Lesueur (Pröger 68‘), Kopacz (Riesselmann 76‘), Kehl (Badjie 76‘) – Meißner
VfB Stuttgart II:
Hellstern – Groiß, Glück (Olivier 73‘), Herwerth, Meyer – di Benedetto, Catovic (Spalt 46‘), Penna, Sessa, Diehl (Nankishi 58‘)- Ouro-Tagba (Sankoh 58‘)
VfL will gegen junge Schwaben ein sehr gutes Jahr veredeln
Zum Abschluss der Hinrunde empfängt der VfL Osnabrück am Samstag an der Bremer Brücke die Zweitvertretung des VfB Stuttgart (Anpfiff: 14:00 Uhr). Gegen die Schwaben möchten sich die Lila-Weißen mit einem Sieg verabschieden und somit in der Spitzengruppe der 3. Liga überwintern. Der Vorbericht.
Der Gegner
Mit der Zweitvertretung des VfB Stuttgart ist am Wochenende ein Gründungsmitglied der 3. Liga an der Bremer Brücke zu Gast. Von 2008 bis 2016 hielt man sich in der dritthöchsten deutschen Spielklasse und brachte unter anderem mit Sami Khedira, Bernd Leno oder Antonio Rüdiger immer wieder spätere deutsche Nationalspieler hervor. Nach dem Abstieg in die Regionalliga Südwest rutsche man sogar zeitweise für eine Spielzeit in die fünftklassige Oberliga Baden-Württemberg. Nach dem direkten Wiederaufstieg kehrte man schließlich 2024 in die 3. Liga zurück und konnte sich in der ersten Saison am Ende auf Platz 15 den Klassenerhalt sichern. Nachdem Erfolgstrainer Markus Fiedler im Sommer zum 1. FC Magdeburg gewechselt war, ist seit Juli dieses Jahres Nico Willig als Cheftrainer der Stuttgarter tätig. Der 45-Jährige ist bereits seit fast zehn Jahren vorwiegend als Jugendtrainer im Verein aktiv. Im April 2018 sprang der gebürtige Tübinger allerdings auch als Interimstrainer der ersten Mannschaft ein. Nach zwei Siegen und einem Unentschieden in den letzten vier Saisonspielen erreichte er mit dem VfB noch den Relegationsplatz, scheiterte aber in den zwei Duellen aufgrund der damals noch geltenden Auswärtstorregel gegen den 1. FC Union Berlin (2:2 und 0:0). Daraufhin übernahm er erneut die U19 der Schwaben und spielte mit diesen in der vergangenen Spielzeit auch in der UEFA Youth League. Gegen hochklassige Gegner setze er sich mit den Nachwuchskickern in der Gruppenphase durch und schaffte es bis ins Viertelfinale, wo man jedoch knapp gegen die A-Junioren des FC Barcelona unterlag (1:2).
Dabei war Willig nicht der einzige ehemalige U19-Akteur, der im Sommer den Sprung zu der Zweitvertretung machte. Insgesamt fünf Spieler folgten ihrem Trainer in den Herrenbereich. Aber auch die anderen sechs externen Neuzugänge bestanden aus vorwiegend jungen Nachwuchstalenten. So stellte Abdenego Nankishi mit 22 Jahren den ältesten Neuzugang dar. Allgemein betreut Willig mit einem Durchschnittsalter von 21,7 Jahren den zweitjüngsten Kader der Liga. Zudem stellt man mit Torwart Florian Hellstern den bislang jüngsten eingesetzten Spieler in der aktuellen Saison. 17 Jahre, 9 Monate und 15 Tage jung war Hellstern bei seinem Ligadebüt am ersten Spieltag gegen den MSV Duisburg. Beim kommenden Gegner, dem VfL Osnabrück, spielt dagegen mit Robert Tesche der bislang älteste eingesetzte Spieler in der 3. Liga. Somit kommt es am Samstag in gewisser Hinsicht zu einem Generationsduell.
Die Ausgangslage
Mit 26 Punkten steht der VfB aktuell auf dem 12. Tabellenplatz. Dabei konnten die Schwaben in der bisherigen Saison nie eine richtige Siegesserie aufbauen. Nach zwei Siegen am Stück folgte stets eine Niederlage. Verloren haben die Stuttgarter auch am vergangenen Wochenende. Mit 0:1 musste man sich im Heimspiel gegen Hansa Rostock geschlagen geben. Zuvor spielte man auswärts 1:1-Unentschieden gegen Rot-Weiss Essen und holte einen 2:1-Heimsieg gegen den TSV Havelse. Trotz der durchwachsenen Resultate weist die Mannschaft von Nico Willig in einzelnen Statistiken Topwerte auf. Mit einer Passquote von 85,3% und einem Ballbesitz von 53,3% steht man in der Statistiktabelle jeweils auf dem zweiten Platz. Außerdem zeigt sich der VfB in dieser Saison besonders zweikampfstark. 51,9% der Duelle entschied man für sich, nur der SC Verl und Rot-Weiss Essen weisen noch bessere Werte auf. Dabei kamen die Schwaben nicht immer ohne Verwarnung davon. Mit Samuele Di Benedetto hat man den Spieler mit den meisten gelben Karten (9) in den eigenen Reihen.
