In einem mit Spannung erwarteten Topspiel gegen Rot-Weiss Essen zeigte sich der VfL Osnabrück von der ersten Minute an siegeswillig und belohnte sich für eine souveräne Leistung mit einem 3:0-Heimsieg. So fand auch Cheftrainer Timo Schultz nach der Partie ausschließlich lobende Worte für seine Mannschaft.
Wie so oft in dieser Saison veränderte Timo Schultz auch gegen Rot-Weiss Essen seine Startelf auf mehreren Positionen. Und mit seinen Personalentscheidungen sollte der 48-Jährige einmal mehr richtig liegen. Schließlich zeigten – wie die gesamte Mannschaft – Fredrik Christensen, Robin Fabinski, Bjarke Jacobsen und Ismail Badjie, die allesamt in die Anfangsformation rotierten, überzeugende Leistungen. In der Defensive stand auch gegen die offensivstarken Essener nach 90 Minuten die Null. „Was die Abwehrmentalität und die Schärfe meiner Mannschaft angeht, war das heute in allen Spielphasen eine wirkliche Topleistung“, erklärte Timo Schultz auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Ein Gesicht dieser Mentalität war unter anderem Robin Fabinski, der nach seiner Einwechslung in Rostock gegen Essen erstmals im neuen Jahr wieder in der Startelf stand. Dabei überzeugte er nicht nur mit einer Zweikampfquote von 84,6 Prozent, sondern spielte bei den Lila-Weißen auch die meisten Pässe (47). 85,1 Prozent davon kamen bei seinen Mitspielern an, einer davon führte als Vorlage zum 3:0-Endstand.
Zuvor brillierte in der Offensive mit Ismail Badjie ein weiteres neues Gesicht in der Anfangsformation. Schon in den Anfangsminuten forderte der Youngster immer wieder Felix Wienand, den Keeper der Gäste, heraus. Im Tor landete der Ball jedoch erst wenige Augenblicke vor dem Pausenpfiff, als Badjie beim Schussversuch von Robin Meißner auf den Abpraller spekulierte und am Ende goldrichtig stand. Wie schon bei seinem allerersten Treffer an der Bremer Brücke (Gegen den FC Ingolstadt am 19. April 2025) fiel ihm der Ball also vor die Füße. Damals wie heute erzielte der 20-Jährige das wichtige 1:0. Insgesamt waren sechs seiner Tore für die Profis des VfL jeweils das erste Tor des Spiels. Mit seinem fünften Saisontreffer ist Badjie nun hinter Robin Meißner (acht Tore) der zweitbeste Torschütze des VfL. An der Spitze steht er dagegen, wenn es um seine Toreffizienz geht: Das Eigengewächs trifft alle 113 Minuten ins gegnerische Gehäuse.
Eine solche Quote kann Kapitän Jannik Müller naturgemäß nicht aufweisen. Vielmehr hielt der erfahrene Innenverteidiger auch diesmal seine Defensivreihe stabil zusammen, glänzte aber ebenso mit seinem Treffer zum 2:0 in klassischer Stürmermanier. „Letzte Woche hatte ich auch schon so einen. Den habe ich dann leider flach geschossen, deswegen wurde der geblockt. Deshalb wollte ich den Ball einfach hoch auf das Tor bringen. Schön, dass der so einschlägt“, erläuterte der 32-Jährige seinen Gedankengang im Interview bei Magenta Sport. Für Müller war es sein erstes Tor für die Osnabrücker an der Bremer Brücke. Mit einer Passquote von 86,8 Prozent wies er zudem den besten Wert aller VfL-Startelfspieler auf. Dabei war für den Kapitän der Siegeswille seiner Mannschaft schon vor dem Spiel zu spüren. „Schon beim Aufwärmen hat man gemerkt, dass wir es unbedingt wollen. Ich glaube, der Sieg vor zwei Wochen gegen Havelse hat uns gutgetan, weil wir davor gefühlt einen kleinen Fluch hier hatten. […] Deswegen hieß es von vornherein Vollgas, Attacke, und am Ende haben wir heute zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht.“
Einer dieser richtigen Zeitpunkte war kurz vor Schluss gekommen, als der eingewechselte Kai Pröger in der zweiten Minute der Nachspielzeit das Spielgerät ins rechte obere Eck unter die Latte knallte. Für den 33-Jährigen war es sein Premierentreffer im Dress der Lila-Weißen. Zudem war es sein erstes Tor seit dem 22. Dezember 2024, als er für Jahn Regensburg gegen den SV Darmstadt traf. Ein gelungener Schlusspunkt für eine Partie, in der auch Bjarke Jacobsen nach überwundenen Rückenproblemen, die ihn zwei Wochen ausfallen ließen, sein Comeback feierte. Mit 75 Prozent gewonnenen Bodenzweikämpfen und einer Passquote von 81,3 Prozent lieferte der Däne die gewohnt stabile Leistung.
Mit den drei Punkten im Gepäck zeigte sich Timo Schultz nach der Partie durchweg zufrieden: „Es ist vor allem für unsere Fans schön. Schöner Brückentag sagt man hier in Osnabrück. Es ist einfach so, dass wir in der Hinserie nicht in vielen Spielen zu Hause überzeugt aufgetreten sind – zumindest nicht von den Ergebnissen her. Dementsprechend ist nach einem 3:0 zu Hause gegen Rot-Weiss Essen die Stimmung hinten raus sehr gut.“ Und auch Jannik Müller zeigte sich nach dem Abpfiff in Feierlaune, richtete den Blick aber bereits auf die anstehende Aufgabe: „Jetzt erstmal genießen, feiern und dann hoffentlich die Energie nächste Woche nach Aue mitnehmen.“
Text: Jendrik Greiwe
Fotos: Jonas Jürgens