In der Offensive des VfB ist man vor allem von drei Spielern abhängig. So waren Mansour Ouro-Tagba (fünf Tore), Mohamed Sankoh (vier Tore und eine Vorlage) und Nicolas Sessa (vier Tore und vier Vorlagen) für mehr als die Hälfte aller Stuttgarter Treffer verantwortlich. Sechsmal traf man dabei bereits vom Elfmeterpunkt. Nur Alemannia Aachen (8) und Energie Cottbus (7) konnten per Strafstoß noch mehr Tore erzielen. In der Defensive dagegen zeigten sich die Rot-Weißen vor allem in der Schlussphase anfällig. Fünf Treffer kassierte man in der Nachspielzeit.
Ebenfalls fünfmal im gegnerischen Netz zappelte der Ball aus Sicht des VfL am vergangenen Spieltag. Beim 5:3 gegen den SSV Ulm fuhr man den fünften Auswärtssieg der Saison ein und sprang somit an die Spitze der Auswärtsstabelle. Besonders an dem Erfolg im Donaustadion war dabei auch die 2:1-Führung des VfL zur Halbzeitpause. Schließlich traf die Mannschaft von Cheftrainer Timo Schultz in den zu vorigen 17 Saisonspielen nur dreimal in den ersten 45 Minuten. Dagegen ist die lila-weiße Offensive nach dem Wiederanpfiff stets torgefährlich. Mit 19 Torerfolgen in den zweiten 45 Minuten stellt man den zweitbesten Wert der Liga dar, nur der SC Verl traf häufiger (24 Tore). So grüßen die Osnabrücker in der Tabelle der zweiten Halbzeit ebenfalls vom ersten Platz. Würden allerdings nur die ersten 45 Minuten auf das Punktekonto einzahlen, stünde man mit 21 Punkten auf Platz 15 mitten im Abstiegskampf. All das ist am Ende aber nur Zahlenspielerei, in der wirklichen Tabelle steht der VfL mit 32 Punkten, drei Zähler hinter dem Spitzenreiter Energie Cottbus, auf dem vierten Rang. Dabei ist die Spitzengruppe nach den Ergebnissen des vergangenen Spieltags noch enger zusammengerückt. Nur fünf Zähler trennen den Tabellenführer von Platz sieben. So wollen sich die Lila-Weißen am Samstag nicht nur mit einem Heimsieg bei der treuen Anhängerschaft in die Winterpause verabschieden, sondern sich auch mit weiteren drei Punkten oben festsetzen.
Das Personal
Bei den Stuttgartern muss Trainer Nico Willig mit Alexander Azevedo (Knieverletzung), Noah Darvich (Oberschenkelverletzung), Nuha Jatta (Oberschenkelverletzung), Jordan Majchrzak (Schulterverletzung) und David Tritschler (Knieverletzung) auf insgesamt fünf Spieler verzichten.
VfL-Chefcoach Timo Schultz durfte unter der Woche wieder Ismail Badjie auf dem Trainingsplatz begrüßen. Somit kann der 48-Jährige wieder auf alle Akteure des Kaders zurückgreifen.
Stimmen zum Spiel
Innenverteidiger und Vize-Kapitän Niklas Wiemann legte im Spieltagsinterview am Donnerstagvormittag das Augenmerk auf die Qualitäten der Stuttgarter. „Wenn man nur auf das Rückspiel der letzten Saison blickt, hätten wir eigentlich schon mit 0:4 hinten liegen müssen. Wenn man nicht von der ersten Sekunde an wach ist, kann man da direkt unter Druck geraten. Ich glaube, es wird kein einfaches Spiel. Aber wir tun gut daran, wenn wir auf uns selbst schauen und unsere eigenen Stärken in den Vordergrund stellen.“
Ganz ähnlich schätze auch Cheftrainer Timo Schultz den kommenden Gegner ein. „Es ist eine sehr spielstarke Mannschaft. Sie haben viele junge, hochtalentierte Spieler in ihren Reihen. Dementsprechend ist auch die individuelle Qualität hoch. Da müssen wir als Mannschaft auf jeden Fall wieder dagegenhalten. Gerade im Heimspiel gegen Hoffenheim, die eine ähnliche Spielanlage haben, haben wir nicht gut ausgesehen. Daraus müssen wir lernen und es besser machen. Wir haben Selbstvertrauen und wollen nach vorne spielen.”
Am Ende möchte Timo Schultz auch den Fans, die die Mannschaft über das gesamte Jahr hinweg sensationell unterstützt haben, mit einem Sieg etwas zurückgeben: „Wir wollen den Zuschauern zu Hause auch etwas bieten. Das ist uns zuletzt nicht gelungen, weil wir zu wenige Heimtore geschossen haben. Unser Ziel ist es, die drei Punkte hier zu behalten.“
TV und Liveticker
Der Pay-TV Sender Magenta Sport überträgt die Partie ab 13:45 Uhr live. Zudem meldet sich wie gewohnt kurz vor Spielbeginn auch das Liveradio presented by Fuchs Group unter vfl.de/liveradio. Ansonsten ist das Spiel auch im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar.
VfL entscheidet Torspektakel im Donaustadion für sich
In einem wilden Spiel setzte sich der VfL Osnabrück am Freitagabend mit 5:3 gegen den SSV Ulm 1846 Fußball durch. Nachdem die Lila-Weißen früh in Führung gegangen waren und diese wieder verspielten, entschied ein blitzschneller Doppelpack schließlich die Partie. Der Spielbericht.
Zwei Veränderungen nahm Cheftrainer Timo Schultz in seiner Anfangsformation vor. Erwartungsgemäß rückte Kapitän Jannik Müller nach seiner abgesessenen Gelbsperre zurück in die Startelf, und auch Tony Lesueur stand gegen die Ulmer von Beginn an auf dem Platz. Für die beiden rückten zunächst Frederik Christensen und Theo Janotta auf die Auswechselbank. Auch Pavel Dotchev veränderte aufseiten des SSV Ulm seine Startaufstellung zweimal. So standen Paul-Philipp Besong und Jonathan Meier für Lucas Rösler und Max Scholze von Beginn an auf dem Rasen.
Lange dauerte es nicht, bis die über 700 mitgereisten VfL-Fans am Freitagabend im Ulmer Donaustadion zum ersten Mal jubeln durften. Mit dem ersten Angriff der Partie sorgten die Lila-Weißen in Person von Tony Lesueur für den Führungstreffer. Nach einem Einwurf spielten sich Lars Kehl und Fridolin Wagner auf der rechten Seite einen Doppelpass zu. Letzterer brachte anschließend die Flanke auf den zweiten Pfosten, wo Tony Lesueur einlief und den Ball mit links unter die Latte ins Tor von Christian Ortag platzierte (2‘). Für den Franzosen war es sowohl der Premierentreffer für die Osnabrücker als auch in der 3. Liga.
Die Ulmer meldeten sich wenige Minuten später erstmals bei VfL-Keeper Lukas Jonsson an, als Leon Dajaku aus gut 18 Metern per Volley abzog und das linke Außennetz traf (9‘). Die spielbestimmende Mannschaft in der Anfangsphase waren jedoch die Osnabrücker. Nach einem sehenswerten Steckpass von Robin Meißner stand David Kopacz allein vor Keeper Ortag. Aus halbrechter Position konnte der Schlussmann den Schuss des Polen jedoch per Fußabwehr parieren (15‘). In der darauffolgenden Aktion war er allerdings machtlos. Nach einem langen Eckball auf den zweiten Pfosten legte Robin Meißner den Ball zurück in den Fünfmeterraum, in dem Niklas Wiemann völlig frei zum Kopfball kam und das Spielgerät im Tor unterbrachte (16‘).
Immer wieder warteten die Lila-Weißen auf Kontersituationen. Zunächst war Keeper Ortag beim flachen Abschluss von Tony Lesueur stark zur Stelle (22‘), später verpasste der Franzose den richtigen Zeitpunkt für das Abspiel (33‘). So kam der folgende Anschlusstreffer der Ulmer „Spatzen“ etwas aus dem Nichts. Eine Flanke von Leon Dajaku flog von links scharf in den Strafraum der Osnabrücker, in dem sich Dennis Chessa im Zweikampf mit Niklas Wiemann durchsetzte und den Ball schließlich mit der Fußspitze an Lukas Jonsson vorbei ins Tor beförderte (34‘). In der Schlussphase der ersten Halbzeit kamen die Ulmer dann besser ins Spiel, jedoch nicht mehr zwingend gefährlich vor das Osnabrücker Tor, sodass es mit der 2:1-Führung aus Sicht des VfL in die Kabinen ging.
Die zweiten 45 Minuten begannen ebenso spektakulär wie die ersten. Denn nach nur drei Minuten fiel der nächste Treffer im Donaustadion. Nach einem Freistoß der Ulmer scheiterten die „Spatzen“ zunächst aus kurzer Distanz und jubelten im zweiten Versuch dann doch. Nach einer Flanke von Dajaku stieg Paul-Philipp Besong höher als seine Gegenspieler und köpfte die Kugel über Keeper Jonsson zum Ausgleich ins Netz (48‘). Bei der ersten Hereingabe nach dem Freistoß sprang der Ball jedoch Max Brandt an den Arm, sodass der Treffer eigentlich nicht hätte zählen dürfen. Bitter für die Lila-Weißen, die sich vom Ausgleich aber nicht beeindrucken ließen. Ganz im Gegenteil übernahm die Mannschaft von Timo Schultz daraufhin erneut das Spielgeschehen und schlug mit einem Doppelschlag zurück.
Nachdem David Kopacz den Ball nach rechts auf Patrick Kammerbauer abgelegte, hatte dieser das Auge für den im Rückraum freistehenden Lars Kehl. Dieser feuerte das Spielgerät anschließend per Direktabnahme wuchtig ins rechte Eck und ließ Torwart Ortag keine Chance (56‘). Und nur 133 Sekunden später durfte der Topscorer des VfL erneut jubeln. Diesmal legten die Ulmer den Osnabrückern den Ball allerdings selbst vor. Nach einem zu schwachen Zuspiel von Marcel Seggert auf Lukas Mazagg schnappte sich Kehl den Ball, umkurvte Keeper Ortag und schob diesen zum 4:2 über die Linie. Damit erzielte der 23-Jährige seinen zweiten Doppelpack für den VfL sowie seine Saisontore drei und vier.
Danach spielte sich die Partie fast nur noch in der Hälfte des SSV ab. Den Deckel drauf machte dann Robin Meißner, als er eine Flanke von Tony Lesueur im Strafraum der Ulmer seelenruhig mit der Brust annahm und anschließend mit links ins rechte Eck traf (74‘). Damit sicherten sich beide Akteure am Freitagabend sowohl eine Vorlage als auch einen eigenen Treffer.
Das letzte Tor des Abends erzielten jedoch noch einmal die Gastgeber. Die kurz zuvor eingewechselten Luis Görlich und Elias Löder überwanden dabei die Osnabrücker Abwehr. Nach einer Flanke von Görlich köpfte Löder den Ball ins rechte Eck, konnte die 8.913 Zuschauer im Donaustadion aufgrund des Spielstands aber nicht mehr von einer Aufholjagd überzeugen (87‘). Somit stand nach der sechsminütigen Nachspielzeit ein 5:3-Auswärtssieg für den VfL Osnabrück auf der Anzeigetafel. Mit nun 32 Punkten stehen die Lila-Weißen zumindest vorübergehend auf dem dritten Tabellenplatz. Zum Abschluss der Hinrunde empfängt der VfL Osnabrück am kommenden Samstag die Zweitvertretung des VfB Stuttgart (Anpfiff: 14:00 Uhr). Dann möchte man sich auch vor heimischem Publikum mit drei Punkten in die Winterpause verabschieden.
Tore:
0:1 (Lesueur 2‘), 0:2 (Wiemann 16‘), 1:2 (Chessa 34‘), 2:2 (Besong 48‘), 2:3 (Kehl 56‘), 2:4 (Kehl 58‘), 2:5 (Meißner 74‘), 3:5 (Löder 87‘)
Aufstellungen:
SSV Ulm 1846 Fußball:
Ortag – Meier (Görlich 81‘), M. Seegert, Mazagg (Boller 90‘), Kölle – Dressel (Löder 71‘), Brandt, Dajaku (Aksakal 81‘), Pepic, Chessa – Besong (Becker 71‘)
VfL Osnabrück:
Jonsson – Fabinski (Karademir 88‘), Müller, Wiemann – Kammerbauer, Jacobsen, Wagner, Lesueur (Henning 80‘), Kopacz (Wiethaup 80‘), Kehl (Pröger 70‘) – Meißner (Ihorst 88‘)
Zu Gast bei Ulmer „Spatzen“ im Donaustadion
Im letzten Auswärtsspiel in diesem Jahr ist der VfL Osnabrück am Freitagabend beim SSV Ulm 1846 Fußball zu Gast (Anpfiff: 19:00 Uhr). Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge wollen die Lila-Weißen im Donaustadion wieder in die Erfolgsspur finden. Der Vorbericht.
Der Gegner
Nachdem der SSV Ulm 1846 Fußball sensationell aus der Regionalliga Südwest innerhalb von zwei Jahren bis in die 2. Bundesliga durchmarschiert ist, musste man in der vergangenen Saison den Gang zurück in die Drittklassigkeit antreten. Daraufhin folgte der erwartbare große Umbruch bei den Ulmer „Spatzen“. Insgesamt 18 Neuzugänge begrüßte man im Sommer an der Donau. Mit Dominik Martinovic (Rot-Weiss Essen), André Becker (Arminia Bielefeld), Paul-Philipp Besong (Borussia Dortmund II) und Marcel Seggert (Waldhof Mannheim) sicherte man sich unter anderem einiges an Drittligaerfahrung. Außerdem kamen ebenfalls drei Leihspieler zurück zum SSV. Darunter weilte auch Niklas Kölle, der in der vergangenen Rückrunde für den VfL Osnabrück leihweise auflief und insgesamt 20 Partien für die Lila-Weißen absolvierte. Das Duell an diesem Freitag wird für den 26- Jährigen also ein Wiedersehen mit seinen alten Mannschaftskollegen. Dass die Ulmer in Liga 2 eine durchaus konkurrenzfähige Mannschaft hatten, zeigt auch der Blick auf die Abgangsseite. Insgesamt zwölf Spieler verließen den Verein. Dabei fanden sieben von ihnen einen neuen Arbeitgeber in der 2. Bundesliga. Mit einem Transferplus von 1,05 Millionen EUR erwirtschaftete man den zweitbesten Wert aller Drittligamannschaften.
Auf dem Punktekonto sieht die bisherige Saisonbilanz allerdings wenig positiv aus. Mit 16 Zählern aus 17 Spielen steht der SSV aktuell auf dem 18. Tabellenplatz. Mit Pavel Dotchev steht zudem bereits der dritte Trainer in der laufenden Saison an der Seitenlinie. Nach nur sechs Spieltagen trennte man sich in Ulm bereits von Chefcoach Robert Lechleiter, der die Mannschaft noch zu Zweitligazeiten übernahm, den drohenden Abstieg aber nicht mehr verhindern konnte. Als man aber auch in der 3. Liga keine sportliche Weiterentwicklung sah, trennten sich die Wege zwischen den Schwarz-Weißen und Lechleiter, der seit Februar 2024 zunächst als Leiter der Nachwuchsabteilung und später als Trainer der U19 tätig war. Seine Nachfolge trat zunächst interimsmäßig Moritz Glasbrenner an. Auch er war zuvor Trainer der U19 und wurde nach vier Spielen als Interimscoach der Profis, in denen er zwei Siege und ein Remis einfahren konnte, offiziell zum Cheftrainer gemacht. In den darauffolgenden vier Partien fuhr der 35-Jährige jedoch keinen einzigen Punkt mehr ein und kassierte mit seiner Mannschaft 15 Gegentore. Somit war für Glasbrenner die erste Cheftrainerposition im Herrenbereich schnell zu Ende. Dabei spielte bei dessen Entlassung aber nicht nur die sportliche Entwicklung eine Rolle. So wendeten sich die beiden Kapitäne der Ulmer, Johannes Reichert und Christian Ortag, Anfang November in einem offenen Brief an die Vereinsführung und schilderte die „vergiftete Atmosphäre“ innerhalb des Mannschaftsumfelds. Daraufhin folgte neben der Entlassung von Cheftrainer Moritz Glasbrenner auch die Freistellung von Geschäftsführer und Sportdirektor Markus Thiele.
Nachdem man es auf der Trainerbank also zunächst mit zwei eher unterfahrenden Personen versuchte, stellte man mit Pavel Dotchev ein echtes Drittligaurgestein als neuen Chefcoach vor. So stand der 60-Jährige vor seinem Traineramt in Ulm bereits bei 366 Drittligapartien an der Seitenlinie. Kein anderer Trainer kann mehr Spiele vorweisen. Die Position des Geschäftsführers und Sportchefs besetzte man Ende November mit Stephan Schwarz. Der 55-Jährige war zuletzt als Sportdirektor bei den Grasshoppers Zürich tätig.
Die Ausgangslage
Nachdem die Ulmer sieben Spiele ohne Punktgewinn waren und auch in den ersten beiden Partien unter Pavel Dotchev Niederlagen gegen den TSV Havelse (1:2) und den TSV 1860 München (0:1) hinnehmen mussten, konnte man am vergangenen Wochenende beim 1:0 bei Viktoria Köln den ersten Sieg seit dem 1. Oktober einfahren. Somit beträgt der Abstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz für die Ulmer nun vier Punkte. Im letzten Heimspiel des Jahres wollen die „Spatzen“ also erneut drei Punkte einfahren. Für offensive Gefahr könnte dabei Elias Löder sorgen. Der 25-Jährige, der im Sommer vom Regionalligisten Carl-Zeiss Jena nach Ulm kam, ist mit bislang vier Saisontoren der Toptorschütze des SSV. Aber auch Mittelstürmer André Becker traf schon dreimal in das gegnerische Gehäuse. Somit waren die beiden an ein Drittel der insgesamt 21 Ulmer Treffer beteiligt.
Damit konnten die „Spatzen“ in dieser Spielzeit bislang ein Tor mehr als der VfL Osnabrück bejubeln. Aber auch in der Zweikampf- und Passquote sind die Unterschiede zwischen den Ulmern und den Lila-Weißen minimal. Während die Osnabrücker mit 50,2% eine bessere Zweikampfquote als der SSV (50,1%) vorweisen, haben die Schwarz-Weißen in Sachen Passqualität (79,5% zu 79,3%) leicht die Nase vorn. Entscheidend dafür, dass der VfL am Freitagabend als Tabellenfünfter nach Baden-Württemberg reist, ist aber weiterhin die starke Defensive. Mit 16 Gegentoren stellen die Lila-Weißen immer noch den besten Wert der Liga. Die Ulmer dagegen mussten 36-mal hinter sich greifen und stellen damit die drittschlechteste Abwehr. Dennoch suchte auch die Mannschaft von Cheftrainer Timo Schultz zuletzt ihre Form. Nachdem man beim SC Verl eine 1:4-Auswärtsniederlage einstecken musste, verlor man auch an der heimischen Bremer Brücke, trotz eines Chancenüberschusses knapp mit 0:1 gegen den SV Wehen Wiesbaden.
Nun ist der VfL Osnabrück an diesem Wochenende erstmals seit über 24 Jahren wieder im Donaustadion zu Gast. Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften, am 02. März 2001, trennte man sich mit einem 1:1-Unentscheiden. Damals schossen Wolfgang Schütte (VfL Osnabrück) und Leandro (SSV Ulm) die Treffer des Tages. In insgesamt acht Duellen setzten sich die Lila-Weißen dreimal als Sieger durch. Jedoch konnte der VfL noch nie gegen die Ulmer im Donaustadion gewinnen. Dies soll sich aus Sicht von Cheftrainer Timo Schultz an diesem Freitag aber nun ändern.
Das Personal
Mit Dominik Martinovic, Johannes Reichert, Marcel Wenig und Jonas David fallen momentan gleich vier Spieler bei den Ulmern mit einem Kreuzbandriss aus. Zudem muss Pavel Dotchev auch auf Marvin Seybold (Sprunggelenksverletzung) verzichten.
Beim VfL muss Cheftrainer Timo Schultz weiterhin auf Ismail Badjie (muskuläre Probleme) verzichten. Kai Pröger stieg unter der Woche wieder ins Mannschaftstraining ein und ist somit auch für die Partie am Freitag wieder eine Option.
Stimmen zum Spiel
Für VfL-Cheftrainer Timo Schultz war die Verpflichtung von Pavel Dotchev der richtige Schritt für die Ulmer. Dementsprechend bewertet der 48-Jährige die Qualitäten des SSV gar nicht anhand es Tabellenplatzes. „Man muss unterscheiden: Seit Pavel Dotchev das Amt übernommen hat, hat sich die Situation merklich beruhigt. Davor herrschte offenbar große Unruhe. Ein Abstieg ist nie schön – man gerät dann leicht in einen Negativstrudel. Mit Dotchev haben sie meiner Ansicht nach genau den richtigen Mann verpflichtet; die Erfahrung in der 3. Liga ist kaum zu überbieten. Deshalb ist der Sieg in Köln kein Zufall. Zu Hause werden sie alles daransetzen, die nächsten drei Punkte zu holen. Wir fahren allerdings ebenfalls nach Ulm, um zu gewinnen. Ich erwarte deshalb ein gutes Spiel.”
TV und Liveticker
Der Pay-TV Sender Magenta Sport überträgt die Partie ab 18:45 Uhr live. Zudem meldet sich wie gewohnt kurz vor Spielbeginn auch das Liveradio presented by Fuchs Group unter vfl.de/liveradio. Ansonsten ist das Spiel auch im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar.
Distanzschuss besiegelt Heimniederlage
Am Samstagnachmittag musste der VfL Osnabrück eine knappe 0:1-Heimniederlage gegen den SV Wehen Wiesbaden hinnehmen. Trotz einer Chancenüberlegenheit der Osnabrücker entschied Fatih Kaya die Partie mit einem sehenswerten Treffer. Der Spielbericht.
Drei Veränderungen nahm VfL-Cheftrainer Timo Schultz in seiner Anfangsformation vor. Der gelbgesperrte Kapitän Jannik Müller wurde durch Theo Janotta ersetzt. Außerdem rückten Frederik Christensen und Fridolin Wagner für Kevin Schumacher und Kevin Wiethaup in die Startelf. Die beiden nahmen zunächst neben Bashkim Ajdini, der zum ersten Mal in dieser Saison im Kader stand, auf der Bank Platz. Bei den Gästen veränderte Ex-Osnabrücker Daniel Scherning seine Startelf auf einer Position. Gino Fechner wurde im defensiven Mittelfeld durch Donny Bogicevic ersetzt.
Den ersten Torabschluss der Partie hatten die Gäste aus Hessen. Ryan Johansson führte den Ball einige Meter durchs Mittelfeld und zog dann kurz vor dem Sechzehner flach auf das Tor ab. Sein Versuch ging jedoch einige Meter links vorbei (8‘). Kurz darauf kamen auch die Lila-Weißen erstmals vor das Tor der Wiesbadener. Nach einem Freistoß des VfL kam Frederik Christensen zum Nachschuss, brachte Torhüter Noah Brdar aber nicht in Bedrängnis (12‘). Nach einer guten halben Stunde kamen die Osnabrücker dann richtig ins Spiel und sorgten mit einer Drangphase für viel Verkehr im Strafraum des SVWW. Einen Freistoß von Patrick Kammerbauer brachte Robin Fabinski allerdings nur auf das Gehäuse der Gäste (28‘). Ein Schuss von Robin Meißner wurde nur wenige Sekunden später durch eine beherzte Grätsche zur Ecke geklärt (29‘), und auch Kammerbauers Kopfball konnte Torwart Brdar noch über den Querbalken lenken (30‘).
Doch die Osnabrücker Überlegenheit wurde nach 33 Minuten aus dem Nichts durch Fatih Kaya gestört. Dem Mittelstürmer sprang der Ball im Mittelfeld vor die Füße, als er gedankenschnell per Volley auf den Kasten von Lukas Jonsson abschloss. Perfekt ins rechte Eck gesetzt, war der Schwede beim Führungstreffer aus rund 30 Metern chancenlos (33‘). Aber auch nach dem überraschenden Gegentreffer ließen die Lila-Weißen nicht nach. Fünf Minuten später schloss Robin Meißner aus der Distanz ab. Seinen wuchtigen Schuss parierte Brdar jedoch stark mit einem Hechtsprung, sodass es aus Sicht des VfL wenige Minuten später mit einem 0:1-Rückstand in die Pause ging (38‘). Auch ein Blick auf die Halbzeitstatistiken zeigte die Osnabrücker Überlegenheit. Neben 10:3 Torschüssen zugunsten des VfL entschied die Mannschaft von Timo Schultz auch 73,2 % der Zweikämpfe für sich.
Nach dem Wiederanpfiff waren es erneut die Osnabrücker, die den offensiven Abschluss suchten. Lars Kehls Versuch aus der zweiten Reihe ging allerdings deutlich am linken Pfosten vorbei (47‘). Auch Robin Meißner brachte den Schlussmann der Gäste nicht in Gefahr, als er eine flache Hereingabe von Christensen im Fünfmeterraum knapp verpasste (61‘). Aber auch die Wiesbadener kamen nach einer Stunde, anders als noch in der ersten Hälfte, vermehrt vor das Tor der Osnabrücker. Eine scharf hereingebrachte Flanke von Niklas May entschärfte Lukas Jonsson, der kurz vor dem hereinlaufenden Moritz Flotho an der Kugel war und somit den Torabschluss verhinderte (62‘). Wenige Augenblicke später legte Torschütze Fatih Kaya den Ball auf Ole Wohler ab, der das Tor anschließend knapp verpasste (67‘).
In der Schlussphase der Partie wurde der Spielfluss an der Bremer Brücke immer wieder durch kleinere Foulspiele gestört, die die Gäste aus Wiesbaden für längere Verschnaufpausen nutzten. Die Osnabrücker selbst kamen in ihrem Offensivspiel aber auch kaum noch in die gegnerische Gefahrenzone. Sinnbildlich dafür stand die Situation in der 80. Spielminute, als sich der kurz zuvor eingewechselte Luc Ihorst auf der rechten Seite durchsetzte, mit dem Ball bis zur Grundlinie lief und ihn dann in den Rückraum spielte. Dort befand sich jedoch kein abschlussbereiter Mitspieler, sodass die eigentlich gut herausgespielte Chance ungenutzt blieb (80‘). In den letzten zehn Minuten und auch in der sechsminütigen Nachspielzeit sahen die 14.212 Zuschauer an der Bremer Brücke dann keine nennenswerte Torgelegenheit mehr.
Somit musste sich der VfL Osnabrück nach einer vor allem in der ersten Halbzeit dominanten Vorstellung dennoch mit 0:1 gegen den SV Wehen Wiesbaden geschlagen geben. In der nächsten Woche treten die Lila-Weißen am Freitagabend beim Zweitligaabsteiger SSV Ulm an (Anpfiff: 19:00 Uhr). Gegen die Ulmer „Spatzen“ will der VfL dann wieder Punkte einfahren.
Tore:
0:1 (Kaya 38‘)
Aufstellungen:
VfL Osnabrück:
Jonsson – Fabinski, Janotta, Wiemann – P. Kammerbauer, F. Christensen (Ihorst 78‘), B. Jacobsen, F. Wagner (Wiethaup 67‘), Kopacz (Riesselmann 78‘), Kehl (Lesueur 67‘) – R. Meißner
SV Wehen Wiesbaden:
Brdar – Gillekens, F. Hübner (Lewald 82‘), Janitzek – Bogicevic (Fechner 73‘), Wohlers (Mockenhaupt 73‘), Gözüsirin, Johansson (Schleimer 62‘), N. May – Flotho, Kaya (Agrafiotis 82‘)
VfL empfängt neuformierte Wiesbadener
Nachdem die Lila-Weißen zuletzt einen Rückschlag gegen den SC Verl hinnehmen mussten, möchte man am Samstag vor heimsicher Kulisse gegen den SV Wehen Wiesbaden wieder ein Erfolgserlebnis verbuchen. Dabei empfängt man eine Mannschaft, die ganz ähnliche Stärken wie der VfL aufweist. Der Vorbericht.
Der Gegner
Mit dem SV Wehen Wiesbaden ist am Samstag ein Urgestein der 3. Liga an der Bremer Brücke zu Gast. Der SVWW hat bereits 546 Partien in dieser Spielklasse absolviert. Damit stehen sie in der ewigen Tabelle der 3. Liga an der Spitze, gefolgt vom VfL Osnabrück mit 470 Spielen. Das Duell dieser beiden Mannschaften ist also ein echter Klassiker der 3. Liga. Insgesamt spielen die Wiesbadener derzeit ihre 15. Saison in der 3. Liga. Nachdem man die vergangene Spielzeit auf dem neunten Platz beendete, läuft es auch dieses Jahr eher durchwachsen. So hat man in der hessischen Landeshauptstadt bereits die erste Trainerentlassung hinter sich. Nach der 0:1-Heimniederlage gegen den FC Viktoria Köln wurde Cheftrainer Nils Döring von seinem Amt entlassen. Der 45-Jährige war seit 2011 im Verein und ab 2021 als Co-Trainer der Profimannschaft tätig. Nachdem er bereits im Oktober 2021 und im April 2024 als Interimstrainer eingesprungen war, schenkten ihm die Verantwortlichen zu Beginn der vergangenen Saison das Vertrauen und stellten ihn als Cheftrainer ein. Im Sommer begrüßte Döring insgesamt neun Neuzugänge. Als bisherige Leistungsträger haben sich dabei vor allem Lukas Schleimer (1. FC Nürnberg) und Niklas May (FC Viktoria Köln) herausgestellt. Während Schleimer zwei Tore und drei Vorlagen vorweisen kann, ist Niklas May der beste Vorlagengeber der Hessen. Der Linksverteidiger lieferte bereits viermal den entscheidenden Pass vor einem Torerfolg. Seinen letzten Assist feierte der 23-Jährige am vergangenen Wochenende, als er beim 3:1-Heimsieg seiner Mannschaft den zwischenzeitlichen Ausgleich vorlegte und damit auch einen entscheidenden Anteil am ersten Sieg seines neuen Trainers Daniel Scherning beisteuerte. Der 42-Jährige steht seit zwei Spielen in Wiesbaden an der Seitenlinie. In seinem Debüt musste er eine knappe 0:1-Niederlage beim SV Waldhof Mannheim hinnehmen. Dabei veränderte Scherning kurz nach seiner Ankunft das Spielsystem seiner Mannschaft. Während man die bisherigen Partien stets mit einer defensiven Viererkette im 4-4-2-System spielte, agiert man unter Scherning nun in einem 3-1-4-2-System. Am Wochenende kehrt Scherning nun an seine alte Wirkungsstätte zurück. Von Juli 2021 bis August 2022 coachte er den VfL Osnabrück in 45 Spielen, bis er den Verein auf eigenen Wunsch Richtung Bielefeld verließ.
Ein Wiedersehen mit alten Bekannten wird es am Samstag auch für Bjarke Jacobsen geben. Schließlich wechselte der defensive Mittelfeldspieler im Sommer aus Hessen in die Hasestadt und absolvierte zuvor 112 Partien für den SVWW. Mit den Wiesbadenern gewann der 32-Jährige in der vergangenen Saison zudem den Landespokal Hessen. Gegen seinen alten Arbeitgeber möchte der Däne am Nikolaustag sicherlich aber keine Geschenke vor die Tür legen.
Die Ausgangslage
Obwohl die beiden Mannschaften sieben Punkte und sechs Tabellenplätze trennen, treffen am Wochenende zwei sehr ähnliche Teams aufeinander. So hat der VfL nur einen Schuss mehr (237) als Wehen Wiesbaden (236) auf den gegnerischen Kasten abgegeben. Dabei konnten beide Teams jeweils 20 Tore erzielen. Zeitgleich stehen beide Mannschaften defensiv stabil. So zeigen eine ähnliche Zweikampfstärke. Während die Osnabrücker 49,7% ihrer Duelle für sich entscheiden gewannen die Hessen 49,4%. Mit nur 15 Gegentoren haben die Lila-Weißen immer noch die beste Defensive der Liga, doch auch die Wiesbadener kassierten bislang nur 19 Gegentreffer und stellen damit die drittbeste Abwehr der Spielklasse. Insgesamt sieben Mal spielte der SVWW bereits zu Null, also zweimal weniger als der VfL. Sechsmal stand dabei Stammtorhüter Florian Stritzel zwischen den Pfosten. Der 31-Jährige verletzte sich jedoch Anfang November im Spiel gegen den TSV Havelse und fällt seitdem aufgrund muskulärer Probleme aus. Bislang in jedem Spiel zum Einsatz kam dagegen Stürmer Nikolas Agrafiotis, der mit sechs Treffern der Toptorschütze des Teams ist. Und auch Moritz Flotho und Fatih Kaya zeigen sich in dieser Spielzeit erneut torgefährlich. Nachdem die beiden mit 20 (Kaya) bzw. 10 (Flotho) Toren die Goalgetter der vergangenen Saison beim SVWW waren, trafen sie in dieser Spielzeit ebenfalls schon vier- bzw. dreimal.
Die Osnabrücker Defensive ist also definitiv gewarnt. Dabei muss die Dreierkette am Wochenende ohne Kapitän Jannik Müller auskommen, der bei der 1:4-Niederlage gegen den SC Verl seine fünfte Gelbe Karte kassierte und somit gegen Wiesbaden als erster Spieler des VfL in dieser Saison eine Sperre aussitzen muss. Cheftrainer Timo Schultz macht dessen Ausfall aber nicht nervös. „Wir haben einen großen Kader und haben in diversen Testspielen bereits ohne Jannik die Dreierkette zusammengestellt. Da mache ich mir gar keine Sorgen. Ich weiß, dass es in der letzten Saison in den Spielen, in denen Jannik nicht dabei war, nicht ganz so gut gelaufen ist. Aber ich bin mir sicher, dass wir einen Schritt weiter sind und das zumindest kurzfristig kompensieren können“, erläuterte der 48-Jährige im Spieltagsinterview am Donnerstagvormittag.
Schließlich möchte der VfL auch in der Offensive seine Stärken ausspielen. Mit bislang nur acht Treffern vor heimischer Kulisse haben die Lila-Weißen da noch einiges an Nachholbedarf. Nur der 1. FC Schweinfurt lieferte noch weniger Heimtreffer (7) in dieser Spielzeit. Dabei helfen könnte beispielsweise Lars Kehl. Der 23-Jährige lieferte am vergangenen Wochenende bereits seine sechste Vorlage in der laufenden Saison. Einzig Berkan Taz (8) kann in der 3. Liga mehr Assist vorweisen. Zudem traf Kehl selbst in seiner Karriere schon zweimal gegen den SVWW. Im Dress des SC Freiburg II schoss der Offensivmann in der Saison 2022/23 sowohl in der Hin- als auch Rückrunde jeweils den Führungstreffer für seine Mannschaft. Gegen kein anders Team traf der gebürtige Hofstetter in seiner Karriere häufiger. Aus Sicht der VfL-Fans darf Kehl diese Statistik am Samstag dann gerne ausbauen.
Das Personal
Beim SVWW muss Trainer Daniel Scherning mit Orestis Kiomourtzoglu (muskuläre Probleme), Felix Luckeneder (Jochbeinbruch), Simon Stehle (Fußverletzung), Florian Stritzel (muskuläre Probleme) und David Suarez (Innenbandriss) auf insgesamt fünf Spieler verzichten.
Auf der Gegenseite fallen beim VfL Jannik Müller (5. Gelbe Karte), Ismail Badjie und Kai Pröger aus.
Stimmen zum Spiel
VfL-Cheftrainer Timo Schultz erwartet ein Team, das vor allem in der Offensive top besetzt ist. „Es ist eine Mannschaft, die nicht so in die Saison gestartet ist, wie sie es sich vorgestellt hat. Dementsprechend haben sie auch schon einen Trainerwechsel hinter sich. Ich denke, sie sind in der Offensive personell eines der Top-Teams. Sie haben gute Spieler mit Wucht und Leute, die nachgewiesen haben, dass sie auf diesem Niveau Top-Torjäger sein können. Dementsprechend wissen wir, dass wir wachsam sein müssen.“
TV und Liveticker
Der Pay-TV Sender Magenta Sport überträgt die Partie ab 13:45 Uhr live. Die Partie ist darüber hinaus auch im Free-TV im NDR sowohl im TV als auch im Stream zu verfolgen. Dort beginnt die Übertragung wenige Minuten vor dem Anpfiff. Zudem meldet sich wie gewohnt kurz vor Spielbeginn auch das Liveradio presented by Fuchs Group unter vfl.de/liveradio. Ansonsten ist das Spiel auch im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar.



































































